Mein Hund ist unglücklich ...

  • ... und unendlich eifersüchtig auf meine 2-jährige Tochter !

    Was soll ich bloß machen ?

    Ihr dürft mich gleich "schlagen", aber ich schaff' es (momentan) einfach nicht mehr, Kind und Hund und Vollzeitjob zu vereinbaren !

    Derzeit ist die Situation so, dass ich morgens 15 Min. mit Spike gehe, er dann mittags von meinem Vater (alternativ der Hundesitterin) abgeholt wird und ich ihn abends nach der Arbeit wieder zu mir nehme. Selbstredend steht dann erst mal meine Tochter an erster Stelle, die ich ja auch nur 1-2 Stunden am Tag sehe :sad2: ! Sobald ich die Kleine auf dem Schoss habe, kommt Spike und will Schmuseeinheiten. Absolut verständlich aus Hundesicht !!! Er hat ja auch Bedürfnisse und kommt definitiv zu kurz ! Abends nochmal 20-30 Min Gassi und am WE Hundeverein mit "suchen" und/oder lange Spaziergänge. Ich merke immer mehr, dass ihm das nicht reicht.

    Leider fängt er in letzter Zeit wieder vermehrt an, die Kleine anzuknurren, sobald diese sich nur nähert.

    Ich habe jetzt ernsthaft Sorge, dass er irgendwann mal schnappt. Ich kenne meinen Hund - und ich weiss, wie (mit welcher Kraft) er "ausrasten" kann ! Ich lasse die Beiden nicht allein ... aber manchmal kann man nicht so schnell gucken, wie die Kleine in mal am Ohr zieht o.ä. ! Natürlich darf sie das nicht - das versuche ich auch zu vermitteln - aber sie ist erst 2 und muss es erst lernen.

    Mein Freund hat mich jetzt gestern sehr nachdenklich gemacht. Er hat mich gefragt, was das für ein "Leben" für Spike sei ... den ganzen Tag nur zu "WARTEN" auf jemanden, der dann abends auch keine Zeit hat, und ob ich mir nicht mal langsam Gedanken darüber machen möchte, ob er nicht ein besseres Leben verdient hätte. Natürlich hat er auch Angst um seine Tochter und direkt angehängt, dass Spike es nicht überleben würde, sollte er jemals zubeissen.

    Ich bin niemand, der sich leichtfertig ein Tier anschafft und es abgibt, sobald es schwierig wird. Aber ich sehe momentan auch keine Möglichkeit, wie ich Beiden zeitlich gerecht werden soll ?!

    Ich weiss nicht, was ich hören will, und ich weiss erst recht nicht, was ich tun soll ! Ich möchte mich gerne meiner Verantwortung stellen (er ist mein Hund, ich liebe ihn - und ich habe ein Leben lang gut für ihn zu sorgen) - aber irgendwie krieg ich das grad nicht auf die Reihe :/ !

    Ich kenne das Forum hier schon lange, und ich hoffe, dass Ihr mich nicht in der Luft zerreisst. Vielleicht hat ja der Ein oder Andere einen Rat oder ein bisschen Trost für mich ?!

    P.S. Ich bin derzeit auf der Suche nach einem anderen Job, näher an meinem Wohnort, vielleicht bekomme ich dadurch 1-2 Stunden pro Tag "geschenkt" (kürzere Fahrtwege); dadurch würde sich die Situation erheblich entschärfen. Und auch wenn's Frühling/Sommer wird, wird's besser, weil ich dann abends mit Kind UND Hund raus kann.

  • Dann würde ich abwarten, wie sich deine Jobsuche entwickelt und danach erst entscheiden, wie es mit euch weiter geht...

    Es ist tatsächlich ne blöde Situation, aber, ich denke, ihr solltet nochmal abwarten und nicht vorschnell entscheiden.

    Ich wünsche dir viel Glück bei der Jobsuche.

    Liebe Grüße

  • Nein - er wird sogar fast "Vollzeit" betreut und ist nur vormittags allein.

    Das ersetzt ihm aber nicht MEINE Aufmerksamkeit !! Er ist sehr auf mich fixiert, hat einen extremen Beschützerinstinkt ... kontrolliert mich auch ständig. Läuft mir auf Schritt und Tritt nach etc. Er hat einfach seinen Rang im Rudel (nämlich den untersten) nicht akzeptiert. Und ich hab nicht die Zeit dazu, viel mit ihm zu üben und ihn korrekt auszulasten :???: Er ist eifersüchtig auf meine Tochter (und auch auf meinen Freund) und möchte mich wohl nicht gerne "teilen" ?!

  • Das würde mich auch interessieren wie die Beschäftigung während der Betreuung ausfällt?

    Inwieweit sah die Beschäftigung des Hundes vorher aus, als er noch "glücklich" war und was hat sich da verändert?

    Ich denke mal, wenn er innerhalb der Betreuung gut ausgelastet werden würde, sollte er eigentlich abends entspannter sein. Klar freut er sich auch so auf Dich und will gerne mit Dir etwas machen/ spielen etc.pp. aber er sollte jetzt eigentlich nicht mehr "volles" Programm brauchen und sich auch mal genüsslich in die Ecke legen...

    Natürlich besteht dann eventuell immer noch "Eifersucht" auf deine kleine, aber wie sieht denn da der abendliche Ablauf aus?! Klar willst du zeit mit der kleinen...aber die bleibt doch z.B. nicht so lange auf? Eventuell könntest du die Zeiten besser planen und Hund lernt, dass du ab x Uhr mit ihm was machst und er ruht sich davor aus von seinem (hoffentlichen) Programm beim Sitter und du kannst dich mit der kleinen beschäftigen?!


    Edit: deine Aufmerksamkeit ist klar...aber vollzieht Betreuung heißt ja nicht immer Auslastung....wie sieht denn die Betreuung aus?!

  • Zitat

    Nein - er wird sogar fast "Vollzeit" betreut und ist nur vormittags allein.

    Das ersetzt ihm aber nicht MEINE Aufmerksamkeit !! Er ist sehr auf mich fixiert, hat einen extremen Beschützerinstinkt ... kontrolliert mich auch ständig. Läuft mir auf Schritt und Tritt nach etc. Er hat einfach seinen Rang im Rudel (nämlich den untersten) nicht akzeptiert. Und ich hab nicht die Zeit dazu, viel mit ihm zu üben und ihn korrekt auszulasten :???: Er ist eifersüchtig auf meine Tochter (und auch auf meinen Freund) und möchte mich wohl nicht gerne "teilen" ?!

    Da muss er aber durch und ich denke, da hilft nur üben, üben, üben.
    Ums Auslasten gehts ja erstmal weniger, ich nehme mal an, dass dein Vater da den Großteil leistet.

    Aber er muss eben lernen, dass du nicht sein Alleinunterhalter bist und er nicht der Nabel deiner Welt, und ich denke, dass das auch recht zeitunaufwendig geht. Wenn er dir beispielsweise auf Schritt und Tritt folgt, dann weise ihm sein Körbchen zu und laß ihn dort bleiben. Oder mach ihm die Tür vor der Nase zu.

    Hier im Forum gibts bestimmt noch viele hilfsreiche Tipps zu diesem Thema.

    Ich glaube aber, dass es vor allem wichtig ist, dass du dich von deinem schlechten Gewissen freimachst. Immerhin läßt du ihn nicht ganztags allein, sondern er ist offensichtlich gut untergebracht. Und es ist ja nicht so, dass du nicht gar nicht um ihn kümmerst, wenn du da bist - aber dass deine Tochter und dein Freund an erster Stelle kommen, finde ich soweit normal und richtig.

    Bezüglich der Angst um deine Tochter - die ich gut nachvollziehen kann - magst du dir vielleicht Hilfe von einem kompetenten Hundertrainer holen, der dir ja Tipps geben kann.

    Ich wünsch dir, dass du das gut auf die Reihe kriegst.

  • Hallo,

    ich kann deine Situation wirklich gut nachvollziehen. Mein Sohn ist jetzt 4 Jahre und ich arbeite "nur" den halben Tag. Und das empfinde ich, gerade jetzt in der Zeit wo es auch noch so früh dunkel wird, schon als große Belastung. Müsste ich Vollzeit arbeiten, wäre es mir glaube ich zuviel.
    Klar wird die Situation auch wieder besser. Kinder werden älter und selbstständiger. Allerdings dauert dass auch noch ein bißchen.
    Noch dazu hat dein Hund offensichtlich Streß mit dem Kleinkind.
    Du solltest dir in aller Ruhe überlegen ob sich in absehbarer Zeit wirklich was ändert und ob die vielleicht durch einen Arbeitsplatzwechsel gewonnen Stunden wirklich was zur Entspannung aller beiträgt...
    Man will dann ja auch mal nach der Arbeit vielleicht auf den Spielplatz oder sowas banales wie Einkaufen.

    Besteht nicht die Möglichkeit dass (für den Fall dass ihr euch für eine Abgabe entscheidet) dein Vater den Hund übernimmt ?

    Fühl dich mal gedrückt. Das ist keine schöne Situation wenn man feststellt das es so einfach nicht mehr wirklich funktioniert.

  • Montag und Dienstag ist er bei der Hundesitterin. Die hat eine Pferdekoppel, wo er nach Herzenslust rumspringen (und Pony's erschrecken) kann. Außerdem macht sie lange Spaziergänge mit ihm - und in den 3 Wochen, die ich jetzt in Kur war, hat sie z. B. an seinem Gehorsam gearbeitet, mit ihm Fährte gesucht und alles mögliche. An diesen beiden Tagen bei ihr ist er grundsätzlich auch entspannt.

    Mittwoch und Donnerstag ist er bei meinem Papa, der leider nur etwas (sehr viel) kürzere Gassigänge mit ihm macht, dafür bekommt er hier jede Menge Streicheleinheiten und meine Mutter versucht ab und an mit ihm zu spielen. Wirklich gefordert wird er hier aber nicht und ich bin schon froh, dass meine Eltern ihn überhaupt nehmen - ich möchte ihnen kein "Programm" auferlegen.

    Freitag bis Sonntag ist er bei mir.

    Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich unter der Woche - wenn meine Kleine im Bett ist - einfach nur k.o. auf die Couch falle. Manchmal muss ich mich an diesen Tagen sogar zum duschen aufraffen. Ich gestehe, dass ich dann keine sonderliche Lust mehr auf Hundebespassung verspüre !

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!