Sinn und Unsinn der Schleppleine (oder Leine allgemein)
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Gast63805 -
24. September 2012 um 13:19
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Ich bin ja kein so großer Freund der Schleppleine, glaube aber, dass das einfach daran liegt, dass ich den Sinn und Zweck einer Schleppleine nicht sehe. Ich mag wirklich niemanden verurteilen oder angreifen und auch keine Diskussion anzetteln.So einigen Haltern würde eine Schleppleine mal gut tun, nämlich solchen Tut-Nixen, die sich nicht abrufen lassen und auf jeden anderen Hund zustürmen

Hier war die Schlepp dran, um den Rückruf zu üben, den Hund lesen zu lernen (wie zeigt er Wild an, wann ist er noch mit was ansprechbar etc.), und das eben so abgesichert, dass zum einen nichts passieren kann und ich zum anderen auch die Kommandos durchsetzen kann.
Rückruf positiv aufbauen selbstverständlich schon, aber wie soll man das denn machen, ohne lange Leine (= Schlepp)? Man muss ja mal draußen üben. Nicht alle haben ihren Hund von Welpen an
Wenn man seinen Hund an der Schlepp nicht halten kann, muss man sich halt was überlegen. Ich könnte nen 70kg Hund auch an einer normalen Leine nicht halten.

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Rückruf "gewaltsam" einfordern - wie hört sich das denn an?!
Mit Rückruf einfordern meine ich persönlich: Rufen, Maya reagiert nicht, LEICHT mit der Leine zuppeln, Maya reagiert nicht, langsam (!) und sachte (!) die ersten Zentimeter zu mir rüber ziehen. Ohne Gewalt oder Gefahr für den Hund! Und wenn er da ist, gibt's Lob und Leckerli und er ist der beste, der Hund!
Anscheinend hast du noch nicht wirklich mit einem jagenden Hund zu tun gehabt, der vielleicht in seiner Vergangenheit darauf angewiesen war sich selbst zu ernähren? Denn dann wüsstest du, mit dem 08/15 Rückruftraining (also erst zuhause, dann Garten, dann immer unbekannter) klappt's nicht immer. Und eine ständige 2-3m "Leinenknast" wäre für den Hund bestimmt auch nicht das Wahre, oder?
Und nein, wenn man mit der Schleppleine richtig (!) umzugehen weiß - dazu zählt vor allem Reaktion und richtige Körperhaltung - ist es nicht so leicht dich umzuschmeißen. Und wenn es passiert.. hauptsache nicht loslassen, so hört Hund schneller wieder auf zu rennen
Wobei ein 70kg Neufi jemanden auch an einer 2m Leine zu Fall bringen kann. -
Aber was heißt denn "gewaltsam durchsetzen" jetzt in deiner Auffassung? Auch hier, das ist nicht kritisierend gemeint. Darum etwas ausgeweiteter:
Natürich baue ich den Rückruf so gut, positiv und langfristig auf, wie ich kann. Aber irgendwann kommt der Punkt an dem ich das, was zB zuhause sicher klappt, auch mal auf dem Gehweg vor dem Haus austesten muss. Und wenn das sicher klappt, dann auch an dem Punkt, an dem der Hund beim Spazierengehen irgendwo schnüffelt. So, ich glaube es sei sicher, den nächsten Schritt zu wagen weil der vorhergehende 100%ig klappt, gebe brav mein Kommando und... nix passiert. Dann ist es doch besser, den Hund ranzuholen (schließlich habe ich ihm das Kommando gegeben, und ich muss ja nicht mit brutaler Gewalt am Hund herumreißen), als ihm das durchgehen zu lassen, oder nicht?
Es ist ein zusätzlicher Sicherheitsaspekt.Außerdem glaube ich, wie einige Vorschreiberinnen, eben sehr an den psychologischen Effekt auch auf den Halter. Wer ruhiger ist, weil er sich sicherer fühlt, der kann seine Kommandos auch entspannter(=ähnlicher denen in der reinen Trainingssituation) geben.
Eine Schleppleine kann selbsterständlich eingesetzt werden wie eine "Kette" beim Kettenhund (=bis hierhin, und nicht weiter); mit unterschiedlich gutem Effekt, wie du ja selbst schon sagst (wenn 30+kg durchstarten braucht man festen Stand und mega-gute Karabiner. Und Glück.).
Aber ich denke, sie wird hier nur selten als Dauerlösung für extreme Jagdsäue gesehen, und auch nicht unbedingt als Sicherheitsgurt/ferngesteuerter Fallschirm für potentielle Selbstmörder, sondern als Hilfsmittel für's Training. Selbst an der Schlepp will ja keiner, dass der Hund durchstartet wenn er ein Kaninchen sieht. Und den Fall, dass man mit der Schlepp die besagten 30+ kg plus 10m Anlauf stoppen muss, der soll ja trotz der Leine gar nicht eintreten. Kann man oft zwar nicht verhindern, aber man macht die ja nicht dran mit dem Gedanken, dass der Hund da bei jedem Spaziergang 3 mal voll reinrasselt. Stattdessen wird man ja trotzdem versuchen, den Hund rechtzeitig aus Gefahrensituationen rauszuholen.So eine Schleppleine bietet ja unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten, wenn man so will.
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Und den Rückruf "gewaltsam" durchsetzen? ist es nicht sinnvoller das positiv aufzubauen? Sich interessant machen, loben, locken, etc.? Erst in gewohnter Umgebung, zu Hause, dann unter Ablenkung, etc.?
klar, ich steh immer mit Bockwürstchen da, wenn mein Hund jagen möchte und erkläre dem, dass er die Würstchen bekommt, ohne jagen zu müssen
und was mache ich, bis der Hund es verstanden hat?
ich selbst hab die Schleppleine nicht zum Zuppeln, verfehlt bei mir den Sinn
aber notfalls kann ich den Hund halt halten, wenn er los will -
Na ja, das mit dem Halten ist aber in der Tat ein Problem ...ich halte meinen Hund auch oft nicht, wenn er in die Schlepp reinschießt von 0 auf 100 und der wiegt nur 30 kg :/ Selbst mein Göga, der wahrlich nicht schwach gebaut ist, hat da oft so seine Probleme, ihn zu halten ...vor allem, wenn es ohne jede Vorankündigung passiert

Kommt natürlich auch drauf an, wieviel Meter er rennen kann, bevor die Leine zu Ende ist. Nach 2 Metern ist er natürlich noch längst nicht so schnell und hat nicht soooo viel Gewalt wie nach 10 oder 20 Metern. -
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naja, meine Dame hat nur 19kg, aber wir haben eine 20m Schleppleine
theoretisch könnte sie also in 40m rein rennenaber ganz ehrlich, dazu müsste sie an mir vorbei und ich sollte in der Lage sein, meinen Hund zu blocken
sonst sinds halt nur 20maber im Normalfall rennt sie da nicht rein, die Leine ist nur eine Absicherung, aber kein Stopper
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Kommt natürlich auch drauf an, wieviel Meter er rennen kann, bevor die Leine zu Ende ist. Nach 2 Metern ist er natürlich noch längst nicht so schnell und hat nicht soooo viel Gewalt wie nach 10 oder 20 Metern.
das finde ich übrigens nen ganz wichtigen Punkt. Es ist nämlich ganz bestimmt was ganz anderes, ob 30, 40 oder 50kg an ner 2m Leine ziehen oder erst mal 10-20m Anlauf nehmen kann. Und wo hier ja ständig so darauf gepocht wird dass dies und das schlecht für den Hund ist: gesund ist das sicherlich auch nicht.
Ich kann allerdings schon verstehen, dass man so ne Leine als eine Art Sicherheit benutzt und warum nicht, wenn sie nicht stört. Ich mag se nicht und ich brauch se nicht, aber das muss man ja nicht verallgemeinern. -
Mhm, wir verwenden die Schleppleine wie oben genannt - als zusätzliche Absicherung. Da hier viele Straßen sind und mein Hund ja nicht urplötzlich 100%ig hört (und bedauerlicherweise auch nicht mit Impulskontrolle und Engelsgeduld auf die Welt kam), trainieren wir mit der Schleppleine, aus purer Vorsicht. So kann ich auch während der Übungen mal mit einem Bällchen belohnen, ohne dass ich lediglich 2,50m werfen kann - oder etwas verstecken und tingel meinem Hund nicht exakt hinterher, während er sucht.

Ganz generell kann man zwar sicherlich ab einem bestimmten Gewicht den Hund nicht mehr halten (das wird dann ja bereits bei normalen Leinen schwer - obwohl wir bei unserem Bernersennen auch nicht die Probleme hatten, man gewöhnt sich eine gewisse Haltung an oder hat im Zweifelsfalle einen Baum in der Nähe - und: Mein Hund muss ja erstmal 20m durchstarten, im Normalfall habe ich ihn vorher daran gehindert. ;)), allerdings hat man zwischen den Extremen (hört 100% und hört gar nicht) eben die Möglichkeit einzugreifen. Also sacht zupfen, falls der Hund sich dreimal überlegt, ob er nun wirklich zurückkommen will oder nicht - eben zum trainieren des Rückrufs, außerhalb der eigenen 4-Wände und über einen üblichen 2-3m Leinenradius hinaus.
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wir haben kein Jagdproblem und mein Hund haut auch nicht einfach so auf doof mal ab. Und trotzdem brauchen wir öfter die Schleppleine, auch wenn es mich ankotzt wie sonst noch was....
Ich hab den Rückruf wirklich bilderbuchmäßig aufgebaut, ich bin NIE NIE NIE ohne Leckerlis, Spielis und weißderkuckuckwas aus dem Haus gegangen, hab mich immer interessant gemacht, mit ihm gespielt, geübt, ihn ausschließlich draußen gefüttert (für kleine Übungen usw.) und trotzdem hat mein Hund mir gerne mal den Stinkefinger gezeigt, wenn ein fremder Hund in Sichtweite kam. Er ist immer wieder durchgestartet, wollte spielen. Tja, dann wurde ich leicht nervös und war innerlich sauer, wenn er dann doch mal wieder kam, mein Hund hat das gemerkt und was hat sich entwickelt - ein astreines Meideverhalten
Jo, er meidet MICH *Glückwunsch, super hinbekommen!* Wir habens eigentlich ganz gut im Griff (nach 4 (!) Jahren Training), aber es gibt Tage, da trauen wir uns anscheinend gegenseitig nicht über den Weg. Da läuft mein Hund beim Gassigehen 10 m vor oder hinter mir, ich rufe ihn 9 X zu mir, er kommt auch, beim 10. Mal glotzt er mich an wie ein Auto und kommt NICHT, und zwar im Sinne von gar nicht, also überhaupt nicht! Ich darf ihn dann ewig betteln, damit er sich wieder zu mir traut (obwohl ich echt nichts gemacht hab), das dauerte früher teilweise eine geschlagene Stunde, mittlerweile vielleicht noch 10 Minuten. Ist immer schön peinlich und extrem unangenehm, wenn mans mal eilig hat. Daher benötigen wir ab und an die Schleppleine, damit wir immer wieder zueinander finden 
eigentlich ist er ein Hund, der immer in der Nähe bleibt. Er interessiert sich auch gar nicht mehr so für fremde Hunde, jedenfalls will er schon lange nicht mehr spielen... Er jagt absolut nicht und theoretisch bräuchte er wohl zu 90 % gar keine Leine. Der Gehorsam sitzt zu 80 %. Aber die restlichen 20 %, wenn er mal wieder irgendwas missversteht und meint, er dürfte sich jetzt nicht zu mir hertrauen (jaja, ich bin eine ganz schlimme Hexe, die niemals lieb zu ihrem Hund ist), die sind leider sehr schwerwiegend... Und dazu hat es nur sehr sehr wenige Verknüpfungen im Junghundealter benötigt.
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Für uns war die Schleppleine gut! Wenn sie auch nervig und dreckig ist!!!
Sam hat dadurch gelernt
1. In diesem Radius um mich herum darfst du dich nach Lust und Laune bewegen, aber entferne dich nicht zu weit von mir und achte auf mich
2. Wenn ich rufe musst du kommen! Das kann man an der Schleppleine halt immer wieder durchsetzen und Hund lernt im besten Fall, wenn ich nicht komme sammelt die mich eh ein.Ich muss aber auch gestehen, dass es oft ätzend ist! Obwohl wir das ganze langsam und vernünftig aufgebaut haben lag ich manchmal im Dreck.
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