Verängstigte, scheue Hündin

  • Ich finde in der Mitgliederliste keinen Chris, nur einen Christian und von diesem Mitglied gibt es leider keinen Beitrag zu diesem Thema. Meinst Du zufällig @Dermitdem Hund, ist das Chris? :hilfe:

    Edit: Gerade entdeckt, DermitdemHund ist Tom! Bitte wo find ich Chris???

  • Zitat

    Die werde ich auch anfangs zu Fuß oder mit Rad absolvieren, für den Fall, dass ich sie regelmäßiger besuchen darf.

    Werde das heute sicherlich mit dem Pensionsinhaber auch besprechen, weil nachdem dort mehr Hunde sind, dass die Aufregung bei den anderen nicht so groß ist, wenn ich eintrudle. Ich weiß ja noch nicht, wie viele arme Wesen dort sind, die auf eine neue Heimat warten.

    Wenn das nicht so weit von Dir entfernt ist und Du Dir die Zeit nehmen kannst, würde ich wirklich einfach täglich dorthin fahren und jeden Tag ein paar Stunden im gleichen Gehege/Zwinger/Freilauf verbringen. Ich weiß von einer Bekannten, die einen Tierschutzhund aufnahm, der auch in einer Pension lebte, dass sie eine Woche lang täglich in einem separaten Freilauf zusammen mit diesem Hund verbrachte. Erst saß sie nur auf der Wiese, las ein Buch, beachtete den Hund nicht. Dann legte sie Leckerlis neben sich, las weiter, ließ aber auch da den Hund vollkommen in Ruhe, plapperte nur manchmal vor sich hin, damit sich der Hund an ihre Stimmte gewöhnt. An einem Tag nahm sie sich (naja, eigentlich nicht für sich :smile: ) Leberwurstbrot als Snack für Zwischendurch mit und teilte das mit dem Rüden. Dazu streckte sie den Arm weit von sich und hielt das Leberwurstbrot in der Hand. Kurz bevor sie das Gefühl hatte, jetzt fällt der Arm ab ;) , war die Neugier und der Hunger des Hundes stärker und er holte sich seinen Anteil. Für solche Zwecke ist es gut, wenn der Hund in der Pension nicht oder nur wenig gefüttert wird an diesen Tagen. Dieser Hund war jetzt nicht der Angsthund schlechthin, doch diese Woche hat beiden wirklich sehr gut getan und jetzt, nach einem Jahr, weicht er nicht von Frauchen Seite.

  • Ein wichtiger Aspekt bei dieser Sache ist meiner Meinung nach auch der:
    Du wirst (eventuell jahrelang) Liebe, Arbeit, Mühe und auch Kosten in den Hund "reinstecken" und wenn du Pech hast, dann kommt nichts "zurück"!
    An entspanntes Kuscheln auf dem Sofa, einen dich vergötternden Blick nach oben, funktionierender Rückruf, Spaziergang mit Freilauf usw. ist da noch lange nicht zu denken.

    Den Hund zu retten ist ehrenvoll, nur muss sich der "Retter" vorher der Tragweite seines Entschlusses bewusst sein!
    Denn da gebe ich zamikimo Recht, zurückgeben ist in solchen Fällen das wahrscheinlich endgültige aus für das Vertrauen des Hundes und geht gar nicht!

    Auch das mit dem "Ausprobier-Besuch" halt ich für eine schlechte, völlig sinnlose Idee.
    Was wollt ihr da sehen?
    Dass ein verängstigter, verstörter Hund, der bisher nur draußen gelebt hat freudig wedelnd in ein ihm völlig fremdes, ungewohnt riechendes Haus reingeht und sich entspannt umschaut?
    Dass er nicht völlig überfordert ist vom (stressigen)Eingefangenwerden, von ungewohnter Leine/Halsband, der zweiten(!)Autofahrt und fremden (dir!) Menschen?
    Nein, ich glaube ihr werdet nur sehen, dass das so nicht geht!

    Vielleicht könntest du übergangsweise einen "Zwinger" in deinem Garten bauen, um ihm in der ersten Zeit wenigstens etwas gewohnte Freiluftumgebung und Rückzugsmöglichkeit bieten zu können?
    Und dann ex oder hopp!
    Entweder du nimmst dich dieser Aufgabe an (aber ohne Rückfahrkarte!), oder du suchst besser z.B. im Zergportal nach etwas einfacher zu rettenden Notfällen.
    Da gibt es ja haufenweise ebenfalls arme Geschöpfe, mit denen du aber vielleicht einfacher zusammenwachsen kannst!

    Ich wünsch dir viel Kraft für diese schwere Entscheidung!

  • Oh, Gott, SORRY!
    Ich (dummes Schaf!) habe übersehen, dass es Seite 2 bis 4 gibt!!
    Vielleicht sollte ich auch erst einen 2. Kaffee trinken!
    Also nicht böse sein,
    viel Glück heute!

  • Zitat


    Entweder du nimmst dich dieser Aufgabe an (aber ohne Rückfahrkarte!), oder du suchst besser z.B. im Zergportal nach etwas einfacher zu rettenden Notfällen.
    Da gibt es ja haufenweise ebenfalls arme Geschöpfe, mit denen du aber vielleicht einfacher zusammenwachsen kannst!

    Ich wünsch dir viel Kraft für diese schwere Entscheidung!

    Danke Dir, @tüpfels. Ich hätte auch noch die Möglichkeit von einem Tierasyl (ca. 150km weit weg, für welches ich immer spende) ein 12 Wochen altes Rauhaar-Viszla-Mädel zu holen. Aber nachdem zuerst das Thema "Jule" im Raum stand (von den Babies habe ich erst vorgestern erfahren) will ich mir natürlich zuerst auch das verschreckte Wesen ansehen, denn Welpen finden meist schneller einen Platz als eine 8 Monate alte Hündin.

  • Ich war die mit dem Buch :D

    Leckerchen waren bei mir kleine Stücke Harzer Käse und Wiener Würstchen.

    Während ich "las" konnte ich davon naschen und bemerkte das Interesse der beiden Hündinnen.
    Ich schob dann vorsichtig ein paar Stückchen von mir weg, aber noch nicht in ihre Richtung. Es dauerte eigentlich gar nicht mal so lange, da kam die mutigere und holte sich ein Stück.

    Meine beiden Mädels waren 6 Jahre alte Neufundländerinnen, mißhandelt, verwahrlost, die eine aggressiv, die andere voller Angst. 5 Besuche im Tierheim hat es gedauert und ich wurde begrüßt, konnte mit ihnen die erste Runde auf dem Gelände spazieren gehen. Nach 8 Tagen folgten sie mir und stiegen ohne zu zögern ins Auto und ich brachte sie heim.

    Es war nicht leicht mit ihnen, aber am Ende war ich doch froh, Ida und Irma, für die zweite Hälfte ihres Lebens wieder Vertrauen in die Menschen und die Geborgenheit eines Heimes gegeben zu haben.

    Ich hoffe für die junge Hündin und natürlich für dich, daß euch beiden das auch gelingt.

    Gaby und ihre schweren Jungs

  • Hallo,

    habe gerade Deinen Thread entdeckt. Sehr spannend.
    Ich drücke Dir (und natürlich noch mehr der kleinen Angsthündin) für nachhher die Daumen, dass bei beiden ein Funke überspringt.
    Aber erwarte nicht zuviel.
    Ich kümmere mich seit einiger Zeit auch um einen Angsthund, der allerdings durch Misshandlung schwer traumatisiert ist. Leider kann ich ihn nur einmal in der Woche besuchen (er lebt auf einem Tierschutzhof), trotzdem macht er langsam Fortschritte. Anfangs bin ich nicht näher als 3 m an ihn rangekommen. Mittlerwielen nimmt er Wurst aus meiner Hand, wenn ich mich lange völlig bewegungslos hinhocke (was ganz schön anstrengend ist :hust: ) und die Futterhand hinter meinem Rücken ablege.
    Ich warte dann mal gespannt auf Deinen Bericht.

    EDIT:
    Ich habe übrigens so begonnen. Zuerst habe ich mich nur in seinem Gehege hingesetzt. Dann habe ich aber immer wieder mal den Hinsetzort gewechselt, um ihm dei Möglichkeit zu geben, dort intensiv zu schnuppern, wo ich vorher saß. Dort habe ich dann immer auch ein kleines Futtergeschenk hinterlassen.

  • So Ihr Lieben,

    nun bin ich wieder zu Hause - total verliebt in Julchen *Herzchen in den Augen hab*. Falls sie jemand von Euch begutachten möchte http://www.animalife.at/notfaelle/notfaelle.htm - auf dieser Seite ist sie, mit ihrem Bruder Oskar, zu sehen. (Wenn ich mich vor lauter Freude nicht verzählt habe, ist sie die zwölfte von oben)

    Also nun mal von Anfang an:

    Julchen und Oskar befinden sich mit noch einem ganz lieben älteren Rüden in einem ca. 500 qm großen Gehege mit Hundehütten und Blockhaus - geöffnete Türe - das den Dreien ganz allein zur Verfügung steht, mitten im Grünen.
    Als ich das Gehege betreten habe stürmten Oskar und Bellini (so der Name des älteren Rüden) auf mich zu und begrüßten mich ganz freudig und Jule gab Gummi und verzog sich auf eine Anhöhe hinter dem Blockhaus. Aber nicht die Rute eingeklemmt, sondern einfach nur - Fremde - weg von hier :)

    Nachdem ich mich eine Zeit lang mit dem sehr übermütigen mir ständig mit Pfoten (und er hat wie seine Schwester auch, Riesentatzen^^) halb die Nase brach (junges quirliges Ungetüm :D), lugte Jule von da hinten immer herunter und kam nach cirka einer Viertelstunde in größerer Entfernung auch hinzu, legte sich hin und guckte nur.

    Wie von Euch vorgeschlagen, hatte ich eine Dose voll Käse und Fleischwurst bzw. Bockwurst (so glaub ich, nennt Ihr das) in mundgerechte Stücke geschnitten mit und ein großes Glas voll mit Belohnungknöchelein (ca. 1,5 cm groß - ohne Konservierungsstoffe, aus der Apotheke - meine Hündin liebte diese immer über alles), setze mich auf den Boden und nahm alles aus der Tasche. Bevor ich mich es versah, war Oskar dabei, die Dose zu kapern und wollte alles allein verputzen (er ist ja auch sooooooooo niedlich - nur 2 so Riesen - das schaff ich mit meiner Wirbelsäule leider nicht, so gern ich ihn auch haben würde). Der Pensionsbesitzer hat dann, nachdem Oskar mit einem Schnapp gleich mal die halbe Dose Fleischwurst und Käse geleert hat und Bellini gerade auch noch etwas davon ergattern konnte, die beiden Rüden weggetan und dann waren Julchen, Laura (die Lady von Animal Life), der Pensionsbesitzer, mein "Mitbewohner alias Chauffeur" und ich allein im Gehege.

    Wir haben uns unterhalten und Laura und ich saßen am Boden (die beiden Männer standen dann etwas abseits) und Laura und ich begannen mit Futter in Richtung zu werfen, was Jule sehr interessiert verfolgt hat und mit der Nase in der Wiese auf Suche nach den Wurst- Käsestückchen ging. Ich muss dazu sagen, mit Laura verbindet das arme Julchen nicht so gute Erfahrungen, denn immerhin war Laura diejenige, die sie zum Impfen und Kastrieren gefahren hat. Aber die liebe Jule kam trotzdem immer näher und näher, nahm dann sogar von Laura ein Stück aus der Hand und man glaubt es kaum - nach einer guten Stunde, was ich dort so in der Wiese herum saß, (Oskar war dann auch wieder frei laufend um uns herum) näherte sich Jule auch mir auf einen halben Meter und war drauf und dran von mir etwas Futter aus der Hand anzunehmen. Am Liebsten hätte ich vor Freude aufgejauchzt. Nur war in dem Moment ihr Bruder schneller, hat die Situation zerstört und sie hatte das Nachsehen.

    Auf jeden Fall nimmt sie Futter auch von mir an, das ich in ihre Richtung werfe und ich habe nicht den Eindruck, dass sie ein gar so ängstliches Mädel ist, denn immerhin, sah ich ihre Rute keine einzige Minute (und ich war gute zwei Stunden bei ihr im Gehege) eingeklemmt. Im Gegenteil, die trägt sie relativ entspannt nach unten.

    FAZIT: Ich bin in diesen Hund sowas von verliebt und es ist von mir aus gesehen beschlossene Sache, dass sie zu mir ziehen darf. Zum Wochenende werde ich sie natürlich besuchen und bis Montag hat sich Animal Life auch bei meiner TA dann erkundigt, ob es meiner Hündin auch immer gut bei mir ergangen ist (ich finde es toll, dass die mit den TA's auch Rücksprache halten. Hatte aber auch die beiden Impfpässe meiner Hündin mit - denn immerhin wollte ich, dass Laura auch sieht, dass meine Sam immer alle Imfpungen hatte, etc) Ich erwarte auch noch den Anruf von Julchens Patentante am Wochenende (Gaby Jacoby, Schauspielerin, Tochter der Schauspielerin Marika Rökk), die sich angeblich sehr freut, dass jemand mit Haus und Garten dem Julchen einen Familienplatz schenken möchte. Es hat ein paar Bewerber für Jule gegeben, ein paar mit Wohnungen (was für diesen Hund sicher nicht in Frage kommt) und der Rest mit Haus und Garten wollten sie sofort holen und das hat die Tierschutzorganisation aber abgelehnt, eben damit man Jule auch unter Aufsicht im Umgang mit den eventuellen neuen Besitzern sehen kann.

    Und nun kommt es - taaaaaaaaddaaaaaaaa - Montags wird dann Jule (bitte nicht mit mir schimpfen- ich weiß genau worauf ich mich einlasse!!!) bei mir Einzug halten. Sie darf, wenn sie mag, im Garten bleiben (ich hab auch ein gemauertes kleines Häuschen, wo normalerweise die Gartengeräte drinnen stehen - das wird jetzt mal geräumt und mit Steppdecken ausgelegt- für die erste Zeit), und es bleibt aber auch die ganze Nacht über die Terrassentür offen und ich werde im unteren Stockwerk schlafen, denn ich hege die Hoffnung, dass die liebe Maus es sich recht bald überlegen wird und ins Haus übersiedelt. Die Futterspur wird sie schon das Ihre dazu beitragen :pfeif:

    Und nun - ich freu mich auf Eure Meinungen dazu - auch wenn, es Euch vllt doch wieder etwas übereilt vorkommt, aber ich bin mir 100% sicher, sie ist die Richtige für mich, und ich bin die Richtige für sie. Sie hat sich viel Geduld und Liebe zu erwarten.

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