ein Hundeleben ohne strafen?

  • Bezogen auf meine Hündin halte ich weder was vom Wasserspritzen, noch vom Knurren oder dem auf-die-Seite-legen.

    Wir haben übrigens bei unseren Sonntags DF Spaziergängen auch immer einen penetranten Rüden dabei. Aber das war bisher nie ein Problem. Entweder wehrt sich sein Gegenüber oder er wird runter gepflückt, bzw. wenns zu schlimm wird angeleint.

  • Bei mir gibt es klare Grenzen, wenn die überschritten werden trotz vorheriger Ermahnung gibt es auch ne enstprechende Konsequenz. Kommentarlos ab an die Leine, aufbauen und böse anschauen. Auch schonmal einen Griff ins Fell (das kann ich allerdings in 2 1/2 jahren an einer Hand abzählen).
    Bei Joker reicht oft schon eine klare aufgebaute Körperhaltung und ein Blick.

    Aber ja ich strafe, mit nur positiver Bestärkung komm ich nicht weit, wenn der Hund gerade etwas macht was völlig daneben ist. Natürlich bestärke ich viel mehr, deutlich mehr, Verhalten welches erwünscht ist.
    Dadurch allein sind die Situationen wo ich mal deutlicher werden muss, sehr selten gegeben.

  • Wasserspritzen find ich auch ok, wenn angebracht.

    Zitat

    Wir haben übrigens bei unseren Sonntags DF Spaziergängen auch immer einen penetranten Rüden dabei. Aber das war bisher nie ein Problem. Entweder wehrt sich sein Gegenüber oder er wird runter gepflückt, bzw. wenns zu schlimm wird angeleint.

    Würde ich normal auch so sehen, wenn sich die Hunde wehren und der Gegenüber das akzeptiert, kein Problem. Meiner wird aber (aus Lernerfahrung) zur Furie und die anderen dotzen immer weiter rum von wegen "komm, zier dich nicht so", sie lassen sich durch ihn nicht abwimmeln und er wird immer zickiger. Deswegen übernehme ich das für ihn.

  • Ich halte es (inzwischen) genau wie die meisten hier: Möglichst viel positive Bestärkung, Strafe - und ich meine hier positive Strafe - nur im äußersten Notfall. Negative Strafen werden bei mir recht häufig eingesetzt: Hund Ignorieren, Ausbleiben von Lob und Leckerchen z.B.
    Beim erlernen von Kommandos haben positive Strafen (und auch Zwang) für mich abslout nichts verloren. Diese werden bei mir absolut positiv aufgebaut - wohl aber eben mit negativer Strafe bedacht, wenn, einmal bekannt, nicht zur Zufriedenheit ausgeführt.

    Positive Strafe und Zwang (z.B. zähle ich da auch die Bewegungseinschränkung in Form einer Schleppleine zu) halte ich immer dann für angebracht, wenn ich und meine Verhaltens- bzw. Höflichkeitsregeln bewusst - das heisst der Hund weiß, wie er sich verhalten soll, tut es aber trotzdem nicht - in Frage gestellt und ignoriert werden. Solches Verhalten passiert in meine Augen allerdings eher selten.
    Es beinhaltet z.B. nicht ein gedankenverlorenes Weiterschnüffeln am Wegrand, wenn gerufen wurde - hier muss oder kann ich an der Motivation arbeiten.
    Auch nicht Situationen, wo der Hund nicht mehr anders kann, weil er völlig ausgeklinkt hat (z.B. bei einer schweren Leinenagression) denn hier würde ich nur weiter aufstacheln und/oder gar nicht durchdringen.
    Wohl aber das dreiste über den Haufenrennen von mir oder anderen Hunden/Menschen, Mobbing im allgemeinen und die Entscheidung einen Befehl nach überlegen zu ignorieren (ja, das gibt es).
    Die Art und Intensität von positiver Strafe und ob überhaupt welche eingestetzt werden müssen, hängt für mich außerdem stark vom Charakter des jeweiligen Hundes ab.
    Es gibt Hunde, die wollen nie aufbegehren - bei diesen kommt man tatsächlich komplett ohne Strafe aus.
    Aber es gibt auch sehr statusbewusste, offensive Hunde, die ständig Grenzen austesten und in Frage stellen. Dies sind die Hunde, die von mir ab und an auch mal eine wohldosierte (will meinen nicht zu lasche und nicht übertriebene) positive Strafe kassieren.
    Wenn ich hier z.B. mein Verhalten gegenüber meiner sehr weichen und leichtführigen Collie-Mix-Hündin mit dem vergleiche, wie ich mich gegenüber des dickköpfigen, energischen und durchsetzungswilligen Schäfi meiner Freundin verhalte, merke ich schon deutliche Unterschiede.
    Während bei ersterer ein lautes Wort meist schon zu viel (und hier hab ich in der Anfangszeit aus Unwissenheit echt viel falsch gemacht - das Resultat sehe ich bis heute jeden Tag) und auch gar nicht nötig ist, weil sie es eben wirklich immer richtig machen will und normalerweise immer "bei mir" ist, und nur dann nicht hört, wenn sie wirklich nicht weiß was sie machen soll, testet letzterer ganz bewusst und dreist Grenzen aus. Und meine Grenzen verteidige ich - notfalls auch, in dem ich ihn, wie am WE passiert, nach einem ignorierten verbalen Abbruch volle Lotte in mein angewinkeltes Knie rennen lasse, um ihn davon abzuhalten meine Hündin aus vollem Lauf umzubomben.

  • Gestraft wird bei uns genauso wie gelobt wird, immer so wie es gerade angebracht ist. Wenn er im Freilauf ist und nicht hört, fliegt auch mal die Leine oder der Schlüsselbund. Ich habe ihn auch schon angerempelt und einen leichten "Klaps" aufs Hinterteil hat es auch schon gegeben (eher ein Streicheln ;) ).

    Aber noch mehr wird gelobt, wobei ich auch sagen muss das wir an einem Punkt angelangt sind, wo es sehr gut läuft. Ich kann mich immer mehr darauf verlassen das er hört, er ist ein fröhlicher, freundlicher und ausgeglichener Hund, also denke ich das ich es so richtig mache.

  • Zitat

    Hey, das probier ich bald auch mal aus, super fies, aber sie muss einfach lernen woran sie ist!

    Heute abend hat sie sich einmal viel zu viel raus genommen! Rum gepest, wir nennen es liebevoll die wilden fünf Minuten. Hund saß gerade auf dem Bett, knurrend nach meiner Hand schnappend, lautstark ermahnt :"Joy, NEIN!", nichts, nochmal ermahnt, immernoch nichts, Hund runter vom Bett auf Boden drücken Laut: "NEIN!" Hund drehte sich danach auf die Seite, hab losgelassen, danach ist sie gegangen! Aber ich kann mir sowas nicht gefallen lassen!

    Genauso hat sie im Anfang immer nach der Nase geschnappt, das gleiche Spiel, ermahnen, laut ermahnen, Schnauze zuhalten und ein knurrendes Nein!

    Bin schon gespannt auf die erste Hundeschulenstunde, konnte die ganze Zeit ja nicht mit ihr wegen dem Rücken, sie bellt halt andere Hunde an, hoffe dass ich das mit der Sozialisierung noch hin kriege!

  • Lob und Strafe gehört zum Leben dazu ... bei Mensch, wie Hund. Ist halt die Frage was versteht man unter Strafe und hier speziell, was empfindet der Hund als Strafe.

    Was ich nicht mag ist immer der bittere Beigeschmack, wenn man hier im Forum von "Strafe" spricht. Strafe kann aber schon sein, wenn ich ins Obergeschoss gehe und meinen Hunden via Fingerzeig signalisiere, dass ein Folgen nicht erwünscht ist.

    Der Mensch macht eh viel zu viel Gewese darum. Man sollte einfach mal Hunde untereinander beobachten, dann lernt man viel ... und ich rede hier vom Grundverständnis und nicht, dass man sich die Interaktion abschauen soll :D.

  • Wo immer es geht, arbeite ich mit positiver Verstärkung.
    Aber Regeln gelten absolut, ignorieren gilt nie und ganz ohne Maßregeln geht das Durchsetzen dieser Hausordnung halt auch nicht.
    Die Art des Maßregelns muss dem Hund angepasst sein.
    Es gibt ja Sensibelchen und seelisch robuste, die man entsprechend unterschiedlich addressieren sollte.
    Unserer gehört in letztere Kategorie.
    Meistens versuche ich, mit der Stimme zu arbeiten. Aber den Herrn muss man schon ordentlich anschnauzen, damit er sich was draus macht.
    In der Wohnung ist die zweite Stufe das Wegschicken.
    Ab und an gibts draussen aber auch mal nen Rempler, wenns sein muss auch zwei. Das beeindruckt ihn zwar auch nicht sonderlich, er kapierts aber und es ist oft das einzige, was ihn auch in aufgedrehtem Zustand überhaupt noch erreicht.
    Gleiches gilt fürs erzwungene herbeiangeln an der Schlepp, wenn er im Pöbel oder Jagdmodus ist.

    Viele Grüße

    Ingo

  • Ich strafe meine Hündin tatsächlich nicht, weil das bei ihr absolut nichts bringt. Bei ihr kommt man nur weiter mit positiver Bestärkung, die wirkt dafür umso besser. Es wird maximal rumge"brüllt" oder ich ziehe sie mal etwas unsanfter z.B. von einem Mauseloch weg.

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