Mein Hund ist unglücklich ...

  • Danke Jeany für Deinen Beitrag !

    Ich versuche ja, mir abends die Zeit zu nehmen. Ich geh zwischen 21/22 Uhr schon Gassi mit ihm. Manchmal nehmen wir den Ball mit o.ä. ! Aber ich habe das Gefühl, das reicht nicht. Und für ne Stunde oder mehr "Action" reicht meine Kraft abends nicht mehr :-( ! Ich fall' ja selbst um 10 in die Kiste (und steh um 5.30 Uhr auf).

    Entschuldigt bitte die ganze Jammerei ! Aber immerhin habe ich dadurch ein paar Anregungen bekommen. Danke !

    Es stimmt, dass Spike momentan für mich eher "Belastung" ist. Mein Leben wäre stressfreier ohne ihn ! Aber ich bin mir meiner Verantwortung bewusst und suche nach Lösungen.

    Bzgl. der Leinenaggression ist es so, dass Spike voll "abgeht" vorwärts mit lautem Gebelle, Geziehe und schlussendlich hackt er in die Leine, weil er nicht weiss, wohin mit seinem Zorn. Musste schon manches Mal meine Finger in Sicherheit bringen - von daher weiss ich auch, wie gefährlich sowas mit Kind & Hund werden kann.

  • Also ehrlich gesagt, klingt das für mich nicht nach "unglücklichen" Hund, sondern nach einem Hund, der meint dich kontrollieren (das hinterherlaufen in der Wohnung) und verteidigen (Leinenaggression) zu müssen. Du sagst ja selber, dass du im Moment einfach nicht die Zeit und Nerven hast, dir ausreichend Zeit für ihn zu nehmen. Das kann ich gut verstehen. Ich glaube aber, dass es nicht nur die fehlende bzw. reduzierte Auslastung ist, sondern vielmehr die fehlende/vernachlässigte Erziehung... Das ist aber schwierig als "Ferndiagnose"..

    Versuch doch einfach in der wenigen Zeit, die du für ihn hast, dich dann voll auf ihn zu konzentrieren. Auch wenn es nur abends eine halbe Stunde ist.. Nutz diese Zeit um mit ihm wieder etwas zu trainieren oder aufzufrischen. Wegen dem Hinterherlaufen z.B. das Kommando "Decke" oder draußen Leinenführigkeit und mach danach dann noch etwas Schönes mit ihm (entspanntes Spazieren / Streicheln / Leckerchen suchen)..

    Egal, ob unglücklich oder unerzogen, versuch deinen Tag besser zu strukturieren und nimm dir nicht zu viel auf einmal vor. Teile einfach die freie Zeit genau für Kind und Hund auf und versuche das immer konsequent beizubehalten und konzentriere dich dann aber auch nur auf diese Aufgabe. Kind und Hund werden das beide schnell akzeptieren und sich an diese Struktur gewöhnen und du wirst entspannter werden, weil du so beiden gerecht wirst. Und Ruhe und Gelassenheit wirken sich immer positiv aus.. Viel Glück dafür!

  • Für mich hört sich das eher so an als ob der Hund schlicht nie gelernt hat sich zurückzunehmen. Weder gegenüber "seinem" Mensch, noch gegenüber Artgenossen etc... Der bekommt ja genug Ansprache und wird ja auch bei denen, die ihn hüten sehr betüddelt. In dem Alter sollte es einem durchaus möglich sein einen normalen Tagesablauf absolvieren zu können.

    Auf mich macht es eher den Eindruck, dass Du seine ganz persönliche und ganz ihm gehörende Bespaßungsperson bist und Du Dir den Schuh angezogen hast.

    Das alles könnt einem ja egal sein - den Stress machst Du Dir und dem Hund ja selber. Aber das Problem ist, dass er ja einen Konkurrenten hat, den er ja weghaben möchte... und das kann wirklich gefährlich werden.

    Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so genau, was ich da raten soll - Training oder Abgabe. Eines ist aber klar: So weiterlaufen kann es nicht, denn dann ist das Leben Deines Kindes in Gefahr.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass das Kind UND der Hund gemeinsam nachmittags bei deinen Eltern sind, die der Hund schon gar nicht als Rudelführer anerkennt? Das würde ich auf jeden Fall ändern.

    Kind und Hund trennen geht erst mit Garten? Soll der Hund dann immer alleine in den Garten? Könnt ihr zur Zeit innerhalb der Wohnung die beiden nicht "trennen"?

    Irgendwie klingt es immer gefährlicher. Auch mit der Leinenaggression. Kannst du vielleicht mal ein paar Tage nur für dich und den Hund nehmen und so eine Art Intensivkurs machen?

  • Huhu,

    erst einmal tut es mir leid, dass Du Dich so fühlst. Ich kann Dich einerseits verstehen. Du hast viel zu tun. Aber mir geht es ganz genau so. Ich arbeite von 7 Uhr bis 15:30 Uhr. Bin also von 6:30 Uhr bis 16 Uhr unterwegs. Aufstehen tue ich um 4:30 Uhr, da ich morgens mit meinem Hund eine halbe bis 3/4 Stunde rausgehe, bisschen Dummy-Training und wenn er ausgewachsen ist, gehe ich morgens mit ihm Joggen, 2x die Woche. In der Zeit wo ich arbeiten bin ist er eine Zeit alleine, die restliche Zeit kümmert sich meine Freundin um ihn. Wenn ich nach Hause komme geht es für 1 Std in den Wald (bald auch 1,5 Std bis 2), danach wird mein Hund zu Hause geparkt und ich fahre noch schwimmen (2-3 x die Woche). Die restlichen Tage bin ich mit Einkaufen beschäftigt, dann mal Putzen oder auch mal was mit Freunden unternehmen. Da kommen auch etwa 2 Stunden zusammen. Die zwei Stunden, die Du mit Deine Tochter verbringst. Nach den Erledigungen oder dem Schwimmen esse ich, wir kuscheln noch ein wenig und gehen direkt vorm Schlafen nochmal kurz raus. Um spätestens halb elf hüpfe ich dann in die Heia.

    Machbar ist es irgendwie, wenn auch schwer. Hast Du nicht die Möglichkeit bei den zwei Stunden Beschäftigung mit Deiner Tochter den Hund zu integrieren? Und dann sind ja immer noch die anderen Stunden übrig, die ich beispielsweise nur mit meinem Hund verbringe. Bis wann musst Du arbeiten? Oder hattest Du das schon gepostet? Wenn Du später als ich anfängst zu arbeiten bestünde evtl. die Möglichkeit eher aufzustehen und mit dem Hund etwas zu machen. Für mich gibt es einfach keinen besseren Start in den Tag, als mich morgens eine 3/4 Stunde auszupowern und mit meinem Hund joggen zu gehen. Bisher habe ich das immer mit dem Hund einer Freundin gemacht, bald geht es mit meinem zum Glück auf :smile: Danach ein kleines Frühstück und eine Dusche. Das ist perfekt...

    Sollte Dir die ganze Arbeit allerdings psychisch über den Kopf wachsen und solltest Du das nicht hinbekommen, solltest Du evtl. tatsächlich in Erwägung ziehen Deinen Hund abzugeben. Es finden sich sicherlich passende Hundehalter. Wenn Du ihn behalten magst wünsche ich Dir alles Gute und viel Glück. Das bekommt Ihr sicher hin! :gut:

  • Zitat

    Sicher, deshalb meinte ich ja auch es kommt erstens auf die Situation drauf an, die ich - wie ich betont habe - nicht beurteilen kann, zweitens auf den Hund an sich. Daher habe ich auch zu einem trainerbesuch / einschätzung geraten! :smile:

    Davon Privilegien zu streichen habe ich auch gar nicht angesprochen. Sondern die Ressourcen gezielt zu verwalten! Das heißt qualitative Zeit mit dem Hund, die geregelt abläuft! Er soll qualitative Zeit mit ihr haben, in der sie ihm 100% Aufmerksamkeit schenkt, aber er soll auch wissen, dass er sie nicht die ganze Zeit bedrängen (ich will jetzt aber spielen, fressen, gestreichelt werden...und das SOFORT!!!!) kann.

    Ich habe in keinster weise davon gesprochen, dass Privilegien entzogen werden sollen oder er reglementiert / bestraft werden soll...sondern liebevoll erklärt bekommen soll, dass er nicht immer alles sofort und jetzt haben kann, dafür aber auch qualitative Zeit mit ihr bekommt wo er zu 100% im Mittelpunkt steht und stehen darf! ;)

    Und wie ich es verstanden habe war er früher auch schon so, dass er "gemacht hat wann und wie er will".

  • An 2 Tagen in der Woche ist das so, ja. Kind und Hund bei meinen Eltern ! Aber nur für ca. 2-3 Stunden - vorher ist die Kleine im KiGa.

    Innerhalb der Wohnung trennen geht nicht; außer im 1. Stock (Schlaf- und Kinderzimmer) - da darf und kann er nicht hin (Absperrgitter). Ist Johanna unten, dann bin ich entweder dabei (oder mein Freund) ... wenn ich kein Auge auf beide haben kann, dann kommt er in den Garten.

    Das hört sich jetzt hier an, als sei mein Hund ein Monster. Das ist er nicht, und er ist eigentlich auch total lieb im Umgang mit der Kleinen ... er knurrt, wenn er im Körbchen liegt (ok - ist sein Platz), aber eben auch davor, wenn ihm meine Tochter zu nahe kommt und er halt grad keine Lust auf sie hat. Wenn ich mit ihr schmuse, dann versucht er sich dazwischenzudrängeln.

    Meine Angst ist auch nur deshalb vorhanden, weil ich eben weiss, wie er ausrasten kann (an der Leine z.B.) - da ist ihm grad alles egal und ich könnte mit Fleischwurst wedeln, das würde ihn nicht interessieren.

    Na klar habe ich seine Erziehung vernachlässigt (das Problem mit der Leine haben wir aber schon immer).

    Kennt jemand einen guten Trainer im Kreis Offenbach, der sich das mal bei uns anschauen könnte ?!

  • Ich bin von 7.00 bis mind. 17.00 Uhr außer Haus - oft wird's auch 18.00 Uhr !

    Ich kann mich einfach nicht an den Gedanken gewöhnen, ein Familienmitglied einfach "abzugeben". Aber ab wann ist es besser für den Hund ? Und wenn ich mich dazu entschliessen sollte, wie um Himmels Willen finde ich Leute, die meinen Bubi aufnehmen und bei denen ich sicher sein kann, dass es ihm gutgeht ?!

  • Zitat

    Aber ab wann ist es besser für den Hund ? Und wenn ich mich dazu entschliessen sollte, wie um Himmels Willen finde ich Leute, die meinen Bubi aufnehmen und bei denen ich sicher sein kann, dass es ihm gutgeht ?!

    Also ich glaube die Frage ist nicht, ab wann ist es besser für den Hund, sondern ab wann ist es besser für dich?
    Das Problem liegt nicht primär beim Hund, sondern bei dir. Die Probleme die du genannt hast, beruhen auf der fehlenden Zeit und damit Erziehung und dem Druck/Erwartungen, die du dir selber machst... Also schiebe die Entscheidung nicht auf den Hund, sondern treffe die Entscheidung deinetwegen..

    Wenn du zu der Entscheidung kommen würdest, ihn abgeben zu wollen, würde ich vielleicht euer örtliches Tierheim kontaktieren und fragen, ob sie ihn auf ihre Homepage setzen. Du hast ja zum Glück etwas Zeit... Ich glaube, die richtigen Leute mit etwas Hundeverstand suchen auch- wenn nicht sogar eher - ein neues Familienmitglied auf den Tierheimseiten als in Kleinanzeigen.

  • Hallo,

    ich sehe es auch so, dass Du Dir den Schuh selbst anziehst.
    Deinem Hund geht es meines Erachtens nicht schlecht und Grund unglücklich zu sein hat er auch nicht.
    Das ist aber nur meine Meinung.

    Er wird zwei Mal die Woche super betreut und ist ausgelastet.
    Ansonsten ist er bei Deinen Eltern und auch nicht alleine.

    Ich habe hier eine Bordercolliehündin die ja auch ein Arbeitstier ist.
    Komischerweise liegt sie hier im Büro vier Stunden rum ohne einen Mucks zu machen oder zu nerven.
    Ich geh morgens nur 20 Minuten mit meinen Hunden.
    Ronja ist ja jetzt auch schon 13,5 Jahre alt.

    Allerdings ging sie früher auch nur 20 Minuten am Rad bevor wir ins Büro gefahren sind.

    Mittags gehe ich 45 bis 60 Minuten und mache ein paar Unterordnungs- oder Suchspiele mit den Hunden. Das aber auch keine 45 Minuten lang sondern mal 10 Minuten.
    Danach geht es heim und die Hunde haben Ruhe zu geben, was sie auch tun.

    Wenn ich noch Nachmittagstermine habe, dann begleiten sie mich und warten im Auto während ich bei Kunden bin.

    Abends geht es dann im Winter wenn es dunkel ist auch nur 20 Minuten raus. Im Sommer ist es ca ne Stunde.

    Samstags und Sonntags laufe ich eine Runde von mindestens 2-3 Stunden bei jedem Wetter.

    Ich bespaße meine Hunde also auch nicht rund um die Uhr oder übe mit ihnen zwei bis drei Mal am Tag.

    Deinem Hund geht es nicht schlecht, er muss noch einige Sachen lernen und erzogen werden.
    Des Weiteren solltest Du für einen Rückzugsort sorgen an den Deine Tochter nicht hinkommt.
    Ebenso solltest Du es verhindern, dass Deine Kleine den Hund überhaupt bedrängen kann.
    Wenn er sich dazwischendrängelt, dann schick ihn weg.
    Ruf ihn dann aber auch mal und kuschel ihn durch wenn Du einen Moment Zeit hast.

    Es geht nicht darum Stunden mit dem Hund zu verbringen, sondern einfach ein paar Minuten nur mit ihm.

    Liebe Grüße

    Steffi

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