Alpha, Rangordnung, Rudelchef JA ODER NEIN?!
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Siehst Du das wirklich so?
Ich seh das eher wie einen guten Beifahrer, der mir ein "rechts ok" ansagt und ich mich drauf verlassen kann, dass die Straße dann auch frei ist.
Aber der Fahrer bin ich und bleib ich trotzdem. - Vor einem Moment
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Hi,
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Zitat
Jogi, zusammen mit Beaglekumpel auf einer Spur hängen, mit der Kumpeline toben war da schon mit eingerechnet.
Allerdings, der Terrier wird im November acht und sein Interesse an anderen Hunde ist begrenzt.
eine meiner Sitterhündin hat auch keine lust auf andere Hunde. Sie wird hier komplett in Ruhe gelassen, sollte es mal nicht der Fall sein, schnappt sie einmal weg und gut ist es. Ich muss da nicht eingreifen.
Manu, wie ist mit Hinweisen, die uns der Hund liefert... bspw. der Mensch an der Tür, das Fahrrad von hinten, dass wir nicht auf dem Schirm haben, der unagenehme Hund von Nachbars, der noch nicht sichtbar aber für unseren Hund schon via Nase wahrnehmbar ist?
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Zitat
Manu, ja, Du warst gemeint und meine Frage war bzw. ist, wie gehst Du als Chef damit um, wenn Hundi hinweist.
Denn in dem Moment fängt Hund an zu führen und weist auf eine Gefahr hin.
meine Hunde dürfen mir jederzeit was anzeigen und ich beobachte sie gutwie kann ich sie vernünftig führen, wenn ich sie nicht ernst nehme?
Luna darf anschlagen, aber ich nehme mir das Recht heraus, ihr dann zu sagen, dass es jetzt reicht
meine Hunde dürfen mich auf ein Rad von hinten hinweisen und ich sage ihnen dann, was zu tun ist
natürlich dürfen meine Hunde auch mich auf andere Hunde, Wild etc. hinweisen
sie müssen nur die Impulskontrolle besitzen, dem nicht kopflos nachzujagensie sind nicht meine Sklaven, sie dürfen selbst Dinge entscheiden etc., solange ich dem ind er Situation nichts entgegen zu setzen habe
bzw. Hinweise sind teilweise sogar erwünschtdenn auch wenn ich der Gruppenleiter bin, sind wir ein Team
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Ganz egal, ob man das nun Alpha, Rudelchef oder Rangordnung nennt oder lieber als "Team" vermenschlicht, damit's nicht so nach der Knute klingt: Hier ändert das nichts an der Tatsache, daß ich die bin, die den Rahmen setzt, in dem sich mein Hund bewegt - und daß ich es an den individuellen Hund anpasse, wie weit oder eng ich diesen Rahmen stecke.
Bis jetzt hatte ich einen Hund, der von sich aus so anpassungswillig war, daß man da garnichts "stecken" mußte und zwei, deren Situationsintelligenz so hoch war, daß oft ein Blickwechsel reichte. Mit denen hätte ich mich sicher jederzeit als "Team" vorstellen und stolz darauf schwören können ,daß ich mit dem ganzen Alphagedöns nichts am Hut habe.
ABER: es gibt nun mal Hunde, die ganz anders drauf sind, und so einen habe ich jetzt: Wenn ich Fräulein Terrier nicht in einem für sie spürbaren Rahmen von Regeln halte, wenn die Anweisungen nicht ganz klar von mir kommen und notfalls auch durchgesetzt werden, läuft sie nicht nur völlig aus dem Ruder, sondern wird auch deutlich unsicher, weil ihr die Führung fehlt. Ob man das nun Alpha nennt, oder wie auch immer man diese Position umschreibt - ich muß sie hier sehr viel demonstrativer ausfüllen als bei den meisten anderen Hunden, wenn das Zusammenleben nicht den Bach runtergehen soll.
Insofern ist auch das mal wieder individuell verschieden: mal siehst du den Rahmen, mal siehst du ihn eben nicht, weil die Dinge so selbstverständlich laufen - aber daran, daß du ihn setzen und damit eine Hierarchie aufrechterhalten mußt, führt nun mal kein Weg vorbei.
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Der Punkt ist doch, wir sehen Führung, die Chefrolle, den Teamleader dezent anders als jemand, der sich an der Rudel-, Rangordnungs- oder an Dominanztheorie orientiert.
Ähm, Lotouselise, sei mir nicht bös, aber bei "rechts ist frei" würd ich doch lieber hinschauen.
Iwie sehen wir die Hunde anders als die Leutchen der Rang, Rudel oder Sonstwas-Theorie.
Und wie Manu schon schrieb, wir nehmen unsere Hunde ernst.
Auch mit dem Hinweis, dass man nicht souverän führen kann, wenn man seinen Follower nicht ernstnimmt.Anders beim Fahren nach Stadtplan auf dem Schoß des Beifahrers, da muss ich vertrauen oder halt das Navi nehmen.
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Hallo,
interessantes Thema.
Für mich ist das zusammenleben mit Hunden eher ein Verband. Als Rudel bezeichnet man den Zusammenschluß mehrerer Tiere einer Gattung, bei Raubtieren sind das Rudel, bei Kühen oder Pferden z.b nennt man es Herde. Letztlich also nur Begrifflichkeit. Bei mir ist es so, das unser Hund Familienmitglied ist und als solches behandelt wird. Ich nehme meine Verantwortung ihm gegenüber wahr (ähnlich wie bei meinen Kindern). Ich schütze ihn, födere seine Stärken und lasse ihm die Freiheiten die er braucht um selbsbewusst zu sein. Dazu darf er ruhig auch seine eigenen Entscheidungen treffen. Wenn er aber Mist baut, gibt es Ärger.
Die Sache mit der Dominanz ist schwierig. Bei den Tieren ist Dominanz die Fähigkeit zur Führung, das hat ja nichts mit Gewalt zu tun. Es ist eher die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen, die der Situation angemessen sind und dem Wohl und der Erhaltung des Verbandes dienen, und diese auch durchzusetzten zu können, auch wenn es einem in dem Verband temporär schadet oder einschränkt. Zum Beispiel beim Essen: Unser Dicker bettelt immer wieder bei meinem jüngsten Sohn, da er für ihn am leichtesten zu beeinflussen ist, mein Sohn nervt das gewaltig und er fängt dann mitunter an zu kreischen (er ist ADHS Kind und 6 Jahre alt). Ich lege unseren Hund dann kommentarlos an die Leine und er muss auf seinen Platz. Da er sehr hartnäckig sein kann wenn es um was zu fressen geht (eben ein echter Labbi
) wird er angebunden. Ihm passt das überhaupt nicht, aber es ist Ruhe. Genauso auch umgekehrt: Wenn mein jüngster Sohn den Hund ärgert gehe ich dazwischen und schütze den hund indem ich meinen Sohn z.b. auf sein Zimmer schicke. Auch dann ist Ruhe. Meine Entscheidungen sind also unterm Strich zum Wohle aller. Insofern wäre ich dominant.
Zu der Frage nach dem was der Hund mir gibt. Das ist leicht zu beantworten. Er gibt mir ein gutes Gefühl, sein Vertauen und die Möglichkeit mich auf die wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren. Mit anderen Worten: er schenkt mir die Gelassenheit und Kraft die ich im Alltag brauche, denn er ist immer da und respektiert mich wie ich bin.Wenn mein Hund eigene Entscheidungen trifft, sichert er die bei mir ab. Wenn wir auf unserer Runde sind, wartet er an Weggabelungen und schaut mich an um zu sehen ob ich in die gleiche Richtung gehen will. Manchmal nehmen wir den Weg den er "vorschlägt". Wenn er anzeigt (durch bellen z.b.) sichert er sich ebenfalls ab. D.h. er wartet auch da auf eine Entscheidung die ich treffe. Wenn ich dann nachschaue was er anzeigt und das als nicht wichtig erachte, sage ich zu ihm "lass liegen" und gehe weiter. Er respektiert das und geht weiter seiner Wege. Auf diese Weise haben wir beide was davon. Er trifft hier zwar eine Entscheidung, aber überläßt mir letztlich die Durchsetzung. Wenn ich ihn nun bestätige indem ich seine Entscheidung respektiere, zeige ich ihm das auch ich ihm Vertraue, dadurch habe ich einen ausgeglichenen Hund auf den ich mich verlassen kann.
So handhabe ich vieles in unserer HUnd-Mensch Beziehung. Ich vertraue ihm und gleichzeitig zeige ich ihm, das ich die letzte Entscheidung habe und diese notfalls auch durchsetzte.
Aber Dominanz, Rudelführung und all diese Dinge würde ich nicht wortwörtlich auf den Mensch übertragen, da dies im menschlichen Sinne etwas völlig anderes darstellt, sondern in ihrer Bedeutung im Tierreich belassen und sie als das ansehen, was sie dort ist. Nicht mehr und nicht weniger.LG
Andrea -
Zitat
ABER: es gibt nun mal Hunde, die ganz anders drauf sind, und so einen habe ich jetzt: Wenn ich Fräulein Terrier nicht in einem für sie spürbaren Rahmen von Regeln halte, wenn die Anweisungen nicht ganz klar von mir kommen und notfalls auch durchgesetzt werden, läuft sie nicht nur völlig aus dem Ruder, sondern wird auch deutlich unsicher, weil ihr die Führung fehlt. Ob man das nun Alpha nennt, oder wie auch immer man diese Position umschreibt - ich muß sie hier sehr viel demonstrativer ausfüllen als bei den meisten anderen Hunden, wenn das Zusammenleben nicht den Bach runtergehen soll.Das habe ich ja momentan auch und ich muss wirklich sagen, dass ich mich bei dieser Sache mehr als schwer tue, dass noch als Team zu bezeichnen und ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, der Hund hat es immer gut bei mir. Aber es funktioniert nicht anders, weil dieser Hund eben so ist, dass er diesen engen Rahmen braucht. Der eben auch unangenehme Pflichten für mich mit sich bringt.
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ZitatAlles anzeigen
Bloch und Gansloßer sprechen von einem Eltern-Kind-Verhältnis und ich denke da ist
viel dran. So richtig erwachsen im Sinne wie Wölfe erwachsen werden werden unsere
Hunde nicht.
Früher hat man gedacht Hunde sehen im Menschen einen Artgenossen, daher rührt
dann auch die Rudelführertheorie. Das ist aber nicht so, Hunde wissen sehr wohl, dass
Menschen keine Hunde sind. Aus der Wolfsbeobachtung weiß man, dass auch wilde Wölfe
mit anderen Arten, Raben z.B. zusammen leben und es wirklich zu Interaktionen kommt.Der Mensch sollte gegenüber seinem Hund eine Vorbild- oder Fürungsstellung einnehmen,
beruhend auf Lebenserfahrung und Souveränität im Umgang mit Stressituationen. Das
gibt dem Hund die Sicherheit und Geborgenheit die er braucht. Nur regelmäßtig den
Futternapf zu füllen reicht nicht.Super Beitrag, der sich mit meiner Meinung deckt

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leider sind doch fast alle verwendeten Begriffe irgendwie negativ besetzt, wie weiter vorne schon aufgezählt wurde. Auch "Chef" ist gerade in der Hundewelt oft negativ. Du musst der Chef sein, zweige ihm wer der Chef ist...
Nun, ein guter Chef akzeptiert auch andere Meinungen :) er hört zu, was seine Mitarbeiter zu sagen haben, bindet sie mit ein und versucht sie zu motivieren, ihr Bestes zu geben.
Und so reagiere ich auch, wenn mein Hund mir anzeigt; Frauchen, der Hund der da kommt ist nicht sauber. Jetzt könnte ich sagen - halt die Klappe, ich Chef, du nix. Ich kann aber auch sagen - Danke, das hab ich nämlich nicht gesehen. Ich übernehme und regle das. Da kommt dann meine Verantwortung ins Spiel. Die Verantwortung, meinen "Mitarbeiter" gefahrlos durch den Alltag zu führen.
Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass es weniger anstrengend ist, ein "Arschloch-Chef" zu sein und nach der Devise - ich Chef, du nix - zu agieren. Kadavergehorsam und absolute Unterlegenheit. Ich brauche nicht auf Kommunikationssignale zu achten, ich marschiere einfach durch den Alltag, der Andere hat mit zu kommen.
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Klar gibt es eine gewisse Rangordnung, ich bin hier der Chef, von daher stehe ich "höher" als der Hund, der ist also "rangniedriger" als ich. Aber das muss man differenzieren finde ich, da ist ein Unterschied zwischen Wolfs- Hunderudel, oder einer Mensch - Hundebeziehung.
Dem Hund seinen Rang zu zuweisen bedeutet doch nichts anderes, als das der Hund lernt die von uns aufgestellten Regeln zu befolgen.
Autorität und Dominanz stellt man nicht durch aggressives Verhalten, anbrüllen oder gar körperliche Strafen her sondern durch Konsequenz, Einfühlungsvermögen, Respekt, Zuverlässigkeit, Fürsorge und Zuneigung und dadurch das wir uns unserem Hund gegenüber souverän und vertrauenswürdig verhalten.Ein Hund sollte keine willenlose Marionette, sondern ein geschätztes, aktives Mitglied der Familie sein, dem wir durchaus erlauben sollten einen eigenen Charakter auszubilden.
LG Tina
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