Welpenspielgruppe - Fluch oder Segen?
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Mein derzeitiger Hund ist bezüglich Artgenossen verhaltensauffällig obwohl ich nach Anraten der Züchterin, Bekannten und auf Empfehlung moderner Literatur regelmäßig zum Welpenspiel ging. Ich holte mir dort Rat und befolgte diesen, obwohl ich oft ein mulmiges Gefühl in der Magengegend hatte was die Anweisungen des Gruppenleiters anbelangte machte ich alles so wie man es mir auftrug.
Eigentlich war ich persönlich der Meinung, dass das alles zu sehr übertrieben ist, aber was tut man nicht alles für seinen Wauzi wenn man alles richtig machen möchte.
Ich hatte vor Jahren schon Hunde mit denen ich nicht zum Welpenspiel ging, weil es das damals noch garnicht gab und die waren nicht so verhaltensauffällig wie der jetztige Hund.
Nun habe ich neulich wieder in der Fachliteratur herumgeblättert und es teilen sich die Meinungen. Ich persönlich würde mit keinem Hund mehr zum Welpenspiel gehen bevor dieser nicht 14 Wochen alt ist und auf mich geprägt ist. Denn das Problem das ich mit meinem derzeitigen Hund habe, ist dass er viel zu sehr auf Hunde als auf Menschen geprägt ist.
Hier bin ich der Meinung kann die Falsche Spielgruppe mehr schaden als nutzen anrichten. Ich würde gerne wissen welche Erfahrungen ihr alle mit Welpenspielgruppen und Prägungstagen gemacht habt, gibt es vielleicht den ein oder anderen der auch negative Erfahrungen gemacht hat?
Ich bitte um eure Meinung und wie seit ihr mit "Folgeproblemen" umgegangen?
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Hallo Sasha,
also ich glaube eher, dass es "hundabhänig" ist, wie intensiv die Ablenkung durch andere Hunde ausfällt.
Eine Bekannte von mir ist z.B. NICHT zur Welpengruppe gegangen und ihr Hund fixiert trotzdem andere Hunde und ist kaum wegzubringen.
Anderes Beispiel: Aufgrund einer Sehnenverletzung ist unsere Sally mit ihren knapp 7 Monaten nun seit über 2 Wochen "aus dem Verkehr gezogen"... will heißen: Sie darf aufgrund der Verletzung zur Zeit nicht spielen... Kontakt zu anderen Hunden: Null
Sobald wir aber einem Hund begegnen, oder sie im Büro ihren "Lover" wittert, rastet sie förmlich aus... mehr denn je!!!!
Nichts und niemand kann das Spiel unter Hunden ersetzen... auch ich kann es nicht, aber ich will es ja auch gar nicht!!! Warum auch??Die Bindung zum Menschen kann in meinen Augen eine Welpengruppe nicht "zerstören". Dazu müsste ich vermutlich 4 x die Woche hingehen und jeweils 4 Stunden dort verbringen.
In meinen Augen ist eines völlig unabhängig von einer Welpengruppe.... Junge Hunde toben für ihr Leben gerne.... der eine mehr, der andere weniger. Und gerade die kleineren Wuffels (Terrier u.ä.) sind zum Teil super aktiv, manche sogar "hyperaktiv".... (wir haben z.B. einen Ball-Junkie im Büro; Manchester Terrier... sobald die einen Ball sieht, ist sie weg/Ohren auf Durchzug).
Wir haben unserer Sally, als wir sie mit 10 Wochen bekamen, knapp 2 Wochen Eingewöhnungszeit gegeben.
Von "Hund abholen und *zack* zur Hundeschule/Welpengruppe" halte ich auch nicht viel... ein paar Tage Ruhe im neuen Zuhause finde ich schon wichtig.
Anschl. sind wir dann zur Welpengruppe gegangen (da war auch der Impfschutz komplett aufgebaut). Dort wurde spielerisch die "Folgschaft" geübt und immer wieder Pausen gemacht, in der die Wuffels miteinander spielen können. Diese Art der Sozialisierung halte ich für wichtig! Denn gerade das Miteinander unter Hunden will auch ein wenig gelernt sein.Liebe Grüße
Angela
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Kann mich der Meinung von Angela66 nur voll und ganz anschließen.

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Ich kann mich auch nur anschließen. Ich bin mit Lucy das erste mal zur Welpenstunde gegangen, als sie 9 Wochen alt war. Sie ist mit 12 Monaten jetzt sehr auf mich fixiert und läuft an fremden Hunden völlig friedlich vorbei (stürmt auch nicht spielen-wollend hin). Ich denke, es hängt auch sehr vom Hund ab. Meine ist fremden Hunden gegenüber immer eher zurückhaltend gewesen. Ich habe deshalb versucht, viel positiven Kontakt zu anderen Hunden zu schaffen (und das fängt ja in der Welpenstunde an). Mitlerweile findet sie fremde Hunde zwar immer noch nicht super, läuft aber fröhlich-friedlich dran vorbei.
Was genau stört dich denn an deiner Welpenstunde oder was denkst du, hat sie bei deinem Hund zum negativen gewendet?
Ich würde generell möglichst viel indirekten Kontakt zu anderen Hunden suchen. Also deinen Hund nicht ermutigen oder ähnliches mit fremden Kontakt aufzunehmen, aber ihm zeigen, dass es gar nicht schlimm ist, an fremden Hunden vorbei zu laufen. Sowas kann man auch in privaten Trainingsgruppen oder bei Leinen-Treffen üben.
Oder habe ich dein Problem falsch verstanden? -
ok dann hattet ihr mit euerer Welpenspielgruppe mehr glück als ich, denn zum einen war mein Wauzi als er in die Gruppe kam der kleinste und der jüngste und wurde von den anderen ständig terroriesiert als ich ihn raushemen wollte aus der Situation in der er ständig überfordert war wurde ich vom Übungsleiter davon abgehalten mit den Worten, lassen sie das der regelt das schon von allein. So wurde ich auch dazu angehalten, dass wenn der Hund bei mir Schutz suchen möchte mich von Ihm weg zu bewegen.
Auch mein Hund wurde schließlich älter und größer und fing an dann die neuen kleineren zu terrorisieren und darauf hin griff der Übungsleiter ein und wurde jedes mal grob mit meinem Hund d. h. mein Hund wurde i. sogenannten Alphawurf zu Boden geworfen und festgehalten wobei er ständig angefangen hat zu beißen. Auch ich wurde angehalten meinen "Dominantaggresiven" Welpen wann immer er dieses Verhalten zeigt zu Boden zu werfen. Das hatte zur folge, dass ich von meinem Hund mit 4 Monaten so gebissen wurde, dass ich die Wunde vom Arzt versorgen lassen musste.
Nein ich bin nicht auf die Idee gekommen eine andere Hundeschule zu besuchen, denn es bot sich alternativ in meiner Nähe keine weitere Möglichkeit und zum SV wollte ich nicht.
Obwohl ich mich immer unwohl fühlte und ich der Meinung bin, dass die Erfahrungen die ich hier nur Auszugsweise schildere nicht dazu beigetragen haben Vertrauen und eine gute Bindung aufzubauen. Heute bin ich der Meinung das ich eine schlechte Hundemama war. Deshalb würde mich auch interessieren ob es wie gesagt Leute gibt die ähnlich schlechte Erfahrung gemacht haben.
Danke für euere Antworten, mir ist bewußt, dass wenn man in eine gute HS geht und das Welpenspiel strukturiert aufgebaut ist so etwas wahrscheinlich nicht passiert.
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Hallo
Eine kompetent geführte Welpenspielgruppe ist schon sinnvoll,
hier müssen allerdings kompetente Leute sein, welche diese Kurse leiten
Hat man ein ungutes Gefühl, wie z.B. von Sasha beschrieben, dann sollte man nicht weiter dorthin gehen, sowas kommt kaum gut
So nach dem Motto = wenns nicht stimmt für mich, dann bin ich am falschen Ort
was ich auch noch wichtig finde:
die Welpen sollten nach Alter und Grösse getrennt sein,
Grosse Rassen eine Gruppe, Kleine Rassen eine Gruppe
dann sollten auch nicht 5 Monate alte Welpen, mit 12 Wochen alten in der gleichen Gruppe seindies mal jetzt nur das Wichtigste aus meiner Sicht

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Ein gut geführte Welpengruppe ist eine gute Sache. Da kann ich mich LOVE DOGS nur anschliessen. Das einzige was ich nicht befürworte ist das trennen nach Größen.
Kleine HUnde sollen die Möglichkeit bekommen mit großen zu lernen und umgekehrt. Allerdings müssen für so eine Zusammenstellung die Gruppen sehr klein sein, meiner Meinung nach gehören in eine Welpengruppe, getrennt nach Alter nicht mehr als max. 5-6 Hunde PRO TRAINER.
Dann kann man auch sehr gut kleine und große Rassen vereinen.Sinn der Welpengruppe soll auch nicht sein, dass die Kleinen nur spiele, sondern kleine Gehorsamsübungen werden eingebaut sowie Gerätetraining usw.
Dann ist eine Welpengruppe sinnvoll.
Hier gibt es aber auch mehrere Schulen wo es so aussieht:
20-30 Welpen kleine und große, 8 Wochen bis schätzungsweise 5-6 Monate alle zusammen in einem Areal von 3500 qm (also eingreifen extrem schwierig) und dann ... ALLE Leute stehen ausserhalb des Platzes quatschen und trinken Kaffee... incl. 1 Trainers.
Sprich wenn nun irgendwas passiert, dann muss man die Tür öffnen und bis zu 3500 qm überqueren bis man eingeifen kann ...
DAS IST ABSOLUT DANEBEN.
Also Welpengruppe ja wenn
- nach Alter getrennt
- sehr kleine Gruppen
- 1 Trainer pro 5 Hunde
- und ALLE Leute auf dem Platz
- Einführung in kleine Gehorsamsübungen
- Reizgewöhnung
- Gerätetraining
- usw. -
weil ich das Thema und die Fragestellung sehr interessant finde (haben zZ im Bekanntenkreis die gleiche Fragestellung) *schubs* ich das Thema mal hoch

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Zitat
Auch mein Hund wurde schließlich älter und größer und fing an dann die neuen kleineren zu terrorisieren und darauf hin griff der Übungsleiter ein und wurde jedes mal grob mit meinem Hund d. h. mein Hund wurde i. sogenannten Alphawurf zu Boden geworfen und festgehalten wobei er ständig angefangen hat zu beißen. Auch ich wurde angehalten meinen "Dominantaggresiven" Welpen wann immer er dieses Verhalten zeigt zu Boden zu werfen. Das hatte zur folge, dass ich von meinem Hund mit 4 Monaten so gebissen wurde, dass ich die Wunde vom Arzt versorgen lassen musste.Spätestens dann sollte man das Ganze kritisch betrachten... eine solche Welpengruppe ist bestimmt nicht gut für die Entwicklung des Welpen.
EDIT:
hoppla, das Thema ist ja schon etwas älter..Allgemein finde ich eine Welpenspielgruppe vernünftig, nirgends sonst trifft man soviele Welpen mit verschiedenen Charakteren und Größen
Allerdings sollte der Trainer auch etwas Verstand besitzen...VG
Stefanie -
Hallo Sasha,
mir erging es ähnlich wie Dir! Mein Hundi (ein kleinerer Mix - keiner weiß genau was da alles so dabei ist) ist total wild auf andere Hunde und ein entspanntes Vorbeigehen ist im Leben nicht drin.
Die Geschichte: Ich bin auch mit 10 Wochen ab in die Hundeschule. Da sie mein erster Welpe ist, dachte ich, da hole ich mir kompetente Beratung. Von wegen! Sie ist auf andere Hunde auch total wild und hat auch echt ein wildes Spiel mit ihnen. Das mag nicht jeder Hund. Sie beißt nicht oder ist böse, nein, aber total wild. Und wenn sie einen anderen Hund sieht, bin ich Luft.
Mir wurde auch gesagt, wenn sie nicht hört, muß ich ihr übers Maul greifen und wenn es dann immer noch nicht klappt, dann auf den Rücken legen und am Hals locker fixieren, damit sie sich unterwirft. Sie unterwirft sich aber nicht.
Ich bat auch um einige Theoriestunden, da man sooo viele Fragen hat, die in der Übungsstunde nie alle beantwortet werden können. Weil wir ja mit den Hunden was machen sollen und die kurze Zeit wo sie spielen nie alle Fragen beantwortet werden können. Aber darauf ist gar niemand eingegangen.
Die Shiva ist mit dem Rückenlegen immer sturer geworden und hat fast gar nix mehr gemacht. Zuhause kläfft sie wie wahnsinnig wenn jemand kommt und wenn wir spazieren gehen knurrt und kläfft sie alle Leute an.
Ich denke, das ist echt so ein Überbleibsel aus meinem Fehlverhalten, das ich in der HS gelehrt bekommen habe.Am Anfang fand ich es echt gut dort, aber je öfters wir hin sind, desto mehr habe ich so eine innere Abneigung verspürt. Auf meine Fragen bekam ich nie eine konkrete Antwort. Und ich wurde dadurch immer unsicherer und mein Hund auch.
Jetzt habe ich uns bei einer anderen Schule angemeldet und hoffe, daß ich hier noch einiges lernen kann. Natürlich ist meine Angst - wie auch Deine - daß ich das alles wieder hinbekomme. Sie ist jetzt 10 Monate alt und unsere Bindung ist nicht gerade toll finde ich. Natürlich immer wieder angeknackst durch die vielen vielen Fehlhandlungen von mir.
Klar kommt es auch auf den Hund an, aber wenn der HH das Vertrauen immer wieder zerstört. Und mich macht das sooo ärgerlich, weil ich sooo viel gelesen habe und ja extra deshalb weil ich alles richtig machen wollte, gleich zur Welpenstunde gegangen bin, und genau das Gegenteil habe ich erreicht. :kopfwand:
Ich und Shiva haben jetzt noch ne Menge Arbeit vor uns. Kann es kaum erwarten mit kompetenten Personen zusammenzuarbeiten. Und ich hoffe, ich habe in der jetzigen Hundeschule solche gefunden. Der Theorieabend hörte sich auf jeden Fall echt gut an. - Vor einem Moment
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