Jagdhunde Welpe mit extremer Spuernase ... Frage dazu

  • HUhu ihr :-)

    Unser "labradormischling" aus Sardinien entpuppt sich eher als waschechter Jagdhund.
    Sie ist insgesamt sehr hibbelig (haben wir zuhause mittlerweile recht gut im Griff und sie kommt nun auf ihre 16 Stunden Schlaf und Ruhe ) und sehr sehr schnell und wach mit den Sinnen und der Nase !

    Sie erinnert mich optisch auch immer mehr an nen weimeraner als nen labbi aber das nur am Rande

    Ich gehe morgens ab und zu in neues Gebiet um ihr so 15 minuten was anderes zu zeigen ... Bietet sich an weil sie sowieso mitkommt wenn ich meine Tochter zur Schule fahre.

    Heute waren wir am Waldrand und sie ist total ausgerastet !
    Die Nase nur hektisch unten, die Pfote staendig in Vorstehhaltung und nur in die Schlepp gerannt - wie im Welpenwahn.

    Hab ich sie rueckgerufen kam sue angepest aber voellig drueber hinaus mit Hochspringen und mich anbellen.

    Also das muessen echt die Gerueche gewesen sein die sie so dermassen haben mal wieder austicken lassen...
    Aber so geht das nicht, ich kam keine 10 meter vorwaerts weil sie nur in die schlepp gerannt ist wie gestoert und ich staendig anhalten musste.

    Habe versucht Blickkontakt zu belohnen und Ruhe reinzubringen ging aber kaum und nach 15 Minuten hab ichs dann auch abgebrochen.

    Uff.

    Soll ich den Wald erstmal meiden ?
    Woanders hat sie zwar auch immer sehr hibbelig die Nase unten und neigt sehr zum ziehen, aber da kommt das was ich uebe wenigstens an.

    Gibts hier jagdhunderfahrene die mir Tips geben koennen ?

    Lg

  • Ich würd so schnell wie möglich versuchen den Jagdtrieb in geordnete Bahnen zu lenken.
    Sprich mit Futterbeutel-Training. Verstecken + Suchen, apportieren usw.
    Fährtensuche würde sich auch anbieten. Vielleicht gibt es ja in der Nähe einen Verein oder eine Hundeschule, wo du das trainieren könntest. Gibt noch sehr viel mehr Möglichkeiten.

    Dein Hund sollte möglichst bald kapieren, dass er nur mit dir zum Ziel kommt und sich Zusammenarbeit lohnt. Ansonsten unbedingt an der Schlepp lassen, damit sie keinen Jagderfolg hat! Da reicht schon hetzen.

    Ab und zu in neues Gebiet finde ich schon sehr sinnig. Da könnte man auch Nasenspielchen machen, damit du die Aufmerksamkeit bekommst.

  • Ok danke schonmal !
    Ich wollte halt einfach gemuetlich ein paar Schritte gehen und ihr was neues zeigen - Pustekuchen :-)

    Werde mal versuchen den Futterdummie einzufuehren ... Am besten erstmdl zuhause im Garten , stimmts ?
    Und Superleckerchen rein ?

    Ich hatte heute frueh nur normales Trofu dabei, vielleicht haette ich sie mit Superleckerchen ( kaese, wurst) besser bei mir gehen lassen koennen ...

    Sie ist halt erst 15 wochen alt und ich bin sehr erstaunt was da zutage kam *gg

  • Nein, ich stell grunsaetzlich keine Bilder von uns ins Netz, muesst mir einfach so glauben * gg
    Bin aber dankbar fuer Tips ... Denn was auch immer sich da auf Sardinien verpaart hat, es waren auf jeden Fall extrem gute sensible Nasen dabei und ich muss jetzt Wege finden das in gute Bahnen zu lenken ...

  • Google mal Jan Nijboer. Der arbeitet sehr viel mit Futterdummy und hat dazu einige Bücher rausgebracht. Ich hab das Natural Dogmanship zuhause und fand das gut, aber für meinen Hund zu übertrieben. Für deinen Hund könnte das genau richtig sein.

    Mit tollen Leckerchen bestechen wir wahrscheinlich bei so nem Jagdtriebigen Hund nur kurz funktionieren. Ich würde das Hauptfutter nur noch daraus geben und so üben.
    Kein Gehorsam, kein Futter. Geht halt sehr über die Abhängigkeitsschiene. Natürlich muss man das auch dem Trainingsstand des Welpen anpassen.

    Noch besser: Guck nach einem Trainer, der Anti-Jagdtraining anbietet. Wenn das Kind erstmal in den Brunnen gefallen ist, wirds nur umso schwerer.

  • Zitat

    Sie ist halt erst 15 wochen alt und ich bin sehr erstaunt was da zutage kam *gg

    In dem Alter würde ich zunächst genau das üben, was Du eigentlich tust: Ruhe bewahren und die Ablenkung so "groß", dass das Hundchen noch ansprechbar ist.

    Auf keinen Fall würde ich jetzt mit einem massiven Gegenprogramm starten. Ich würde alle paar Wochen mal was in dem Bereich antrainieren, in dem Du später arbeiten willst, aber in erster Linie an der Alltagsruhe arbeiten.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Ich stimme Corinna zu. 15 Wochen ist ein recht typisches Alter, wo sich das Umweltinteresse verstärkt insbesondere auch bei geruchlichen Reizen.

    Ich bin mit Splash, der ähnlich drauf war, meist in bekannten Gebieten spazieren gegangen. Im Wald (ausser dem gewohnten und wildfreien Hundewald) war ich selten und nur an wildarmen Ecken. Da kam dann auch die Schlepp dran.

    Es gibt genügend andere Dinge zu entdecken; ich habe dafür gesorgt, dass er dies auch gefahrlos tun konnte an wildfreien Orten, und nicht auf Freilauf verzichten musste. Geübt habe ich vor allem den Rückruf, aber an Orten, wo er das erfolgreich umsetzen konnte. Weil er schon mit 12 Wochen Spuren aufgenommen hat, habe ich mit kleinen Schleppfährten im Garten angefangen, dann im Feld bei wenig Ablenkung. Dies aber nicht täglich, sondern vielleicht 2x pro Woche.

    Mit Futterbeuteltraining zusätzlich wäre er überfordert gewesen und hätte überdreht. Ich habe bei passender Gelegenheit ganz spielerisch Apportieren bestätigt, aber ganz ohne Druck. Das habe ich erst ausgebaut, nachdem die Schleppen (und später Mantrailing) eine solide Basis hatten.

    Ich würde mich für eines entscheiden, und das ruhig und langsam einführen. Bei Rhian war es das Apportieren, weil sie nie spontan Spuren aufgenommen hat. Aber obwohl ihre jagdliche Veranlagung deutlich geringer war, war sie recht lange überfordert mit Apportieren des Futterbeutels in interessanter Umgebung. Und interessant war zeitweilig ALLES.

    Von Futter NUR NOCH gegen Leistung halte ich insbesondere in dem Alter nichts. Das macht höllisch Druck auf den Hund, was einen aufgedrehten Hibbel noch hibbeliger machen kann. Die brauchen einen stabilen, ruhigen Rahmen, und zu dem können regelmässige Mahlzeiten erheblich beitragen.

  • uiuiui
    na, der wird dir freude machen :D
    wenigstens zeigt er dir jetzt schon, was du in zukunft trainieren musst...

    Zitat

    Weil er schon mit 12 Wochen Spuren aufgenommen hat, habe ich mit kleinen Schleppfährten im Garten angefangen, dann im Feld bei wenig Ablenkung. Dies aber nicht täglich, sondern vielleicht 2x pro Woche.

    das würde ich auch machen,
    kleine ruhige suchen, bei denen er seine nase einsetzen kann und
    die erfahrung macht, dass du seine leidenschaft ernst nimmst.
    (meiner meinung nach der wichtigste aspekt des "antijagdtrainings")

    wenn er nicht zu sehr hochfährt und gerne sachen trägt,
    kannst du auch kleine apportierübungen machen-
    einfach bringfreude bestätigen, suchen- bringen, nix werfen.

    ach da hätte ich jetzt richtig spaß dran...

  • Ich empfehle dir dich mal wegen ZOS (Zielobjektsuche), Mantrailing oder Faehrte umzuschauen, damit kannst du das in die richtigen Bahnen lenken.
    Meiner ist seit ich Traile sehr viel besser von Spuren abzubekommen, er ist allerdings, das muss ich zugeben, auch kein Jagdhund. ;)

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