Wenn der Hund auf der Straße ausbüchst...

  • Hallo zusammen,

    heute mittag war es dann soweit.
    Ich war unachtsam und mein Hund - 10 Monate alt - ist durch die Haustür an mir vorbeigehuscht.
    Vorneweg einmal: Es ist absolut nichts passiert!

    Ich wohne zwar nicht in einer Großstadt, aber dafür doch in einer relativ stark befahrenen Durchgangsstraße - in einer Kurve.

    Er hat ein Kind gesehen und wollte da mal hin.
    Sämtliches Abrufen hat nichts gebracht.
    Ganz im Gegenteil, er hatte direkt den Dreh raus, dass das für ihn lustig werden könnte und ist mal fröhlich auf der Straße rumgehüpft.
    Er hat sich da richtig einen Spaß draus gemacht.
    Gott sei Dank haben die ankommenden Autofahrer ihn rechtzeitig gesehen und langsamer gemacht.
    Sie haben auch alle freundlich gelächelt.
    Umso mehr hab ich da gestanden, wie der letzte Depp.

    Mein Schwiegervater wohnt bei uns im Haus, hat mich gehört nach dem Hund rufen und konnte sich denken, dass was nicht stimmt.
    Da die beiden unzertrennliche Kumpel sind, hat sein Abrufen dann was genützt.
    Obwohl Elvis sich direkt denken konnte, dass auch er nur im Sinn hat ihn einzufangen, hat mein Schwiegervater ihn aber trotzdem zu Greifen gekriegt.
    Das ganze Spektakel dauerte vielleicht 1 Minute - zog sich aber ne gefühlte Stunde.

    Jetzt meine Frage:
    Wie verhalte ich mich da richtig?
    Ich bin ihm auch gar nicht hinterhergerannt oder so. Das hätte ihn wohl noch nur mehr aufgestachelt und angeheizt. Ich hatte Leckerlis in der Tasche (die sind irgendwie in jeder Manteltasche und Hose...) und wollte ihn locken.
    Bin sogar bewusst mal in die andere Richtung mit den Worten "Spazieren", weil er darauf getrimmt ist.
    Direkt neben dem Haus gehts nämlich unseren üblichen Gassiweg rein.
    Hat ihn alles nicht interessiert.
    Der Abruf beim Gassi klappt hervorragend, aber diesmal wars wohl zu aufregend...

    Inwiefern kann denn auch eigentlich eine Maßregelung erfolgen?
    Wenn ich ihn abrufe und er kommt, muss ich ihn ja eigentlich loben.
    Geht das also überhaupt ihm klar zu machen, dass sein Verhalten gerade für die Tonne war?!

    Für Antworten wäre ich dankbar...

    Ganz liebe Grüße

  • Ich würde vielleicht noch das abrufen aus dem spiel üben. Und vorallem: er darf nicht denken, wenn was gerade spaßig ist und du rufst, dass dann schluss mit dem spiel ist. Also lass ihn z.B spielen, dann rufst du ihn und es gibt ein noch viiiiiel tolleres spiel. So kannst du zumindst den abruf üben denke ich...

  • Ich stell mir eher die Frage, warum der Hund an dir vorbei aus der Tür huschen konnte :D

    Alles was danach kam war für den Hund eben so spannend und lustig, dass er kopftechnsich nicht mehr reagieren konnte. Hingehen, einsammeln und gut is - dann Rückruf wieder vermehrt unter schwierigeren Umständen üben und belohnen.

  • Zitat


    Inwiefern kann denn auch eigentlich eine Maßregelung erfolgen?
    Geht das also überhaupt ihm klar zu machen, dass sein Verhalten gerade für die Tonne war?!

    Eine Maßregelung kann und darf nicht erfolgen, weil er sie nicht in den richtigen Zusammenhang bringen kann.
    Genauso wenig ist es möglich, ihm zu erklären, dass sein Verhalten für die Tonne war.

    Zitat

    Wenn ich ihn abrufe und er kommt, muss ich ihn ja eigentlich loben.

    Nicht nur eigentlich.... ;)

    Schwamm drüber, tief durchatmen, Glück gehabt und den Rückruf üben!

    Viele Grüße!

  • Zitat

    Ich stell mir eher die Frage, warum der Hund an dir vorbei aus der Tür huschen konnte

    Weil ich zum Einen absolut unachtsam war und er "nur" ne 8 kg Kröte ist.
    Die huschen halt... :lachtot:

    Zitat


    Eine Maßregelung kann und darf nicht erfolgen, weil er sie nicht in den richtigen Zusammenhang bringen kann.
    Genauso wenig ist es möglich, ihm zu erklären, dass sein Verhalten für die Tonne war.

    Das dacht ich mir. Naja.
    Bei Kindern ist das wohl einfacher. Denen kann man ne gepflegte Standpauke halten... :headbash:

    Zitat

    Ich würde vielleicht noch das abrufen aus dem spiel üben.

    Ja, wies scheint ist das noch ne Riesenbaustelle...

  • Es geht doch nicht nur ums Abrufen ... :???:

    Wieso ist der Hund der Meinung einfach selber zu bestimmen, wann es raus geht,? :???:
    die Haustür sollte eine Grenze darstellen, die Haustür sollte offen stehen können, ohne dass ich Angst haben muss, der Hund läuft " einfach so" raus.

    Dein Hund sollte Spass und Beschäftigung mit seinem Menschen in Verbindung bringen. Und sich nicht draussen auf der Strasse suchen wollen.

    Wenn ich das Abrufen übe, ist das Problem an sich nicht behoben. Ich schätze,ihr müsst viel früher im Alltag ansetzen.

  • In dem Alter fand er das sicher so aufregend, dass er einfach nicht mehr für Dich erreichbar war. Die beste Reaktion wäre wahrscheinlich gewesen, einfach ins Haus zurück zu gehen. Aber wer kann das schon, wenn da draußen auch noch Autos fahren?
    Natürlich mußt Du daran jetzt arbeiten. Und übe mit ihm, dass er nicht einfach zur Türe raus laufen darf. Das kann sonst auch mal ins Auge gehen.

  • Ja, ich würde ihn auch ab sofort stets absitzen lassen, bevor er durch die Haustüre raus darf. Dass er also nur auf dein Kommando hin durch darf.

    Dann Abrufen üben, auch aus dem Spiel heraus und unter steigender Ablenkung. Sollte das nicht klappen: Schleppleine dran, bis es sitzt (damit du dein Kommando durchsetzen kannst).

    Und: Den Hund nie locken! Zeige ihm nicht, dass du Leckerlis dabei hast. Wenn, kriegt er die nach dem er etwas richtig gemacht hat. Wird er gelockt, lernt er nichts! (Grober Timingfehler)


    Ich finde übrigens sehr sympathisch, dass sich für dich schon 1 Minute wie eine Stunde anfühlte :smile: Ich kann da mit dir fühlen.
    Leider bringt es nichts, wenn man in der Situation an Souveränität verliert, im Gegenteil, der Hund hört dann eher erst recht nicht und so schaukelt sich die Sache hoch.
    Wenn du in solchen Situationen selbst sehr erregt bist, kannst du auch üben den Einsatz einer Pfeife nachdenken - die klingt gleich, egal wie du drauf bist.

    Ich würde auch nicht deinen Vater mit Neid ansehen, von wegen: Die sind ganz dicke, da hört er besser. Ein Hund gehorcht, weil er gut im Gehorsam steht, richtig trainiert wurde und weil er Bindung zu dem Menschen hat, dessen Kommando er für ihn ausführen will. An beidem kannst du arbeiten.

  • Kenne ich ;-) Louis hat immer dasselbe gemacht. Er lag fast mal vorn Auto, gut wir haben hier Spielzone plus 30er Zone und der Mann mit dem fetten Auto fuhr ca 80km/h, er machte eine Vollbremsung und Louis ist zwar nix passiert- der Typ hatte aber ein schlechtes Gewissrn weil er so raste.
    Seitdem leinte ich Louis immer an, wenn ich die Tür aufmachen wollte und er lernte bleib!
    Nachdem ich ihm aber mal ausversehen die Tür vor den Kopf gehauen habe, da er ja beim Gassi gehen immer vorrennen musste, lässt er mir bei Türen den Vortritt und rennt auch nicht mehr raus, wenn sie auf ist. Aber auf bleib hört er jetzt ebenfalls und sitzt dann brav dort und guckt nur :) schön fleißig üben ;-)

  • Oh je, da hast Du aber was mitgemacht!..... Und Hundi kuckt Dich an und versteht gaaaar nix!
    Es fällt schwer, dann, wenn er wohlbehalten wieder da ist, ruhig zu bleiben- und ihn nicht zu bestrafen.
    Ich habe lernen müssen, wenn mein Hund frech ist draußen, einfach umdrehen und so schnell als möglich weg gehen!
    Das kann kein Hund leiden. Da will er ja unbedingt mit.... das muss man ausnutzen.
    Gut, dass nichts passiert ist, aber das wird nicht das letzte Mal sein. Viel Glück für Euch!

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