An der Leine sicherer?

  • ich hab jetzt mal ein bisschen drüber nachgedacht und ja, ich denke, bei Bela ist es auch so wie bei Lucky. Anscheinend bedeutet die Leine für ihn -> Pause, runterfahren, Mutti macht schon... Ich bin seit ich die Liesl habe auch immer wieder positiv überrascht, wie leinenführig Bela ist.

    Ich benutze keine Flexileine (ich hasse die Dinger einfach und ich kann mir nicht vorstellen, beim Spaziergang permenant einen Plastikkasten in der Hand zu halten), aber ich nutze Schleppleinen in unterschiedlichen Längen. Meine Lieblingsleine ist momentan die 5m Biothane mit Handschlaufe. Wenn ich mit Bela alleine gehe, dann nehme ich von Haus aus nur diese Leine mit, eine andere brauch ich gar nicht. Ich nutze sie kurzgehalten als Führleine (an der Straße usw.), als lange Leine, in dem ich die Schlaufe festhalte (aber niemals an der Leine ziehe oder rucke, sondern ich halte nur das Ende fest und dirigiere trotzdem über Stimme oder Klopfzeichen o.ä.) und wenn ich denke, jetzt wäre eigentlich Freilauf möglich, dann lasse ich das Ende fallen und gebe ihn explizit frei. Ich fühle mich damit sehr viel wohler, als wenn ich ihn ständig ab- und anleinen müsste, denn er muss, wenn wir auf fremde Hunde treffen oder Kinder, Reiter etc. einfach gesichert werden. Dadurch dass ich entspanne, tut er das auch und somit haben wir beide deutlich weniger Stress. Er hat nun sogar mehr Freilauf als er komplett ohne Leine hätte. Ist bei ihm aber auch sehr einfach, weil er eh keinen großen Radius hat. Mit Liesl könnte ich das so nicht machen, denn die hat einen ganz anderen Bewegungsdrang usw.

    Klar ist das langfristige Ziel wieder der Freilauf, komplett ohne Leine, aaaber um dahin zu kommen, muss man sich frei (also befreit von Druck) und sicher fühlen, und das geht von beiden Seiten aus. Ich hatte in den letzten Tagen ein paar wirklich sehr angenehme Spaziergänge mit Bela, wo er viel laufen konnte, einfach mal wieder er selbst sein konnte, und wirklich entspannt war. Das war schön zu sehen. Dass er dabei eine 5m Leine hinter sich herzieht, sehe ich in dem Moment nicht. Auch kommuniziere ich mit ihm nicht über die Leine, aber durch die Leine ist die Kommunikation unbefangener geworden.

  • Ich finde es gerade mal interessant, dass sich meine Idee, (geäußert in deinem Thread 'Ideen zum Herunterfahren vom Hund') öfter die Leine zu benutzen, für euch als richtig erwiesen hat. :smile:

    Mein Gedanke dazu war in erster Linie, dass dein Hund leichter entspannen kann, wenn er nicht ununterbrochen den Kontakt zu dir halten/suchen muß, da er durch die Leine direkt mit dir verbunden ist.

    Bei Blue gibt es auch Situationen wo sie an der Leine deutlich entpannter ist. Das gilt für einige Hundebegegnungen, bei denen ich dann erst nach einigen Minuten ableine, wenn sie heruntergefahren ist
    und auch bei schwachem Wildgeruch, wenn sie grundsätzlich sehr interessiert ist, aber unter Kommando steht.

  • Hallo Staffy,
    wenn ich mit beiden unterwegs bin, muss Lucky sogar an die Leine, denn ohne wollen die beiden sofort toben. Das dürften sie ja auch, aber Lucky kriegt Stress und dann wird er zu massiv. Logray ist selber kein Kind von Traurigkeit und kann ebenfalls nicht aufhören. Ist wie bei Brüdern, die machen weiter bis "einer weint" ;)
    Nur habe ich dann nach 500m einen total kaputten und irre hochgefahrenen Lucky, der sich nicht einbekommt und Logray unverhältnismäßig zurechtweist.
    Ja, die Leine mehr zu nutzen ist gut. Einschränken wie Frank vorgeschlagen hat, könnte ich ihn auch, aber dann kann a) ich nicht mehr entspannen, weil ich alle 2 sekunden gucken muss, wo er ist, was er tut und b) hat mmn der Hund nichts von dieser Art Freilauf. Da wird er an der Leine weniger gegängelt.
    Mir hilft es auch, abzuschalten und den Hund zu ignorieren. Würde er dann freilaufen (gerade im Wald) quassel ich ihn andauernd zu und korrigiere pausenlos, weil langsames Tempo ohne Leine? Gibt es nicht bei Lucky.
    Es gibt seltene Tage, wo er nachdem die Leine ab ist, nicht sofort lospest, da lasse ich ihn dann auch seinen Freilauf.
    Oder ich fahre in die Pampa, mache ihn ab und lass ihn tillen, danach brauche ich ne Woche kein Programm mehr.
    Ich denke durch die Leine weiß er einfach, dass er nicht rennen kann und dadurch kann er entspannen.
    Aber ich hoffe, dass es wirklich nur ein Zwischenschritt ist, denn heute zeigte er gute Ansätze, da er die Flexi total "vergaß" und sich benahm als wäre er im Freilauf und dabei ruhig und normal.
    Allerdings wird das im Wald wohl nicht möglich sein, dafür ist hier zu viel Wild unterwegs.

  • Zitat

    Einschränken wie Frank vorgeschlagen hat, könnte ich ihn auch, aber dann kann a) ich nicht mehr entspannen, weil ich alle 2 sekunden gucken muss, wo er ist, was er tut und b) hat mmn der Hund nichts von dieser Art Freilauf. Da wird er an der Leine weniger gegängelt.

    Versteh mich nicht falsch, ich will dir nix aufquatschen :D . Du musst ja auch hinter dem stehen, was du machst. Aber ich will doch nochmal kurz eine Lanze für die Einschränkung brechen.

    Dass der Hund nichts vom Freilauf hat, stimmt so nicht. Meine kleine Knallschote läuft einfach grob neben mir her und schnüffelt ein bisschen und macht einen ungewohnt relaxten Eindruck. Ich musste auch nicht sonderlich viel nach ihr schauen, als die ersten Grundsatz-Diskussionen mal durchgestanden waren. Ganz im Gegenteil. Es ist ja eigentlich nichts anderes, als die Verwendung einer Leine. Nur ohne Leine halt ;)

    Viele Grüße
    Frank

  • Hallo

    Zitat

    Dass der Hund nichts vom Freilauf hat, stimmt so nicht. Meine kleine Knallschote läuft einfach grob neben mir her und schnüffelt ein bisschen und macht einen ungewohnt relaxten Eindruck. Ich musste auch nicht sonderlich viel nach ihr schauen, als die ersten Grundsatz-Diskussionen mal durchgestanden waren. Ganz im Gegenteil. Es ist ja eigentlich nichts anderes, als die Verwendung einer Leine. Nur ohne Leine halt ;)

    Viele Grüße
    Frank


    Das versuch' ich jetzt schon einige Zeit mit meiner Knallschote. Ist zumindest für mich entspannend, den Hund immer im Blickfeld zu haben. Für Diego aber Stress pur, er winselt dabei auch noch. Er will immer schneller weiter als ich gehen kann/will. Seltsamerweise geht er aber auf manchen Wegen fast automatisch so mit mir Gassi, ausser ich sage ihm, dass er das tun soll... Aber ich werde das trotzdem weiter mit ihm machen. So kommt man einfach besser an Weggabelungen und anderen Menschen (für die er sich eigentlich nicht interessiert) vorbei.

    Gruss
    Monika

  • und nein, sollen weder angriffe noch besserwisserei sein, nu denkanstöße, die du wahrscheinlich schon 578342 mal bkommen hast... ;)

  • Ich möchte da auch nochmal was zu sagen, deine Vorschläge mögen auf viele normale hunde (nimms mir nicht übel, Linda)passen, aber Lucky ist einfach anders. Ich hab ihn ja life erlebt, da ist nichts mit "einfach Grenzen setzen"... ;)
    Ich denke auch nicht, dass das Rangordnungsprobleme sind zwischen den beiden, logray ist einfach ein frecher, pubertierender Junghund :D

    ... gesendet von unterwegs...

  • ich arbeite seit über 5 Jahren in einer Gruppe mit, die ausgesonderte staatliche hunde übernehmen, die nicht nur etwas oder auch ziemlich überdreht- im grunde eifrig, wenn auch planlos- sind, die sind auch zum teil aggro, zum teil total verhuscht oder gar nicht in der welt, meist so im alter zwischen einem halben und 5 Jahren.

    und wenn ich da eins gelernt habe und immer wieder lerne, dann, dass jeder hund anders ist... und auch jeder mensch ist anders...

    und bei gott, manchmal kriegt man so eine bescheuerte grenze trotz aller vorschläge und Hilfen und Tips und Supertrainer einfach nicht gewuppt...

    dann lebt man damit und macht einfach das beste drauss... :D und ich denke, jeder kennt sowas...

    in einem Forum ist nu mal nur möglich, möglichst viele Anstöße rauszuhauen, meist als Wiederholung von Antworten anderer Schreiber, aber vllt bringt man gerade die eine winzige Blickwinkeländerung ins Spiel, die dem Autor helfen, sein Konzept zu überdenken und ggf. zu modifizieren, dass geholfen ist...

    ;)

  • Danke für die Anstöße, aber der Hund spinnt ja auch ohne den Kleinen, das hatten wir schon bevor der da war, nur nahm da die Stelle dann ein x-beliebiger Hund ein, bei dem es dann im Spiel kippte.
    Ja, Grenzen aufzeigen ist ein großes Thema, aber mein Hund ist dazu noch ziemlich sensibel und dickköpfig. Ich habe oft genug versucht, den hinter mir zu halten beim Gassi. Da diskutiert man im Endeffekt mit dem Hund den gesamten Gassigang, weil er es immer wieder versucht. Oder man war zu massiv und er meidet dann vor sich hin, auch unschön.
    Noch dazu ist mir das Eingrenzen schlichtweg zu anstrengend, zumindest jetzt noch.
    Ja, er darf manchmal tillen, weil der mir sonst einfach explodiert ist und ich rennen lassen zum Hundeleben dazugehörig finde. Aber momentan beschäftigen wir ihn mit viel Kopfarbeit und das funktioniert auch.
    Also trotzdem danke für deine Denkanstöße.

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