"Das machen die doch unter sich aus"

  • Zitat

    Von solchen Hunden lernt sie ganz sicher kein angemessenes Verhalten. Klar lasse ich sie auch mit den wenigen souveränen Hunden und deren souveränen Haltern zusammen, die wir hier treffen, aber dann fällt dieser böse Satz in der Regel nicht, und die Hunde müssen nichts "klären", wie es landläufig verstanden wird - dann läuft es nämlich auch so.


    :gut: Rischtisch!

  • Ich finde es ist ein ganz schmaler Grad, auf dem man sich da bewegt. Sicher lernen Angsthunde sich nur angemessen zu artikulieren, wenn sie es auch mal ausprobieren dürfen. Jedoch setzt das ein souveränes Gegenüber voraus, von dem sie auch wirklich was lernen können. Da stellt sich die Frage des Eingreifens im Normalfall auch garnicht. Alles andere endet entweder im Fertigmachen des Angsthundes oder in ernsthaften Auseinandersetzungen, woraus er keinesfalls etwas sinnvolles lernen kann... Ich denke, es gibt kein prinzipielles Richtig oder falsch, sondern ist wirklich nur sehr differenziert zu betrachten!

    Man darf auch nicht vergessen, dass (Fremd-)Hunde untereinander kein Rudel sind, nicht mit Wölfen gleichzusetzen sind, von diversen Erfahrungen mit Hunden geprägt worden, viel oder wenig Hundekontakt haben...

    LG Lily und Happy

  • Es gibt genau zwei Hunde, mit denen meine Hündin es sich ausmachen darf.
    Bei allen anderen wird sie genau beobachtet und schnellstmöglich aus der Situation genommen.

    Sie war immer schon inkompetent in der Kommunikation mit anderen Hunden. Sie verstand nicht was die anderen ihr "sagen" wollten und war schlecht sich selbst auszudrücken. Deshalb eskaliert gleich mal was bei ihr.

    Seit wir regelmäßig Kontakt zu wirklich souveränen Hunden haben, die es gewohnt sind im "Rudel" zu leben, wirds immer besser.
    Sie lernt, dass andere Hunde ihre Körpersprache beachten und dementsprechend handeln und auch lernt sie die anderen zu lesen.
    Sie wurde bereits viel souveräner..

  • Pepper war ja immer recht unsicher und die habe ich ganz gezielt mit einem Hund zusammen gebracht. Da war sie so ca. 14 Monate alt, also als der erste Kontakt stattfand. Dieser Rüde ist absolut souverän und hat Pepper einfach machen lassen. Der hat nur die Hunde zurecht gewiesen, die sich bescheuert verhalten haben, weil sie dachten sie wären tierisch wichtig (menschlich gsprochen). Bei unsicheren Hunden hat er sie einfach machen lassen.. Dieser Rüde hat ihr echt arg geholfen :liebhab:

  • Ich habe auch noch eine nette Situation zu dem Thema aus Omas langem Leben.

    Jill ist an der Leine, sie hat Rosenkohl-Tag. Von hinten kommt ein HH mit..ich glaube einem Labbi...der bleibt die ganze Zeit hinter mir, statt einfach zu überholen. Ich schaue mich öfters um.
    Auf einmal brüllt er von hinten: "Jetzt machen sie doch ihren Hund von der Leine. Nur wegen ihnen kann ich jetzt nicht an ihnen vorbei."
    Ich: "Wieso? Gehen sie doch einfach."
    Er:"Na, sie sind doch diejenige mit dem Hund an der Leine. Da müsste ich ja jetzt auch anleinen. Wären die beide ohne Leine, könnten die das unter sich ausmachen."
    "Was sollen die denn unter sich ausmachen?" frage ich.
    Er grummelt sich irgendwas in den Bart, leint seinen Hund an und geht vorbei...

    Abgefahren...die Logik hinter dem Ganzen habe ich bis heute nicht verstanden.

  • Also ich habe gelernt einzugreifen wenn es zu schlimm wird und erwarte das auch in meinem Bekanntenkreis das sie ihre Hunde abrufen wenn ein anderen nur in die Ecke gedrängt wird.

  • ich greife in dem moment ein, in dem unangemessenes verhalten gezeigt wird. dadurch gebe ich meinen hunden die möglichkeit angemessenes verhalten zu erlernen und zu zeigen und zu lernen, was zu weit geht.

    angemessen ist es, einen hund durch drohverhalten inklusive nem abschnapper von ner ressource wegzuschicken. reagiert der andere hund darauf nicht, nehm ich ihn weg. übertreibt der verteidigende hund, geht z.b. ohne warnschnaper einfach mal auf den anderen drauf und will den plattmachen, wird dieser korrigiert.

    ressourcen angemessen zu verteidigen ist doch völlig o.k. übetreiben is da genausowenig drin, wie respektloses "aus-der-schnute-ziehen".

    wegen des aufreitens: es kommt arg auf die situation an.

    1. wenn es beide geil finden (kommt bei kastraten gerne mal vor) und kein schlimmer liebeskommer folgt dürfen sie. wer bin ich, dass ich ihnen vorschreiben sollte, ob sie sich gegensetig berammeln, abschlecken oder weiß-der-geier tun sollen?

    2. im welpenspiel kommt rammeln oft vor (vermischung von funktionskreisen/stressabbau). da greif ich auch nur ein, wenn der spaß nicht beiderseitig ist und der unterlegene hund sich nicht traut, etwas dagegen zu unternehmen.

    3. belästigendes rammeln: wenn der belästigte hund souverän und durchsetzungsfähig ist, greife ich nicht ein. wenn er sich nicht durchsetzen kann/übertreiben würde/angst hat/ ein körperliches leiden hat greife ich definitiv ein und schütze ihn oder den nervling vor sich selbst.

    4. rammeln als dominanzgeste: hier kommt es sehr auf die situation an, aber meistens greife ich ein. gerade das dominanzrammeln wird ja sehr gerne in situationen gezeigt, in denen es kurz vor zwölf ist. wenn beide hunde allerdings wirklich sauber ticken und eine gute beißhemmung haben, können sie es eventuell auch selbst lösen.

    ich kenne in diesem rahmen einige hunde, die nicht viel selbst lösen können und andere, die sehr sozialkompetent sind und deshalb konflikte ohne blutige auseinandersetzungen lösen können.

  • Aufreiten scheint ja ein Dauerbrenner unter Hundehaltern zu sein... :D
    Lucanouk hat ja schon die wichtigsten Gründe aufgezeigt, die zum Aufreiten führen...
    Und ja...man sollte schon unterscheiden können WARUM ein Hund gerade aufreitet...aber warum man das konsequent und immer abbrechen muss weiß ich jetzt auch nicht...ist doch auch einfach eine Komponente des Sozialverhaltens unserer Hunde.
    Ich breche Aufreiten ab wenn der "unterlegene" Hund Abwehrverhalten zeigt oder alle Anzeichen von Unwohlsein und es NICHT schafft das selbst zu regeln.
    Wie bei allen anderen Situationen zwischen Hunden...ist einer sichtlich überfordert unterstütze ich ihn...kriegt er das selber hin lasse ich ihn gewähren und mein langfristiges Ziel ist immer, dass der Hund das irgendwann selber hinkriegt...egal um was es geht!
    Muss man da beim Aufreiten jetzt besonders aufmerksam sein??? =)

  • Ich habe noch nie Aufreiten erlebt, dass so 'kompetent' durchgeführt wurde, dass ich nicht eingreifen musste.
    Selbstredend, dass Welpenverhalten davon ausgeschlossen ist.
    Ich habe Aufreiten bisher nur und ausschließlich als negativ (in Form von belästigend, einschränkend) oder übertrieben (Dauerrammeln, freches Jungspund- Verhalten) erlebt.

    Vielleicht hilft mir ja mal jemand auf die Sprünge: wann ist ein Aufreiten nicht unhöflich und negativ?

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