Erziehung ohne Leckerlies

  • Ich will es auf jeden Fall ohne Leckerlies versuchen, ich werde euch über mein eventuelles Scheitern auf dem Laufenden halten ;-). Das größte Problem sehe ich eher in der Hundeschule, da eine zu finden, die ohne Leckerchen arbeitet und auch noch in der Nähe ist, wird wohl eher schwierig...

  • Na zum Scheitern ist das Projekt nicht verurteilt, aber ob Leckerchen oder Spielzeug ist egal, die Herausforderung ist es komplett ohne Hilfsmittel zu arbeiten und dann nicht zu scheitern, aber wenn du ein Spielzeug benutzen möchtest sollte die Erziehung sich genauso einfach gestalten wie die mit Leckerchen

  • Zitat

    Sofern das auf die beschriebene Weise bei Dir geklappt hat, dann ist das aller Ehren wert. Nur wenn ich Deine Ausführungen richtig verstehe, hast Du für die Lernziele sehr lange gebraucht. Du sprichst selbst von "kurz vor dem ersten Geburtstag blieb auch das Spielzeug weg."


    Tscha ich hab auch Heute noch Spielzeug in der Tasche wenn ich normale Tatgänge mache, das bekommen meine nicht immer, aber wenn mal ne besondere Situation ist ( meine im Platz und 2 andere Hunde marodieren an der Leine vorbei und meine bleiben topiruhig) dann wird danach gespielt

    Für meine "Lernziele" brauch ich absolut nicht lange... 10 Min mit Spielzeug ( wenn der Hund es denn mag ^^) fürs festigen plane ich allerdings DEUTLICH länger ein ... so 10 Wochen im Schnitt
    Dann sitzt das immer und überall

    @ Murmel und Que ... Buds wird mit 16 immernoch bestätigt, dann wird der alte Mann nämlich lustig unter der Mütze :lol:

  • Ilaria
    in welcher Ecke wohnst du denn - vielleicht kann dir dann ja jemand eine Schule nennen, die so arbeitet wie du das vor hast.
    Gruß Woody

  • Zitat

    Für mich ist Spielzeug in der Erziehung mit Leckerchen quasi gleichzusetzen, ich dachte es wäre hier im allgemeinen ohne Hilfsmittel gemeint. Denn ob mein Hund Leckerchen oder Spielzeug bekommt macht für mich keinen großen Unterschied, es ist das was ihm gefällt, für die Befürworter ist es einfach die Superbelohnung, für die Gegner die Bestechung.
    Je nach Art des Hundes würde ich übrigens nicht mit Spieli bestätigen auch wenn es das Größte für ihn ist, denn triebige Hunde können dadurch schnell kopflos werden und falsch angewendet erreiche ich nur dass mein Hund gaga wird. Die Gefahr besteht bei solchen Hunden mit Futter nicht. Dafür gibt es natürlich andere die sich für Futter vollkommen vergessen.

    Es besteht im Übrigen ein Unterschied zwischen Belohnung und Bestechung. Der liegt aber nicht in der Art des jeweiligen Mittels, sondern wie ich es anwende.

    ...vom Handy getippt

  • In der Tat kommt es mindestens einmal täglich vor, dass ich richtigstellen muss, was Bestechung ist und was nicht. Mit Futterbelohnung zu arbeiten, kann zu Bestechung werden, wenn man es nicht richtig macht, das beschränkt sich allerdings nicht auf Futterbelohnung.

    Futterbelohnung ist eine von mehreren Möglichkeiten und mitnichten ein unangemessener, ineffektiver oder vermenschlichender Weg.

    Ich kenne auch Extremisten aus beiden Lagern, bin selbst jedoch keiner, ziehe mein 'System' vor, weil es für mich völlig normal und ebenso einfach ist, als wenn ich Futterbelohnung wählte.

    Offenbar habe ich den Beitrag verpasst, in dem es darum ging, dass Hunde nicht mehr positiv verstärkt werden sollten, wenn sie alles beherrschen, was notwendig und erwünscht ist. :D Es bereitet doch auch Freude, Hunden zu zeigen, dass sie gerade besonders gut sind, ein großartiges Gebaren an den Tag legen oder schlicht etwas richtig ausgeführt haben. Ein Hundeleben ohne positive Verstärkung in welcher Gestalt auch immer hätte ich als Hund nicht so gerne. ;)

  • Ich erziehe eigentlich komplett ohne Futterbelohnung. Nimueh ist durchaus ein Hund, der gut auf Futter anspricht. Aber bei uns war es tatsächlich so, dass uns die Kekse im Weg standen.

    Das Problem war, das mir die Belohnung über Futter nicht besonders liegt. Ich agiere nicht mehr wirklich so, wie ich es tue, wenn ich keine Kekse in der Tasche habe. Zum anderen wägte mein Hundchen ganz klar zwischen Ungehorsam und in Aussicht stehender Keksbelohnung ab. Ob das eine das andere bedingt hat, weiß ich nicht. Es ändert aber auch nichts an der Situation, die wir nunmal hatten.

    Durch das Weglassen von Futter hat sich bei uns wirklich etwas in der Beziehung getan. Es ist nicht so, dass mein Hund mit der Änderung plötzlich wie durch Wunderhand einen erstklassigen Gehorsam hatte, aber wenn Probleme auftreten, spielen sich diese immer auf einer sozialen Ebene ab. Das ändert zwar nichts daran, dass Ungehorsam nunmal Ungehorsam ist, aber es eröffnet mir mehr Möglichkeiten, weil ich nun im Dialog mit meinem Hund bin, was zu Keks-Zeiten eben nicht (immer) der Fall war.

    Ich hatte zudem den Eindruck, dass mit dem Weglassen von Futterbelohnung, die Wertigkeit von Anerkennung und sozialer Zuwendung deutlich zunahm.

    Viele Grüße
    Frank

  • Da gehts mir ähnlich wie es Frank beschrieben hat, in punkto Leckerlies.

    Als mein Hund jünger war, hatte ich mich von den keksen abhängig gemacht und war nicht mehr "ich". Ohne Kekse das Haus verlassen? Das war früher nicht möglich und nicht zu vergessen, der Bollerwagen an Spielzeug und diversen Hilfsmitteln =) Als ich Leckerlies und Hilfsmittel aus dem Alltag verbannt hatte, ging es mit meinem Hund und mir Berg auf.


    Im Alltag gibt es hier keine Leckerlies. Man kann dem Hund auch ohne Kekse seine Anerkennung ausdrücken, eine Rückmeldung, egal welcher Art, gibt es hier eh immer.

  • Zitat

    Sofern das auf die beschriebene Weise bei Dir geklappt hat, dann ist das aller Ehren wert. Nur wenn ich Deine Ausführungen richtig verstehe, hast Du für die Lernziele sehr lange gebraucht. Du sprichst selbst von "kurz vor dem ersten Geburtstag blieb auch das Spielzeug weg."

    Da sehe ich nichts problematisches dran. Muss denn ein Hund mit 10 Wochen schon perfekt Sitz können? Muss er mit 5 Monaten unbedingt Platz können oder mit 8 Monaten sauber im Fuß laufen? Meiner Meinung nach nicht.

    Ich empfinde es oft so, dass sich viele Hundehalter heute (recht häufig auch im DF) einen ungeheuren Druck machen, dass der Hund nach einigen Wochen natürlich sämtliche Grundkommandos sicher abrufen kann und ein Repertoire an Tricks drauf hat.

    Ja, ich gehöre zu denen die Leckerlies nutzen. Einfach weil mein Hund auf Spielzeug und körperliche Zuwendung draußen nicht so reagiert. Ich habe auf unseren Spaziergängen heute auch oft weiterhin Leckerlies dabei. Nicht unbedingt zur Belohnung sondern zum Verstecken und Suchen. Zur Belohnung gibts die nun in der Zwischenzeit recht selten und nur in besonderen Situationen.

    Für mich bleibt es jedem selbst überlassen was er für sich und seinen Hund als richtigen Weg empfindet. Es gibt nun mal Hunde, die interessieren sich einen feuchten Dreck für Leckerlies. Und es gibt Halter denen es wahnsinnig schwer fällt mit Leckerlies zu belohnen statt zu bestechen. Da hatte ich zeitweilig auch so meine Probleme und hab in dieser Zeit die Leckerlies verflucht. Die waren aber nunmal nicht schuld, ich hatte sie nur falsch eingesetzt.

    Erziehen kann man einen Hund so oder so. Und als Halter weiß man in der Regel doch am besten auf was der eigene Hund anspringt.

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