Jagen oder nicht jagen - das ist hier die Frage!

  • Stimmt Lisa, selber Schuld! :hust:

    Doof ist nur das mir bei der Vermittlung der damals einjährigen Hündin gesagt wurde sie sei dominant aber jagdlich nicht interessiert. Naja, was daraus geworden ist zeigt mir die schwarze jeden Tag aufs neue wenn sie für unser Essen sorgen will. Frauchen schau ... SO geht das!^^

  • Zitat

    Doof ist nur das mir bei der Vermittlung der damals einjährigen Hündin gesagt wurde sie sei dominant aber jagdlich nicht interessiert.^


    Das wurde mir auch gesagt....Jagdtrieb? Nein überhaupt nicht

    Zitat

    danke ..! hab das jetzt mal ins blaue hinein getest, bevor ich deine antwort gelesen habe .. hab jedes verharren laut und deutlich gelobt und wenn sie mich angeschaut bin ich rückwärts gegangen und habe belohnt (etwas länger damit der gedanke vom wild weg war) ... klappt (bisher) fantastisch


    Hey, das freut mich sehr und Du siehst, es ist der richtige Ansatz

  • Wir waren heute gute 2,5 Stunden in wildreichem Gebiet unterwegs.
    Also wirklich wildreich! In der gesamten Zeit haben uns Rehe, Hasen und Fasane irgendwie verfolgt und waren ständig präsent.

    Lizzy war den Großteil der Zeit recht entspannt, hat natürlich immer wieder die Umgebung gescannt und wollte Spuren ausarbeiten.
    Schlimm war es wenn sie Sichtkontakt zu den Rehen auf dem Feld hatte. Sie jammerte, fiepste, jauelte. Aber sie blieb ansprechbar. Naja, zumindest halbwegs.
    Das Kommando sitz wurde ausgeführt, zu mir kommen war schon schwieriger. Da hat man ja den Blick vom Wild nehmen müssen. Nachdem ich sie etwas schärfer angesprochen habe, kam sie aber zu mir (nach dem dritten oder vierten Versuch :headbash: ).
    Leckerli hat sie nicht genommen, und so richtig runterfahren konnte sie dann auch nicht mehr.

    Wie haltet ihr das? Beobachtet ihr dann mit dem (angespannten) Hund gemeinsam die Rehe, oder geht ihr aus der Situation raus?

  • Zitat


    Wie haltet ihr das? Beobachtet ihr dann mit dem (angespannten) Hund gemeinsam die Rehe, oder geht ihr aus der Situation raus?

    Das ist wohl von Hund zu Hund unterschiedlich.
    Ich lasse meine Hündin z.B. ´ne zeitlang beobachten (clicker das auch), bis sie sich mal kurz (zu mir) abwendet. Dann ruf ich sie ruhig aus der Situation raus und werf den Dummy in die andere Richtung, damit sie doch etwas Dampf ablassen kann. Dann entweder nochmals Dummy werfen oder ein Stück rennen. (Klappt natürlich alles nur an der SL. :roll: )
    Viele Hunde halten es aber besser aus, dem Wild hinterherzuschauen und schaffen es nicht, auf den Rückruf zu reagieren. Das hat hier ein paar Posts vorher schon mal jemand beschrieben.

  • Ja, ich hatte auch eher das Gefühl dass es ihr unglaublich schwer gefallen ist den Blick abzuwenden oder dem Wild den Rücken zuzudrehen. Sie ist rückwärts zu mir gekommen. :roll:

    Beim beobachten lassen habe ich jedoch auch das Gefühl das ihre Anspannung dadurch immer größer wird. erst Recht wenn sich das Wild dann auch noch entfernt ...

  • Erstmal dickes Kompliment, das ist ein wirklich wunderbar verständlicher u.positiver Beitrag zum Thema...wie und wann der Schalter umgefallen ist und man als HH einer jagdlich ambitionierten Nase umdenken und mit dem Jäger sinngemäss in eine gemeinsam passende Richtung gehen/arbeiten kann :gut:

    Die Mädels sind meine ersten Racker die mit solch ausgeprägtem Jagsinstinkt gesegnet sind.....uns erging es ähnlich....auch wir haben unser Training komplett auf den Kopf gestellt...manchmal dauerts einfach etwas bis der Groschen fällt
    Wir gehen ebenso seit knapp einem Jahr regelmässig intensiv gemeinsam "jagen"...kommt dem sehr nahe wie du dies beschreibst. ;)

    Wir erarbeiten dadurch stepp by stepp Fortschritte die den ehemaligen Frust schwinden lassen...wenngleich es bei der nordischen Jägermeisterin wohl noch ein sehr,sehr langer Weg sein wird....ob sie jemals in wildreichem Gebiet Freilauf geniessen wird bezweifle ich dennoch...die Kleene hingegen kann ich voraussgesetzt die Jägermeisterin ist an der Strippe mittlerweile zu 100% bei allen Wildarten abrufen.
    Wenn die Damen allerdings zu zweit offline sind und ohne rechtzeitiges Einschreiten sich zuzwinkern können...absolut keine Chance :verzweifelt:

    Das ausloten, vorstehen, beobachten, loben bei Sichtung von Wild bzw. Anzeigen von Fährten viel mir anfangs zugegebener Maßsen so richtig schwer...das war so "verquer" dem Gedankengang gegenüber, was wir bisher alles an Training durch hatten :rollsmile: heute kann ich sagen...es war der Durchbruch und das einzige um auf den "richtigen" Weg zu kommen! und es macht dazu noch tierisch Spass.

    Heute geniessen wir unsere Jagdstromerrunden sehr...vorallem mit entspannten Jägermeistern, die Ruhe, die Natur mit anderen Augen zu sehen und das Entdecken von all dem was man da draussen mit dem bloßen Menschenverstand manchmal nicht unbedingt so wahrnehmen würde

    Früher hatte ich oft ein schlechtes Gewissen, wenn die Mädels an die Leine mussten weil Frauchen in der Pampa/im Wald stromern wollte...heute sehe ich auf Grund des Erfolges unsere Wild-Entdeckungs-Touren als besonderes Erlebnis mit dem dienlichen Zweck der Übung. Wohlbemerkt immer mit Rücksicht/Respekt für die Wildtiere!

    Meine Frage an die Leinensortierer die ihrem Vollblutjäger soweit vertrauen, das sie offline in wildgefährdetem Gebiet laufen drüfen....wie lange habt ihr in etwa gebraucht um sie zuverlässig rauszuholen, euch als letzte positive Instanz glaubwürdig durchzusetzten - ohne Kadavergehorsam! Gibt es noch etwas was ihr ausser den üblichen ATJ Tipps in eure Trainingseinheiten einbaut?
    :???:

    Wie händelt ihr es wie in unserem Fall mit zwei Jägermeistern an eurer Seite.....wie in unserem Fall mit besten Teamqualitäten als Sicht+Fährten-Spezialisten gleichermaßen??

    @TS: wir hatten eine ähnliche Phase: soll heissen...ich habe mich eine Zeit lang nicht so wirklich mit den Hunden beschäftigt und sie kurze Zeit einfach mal neben her laufen lassen...ganz böses Faul...denn...sie haben mir dies sofort quitiert...manche Racker sind einfach nicht dazu geboren um einfach "nur" nebenher zu laufen...es gibt so viel rauszuholen und zu entdecken...das wird schon...dran bleiben, ihr müsst lediglich "euren" Weg finden und diesen dann auch konsequent gehen. Viel Glück und Erfolg dabei!

  • Tolle Berichte :gut: und sie zeigen, dass man es tatsächlich schaffen kann, einen jagdlich ambitionierten Hund im Wald unter Kontrolle zu bekommen.

    Abbruchsignale haben bei Atti auch genau das Gegenteil von dem bewirkt, was ich wollte......er startete durch.
    Erst, nach dem ich das Vorstehen belohnte, gab es die ersten Fortschritte.

    Heute läuft er, wie bereits berichtet, selbst in der Dämmerung ohne Leine durch den Wald, guckt mich bei Sichtung eines Rehes an und ich sage nur "alles ok" und Atti läuft weiter , ohne zu jagen

    Zitat

    Meine Frage an die Leinensortierer die ihrem Vollblutjäger soweit vertrauen, das sie offline in wildgefährdetem Gebiet laufen drüfen....wie lange habt ihr in etwa gebraucht um sie zuverlässig rauszuholen, euch als letzte positive Instanz glaubwürdig durchzusetzten - ohne Kadavergehorsam! Gibt es noch etwas was ihr ausser den üblichen ATJ Tipps in eure Trainingseinheiten einbaut?


    Ich habe ca 1 Jahr gebraucht, ehe ich das nötige Vertrauen zu Atti hatte, ihn in wildreichen Gebieten ohne Leine laufen zu lassen.

    Was für ihn gut war, war die Ersatzhandlung mit einem Spielzeug.
    Aufgebaut habe ich das mit einem bestimmten Wort, d.h. immer, wenn das Spielzeug flog, rief ich ein helles "heiheihei" und Atti durfte dem Spielzeug hinter her laufen.
    Konditioniert habe ich es allerdings erst einmal ohne Ablenkung.
    Heute brauche ich diesen total bekloppten Ruf gar nicht mehr

  • Zitat


    Wie haltet ihr das? Beobachtet ihr dann mit dem (angespannten) Hund gemeinsam die Rehe, oder geht ihr aus der Situation raus?


    Bei meiner sinds nicht die Rehe, sondern Hasen.
    Fine bekommt erst ein Stop, dann ein Sitz und dann geh ich zu ihr während ich sie mit der Stimme ruhig lobe. Sie ist dabei im Normalfall an der Schleppleine. Bisher hat es aber auch ein paar Mal ohne funktioniert :D

    Dann gibts erst mal Leberwurst auf das Schnäuzchen, weil sie so brav gestoppt hat, danach warte ich, bis sie sich etwas beruhigt hat, also nicht mehr vor Anspannung zittert und rumfiept. Da nimmt sie eh kein Futter an. Wenn sie ruhig ist, gibts ein Leckerli und dann üb ich mit ihr Schau. Also Hasen angucken, mich angucken, Leckerli geben.
    Das mach ich ein paar Mal, dann gehe ich zwischen Hase und Fine und sage "Komm mit" und im Normalfall ist sie dann schon so weit runter gefahren, dass sie grinsend neben mir her hopst und dann darf sie ein paar Kekse oder ihren Ball jagen.

    Abrufen könnte ich sie von Wild nie, aber das Hinsetzen und Hinstarren kann sie relativ lange. Im Sitzen ist ihre Impulskontrolle eindeutig besser, als im Stehen oder Laufen :D

  • Da ihr so schön von euren Jägern berichtet reihe ich mich mit Lennox hier auch mal ein.

    Bei ihm ist das Problem das er nur im "Rudel" jagen geht. Heißt sind andere Hunde dabei ist er weg. Und er richtet sich da nicht nach den anderen Hunden sondern gibt selber an -jetzt gehts los-.
    Sind wir alleine unterwegs ist Wild kein Problem. Er schaut und gut ist. Er ist ansprechbar und abrufbar. Wehe aber andere Hunde sind dabei. Dann zeigt er auch nicht mehr an sondern prescht sofort los.

    Er hat eine super Impulskontrolle. Auch wenn andere Hunde dabei sind. Heißt werfe ich ein Ball oder ähnliches wartet er bis er hin darf. Auch in der Gruppe..
    Ich kann ihn dann auch erst zu mir rufen und ihn dann hinschicken.

    Wie wir das Problem hinbekommen, außer in nicht wildreichem Gebiet und wenn nur an der Leine, weiß ich leider nicht. Da hat bisher einfach nichts funktioniert.


  • Toll!!! :gut:
    Sollten wir da jemals hinkommen, dann ist mir jeder noch so bekloppte RR sowas von recht ;)

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!