An der Leine sicherer?
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Nightstalcer -
3. Dezember 2012 um 14:32
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Hallo zusammen,
ich habe etwas festgestellt und möchte nun von euch wissen, ob ihr das ähnlich seht, ob ihr vielleicht auch einen Hund habt, auf den das zutrifft.
Mein Lucky ist ja ein schwieriger Kandidat, und er hat draußen mit sehr viel Stress zu kämpfen.
Dennoch hört er eigentlich ganz gut und könnte ohne Probleme viel Freilauf genießen. Leider scheint ihn Freilauf (also wirklich laufen, über Wiesen toben etc.) ganz schlicht und einfach nur zu stressen. Dabei kann es dann auch passieren, dass er entgegenkommende Hunde wüst behandelt. Er ist nicht aggressiv, sondern gut verträglich, aber wenn er Stress hat, braucht er ein Ventil und wenn dann der entgegenkommende Hund noch Imponiergehabe zur Schau stellt (ganz besonders Goldenrüden) dann ist Alarm angesagt.
Nun bin ich aber auch kein Mensch, der sich dauernd diesen Stress vom Hund antun möchte und ich leine ihn oft nicht ab, weil er so einfach ruhiger ist. An der Leine sind Hundebegegnungen kein Thema mehr, er hält die Füße still und braucht keinen Kontakt.
Dann habe ich noch eine Flexi und ich muss sagen, dass er damit am Besten läuft. Er kann schnüffeln und so laufen, wie er es mag, aber er weiß wohl, dass er angeleint ist und fühlt sich sicherer. Sein Auftreten ist anders. An manchen Tagen konnte er keine 2 Meter vor mir gehen ohne nervös zu werden, anfangen zu pendeln etc.
An der Flexi geht das mittlerweile sehr, sehr gut, viel besser als im Freilauf.
Sollte ich also vorerst dabei bleiben und ihn nicht mehr ableinen, sondern einfach an der Flexi lassen?
Ich habe noch nicht ausprobiert, ob damit auch ein Hundegassigang klappen könnte, das wäre mal schön zu testen.
Kennt ihr das, habt ihr auch einen Hund, bei dem angeleint sein keine Strafe ist, sondern sein notwendiger Rettungsanker, damit er sich sicher fühlt? - Vor einem Moment
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Hi,
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Nein, ich nutze die Flexi aus anderen Gründen, aber ich frage mich: Wenn es euch beiden spürbar besser geht, was sollte dagegen sprechen?
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Zitat
Kennt ihr das, habt ihr auch einen Hund, bei dem angeleint sein keine Strafe ist, sondern sein notwendiger Rettungsanker, damit er sich sicher fühlt?
DAS ist bei mir oberstes Gebot für die Leine ! Leine bedeutet Sicherheit, abgeben können ... wenn man es richtig aufbaut.
Wenn es für ihn leichter ist, dann laß ihn öfter an der Leine. Du solltest aber daran arbeiten, daß er von sich aus deine Nähe aufsucht, wenn er überfordert ist bzw. ruf ihn zu dir in entsprechenden Situationen.
Viele Hund reagieren viel entspannter, wenn man ihnen anbietet zu einem zu kommen, sie anfasst (wie hängt vom Hund ab) und sie dann ruhig wieder laufen läßt.
Mit Stimme, Kontakt und Stimmung kann man einem Hund auch ohne Leine helfen.Gruß, staffy
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Zitat
Nein, ich nutze die Flexi aus anderen Gründen, aber ich frage mich: Wenn es euch beiden spürbar besser geht, was sollte dagegen sprechen?
Für mich gehört(e) immer zu artgerechter Hundehaltung auch der Freilauf dazu. Den kann ich ihm gewähren, aber dann muss ich hinnehmen, dass er sich total hochspult und nicht mehr er selbst ist. Das ist so mein Konflikt, was ist letztendlich besser für ihn...
Staffy, ansprechen ist so nicht möglich. Er hat nicht direkt Angst, er ist einfach mit "draußen" überfordert. Wenn er ganz genaue Anweisungen hat und ich ihm Rituale gebe, klappt es. Aber nur mit Leine. Ohne gibt es nur Herumrasen, unkontrolliert und sich hochspulen, oder permanent an mir kleben und nach Aufmerksamkeit geiern.
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Zitat
Kennt ihr das, habt ihr auch einen Hund, bei dem angeleint sein keine Strafe ist, sondern sein notwendiger Rettungsanker, damit er sich sicher fühlt?
Ich hab hier auch so nen Kandidaten, der sich angeleint (sowohl Flexi als auch normale Führleine) um einiges sicherer fühlt.
Er pöbelt zwar gern mal, wenn er angeleint ist (zumindest bei fremden Rüden), meist liegt das aber daran, dass ich gepennt hab vorher.
Ich lasse im Gegensatz zur allgemeinen Meinung Kontakte zu Fremdhunden erstmal nur angeleint zu, weil Apollo sich ohne Leine so überfordert gezeigt hat, dass er von einer Übersprungshandlung in die nächste gerauscht ist (mobben, rempeln, den fremden Hund umrennen usw.). Kommt allerdings selten vor, da unser "Freundeskreis" meist ausreichend ist.
Diese Kontakte laufen angeleint wesentlich entspannter ab, Apollo ist ruhiger und souveräner, wenn ich noch hinten dran häng... so laufen diese Fremdhundekontakte im Regelfall sehr positiv ab... und meist kann ich ihn dann auch frei laufen lassen, wenn der erste Stress für ihn vorbei ist.Ich hab auch in der Vergangenheit desöfteren gedacht, er muss doch seinen Freilauf haben... sicherlich, aber Apollo ist ab einem gewissen Zeitpunkt eben mit dieser Freiheit überfordert. Ich merke das daran, dass er dann nicht mehr wirklich in der Lage ist, meine Ansagen zu befolgen, er fängt stattdessen eben an, Mist zu machen, Übersprungshandlungen halt. Spätestens ab dem Moment nehm ich ihn nur noch kommentarlos an die Leine und man merkt schon, dass ihm "ein Stein vom Herzen" fällt und er sich wieder entspannen kann.
Er ist also nicht ausschließlich angeleint, aber regelmäßig und sicherlich wesentlich öfter als die meisten anderen Hunde.Du siehst, ihr seid nicht allein, wenn Apollo vielleicht auch nicht ganz so extrem scheint wie Lucky!

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Mein Hund ist auch so. An der Leine fühlt er sich sicher und manchmal hab ich den Eindruck, er ist richtig erleichtert, wenn ich ihn anleine.
Er ist ängstlich und neigt zum "nach vorne gehen" ohne Leine, allerdings ist es durch Training schon viel besser geworden.
Was ihm im Freilauf hilft, ist neben mir absitzen lassen. Das gibt ihm zwar nicht so viel Sicherheit wie die Leine aber es reicht, um nicht nach vorne preschen zu müssen. Muss allerdings auch trainiert werden, klappt nicht beim ersten Mal. :) Und immer schön Leckerlis reinstopfen während er absitzt, so haben wir es geschafft einen stressfreieren Freilauf hinzubekommen. -
Hier, meine ist auch so ne Kandidatin, die sich an der Leine ihre Sicherheit holt. Früher musste sie alles allein regeln (Straßenhund), und sobald sie raushatte, dass sie das nicht mehr muss, hat sie sich sichtlich entspannt. Erstkontakt zu fremden Hunden grundsätzlich nur an der Leine, weil sie sich da eben entspannter und sicherer fühlt. Übrigens, sie ist auch wesentlich relaxter, wenn der andere Hund angeleint ist, denn dann weiß sie, er kann nicht an sie ran.
Freilauf ist für sie kein Stress, sie liebt es, aber sobald ein Hund in Sicht ist, möchte sie bitte an die Hand.
Und dabei pöbelt sie überhaupt nicht. Während sie, ohne Leine, wahrscheinlich mehr Ohrfeigen verteilen würde, als mir lieb ist - einfach mal prophylaktisch, der andere könnte sie ja fressen wollen. -
habt ihr evtl. mal ausprobiert, mit euren hunden entsprechend ihren anlagen was zu machen, wenn die abgeleint sind, und die nicht einfach in ihre eigene welt abtauchen zu lassen...?
ist doch eigentlich relativ klar, dass ein nasentier, dass nicht gelernt hat, was bestimmtes zu erschnüffeln, dann gerüchen nachgeht, die es interessant findet, und so ein pendeln ist normales spurensuchen und verfolgen, abchecken der gerüche und suche nach deren Ursprung.. klar ist das aufregend und klar spulen die dann hoch... dass ein hund immer agiler wird, je länger er abgeleint ist, ist normal. er kriegt ja wesentlich mehr input...
gebt denen doch im freilauf aufgaben, und macht pausen zum quatschen zwischendurch, an denen die hunde an der leine ruhe zu halten haben...
tüllich sind die an der leine ruhiger, da haben die gelernt, sie können eh nur eingeschränkt laufen, und da müssen sie nicht auf uns achten, weil wir ja eh am anderen ende hundeangepaßt mitgehen..

wenn ich fremdhundbegegnungen an der leine erlebe,
wird mir jedenfalls immer echt ziemlich mulmig, und wenn dann die besitzer hektisch bemüht sind, den knoten aus den leinen zu entwirren und die leinen von dem beinen der hunde zu lösen... wenn da mal ein hund abschnappt, weil es eben doch mal sein kann, dass sich einer zu sehr bedrängt fühlt, kann der andere nicht weg, weil da beinfesseln aus hundeleinen die bewegungen stoppen... echt schlimm, was es da an verletzungen geben kann, eben auch durch die leinen um die beine herum... -
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habt ihr evtl. mal ausprobiert, mit euren hunden entsprechend ihren anlagen was zu machen, wenn die abgeleint sind, und die nicht einfach in ihre eigene welt abtauchen zu lassen...?
Genau, damit er mir zu 150% vor den Füßen tanzt und gar nichts mehr von seiner Umwelt mitbekommt? Es ist noch gar nicht lange her, da konnte dieser Hund nichtmal schnüffeln - für ihn gab es nur mich anhimmeln und gucken, ob ich was von ihm will. Einige mögen das ja als den Inbegriff eines Hundes bezeichnen, ich finde das nur erschreckend.
ist doch eigentlich relativ klar, dass ein nasentier, dass nicht gelernt hat, was bestimmtes zu erschnüffeln, dann gerüchen nachgeht, die es interessant findet, und so ein pendeln ist normales spurensuchen und verfolgen, abchecken der gerüche und suche nach deren Ursprung.. klar ist das aufregend und klar spulen die dann hoch... dass ein hund immer agiler wird, je länger er abgeleint ist, ist normal. er kriegt ja wesentlich mehr input...
Das Pendeln hat nichts, aber auch gar nichts mit Spuren suchen zutun, das ist reiner Stress, mit dem er nicht weiß wohin, was ihn schrecklich verunsichert. Aber ich kann verstehen, dass das seltsam klingt, wenn man solche Hunde nicht kennt.
gebt denen doch im freilauf aufgaben, und macht pausen zum quatschen zwischendurch, an denen die hunde an der leine ruhe zu halten haben...
Ich gehe alleine und brauche keine "Quatschpausen" sondern mein Hund fällt irgendwann mal tot um, wenn er sich immerzu in die Stratosphäre puschen darf. Wenn der kein gutes Herz hat, weiß ich auch nicht...
tüllich sind die an der leine ruhiger, da haben die gelernt, sie können eh nur eingeschränkt laufen, und da müssen sie nicht auf uns achten, weil wir ja eh am anderen ende hundeangepaßt mitgehen..

Warum ziehen dann so viele Hunde wie die Beserker an der Leine? Stimmt, weil sie stets angepasst ans Frauchen gehen...
wenn ich fremdhundbegegnungen an der leine erlebe,
wird mir jedenfalls immer echt ziemlich mulmig, und wenn dann die besitzer hektisch bemüht sind, den knoten aus den leinen zu entwirren und die leinen von dem beinen der hunde zu lösen... wenn da mal ein hund abschnappt, weil es eben doch mal sein kann, dass sich einer zu sehr bedrängt fühlt, kann der andere nicht weg, weil da beinfesseln aus hundeleinen die bewegungen stoppen... echt schlimm, was es da an verletzungen geben kann, eben auch durch die leinen um die beine herum...Mein Hund hat genug Hundekontakt und idR lasse ich Kontakt nur im Freilauf zu, wenn ich sehe, er ist geistig "da" und hat sich nicht schon ewig gepusht und der Gegenüber ist freundlich, kann aber auch mal etwas ruppigeres Spiel ab. Terrier sind da bestens geeignet für, die heulen nicht rum, wenn sie mal umgesemmelt werden...
Sei mir nicht böse, aber ich glaube du hast einfach noch keinen Hund so erlebt und ich bin irgendwie froh, dass es noch andere Leute hier gibt, dessen Hund leider zu seinem Wohl auf Freilauf zu Teilen verzichten muss.
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Hallo
Zitat
Sollte ich also vorerst dabei bleiben und ihn nicht mehr ableinen, sondern einfach an der Flexi lassen?
Ich habe noch nicht ausprobiert, ob damit auch ein Hundegassigang klappen könnte, das wäre mal schön zu testen.
Ich habe keinen Hund, der sich hochpuscht im Freilauf. Aber für ihn ist es teilweise eine Qual, dabei immer aufpassen zu müssen, wo ich bin. Zusätzlich ist er bei Hundesichtungen, und sei es in gefühlten 500m Entfernung, nicht abrufbar (zumindest noch nicht). Somit gibt es für ihn häufiger Gassigänge fast durchgehend an der Flexi. Die hat 8m Länge, die nutzt er fast immer aus und scheint damit sehr zufrieden zu sein. Er kommt bisweilen auch, wenn ich nur den Leinen-Karabiner in die Hand nehme.Ich würde es mit der Flexi zumindest mal versuchen.
Hundebegegnungen sind dann wegen der Leinenlänge durchaus irgendwie kritisch. Aber wir sind auch schon mit 2 Hunden an 8m-Flexis unterwegs gewesen. Die menschliche Begleitung muss dann eben mehr aufpassen wegen Knoten und anderen Verwicklungen, dafür aber nicht, wo die Hunde jetzt schon wieder sind. Und es ging erstaunlich gut.
Gruss
Monika - Vor einem Moment
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