Verängstigte, scheue Hündin

  • Das mit dem Zaun möchte ich Dir auch nochmal ans Herz legen.... Sie weiss ja nicht, dass sie ein tolles neues Zuhause bekommt, für sie ist es erst mal nur der Verlust eines vertrauten Platzes und ihres Rudels, Du mußt also damit rechnen, dasss sie versucht, dorthin zurück zu kommen, koste es was es wolle. Hunde können locker über 1.80m klettern und passen durch kleinste Löcher :omg:
    Vielleicht solltest Du für die erste Zeit ein gutes, sicheres Geschirr ummachen und daran ein 1m dünnes Band als Mini-Schlepp, damit Du sie ggf auch greifen kannst, ohne sie bedrängen zu müssen.
    Viel Glück und Spass mit der Maus, Du schaffst das schon!!

  • Hallo,

    ich muss auch sagen, dass ich es toll finde wenn die Kleine bei Dir einzieht.
    Ebenso bin ich der Meinung, dass sie zwar Rückzugsmöglichkeiten haben soll und sie keinesfalls bedrängt werden darf, aber sich dennoch nicht vollständig entziehen können sollte.

    So hat sie die Möglichkeit Dich zu beobachten und festzustellen, dass Du ihr gar nichts tust und Du keine Notiz von ihr nimmst.
    Manche Angsthunde verziehen sich in den hintersten Teil des Gartens und man bekommt sie kaum zu Gesicht und sie einen auch nicht. Sie haben oftmals gar nicht den Drang sich dem Menschen anzuschließen und ziehen die Einsamkeit vor wenn man sie denn lässt.

    Wenn man so wie HundoderKatze geschrieben vorgeht (Wohzimmer, Küche, Flur und kleiner Teil vom Garten), haben sie Rückzugsmöglichkeiten, müssen aber dennoch an dem was um sie herum geschieht teilhaben.

    Das hat auch nichts mit aufzwingen zu tun, sondern lediglich damit dem Hund nicht die Möglichkeit zu geben sich völlig zu entziehen. Es ist klar, dass man auf so einen Hund nicht zugeht und ihn bedrängt.
    Die Hündin ist 7 Monate alt und kennt gar nichts.

    Wegen des Futters:
    ich würde auf Erwachsenenfutter umstellen, denn das Welpenfutter könnte sie zu schnell wachsen lassen und dann kann es Probleme geben. Ihr Körper ist eine so gute Versorgung nicht gewohnt.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg mit der Kleinen und wirklich gute Nerven und noch viel, viel mehr Geduld.
    Berichte doch mal wie es gelaufen ist wenn die Kleine heute bei Dir einzieht.

  • So Ihr Lieben,

    zuerst mal vielen lieben Dank für Eure Antworten bzgl. Futter.

    Nun zum Lagebericht:

    Die Treffen waren gut und Mademoiselle Julchen hat auch brav Futter angenommen. War richtig schön :)

    Gestern kam sie dann um 14h zu Hause an und lag gleich mal 2 Stunden nur im Flur herum ohne sich viel zu bewegen oder irgendeinen Raum zu erkunden. Nach den beiden Stunden schnappte ich sie dann (sie ließ sich ohne Probleme von mir tragen) und brachte sie in den Garten, weil sonst würde sie glaub' ich immer noch im Flur liegen.
    Den Garten hat sie dann recht selbstbewusst erkundet und ich zog mich auf mein Liegebett zurück und las, damit sie ihre Ruhe hat. (Klarerweise immer nach dem Hund blinzelnd, damit ich sie im Auge habe) Nach einer Stunde hörte ich ein leises "Platsch" und wie ich gucken geh, was sie denn gerade macht, sehe ich, dass sie mit dem Popo auf einem Wacholder sitzt und mit den Vorderpfoten im Teich steht. Nachdem ich mir nicht sicher war, ob sie jetzt Probleme mit dem Rückzug der Pfoten aus dem Teich hat, dachte ich mir dummerweise, ich helfe ihr. War ein echt blöder Gedanke, da sie dann quer durchs Wasser im Schilf Zuflucht suchte und dort liegend - klarerweise mit dem Bauchi im Wasser - gute 1,5 bis 2 Stunden zubrachte und ich schon Angst hatte, sie käme dort nie wieder raus. Keine Bockwurst, nix half. Also blieb mir nur eines übrig (wollte auch nicht, dass sie in dem gegen Abend doch kühlerem Wasser eine Unterleibsverkühlung bekommt) - Hund rausholen - ich kämpfte mich durchs Schilf, Julchen gerade noch am Schlawittchen packend und brachte das Schwergewicht dann schlussendlich Göttin sei Dank dort raus. Es tat mir auch leid für sie, aber es ging nicht anders, weil ich konnte und wollte sie nicht, dann die ganze Nacht dort drinnen liegen lassen. Ab da war sie mir dann nimmer so zugetan, was ich aber verstand, sondern sie zog sich in den hinteren Bereich des Gartens zwischen die Bäume und Gebüsche zurück und wollte scheinbar dort übernachten.

    Nach einer weiteren Stunde Ruhe von dem bösen Frauchen, trug ich sie ins Haus und schloss die Terassentür, machte ihr Futterschüsseln voll und ließ sie wieder in Frieden, nahm keinerlei Notiz von ihr und ließ sie das tun, wonach ihr war. (Die Arme, ich weiß eh, die ganze Aufregung mit Übersiedlung und dann noch so ein Erlebnis :fear: )

    Julchen fand die Stimmen und Bilder, die da aus dem TV kamen, sehr interessant und ich glaub, das hat sie auch wieder ein bisserl abgelenkt von den ganzen Erlebnissen. Sie lag bzw. liegt immer noch in einem Bereich des Wohnzimmers, wo sie eine leichte Vertiefung nach hinten hat (also Wand nach hinten) rechts in die Küche gucken kann und auf der anderen Seite das Sofa ist, also guter, idealer Rückzugspunkt, wo man alles überblicken kann, und nicht zu viele Seiten offen sind, dass man nicht zu angreifbar ist (da zeigt sich natürlich die Verunsicherung - ich hoffe, in zwei Jahren traut sie sich dann auch einmal mitten im Zimmer zu liegen, ohne, dass sie Angst hat, dass ihr jemand etwas tut). Irgendwann obsiegte der Hunger (Fütterungszeit in der Pension war immer 18h, also ideal, dass sie Hunger hatte und sich in Richtung Küche machen musste - waren eh nur 1,5m bis sie vor der vollen Schüssel stand) Als Erstes wurde ein tiefes, schön angehäuftes tiefes Teller mit Suppengrün gekochtem Rindfleisch verputzt und dann eine Schüssel Trockenfutter. Dann fand noch eine in kleine Stückchen von der Hand gefütterte Bockwurst in den Magen des armen Mäuschens.

    Nachdem der erste große Hunger gestillt war, habe ich das Rindfleischteller und die Trockenfutterschüssel erneut gefüllt und habe dann meinen müden Körper in den ersten Stock ins Schlafzimmer bewegt, aber alle Türen offen, falls sie nachgucken will, was da oben noch ist, oder damit ich sie höre, falls sie raus will oder muss oder irgendwas anderes anstellt. Ist ja immerhin ein junger Hund, könnte neugierig sein und gucken, was so auf den Küchenkästchen rumsteht oder sich an der TV-Fernbedienung zu schaffen machen ^^. Aber die Maus war erledigt - 4 Stunden absolute Totenstille. Dann habe ich ein leises Tapsen vernommen und etwas später das Bällchen rollen gehört. Daraufhin bin ich kurz wieder runter (irgendwann muss man nachts auch zur Toillette) und da zeigten sich ihre "Wachhundqualitäten" ^^. Ich war auf der Hälfte der Treppe angekommen, hörte ich ein lautes Bellen und Knurren, wie wenn ich einen 50kg Rottweiler im Wohnzimmer sitzen hätte. Bin dann mit den Worten: ist ja schon gut, Mäuschen - weiter runter und ins Zimmer, wo sie dann zwar immer noch knurrte, aber nach einem nochmaligen Beschwichtigungsversuch und dem Erblicken von dem bösen Ungeheuer-Fraudi, war dann Ruhe. Die große Überraschung kam dann in der Küche - wieder sämtliches Futter geleert. Die kleine Maus war sowas von hungrig scheinbar - ganz dickes Bauchi hatte :D . Nachdem alles in Ordnung war und ich sah, es geht ihr gut, bin ich wieder hoch und hab dann wie sie auch wieder eingeschlafen.

    Heute früh war ich dann schon etwas klüger und habe auf der Hälfte der Treppe schon Laut gegeben, dass sie sich drauf einstellen kann, dass ich es bin. Große Überraschung, als ich unten ankam - kein Lacki, kein Hauferl, ganz toll. Die kleine Maus war soooo brav. Nach Öffnen der Terrassentür ist sie dann nach 10 Minuten in den Garten hat alles erledigt und kam wieder rein, seitdem liegt sie bis auf 2x kleinere Portionen (heute früh und Mittag) in ihrem Schlupfwinkel und genießt das Hundeleben.

    Das Einzige was mir auch aufgefallen ist bis jetzt - wenn sie keine Stimme hört und ich komme vom Garten über die Terrassenstufen hoch, bellt und knurrt sie, aber auch hört, wenn ich sie anrede relativ schnell auf. Und einmal kam ich gerade wie sie am fressen war, da hat sie auch geknurrt, aber ich glaube, das rührt daher, dass sie sich wohl im Rudel als Mädchen und Zarteste unter den beiden Rüden ihr Futter hart erkämpfen hat müssen (von der Zeit wo sie noch in Ungarn war - ganz zu schweigen). Jetzt bekommt pro Tag 3x kleinere Portionen, weil es sieht aus, als würde sie einfach alles in sich reinstopfen wollen, weil sie der Ansicht ist, lieber gleich verputzen, denn wer weiß, wann es wieder was gibt :)

    Bockwurststückchen und getrockene Pansen nahm sie heute auch wieder aus der Hand an, nur es scheint ihr zu heiß zu sein, um in den Garten zu gehen.

    So das waren so die ersten Stunden mit Julchen (bis auf den einen groben Fehler, den ich mit meiner Rettungsaktion gemacht habe, schlagen wir uns recht gut - glaub ich zumindest - aber ich hör auch gerne bzw lese auch gerne, Eure Meinungen dazu)

    lg Wabun

    PS: Große Freude - jetzt nachdem ich mit Tippen fertig war, merkte ich wieder einmal, dass eine Wauzeline da ist. Huiiiiii, kann die Maus furzen und stinken unterm träumen. Jetzt wurde ihr der Gestank scheinbar selbst zuviel, denn sie ist gerade in den Garten gegangen :lol: Und außerdem, ganz stolz verkünde - nicht nur, dass sie über Nacht stubenrein sein gelernt hat, konnte mein gescheites Mäderl auch gleich beim ersten Mal heut früh die 4 Stufen (sowas kannte sie noch nicht) runter und rauf in den Garten gehen. *mit stolzgeschwellter-Fraudi-Brust verkünde*

  • SUPER! SUPER! SUPER!

    Ich freu mich ja so mit dir, dass das alles so gut anläuft!
    Und mach dir wegen der Rettungsaktion keinen Kopf, da hat Julchen bestimmt schon schlimmeres erlebt!
    Was sein muss, muss halt sein!

  • Ach wie schön, dass es geklappt hat und Jule einziehen durfte. Ich freue mich wirklich gaaaanz doll mit Euch und bin sehr gespannt auf ihren / Euren weiteren Werdegang.
    Die Teichaktion wird sie Dir sicher ganz schnell verzeihen.
    Ach Mensch, es ist einfach so toll, dass so ein Hund eine Chance bekommt...

  • Hallo ihr Lieben,

    und wieder ist ein Tag ins Land gezogen. Julchen hat heute Nacht wieder sehr brav überstanden, ohne irgendwelche Hinterlassenschaften und Mademoiselle getraute sich während der Dunkelheit sogar auf das Sofa.

    Leider musste ich heute die Dame der TO anrufen, damit sie vorbei sieht, da die Maus am 24.7. kastriert wurde und mir gestern auffiel, dass sie immer noch drei verknotete Fäden am Bauch hatte, die schon sehr hart waren . Die Nachfrage bei der TA brachte nicht ans Licht, ob jene wie immer selbstauflösende Fäden oder doch starre nahm (sie war sich nicht mehr sicher) und so kam die nette Dame von der TO vorbei und zupfte ihr diese.

    Was uns ein bisserl Sorge auch bereitet ist, dass da darunter so ein Hubbel ist, wie wenn es entzündet wäre, aber ich hoffe, das geht jetzt mit dem Bepanthen plus eincremen wieder weg. Wenn es sich länger hält, als bis Ende der Woche, muss ich das arme Julchen zum TA bringen, damit die sich mal ansieht, ob ich mit meiner Rettungsaktion vllt einen Nabelbruch verursacht habe (ich habe keine Ahnung, ob das möglich wäre, aber ich bilde mir ein, dass die Kastrationsnarbe cirka auf Höhe des Nabels liegt - so in etwa wo ich den Nabel meiner alten Hündin in Erinnerung habe) Will Julchen da nicht mehr als nötig in Stress bringen und creme das nur alle 4 Stunden jetzt ein (die Rübe leckt sich die Salbe ab^^) Außerdem rann ihr heut, wie die Dame Fäden zupfen da war, auch das Näschen ein bisschen, aber, da wussten wir auch nicht, ob das jetzt eher durch Stress ist, oder durch eine Verkühlung. Sie niest nicht, sie trinkt nicht vermehrt, als ein Hund trinken würde, bei der Hitze. Außerdem lass ich sie da im abgedunkelten Wohnzimmer liegen, damit es nicht so heiß herinnen wird und sie hechelt aber auch nicht extrem.

    Wobei ich sie sowieso auch irgendwann, wenn sie da etwas entspannter dann ist, zu meiner altbewährten TA führen möchte, um sie anständig durchchecken zu lassen, da heute plötzlich das Thema "Wurm unter der Haut" und höchste Zeit für die nächste Wurmtablette aufkam. Bis jetzt hieß es sie sei gesund, geimpft, kastriert und gechipt und von etwaigen ansteckenden Würmern war keine Rede. Habe dem Julchen heute gleich mal eine Wurmtablette verabreicht, denn die hätte sie schon am 4.8. bekommen sollen (die habe ich vorausschauenderweise mit geschätztem Gewicht, schon vorigen Samstag bei meiner TA besorgt gehabt) :sad2: Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass die Wauzeline keinen bleibenden Schaden hat und meine Schildkröten sich nicht auch noch anstecken. Warte auf eine Mail mit dem genauen Namen dieses Wurmes, weil Internetrecherchen (obwohl ich natürlich schon geguckt habe) machen einen nur ganz plem-plem im Kopf.

    lg Wabun

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