Der Aussie-Klönschnack Thread - Teil 2

  • mh, also unseren ersten Familienhund bekamen wir ja als ich 3 war, aber er war eben der Hund meines Vaters. Plüschis zogen als Familienhunde ein, da war ich 15. Verantwortungs- und pflichtbewusst war ich durch die Reiterei schon immer, aber für die Plüschis habe ich erst so mit 17/18 angefangen Verantwortung zu übernehmen.

    Ich finde es gut wenn Kinder und Jugendliche die Chance bekommen sich um ein Tier zu kümmern, aber ich finde es wichtig, dass das nicht die Zukunftsplanung bestimmt. Sprich man muss als Eltern eben bereit sein einzuspringen wenn das Kind ins Ausland möchte, weiter weg studieren, usw.
    Von daher finde ich es dann schon etwas schwierig, wenn der Hund "nur" dem Kind/Jugendlichen gehört.

  • ... aber ich finde es wichtig, dass das nicht die Zukunftsplanung bestimmt.

    Nix gegen dich :smile: , ich greif das nur mal so stellvertretend raus, weil das Argument ja auch häufiger von Eltern kommt – dass man mit einem Hund zu festgelegt oder "angebunden" ist.

    Ich versteh das immer nicht so richtig; in dem Alter (15-18 Jahre) muss man doch als junger Mensch so viele Entscheidungen treffen, deren Tragweite man nur schlecht abschätzen kann und die u.U. das eigene Leben über Jahre hinaus beeinflussen – Wie viel lerne ich für die Schule? Wie wichtig ist mir meine Abschlussnote? Will ich eine Ausbildung machen oder studieren? In welchem Bereich/welches Fach? Will ich ausziehen oder zu Hause wohnen bleiben? Ist es mir wichtiger in der Nähe meines Freundeskreises zu bleiben oder will ich richtig weit weg? Kann eine Fernbeziehung funktionieren? ... usw. usf.

    Bei so vielen Dinge, die die Zunkunftsplanung bestimmen, finde ich einen eigenen Hund wirklich kein großes "Hindernis" mehr. Das ist bestimmt subjektiv für jeden noch mal ein bisschen anders (wenn ich wüsste, dass ich beispielsweise ein Studium mit ständigen, ewig langen Labortagen anstrebe, dann würde ich entweder mit dem Hund noch warten oder gucken, dass er ein netter, einfacher Vertreter ist, der kein Problem mit regelmäßiger Fremdbetreuung hat), aber diese 'Leg dich bloß nicht fest und verbau dir keine Chancen, Kind!'-Einstellung, die manche Eltern haben, finde ich (im Extrem gedacht) ein bisschen gruselig...

    Und aus eigener Erfahrung: Natürlich hat Shawnee meine Lebensplanung mitbestimmt. Für mein Freiwilligenjahr nach der Schule kamen halt nur Stellen in Frage, zu denen ich den Hund mitnehmen konnte. Und im Studium habe ich bei jedem Umzug länger für die Wohnungssuche gebraucht, weil ich halt nicht einfach im Studentenwohnheim unterkomme. Aber wegen solchem kleinen organisatorischen Mehraufwand verzichte ich doch nicht auf meinen Hund, wenn ich das nicht will. :smile:

  • Ich glaube, wenn die ganze Familie einem Hund gegenüber positiv eingestellt ist und für den Fall, dass das Kind / der Teenager sich doch nicht, wie erwartet um den Hund kümmern kann (z.B. bei Auszug oder unerwartetem Verlust des Interesses), die Eltern diesen Part übernehmen, dann kann es absolut richtig sein, einem Kind den Hundewunsch zu ermöglichen.

    Wenn ich weiß, dass mein Kind verantwortungsbewusst mit dem Hund umgehen wird und dass der Hund auch zum Kind passt (z.B. Größe, Gewicht), dann dürfte ein Kind mehr Zeit für einen Hund haben, als mancher Erwachsene. Wann hat man schon Arbeitszeiten ohne Überstunden, ist am Nachmittag zu Hause und hat recht ausgedehnte arbeitsfreie Zeiten?

    Da die Untergrenze beim Alter in manchen Bundesländern vom Gesetzgeber mehr oder minder geregelt wird, bekommen die ganz Kleinen doch sicher keinen Hund als eigenen Hund. Die Fragen sehe ich eher ein paar Jahre nach der Anschaffung auf die Familien zukommen.

    Wird der Hund mit in ein neues Heim ziehen können?
    Wird die Ausbildungszeit / Studienzeit die Betreuung überhaupt zulassen?
    Werden die Eltern in der Zeit nach dem Auszug ggf. auch mit den Kosten für das Tier weiterhelfen?
    Was geschieht, wenn der Hund sich in der neuen Umgebung nicht wohl fühlt?

  • @pardalisa

    Also mit 15 habe ich mir mein zukünftiges Leben noch ganz anders vorgestellt, als es tatsächlich gekommen ist (zumindest bis jetzt mit 21^^). Gerade Berufs- und Studienvorstellungen änderten sich ständig.

    Mir geht es dann vor allem um die Kinder, welche dann vielleicht doch nach der Schule nach Australien wollen. Klar gehört es auch ein stückweit zu der Verantwortung Hund dazu, auf bestimmte Dinge zu verzichten, aber die Frage ist, ob das gut ist.
    Ist es das richtige, wenn das Kind nicht das studiert was es vielleicht studieren möchte, nur weil das mit einem Hund nicht vereinbar ist? Ich mein, ein Hund lebt im besten Fall um die 15 Jahre lang. Und dann? Dann ist es meistens zu spät um den Rückwärtsgang einzuschalten und man steht doof da.
    Man kann natürlich auch Glück haben, dass der gewünschte Lebensweg auch zum Leben als Hundehalter passt, keine Frage!

    Ich meinte das eher so: "wenn ich meinen Kindern erlaube früh einen Hund zu haben, dann nur wenn ich bei sowas (Studium, Auslandsjahr, Job, whatever) zur Not einspringen kann damit das Kind nicht etwas tut, was es sein Leben lang vllt bereuen wird"

  • Zur Not hätte ich meine Eltern vielleicht mit Hund zurücklassen können, aber perfekt wäre das sicherlich nicht gewesen. Ich glaube nicht, dass der Hund dann noch viel erlebt hätte ;) Das hatte ich aber auch einfach nie vor!

    Ich habe hingegen tatsächlich vieles nach dem Hund ausgerichtet. Bin für das Studium nicht weggezogen, mache Praktika usw. auch eher in der Nähe. Mir ist der Hund aber auch einfach extrem wichtig. Ich habe viele Interessen und kann mich für verschiedene Dinge begeistern. Dass es mir möglich ist mein großes Interesse (Informatik + Design) genau hier auszuleben ist großes Glück! Ich plane jedenfalls so, dass der Hund immer mit mir leben kann. Wenn ich dann halt kein Auslandssemester machen kann oder nicht mal eben 3 Wochen wegfahren kann, dann ist das so. Ich will das ja nicht anders.

    Im allerschlimmsten Notfall gibt es immer eine Lösung, aber wenn es irgendwie geht plane ich alles pro-Hund.

    Irgendwann kommt dann der Umschwung - Vollzeit arbeiten. Dann wird eben ein Teil meines hart verdienten Geldes für jemanden draufgehen, der Mittags kurz den Hund rausbringt. Alles andere mache ich weiterhin selbst. Und das stelle ich mir nicht nur so vor - das haben wir auch alles schon so hinter uns - nur dass die Person mittags meine Mama war - ich wohne ja noch zu Hause.

    Gerade als Schülerin hatte ich am meisten Zeit! Genau deshalb zieht der nächste Hund auch noch während des Studiums ein - da habe ich einfach mehr Zeit. Zwar nicht wirklich mehr Zeit als würde ich arbeiten gehen, aber ich bin mehr zu Hause ;)

    Wenn man dann natürlich noch Eltern hat die da richtig hinterstehen, helfen und zu denen die Hunde auch passen, dann ist es doch wirklich perfekt!

    Seitdem ich Milo habe komme ich VOLL für den Hund auf. Versicherung, Steuern, Tierarzt, gutes Futter, Hundeschule, Turniere, Seminare... Allein das Auto habe ich größtenteils wegen dem Hund :P

    Wenn sich der junge Mensch über all das im Klaren ist und vor allem bereit ist da Opfer zu bringen, habe ich darum absolut keine Einwände! Ich würde es immer wieder so handhaben wie bei mir! Ich bin nämlich SO froh, dass ich das alles erleben durfte und habe daran sooo unglaublich viel gelernt. Nicht nur über Hunde, sondern auch fürs Leben ;)

  • Mir geht es dann vor allem um die Kinder, welche dann vielleicht doch nach der Schule nach Australien wollen. Klar gehört es auch ein stückweit zu der Verantwortung Hund dazu, auf bestimmte Dinge zu verzichten, aber die Frage ist, ob das gut ist.

    Vielleicht kann ich mir das schlecht vorstellen, weil ich solche komplett hunde-unkompatiblen Sachen auch ohne Hund nie gewollt habe, aber es gibt ja nicht nur 'entweder-oder'. Ein Hund bedeutet ja nicht grundsätzlicher Verzicht auf Dinge – gerade mit einem einfachen, netten Hund und/oder entsprechend sorgfältiger Vorbereitung lässt sich doch auch für längere Zeit (Praktika, Auslandssemester) eine Betreuung finden.

    Aber ich glaube, ich verstehe schon wie du das meinst – wenn man solche Dinge will, muss man natürlich (oder bei jüngeren Kindern sollten die Eltern) auf diese Dinge achten und das vor der Hundeanschaffung durchsprechen und ggf. einen Plan zurechtlegen. :smile:

  • Vielleicht kann ich mir das schlecht vorstellen, weil ich solche komplett hunde-unkompatiblen Sachen auch ohne Hund nie gewollt habe, aber es gibt ja nicht nur 'entweder-oder'. Ein Hund bedeutet ja nicht grundsätzlicher Verzicht auf Dinge – gerade mit einem einfachen, netten Hund und/oder entsprechend sorgfältiger Vorbereitung lässt sich doch auch für längere Zeit (Praktika, Auslandssemester) eine Betreuung finden.

    Das gilt für mich genauso. Hunde werden immer an meiner Seite sein und ich gebe schon zu, dass ich mein Leben auch oft nach ihnen richte und sie in jede Entscheidung mit einplane. Sie sind mir einfach wichtig und ohne mag ich nicht sein. Das habe ich gemerkt, als ich aufgrund meiner Wohnsituation länger hundelos war und deshalb dann auch umgezogen bin. Zum Glück ist meine Familie auch total hundebekloppt und wir betreuen ja gegenseitig regelmäßig unsere Hunde.

  • Ich bin auch wahnsinnig froh, dass ich in meiner Kindheit schon immeR Hunde um mich haben konnte. Waren eher Familienhunde, aber ich habe versucht die so gut zu erziehen, wie ich konnte ;)

    Layla ist 2013 bei uns eingezogen, als ich noch mitten in der Ausbildung gesteckt habe, Vollzeit-Job + Lernen für die Berufsschule. Haben wir auch alles gepackt, mit viel Hilfe aus der Familie, aber das war auch von vornherein so abgesprochen.

    Ich bin inzwischen echt froh, dass ich mehr Zeit für die Hunde habe und sofern es geht, möchte ich es auch nicht mehr anders haben.

    Und auch in meiner Lebensplanung stehen keine Dinge, die mit Hund nicht möglich wären. Falls wir abhauen sollten, dann würden wir ganz verschwinden von hier und die Hunde mitnehmen und auch sonst wüsste ich nichts, was mich von der Hundehaltung abbringen würde...

  • Hm, also man kann nicht alles mit Hund machen - ich war zB nach dem Abi für 10 Monate im Ausland, da hätte ich niemals einen eigenen Hund mitnehmen können - und ehrlich gesagt auch nicht gewollt. Ich bin froh, dass ich im Studium jetzt meinen ersten eigenen Hund habe und nicht eher, denn so hätte ich meine Auslandserfahrung nicht machen können und die will ich ehrlich gesagt nicht missen.

    Ich hätte zwischen 10-17 niemals daran gedacht ins Ausland zu gehen, die Entscheidung fiel erst circa ein Jahr vorher. Hätte ich dann einen eigenen Hund gehabt, wäre das ungünstig gewesen.

  • meinen Respekt für die Leute, die den Kopf für einen Hund während der Phase Schulabschluss/Studium oder Ausbildung usw. frei hatten/haben. Das könnte ich mir für mich im Nachhinein nicht vorstellen. Aber ich hatte auch nie einen Lebensplan o.ä. sondern habe immer versucht, Chancen zu ergreifen, die sich mir bieten, ohne etwas konkret zu forcieren. Ich konnte nicht das studieren, was ich mir eigentlich gewünscht hätte, habe aber einen ganz anderen Weg eingeschlagen (der im Ergebnis vielleicht sogar insgesamt hundefreundlicher ist ;-)). Dennoch - hätte ich einen Hund gehabt, wäre alles sicherlich ganz anders gekommen. Aber ich bin auch erst im Erwachsenenalter auf den Hund gekommen, bevor ich 25 war hab ich Hunde im Allgemeinen nicht wirklich leiden können. :D

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!