Sinn und Unsinn der Schleppleine (oder Leine allgemein)

  • Zitat

    Doch ich kann meinen Neufundländer halten, wenn fast 50 Kilo auf 20 Meter in die Schleppleine rennen. Man gewöhnt sich an Techniken :p

    Anna, magst Du mal den durchstartenden, jetzt 72 kg wiegenden Otto halten?

    Das mag dir gelingen, wenn er einen halben Meter entfernt ist, da geht das mit Technik. Setzt ein Hund mit diesem Gewicht auf 5 m Entfernung zum Spurt an, bist Du ohne Chance. Es reißt dich unweigerlich um.

    Und wenn ich tag täglich sehe, wie leichte Hunde - Labrador, Gold. Retriever, Boxer u. ä., versucht werden an der Schlepp am wegsprinten zu hindern, werde ich weiterhin darin bestätigt, daß das nicht der Weisheit letzter Schluß ist.

    Da flattert meist ein Frauchen schreiend eine gewisse Zeit hinterher, dann geht die Hand auf und Hund auf und davon oder es wird mit geradezu grotesk anmutenden Ausfallschritten versucht auf das Ende der Leine zu treten. Mit übrigens ebenso wenig Erfolg.

    Da frage ich mich doch, wie haben Hundehalter, bevor die Schleppleine zum Allheilmittel für jagende oder pubertär gehörlose Hunde wurde, es geschafft diese zu erziehen?

    Ich habe in Otto einen zur Zeit nur in 7 von 10 Fällen auf Rückruf gehorchenden Hund. In den drei übrigen Fällen gehe ich hin und entschuldige mich für den heranstürmenden Lausebengel.

    Ich habe nun keine Jagdhunde, aber auch die hier im Wald ausgeführten Jagdhunde, haben es angesichts der ausgeprägten Wildschweinpopulation sein gelassen :D

    Gaby und ihre schweren Jungs

  • Zitat

    ......... Gehen wir mal von einem 70kg Neufundländer aus. Den kann man doch im Leben auch nicht halten an einer Schleppleine. Da fliegt man eher selber hinterher oder die Leine reißt.

    Das stimmt wohl! :smile: Der Idealfall ist ja auch, du übst mit einem Welpen UND Schleppleine..., dann sollte es klappen mit dem Abrufen, bevor die Schwergewichte sich entwickelt haben.... :D

  • Moin,

    ich halte auch nichts von Schleppleinen.... da bin ich ehrlich. Vielleicht auch, weil ich einen Hund habe, der supergut hört und arbeitet, wenn er an der Schlepp ist und der durchstartet und macht was er will, wenn sie nicht dran ist..... das hatte Malik nach zwei Übungstagen raus und ich musste mir etwas einfallen lassen, um ihm zu zeigen,das es auch ohne Schlepp besser ist, zu tun, was Chefin so will.

    Ansonsten, mein Diego startet voll durch, ob mit oder ohne Schlepp und mir sind die vielen Meter da einfach zu schwierig zu handeln. Wenn 20 kg in die Leine rasen und an Speed gewinnen, je länger diese ist, ist jeder Fullstart eine Tortur. Also, kurze Leine fertig aus.

    Ich glaube auch, das Hunde an der Schlepp ebenfalls ziehen müssen, wie an einer langen Flexi.... das am Boden schleifen, mal im Kraut verwickeln oder um einen Pfahl legen ist auch nicht anders, als ein leichter Zug bei Flexi-Leinen. Meine unterscheiden da sehr gut..... "nicht ziehen" ist ein gebräuchliches Kommando, das beide gut kennen und umsetzen.

    Vielleicht ist das ganze einfach Typabhängig, vom Temperament des betreffenden Hundes...... für meine Beiden ist die Schlepp einfach nix.... zumal ich auch keine Lust habe, immer mit Handschuhen unterwegs zu sein.

    LG Sundri

  • Zitat

    Das stimmt wohl! :smile: Der Idealfall ist ja auch, du übst mit einem Welpen UND Schleppleine..., dann sollte es klappen mit dem Abrufen, bevor die Schwergewichte sich entwickelt haben.... :D

    Im Prinzip schon, wenn da nicht zwischendurch das Ding mit der Pubertät wär.

    Und da ist der süße kleine Junghund, der wunderbar gehorcht hat und der darum auch gar keine Schleppleine brauchte, ein gehörloser 70 kg Braten :lol:

    Gaby und ihre schweren Jungs

  • Nee danke :D wir haben das Problem ja auch zum Glück nicht mehr. Ich wollte damit nur sagen, dass 50 Kilo machbar sind ;) zumindest für mich und ich kein Schwergewicht.Und ich rede von einem 20 Meter Sprint :)

  • Zitat

    Anna, magst Du mal den durchstartenden, jetzt 72 kg wiegenden Otto halten?

    Das mag dir gelingen, wenn er einen halben Meter entfernt ist, da geht das mit Technik. Setzt ein Hund mit diesem Gewicht auf 5 m Entfernung zum Spurt an, bist Du ohne Chance. Es reißt dich unweigerlich um.

    Und wenn ich tag täglich sehe, wie leichte Hunde - Labrador, Gold. Retriever, Boxer u. ä., versucht werden an der Schlepp am wegsprinten zu hindern, werde ich weiterhin darin bestätigt, daß das nicht der Weisheit letzter Schluß ist.

    Da flattert meist ein Frauchen schreiend eine gewisse Zeit hinterher, dann geht die Hand auf und Hund auf und davon oder es wird mit geradezu grotesk anmutenden Ausfallschritten versucht auf das Ende der Leine zu treten. Mit übrigens ebenso wenig Erfolg.

    Hach, das hast du schön beschrieben :lol:
    Ja, ich musste mich gestern früh auch erst wieder an nem Baum festhalten, weil Herr Hund irgendwo
    in 5 Metern Höhe ein Eichhörnchen gesehen hat und ich einfach nicht mehr stoppen konnte auf der feuchten Wiese ...keine Chance :nein: ...und der war nicht mal an der Schlepp, sondern an der kurzen 2 m-Leine. Da fällt mir gerade ein ...mir graust es schon wieder vorm Winter :muede:

  • Schleppleine war und ist mein Lieblings-Trainingsmittel. Mit einem erwachsenen Tierschutz-Hund, vermutlich einem Mischling aus zwei Jagdrassen (Dackel & Jack Russel) plus Jagderfahrung war das der einzige gewaltfreie Weg um überhaupt irgendeinen Rückruf aufzubauen.

    Lotta wiegt nur 9 Kilo und ich habe eine dünne 10m-Biothane-Schlepp mit kleinem Karabiner. Lotta daran zu halten war nie ein Problem, wobei sie vom Typ her auch nicht der große In-die-Leine-Bratzer ist. Ich glaub sie hing zweimal drin. Um den Hund zu schonen verwende ich die Schlepp auch ausschließlich am Geschirr. Ja, besonders in Herbst und Winter ist auch Biothane dreckig und nass, aber viel besser als Gurtband. Ich habe dann auch eine Weile Handschuhe getragen.

    Mittlerweile nutze ich die Schlepp noch in unbekanntem Gebiet oder wenn ich weiß, dass Wildbegegnungen zu erwarten sind und ich Lotta trotzdem ein gewisses Maß an Bewegungsfreiheit bieten möchte. Wir brauchen sie vielleicht noch ein, zwei Mal im Monat. Oder im Urlaub. Oder oder oder. Ich bin froh, sie zu haben. Sehr gut angelegtes Geld.

  • ich wär die erste die ihrem Hund die Schlepp ersparen würde, aber mein 6 Monate alter Junghund zeigt mir dermassen die Mittelkralle, dass ich keine Wahl habe. Ich kann ihn abrufen, wenn er auf dem Weg ist zu anderen Hunden, ich kann ihn aus dem Spiel von anderen Hunden abrufen, er ist supertoll.. das einzige was er momentan nicht macht, er kommt nicht näher ran als 1-2 m, weil meine Nähe immer Leine bedeuten könnte, vermeidet er meine Nähe. Und das systematisch, egal was ich an Futter dabei habe, ob ich ein Spielzeug habe. Er ist da sehr eigen, sehr sturr und bis jetzt hab ich keine Chance ihn zu mir zu bekommen ohne Schlepp. Mit Schlepp klappt der Abruf übrigens mit Vorsitzen, aber ohne.. aktuell keine Chance, deswegen nur mit Schlepp für die letzten Meter

  • Hat jemand der Schleppleinen-Gegner eine Tipp für mich?

    Shelby (DSH, 2,5 Jahre) meint momentan auch öfters, seine Löffel wären nur zur Deko da....
    Mittlerweile gehts ohne Schlepp gar nicht mehr aus dem Haus...

    Er weiß was "komm" heißt, nur überhört er es SEHR oft... (vor 1 Monat klappte es noch recht gut :roll: )
    Jemand einen Tipp, wie ich ihm das möglichst Leckerchenfrei wieder eintrichtern kann?
    Auf monatelanges SL-Training habe ich echt im Moment gar keine Lust... ;)

  • Ich glaube, niemand, der sie nicht bräuchte, würde die Schleppleine aus reinem Spass benutzen.

    Aber ich habe sie als gutes Hilfmittel kennengelernt und deshalb immer gern genutzt, einfach weil sie uns ganz viel geholfen hat.
    Zum Beispiel in 3Jahren knüppelhartem Antijagdtraining, die es meinem Setterkind heute ermöglichen, in absoluter Freiheit durch die Gegend zu stratzen, weil sie sich bei der Sichtung von Wild (ich red jetzt mal nicht von Katzen :ops: ) setzt - ein klares Zeichen für mich, hinzugehen und sie anzuleinen, zu loben, zu loben, etc.

    Lebenslangen Leinenknast an 'ner 2m-Leine oder noch besser Flexileine für engagierte Jäger oder nichthörende HUnde gibt es oft genug, weil manche Leute zu bequem sind, sich mit der dreckigen SL abzugeben und gegebenenfalls auch mal einen Ausfallschritt in den Matsch zu machen.
    Dass der HUnd mit vollem Karacho sein ganzes Gewicht in die Leine schmeißt, kommt ja eher selten vor, aber was wäre, wenn es die Schleppleine gerade dann nicht gäbe?
    Ab, dem Reh hinterher?
    Los zu einem anderen, vielleicht unverträglichen Hund?
    Dabei eine Strasse oder einen schußbereiten Jäger kreuzen ist für den Hund sicher ungesünder als ein harter Ruck, weil ja noch die SL mit Frauchen hintendran hängt...

    Und auch jetzt wieder ist die SL im Einsatz bei mir - bei einem Strassenhund, der 3Jahre seinen eigenen Weg ging und vom Menschen nur Prügel und Gebrüll kannte.
    In den 4Wochen bei mir hat er zwar Vertrauen gefasst, ja, aber bis man so einem Hund sicheren Rückruf verständlich gemacht hat, dauert es einfach. Ihn frei laufen zu lassen und Rückruf auf gut Glück zu üben, wäre unverantwortlich.

    Und weil hier immer von nicht halten können gesprochen wird: einen 1,5jährigen dicken Schweizer mit knapp 60kg hält man auch nicht, wenn die Leine nur 2meter lang ist... :D

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