Wer braucht eine Hundeschule?

  • Ich verstehe die Aussage einfach mal weniger als Provokation, sondern als sehr straff formulierte Umschreibung der Realität, dass Hundeausbildung nun auch kein kompliziertes Hexenwerk sein muss, das nur von studierten Hundlern zu bewältigen wäre.....

    Normal sozial kompetente Menschen, die sich die Empathie für andere Lebewesen bewahrt haben und grundlegende Vorstellungen davon haben, wie ein Mensch-Hund-Team sich in der Menschenwelt präsentieren sollte, werden nicht unbedingt eine Hundeschule benötigen.

    Dennoch finde ich, dass fast jeder von einer wirklich guten Hundeschule/Trainer profitieren kann - denn es schadet doch grundsätzlich nie, mit Gleichgesinnten was zusammen zu machen, sich spielerisch mit anderen Mensch-Hunde-Teams zu messen, eine regelmäßige innere-Schweinehund-Überwindung durch feste HuSchu-Zeiten zu haben, um ganz konzentriert, losgelöst vom Alltagskram mit dem Hund zu arbeiten, methodenmäßig mal über den Tellerrand zu schauen, ein sicheres Trainingsgelände zu haben, sich auszutauschen und Feedback bei Erfolgen und kleineren Mißerfolgen zu haben.

    Ich jedenfalls fühle mich durch die Aussage nicht angegriffen, obwohl ich auch mit dem mittlerweile 8. Hund noch gelegentlich einen Hundetrainer zu Rate ziehe....ich für mich, sehe das einfach so, dass man, egal, wie gut man in einem Spezialgebiet ist, immer von Feedback profitieren kann. Abgesehen davon lernt man im Umgang mit den Vierbeinern, nicht nur Hunden, mit jedem neuen Vierbeiner immer wieder was dazu.

    LG, Chris

  • Haj,
    .
    ich komme gerade mit unserem Hund aus der Hundeschule :smile: . Haben gerade eine nette Stunde Agility in lustiger Truppe verbracht. Gebraucht? Nö. Wir hätten auch zur Auslastung noch eine Runde ins Feld gehen können (wir heute früh), doch es hat Spaß gemacht und nebenbei hatten wir die Gelegenheit zu üben, daß Casmir trotz fremden Hunden brav neben mir zu warten hat.
    .
    Wir haben uns für die Hundeschule entschieden, damit Casmir mit möglichst vielen Hunden in Kontakt kommt. Den Grundgehorsam haben wir hauptsächlich Zuhause gelernt (er ist da auch ein pflegeleichter Kandidat ... äh, okay trotzdem dürfen wir uns über die Pubertätsphase "freuen"), in der Hundeschule haben wir jedoch die Möglichkeit unter Ablenkung (andere Hunde!) zu trainieren.
    Ach ja, und wir sind uns auch nicht zu schade, Tips und Tricks der Trainer anzunehmen ;) .
    .
    VG Bianca

  • Zitat

    Hallo Ihr!
    Ich möchte mal eure Meinung zur Aussage einer Hundetrainerin im
    Rahmen eines Seminars, die mich irgendwie beschäftigt:

    "Hundeerziehung ist so was von einfach. Hundeschulen brauchen nur
    Menschen die auch sonst im Leben nicht klar kommen."

    Böse, oder ist was wahres dran?

    pfui... BÖSE:::: :lachtot:


    ne, bei vielen ist es schlicht Unwissenheit. :)

    Das Schlimme ist, dass grade viele, die es eigentlich NÖTIG hätten, nicht den Weg zum Trainer finden.

    ich bin ja der Meinung, man sollte sich Trainer bzw. Hundeschule leisten, BEVOR das Tier versaut ist und Verhaltensauffälligkeiten zeigt :D

  • Ich find die Aussage zwar provokant, aber nicht von der Hand zu weisen.

    Fakt ist, dass sich immer mehr Menschen mit ihren alltäglichen Dingen überfordert fühlen.

    Der technische Fortschritt schreitet voran, Grenzen sind aufgehoben, das Internet macht alles möglich, da wissen viele nicht mehr wo vorn und wo hinten ist, was wichtig ist und was weniger wichtig ist.
    Beziehungen finden oft virtuell statt, reale Konflikte werden nicht mehr ausgetragen , dafür gibts ja SMS.

    Nur ein paar Beispiele.

    Bauchgefühl, Selbstsicherheit , das alles muss wieder " gelernt " werden.

  • Wir haben eine sehr sehr liebe kleine Fußhupe, die im Alltag kaum Probleme bereitet und immer freundlich ist.
    Dennoch gehen wir in die Hundeschule oder nehmen mal ne Einzelstunde, damit sie

    1. Kontakt zu großen Hunden bekommt und merkt, dass diese sie nicht fressen wollen.
    2. Selbstvertrauen bekommt.
    3. wir Tipps und Denkanstöße (z.B. das "Warten" aufbauen) bekommen, welche uns bei kleinen Problemen sehr weiterhelfen.

    Wir sind in der Hundeschule wohl mit Abstand das unkomplizierteste Team, aber ich denke, dass auch einem kleinen Hund eine Hundeschule nicht schadet und zudem haben wir viel Spaß dabei.

    Unser Patenhund aus dem TH geht auch mit und hier sehen wir wie wichtig es ist, dass sie z.B. Kontakt zu anderen Menschen bekommt, dass sie lernt an der Leine und "bei Fuß" zu laufen oder einfach in Alltagsstituationen (Kinderwagen kommt vorbei, Leute begrüßen usw.) weniger ängstlich zu sein. Auch ihr machts sehr viel Spaß, obwohl auch sie kein Hund ist, der irgendwie böse oder agressiv auf Mensch oder Tier reagiert...ich denke, die meisten Leute würden mit ihr auch keine Hundeschule besuchen.

  • Also ich würde es so sagen:

    Hundeschule ist mit Sicherheit kein Muss um einen Hund gut zu erziehen und sozial, souverän und kompetent zu "bekommen".
    Aber wenn es eine gute Hundeschule ist, kann man Denkanstöße bekommen, lernen verhalten besser einzuschätzen und lernt unter Anleitung das miteinander mit anderen Hunden und HH.
    Dazu knüpft man Kontakte und lernt vielleicht so tolle zukünftige Spielkumpels kennen und hat nachher einen Ansprechpartner für eventuellen Hundesport.

    Ich war in keiner Hundeschule, weil ich mich von meinem Partner (7.ter Hund :roll: ) hab belatschern lassen.
    Ich bereue es iwie, auch wenn ich nicht weiß ob ich einen gute huschu gefunden hätte und ob es was "gebracht" hätte.

    Ich hab nun Probleme bei hundebegegnungen, die es eventuell auch mit huschu gegeben hätte....und der besuchte Trainer war halt ein Griff ins Klo...

    Man kann es nicht pauschalisieren, ob sollte, hätte, würde...aber bei ner guten huschu sicherlich keine schlechte Sache! ;-)

  • Bei der Aussage hätte ich sie gefragt, ob sie immer so respektvoll von Kunden spricht...

    Ich gehe in die Hundeschule, weil ich dem Hund zu Hause keinen Physilityparcours bieten kann und Dinge wie Mantrailing etc. gern unter Anleitung lerne. Außerdem kann es nicht schaden, wenn einem ab und zu jemand auf die Finger schaut ;)

  • Eine Hundetrainerin, die ihre Kunden verhöhnt - das ist ja nett...

    Ich gehe schon lange in keine Hundeschule mehr. Kalle und Lilo habe ich weitestgehend alleine erzogen/ausgebildet und halt den Übungsbetrieb im Verein für die BH-Vorbereitung genutzt.
    Trotzdem finde ich Hundeschulen eine prima Einrichtung. Gerade unerfahrene Hundehalter bekommen dort eine Menge Anleitung und können sich austauschen.

  • Mein Hund ist mein erster, hab ihn jetzt seit einem 3/4 Jahr und selbst Wachhund-Führer bescheinigen mir, das ich gut mit dem Hund umgehe, erziehe und behandle. Und er hatte mehr als eine Macke am Anfang.

    Nichtsdestotrotz werde ich mit ihm in die Hundeschule gehen, nicht für den Hund sondern für mich. Warum soll ich Tips und Tricks erfahrener Hundehalter ignorieren? Ich muss den Umgang mit meinem Hund lernen, nicht der Hund den Umgang mit mir, das schafft er ganz alleine.

    Klar ginge das auch ohne HuSchu aber warum soll ich unser gemeinsames Leben unnötig schwer und kompliziert machen?

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