Alpha, Rangordnung, Rudelchef JA ODER NEIN?!

  • Zitat

    Nun, ein guter Chef akzeptiert auch andere Meinungen er hört zu, was seine Mitarbeiter zu sagen haben, bindet sie mit ein und versucht sie zu motivieren, ihr Bestes zu geben.

    :gut:
    Stimmt....es gibt solche und solche Scheffes :D

    @Andrea/Muffin1: sehr interessanter Beitrag! Danke!

    Zitat

    Aber es funktioniert nicht anders, weil dieser Hund eben so ist, dass er diesen engen Rahmen braucht. Der eben auch unangenehme Pflichten für mich mit sich bringt.

    Zitat

    ABER: es gibt nun mal Hunde, die ganz anders drauf sind, und so einen habe ich jetzt: Wenn ich Fräulein Terrier nicht in einem für sie spürbaren Rahmen von Regeln halte, wenn die Anweisungen nicht ganz klar von mir kommen und notfalls auch durchgesetzt werden, läuft sie nicht nur völlig aus dem Ruder, sondern wird auch deutlich unsicher, weil ihr die Führung fehlt.

    Danke ihr zwei! Die Individualität des Hundes darf natürlich nicht außer Acht gelassen werden.

    Woran liegt es eigentlich, dass manche Hunde einen engeren Rahmen brauchen als andere?
    Persönlichkeit des Hundes? Rasseeigenschaft? ....

    Bei Jill hat sich der Rahmen im Laufe ihres Lebens immer mehr gelockert.

  • Hmm, gute Frage, Kristine.

    Ich denke, es setzt aus mehreren Komponente zusammen:

    1. die Rasse, manche verzeihen Fehler/ Unsicherheiten besser als andere

    2. Die Persönlichkeit des Hundes

    3. ich selbst und meine Persönlichkeit

  • Sowohl als auch - es gibt Rassen, die darauf gezogen sind, menschlicher Führungen sehr entgegenzukommen, etwa Hütehunde.
    Und es gibt Rassen, die nicht nur auf maximale Selbständigkeit bei der Arbeit selektiert wurden, sondern auch noch darauf, jeden Fehler des Gegners blitzschnell, konsequent und hartnäckig zu nutzen - und das dann noch mehr oder weniger aggressiv.
    Da wären Dackel und Terrier das Paradebeispiel: Die haben es ja ursprünglich nicht mit einem fluffigen Kuschelhäschen zu tun, sondern mit einem gleichstarken, sprichwörtlich schlauen und sogar noch fast gleichartigen Gegner: mit einem Fuchs. Oder, schlimmer noch, mit einem Dachs. Wer mit sowas in einer engen, dunklen Röhre klarkommt, neigt einfach dazu, nicht so schnell nachzugeben wie ein kooperativer Collie.

    Aber auch innerhalb eines Hundetyps sind die Individuen noch total unterschiedlich: Wenn ich meiner ersten Russellhündin auch nur einen Bruchteil des Drucks zugemutet hätte, den meine jetzige regelrecht einfordert, wäre das total schief gegangen. Ebenso, wie es (noch) schief geht, der Jungerwachsenen so viel laisser faire zu gewähren wie ihrer Vorgängerin. In einigen Bereichen klappt es aber schon recht gut, während ich bei anderen wirklich streng sein muß - also sind die Dinge eigentlich ständig im Fluß.

  • Zitat

    leider sind doch fast alle verwendeten Begriffe irgendwie negativ besetzt, wie weiter vorne schon aufgezählt wurde. Auch "Chef" ist gerade in der Hundewelt oft negativ. Du musst der Chef sein, zweige ihm wer der Chef ist...

    Nun, ein guter Chef akzeptiert auch andere Meinungen :) er hört zu, was seine Mitarbeiter zu sagen haben, bindet sie mit ein und versucht sie zu motivieren, ihr Bestes zu geben.

    Und so reagiere ich auch, wenn mein Hund mir anzeigt; Frauchen, der Hund der da kommt ist nicht sauber. Jetzt könnte ich sagen - halt die Klappe, ich Chef, du nix. Ich kann aber auch sagen - Danke, das hab ich nämlich nicht gesehen. Ich übernehme und regle das. Da kommt dann meine Verantwortung ins Spiel. Die Verantwortung, meinen "Mitarbeiter" gefahrlos durch den Alltag zu führen.

    Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass es weniger anstrengend ist, ein "Arschloch-Chef" zu sein und nach der Devise - ich Chef, du nix - zu agieren. Kadavergehorsam und absolute Unterlegenheit. Ich brauche nicht auf Kommunikationssignale zu achten, ich marschiere einfach durch den Alltag, der Andere hat mit zu kommen.

    Kathrin, ich muß mal einfach deinen ganzen Beitrag zitieren, denn so sehe ich das auch.

    Mein Sohn war 8 oder 9 Jahre alt da gab er mir den Spitznamen "Chefin". Ich lachte und fragte ihn wieso. Seine Antwort "Du sagst uns was wir dürfen und was nicht, du bringst uns etwas bei, du kochst für uns, du paßt auf uns auf".

    Fortan war und bin ich die Chefin :D

    Warum sollte ich das nicht auch für meine Hunde sein?

    Ob man sich und seine Hunde nun als Team betrachtet, ist ja eigentlich unwesentlich. Denn jedes gut funktionierende Team hat auch einen Teamleiter. Einen, der den Weg aufzeigt. Wie er das gestaltet, ist auch oftmals dem Team und der jeweiligen Situation geschuldet.

    Strahle ich Autorität aus und gehe mit meinen Hunden (Kindern, anderen Menschen) respektvoll um, wird diese auch gerne anerkannt und angenommen. Einen höheren Rang nehme ich dadurch nicht ein.

    Gegen das Wort Rudelchef habe ich etwas, da es einfach nur falsche Terminologie ist. Meine Hunde sind kein Rudel und ich kein Hund.

    Alpha ist für mich nur der erste Buchstabe des griechischen Alphabets ;)

    Gaby und ihre schweren Jungs

  • Ich musste grad überlegen, als was ich unseren Weiberhaufen bezeichnen würde, konnte aber keinen für mich befriedigenden Begriff finden. Ich habe eindeutig "die Hosen an", ich stelle die Regeln auf, belohne Regeleinhaltung und sanktioniere Regelübertretungen. Ich gebe ein eindeutiges Schema vor, innerhalb dessen sich Cuba und jetzt auch der Malizwerg orientieren können und wo sie auch ihren Freiraum haben. Also wenn man es so sehen will, glaub ich bin ich der Chef, mein Wort ist Gesetz, zum Schutz der Hunde, zum Schutz eines reibungslosen Zusammenlebens und zum Schutz anderer. Dabei bin ich weder despotisch noch brutal oder ungerecht, es gibt ein klares Schwarzweiß-Schema und positiv Erlerntes und Gefestigtes ist immer erste Wahl!

  • Lach, ich hab mir auch schon manches mal die Frage gestellt, was zum Geier bilden wir eigentlich mit den Hunden?

    Iwie kommt es mir vor wie eine Patchwork-Familie mit uns als führende und beschützende Elternteile.

    Nur das eines unserer lieben Kleinen halt ein felliges Exemplar ist.

  • Zitat

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    Woran liegt es eigentlich, dass manche Hunde einen engeren Rahmen brauchen als andere?
    Persönlichkeit des Hundes? Rasseeigenschaft? ....

    Bei Jill hat sich der Rahmen im Laufe ihres Lebens immer mehr gelockert.

    Ja, woran liegt es? Ich habe einen Schäferhund-Mix. Lt. Rassebeschreibung also eigentlich ein Hund, der sehr leichtführig ist, seinem Frauchen immer gefallen möchte und einfach alles macht, weil man es will, nicht weil er zwingend eine externe Motivation braucht (die Arbeit selber ist Belohnung genug). Nirgendwo steht geschrieben, dass diese Hunde trotzdem einen extremen Sturkopf haben können, bei Lucky äußert sich das darin, dass er immer wieder testen wird, ob er nicht doch durchkommt. Und da ist es egal, wie oft und wie sehr negativ man eine Tätigkeit belegt. Ob das bei reinrassigen Schäfern auch so ist oder ob das durch die unbekannte Komponente in seinem Mix kommt, weiß ich nicht.
    Dazu kommt bei ihm noch, dass er durch was-auch-immer-für Gründe extrem unsicher in der Umwelt ist. Das äußert sich aber nicht wie bei einem typischen Angsthund, der dann die Flucht ergreift oder angreift, und auch bestimmte Umweltreize sind nicht angsteinflößend, sondern es ist die Menge an gesammelten Reizen draußen in der Welt, die ihn verunsichert. Und er fühlt sich besser, wenn er etwa 30cm Leine hat und die klare Anweisung hat, diese Leine locker zu lassen. Nicht schnüffeln, nicht gucken, nicht markieren, nein nur Leine locker halten.
    Ebenso fährt er besser damit, ein mega-klares Verbot zu bekommen, was alles andere als nett aufgebaut ist, als dass ich sein Verhalten ignoriere und nur das, was er richtig macht, bestätige.
    Er braucht einfach ganz klar diesen Rahmen und ob das wirklich an der Rasse liegt, wage ich zu bezweifeln.
    Logray ist rassetechnisch ein anderer Typ Hund, einer der selber Entscheidungen trifft, selbstständig agiert und dennoch ist er auf eine Art viel empfänglicher für Mitteilungen die von mir kommen als Lucky das ist.

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