Transusigkeit bis zur Salzsäule

  • Hallo...

    ...Dein Text klingt nicht positiv.

    Gibt es Freuden mit dem Hund? An was hat er Spass? Bau auf den positiven Dingen auf, nicht auf den negativen.

    Zitat

    Mich erinnert die Beschreibung sehr an einen sehr sensiblen Hund, der total dicht macht, weil er zu unsicher ist, oder angst hat. Der Hund ist nicht dumm, sondern blockiert nur, weil er überfordert ist.


    War auch meine Schlussfolgerung. Ich kenne dieses Verhalten von Hunden nur zu gut. Deine Art und Weise damit umzugehen, macht es defintiv nicht besser.

    Souveränität, Ruhe, Verständnis und Liebe.... Das braucht dein Hund.

  • ach du lieber Himmel.
    mir war nicht klar, dass mein Text so lieblos kling. Das habe ich dann sher schlecht aufgedrückt. Ich wollte euch nicht die ganze lange Vorgeschichte erklären - daher ist der Beitrag so "telegrammartig" geworden. Zu eurere Beruhigung: Der Hund ist immer dabei und liegt meist dicht neben mir um seine "Vergangenheit" aufzuarbeiten (2 Jahre alleine auf einem Balkon in Spanien). Er wird geliebt, liegt im Bett am Fußende, kriegt lecker gekocht und wird mit Bällchen bespaßt. Wir gehen in die Hundeschule und klickern. Wir treffen Hundefreunde und gehen regelmäßig zum Tierarzt. Er kriegt ein Mäntelchen an wenn´s kalt ist, weil er sich sonst gar nicht vor die Tür bewegen würde. Ihr müsst euch keine Gedanken machen, das das Hundi verwahrlost. Meine Frage - auf die ich immer noch gerne eine Antwort hätte - ist einfach: gibt es geistig behinderte Hunde? Ich meine neben den durch ihre Vergangenheit erklärbare "Maken" und Ängste - einfach "von Geburt" an. Mir scheint, mein Hund hat eine ziemlich tiefe Grenze (IQ oder so), darüber hinaus kann er nicht lernen oder vestehen (Dinge auch behalten) Ich will ihn nicht frustrieren damit, damit dass ich ständig übe und es doch nicht mehr bringen kann.
    Annewillo

  • Nun, das klingt schon etwas anders ;)


    Puh...die Thematik ist komplex und I-net-Info und Literatur spärlich.
    Neuropsychologie hängt entscheidend mit Sozialisierung und Prägung
    zusammen. Sicherlich können auch neurologische Störungen durch
    medizinische Ursachen die Gründe sein...oder vielleicht auch einfach
    der Rassemix mit weniger "willtoplaese" im Blut der auf "deine" Art und
    Verständnis von "Spass" keinen Bock hat.

    Ich würde mal einen kompetenten Trainer konsutieren der Euch beide
    unter die Lupe nimmt und dich unterstützt...manchmal muss man auch
    mal um die Ecke gucken ;)


    Mal als Eingangs-Lektüre ins Thema....

    http://www.betadog.de/welpen/deprivationsschaeden.php

    https://www.dogforum.de/deprivationssc…er-t131427.html

    Grüße
    Susanne

  • Es gibt Geistig behinderte Hunde, ja. Allerdings hört es sich bei deinem eher nach Ängsten an. Tierfeghende Ängste können einen Hund im Wesen total einschliessen, so dass man manchmal das Gefühl haben mag ; der will extra nicht ...

    Bleibt er stehen, ist das meiner Ansicht nach eine grösse Verzweiflung.

    Ich habe viel mit Angsthunden zu tun. Daher kenne ich dieses Verhalten sehr gut. Es gibt etliche Thread's wo du nachlesen kannst, dass es nicht nur deinem Hund so geht, und dass es, mit den Richtigen Mitteln und Zeit, händelbar wird. Google spuckt die passenden Threads bestimmt aus wenn du Schlüsselwörter wie "Angshund dogforum" eingibst!

  • Schön, daß Du dich erklärt hast. Nun sieht deine Beziehung zu deinem Hund doch gleich ganz anders aus :D

    Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen und wurde auch auf "Angstverhalten" tippen. Denn wie Du es beschreibst, zeigt sie dieses Erstarren ja draußen. Ohne sie gesehen zu haben, denke ich einfach sie braucht noch ganz viel Zeit um ihre Ängste zu verlieren und ein "fröhlicher" Hund zu werden.

    Gleich nochmal der Rat, versuche jemanden zu finden, der mit Angsthunden arbeiten kann. Dann wird es auch mit deinem Hund gut werden.

    Gaby und ihre schweren Jungs

  • Ich habe einen Hund mit einem Hirnschaden und daraus resultierendem andersartigen Verhalten - es gibt sowas also tatsächlich. Bei diesem Hund - Monk - ist das angeboren und durch einen zu kleinen Schädel bedingt. Und ich habe einen Hund mit Hirntrauma durch einen Unfall oder Schläge. Es gibt also wirklich beides.

    Allerdings habe ich hier auch extreme Angsthunde (gehabt) und das Verhalten, das du beschreibst, liest sich für mich eher wie eine völlige Blockade durch Unsicherheit - gerade das Einfrieren und Starren. Die Hunde sind so überfordert und unsicher, dass sie förmlich "dicht" machen und nur noch abwarten, was passiert.

    Da du sagst, dein Hund hat die ersten beiden Jahre seines Lebens nur auf dem Balkon verbracht erklärt sich dieses Verhalten damit auch - zumindest für mich. Durch die Defizite, die dein Hund in diesen Jahren erlitten hat, dauert es jetzt enorm lang, bis das auch nur ansatzweise aufgeholt werden kann und dazu braucht sie vor allem ein absolut sicheres und verlässliches Umfeld. In dem dich das nervt, überträgst du das ungewollt direkt wieder auf deinen Hund und löst u. U. diese Unsicherheit erst aus. Ich weiss, dass es manchmal schwer ist, aber versuche unbedingt gelassen und ruhig zu sein, wenn du mit deinem Hund etwas machst. Nicht genervt, nicht böse oder gestresst - gerade Hunde mit Defiziten orientieren sich extrem stark am Halter und übernehmen jede Gefühlsregung - und verstärken sie oft auch noch.

    Ein Trainer, der sich mit Angsthunden auskennt, kann dir sicherlich helfen.

    LG Birgit

  • Kann es sein, dass dein Hund einfach nur seine Ruhe haben möchte? Es gibt ja auch genügend Menschen, die etwas langsamer sind, dabei heißt "langsam" nicht "dumm", sondern einfach bequem oder vielleicht auch dickköpfig.

    Mein Exemplar macht drinnen NICHTS, NULL, NIENTE. Sie schläft, sie guckt. Das war es. Draußen wird nur gerannt und geschnüffelt, aber manchmal hock sie sich auch hin und dann wars das. Oder braucht ewig für 100m, weil die Luft gerade so toll riecht. Spielen, Hundesport, Apportieren, Clicker...das ist ihr so was von egal. Und wenn sie keinen Hunger hat, frisst sie auch nichts, egal was da liegt. Sitz, Platz ect. haben wir aufgegeben, denn Madame schaut uns nur blöd an dabei, so nach dem Motto "Nenne mir einen guten Grund, warum ich mich mitten aufm Feld hinhocken soll?" Während andere Hunde miteinander spielen, schaut unsere meist zu und will gestreichelt werden, v.a. auch, weil ihr die Hektik zu groß ist und sie Angst bekommt.

    Aber: Sie ist nicht blöd. Sie hat einen Dickschädel, aber sie zeigt uns, dass sie kommen, bleiben, sitzen kann, nur muss sie dafür einen guten Grund haben. Sie kennt alle Spazierwege in- und auswendig, findet sich sofort in neuer Umgebung zurecht, kann bei Hindernissen gekonnt ausweichen und v.a JAGEN usw....

    Nimm deinen Hund doch einfach so wie er ist und stell keine Ansprüche. Solange er lieb und verträglich ist, sollte das doch möglich sein. Er hat in seinem Leben wohl so viel Mist erlebt und er kann sich nun mal nicht mit dir unterhalten und sagen, was passiert ist und was er für seine Zukunft möchte. Bei unserer merke ich einfach, dass sie nur ihre Ruhe will, kein Gehetze, kein Lärm...einfach nur gestreichelt werden, schlafen und schnüffeln...dabei erschnüffelt sie aber auch nur Mäuse und Hasen...ein Stück Fleischwurst wird gekonnt ignoriert.

    Ich bin auch eher ein hektischer Mensch, musste mir aber durch meinen Beruf diese Eigenart komplett abgewöhnen. Und weißt du was...es lebt sich damit viel entspannter.

  • Hallo,

    ja, es gibt geistige Behinderungen auch bei Hunden. Ich denke aber auch, dass es eher an der fehlenden Sozialisierung liegt. Chris's Beitrag beschreibt ganz toll, was ich nie so in Worte hätte fassen können :smile:

    Einen Hund, der mich sehr an deinen erinnert, ist eine Galgohündin namens Yoomee. Hier kann man ihre Geschichte lesen: http://www.oyla.de/cgi-bin/design…9&starteintrag=
    Ist vielleicht ganz interessant für dich, mal von einem ähnlichen Fall zu lesen.

    Lass gesundheitlich alles abklären (Blutbild, Organe usw.).
    Wenn es wirklich psychisch bedingt ist, braucht sie vorallem verständlisvolle Besitzer. Sie kann nichts dafür, dass sie so ist wie sie ist.

  • Ich schließe mich auf jeden Fall den anderen an, ich denke auch, dass du es mit einer Kombination aus seiner Vorgeschichte und Angst zu tun hast.
    Mein Teddy friert auch total ein, wenn er eingeschüchtert ist. Wenn er nicht weiß, was ich von ihm will, sich bedrängt fühlt. Dann bewegt er sich kein Stück mehr und starrt irgendwo in eine Ecke. Wir sind aber irgendwann so weit gekommen, dass ich ihm über Körpersprache mitteilen konnte, dass ich ihm nichts böses will. Das geht jetzt leider wieder durch seine Demenz verloren und wir stehen erneut vor diesem Problem.
    Wir senden unbewusst sehr viel an unsere Hunde. Ich glaube, deine Hündin ist ein ganz Sensible und deshalb ist es bei ihr auch so schlimm.
    An deiner Stelle würde ich besonders Chris Tipps aufgreifen und sie erst körperlich komplett durchchecken lassen, wenn da nichts bei herauskommt zusammen mit THP und Trainer arbeiten.

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