Mein Hund ist unglücklich ...

  • Hallo, palinka.
    Auf der einen Seite kann ich Deine Situation sehr gut nachvollziehen....auf der Anderen eher nicht.
    Ich bin Mutter 3er Kids ,allerdings sind die schon 2 x 10 und 1 x 15 Jahre alt-also GsD schon aus der Kleinkindphase raus,was allerdings nicht heißt das dieses Alter leichter ist,es ist nur "anders".
    Zudem haben wir 2 große Hunde und 2 Meeries,ein großes Haus mit großem Garten,das ich allein bzw. mit Hilfe meiner 3 Kids zum größten Teil in Schuß halte da mein Mann selbstständig ist und eigentlich rund um die Uhr arbeitet da er so viel Aufträge hat. Und zum guten Schluß arbeite ich 6 Nächte /Woche je 3,5 Std. plus zusätzloch an 2-3 Vormittagen noch zwischen 2-4 Std.

    Also ,es ist kein Vollzeitjob den ich habe,aber Streß und dieses Gefühl des "ausgepowert" sein kenne ich zu genüge.Vor allem wenn die Kids natürlich ihr Recht einfordern und zudem noch die Hunde,mit denen ich getrennt raus muß, ihre Gassigänge auch noch benötigen.Da bin ich abends auch schon mal nach dem Abendessen pro Hund auch nochmal 45-60 min pro Hund unterwegs,so das es dann auch schon erst 20.30Uhr oder im schlimmsten Fall auch erst 21.30 Uhr ist wenn ich mit dem letzten Hund zuhause bin und mich wirklich auf das Sofa setzen kann. Ja,und spätestens um 2.30 Uhr stehe ich dann wieder zur Arbeit auf......

    Auch ich hatte gegenüber unserem Rüden ein ganz schlechtes Gewissen,da er über lange Zeit,auch aufgrund seiner Rüdenunverträglichkeit und dementsprechender Leinenaggression (die schon echt extrem ist wenn so ein 48 kg Hund richtig aufsteigt) viel zu kurz kam und eher oftmals nur den Garten zu sehen bekam....
    Ich hatte letztes Jahr auch über eine Abgabe nachgedacht,wenn auch nur für mich selbst und nicht mit der Family darüber geredet.Bin dann aber auch zu dem Schluß gekommen das ich ein Tier nicht zu mir nehme solange es alles reibungslos klappt und es dann wieder abgebe wenn s problematisch wird....
    Ich habe mir ca. im Juli 2011 ne gute Hundetrainerin gesucht zu der ich 1 x wöchentlich gegangen bin über ca. 12 Wochen. Nun,was soll ich sagen,Samson ist mittlerweile mit mir im Longierkurs (also Gruppentraining) ,verträglich mit fast alles Hunden (auch Rüden), hat keinerlei Leinenaggro mehr und ich habe durch das Training auch meinen "Popo" hochheben müssen und bin wieder viel mehr mit ihm unterwegs gewesen....es macht wieder Spaß mit ihm rauszugehen (mittlerweile fast mehr als mit meiner Hündin).
    Aber ich habe durch das Training,bei dem nicht der Hund therapiert wurde sondern ICH und mein Verhalten gegenüber dem Tier (weil der Mensch sehr häufig viel mehr falsch macht als er glaubt;merkst Du ja gerade selbst das Dein Hund viel besser gehorcht weil Du korrektere Ansagen machst als bisher-nun weiß er wos langgeht).

    Gut,das alles macht die Überlastung in der Du gerade steckst nicht besser,aber ich will Dir nur sagen,das auch ich solch eine Zeit kenne wo man glaubt man kriegt nicht mehr alles unter einen Hut und sich total "fertig" fühlt. Aber es gibt wieder bessere Zeiten spätestens wenn der Frühling kommt und diese blöde "Sauwetterjahreszeit" vorbei ist und es wieder länger hell ist.

    Du kannst Dich um Deinen Hund ja auch kümmern indem Du nur ein paar Minuten -auch abends!!- im Garten Futtersuchspiele machst,oder UO übst oder Fütterdummys versteckst und ihn suchen läßt ,Ballspiel etc. Oder Du packst ihm einen Karton mit viel geknüddeltem Zeitungspapier und versteckst darin sein "Abendbrot",das er dann raussuchen muß.Mit all solchen Dingen ist Hund beschäftigt,teilweise ausgelastet und es dauert nicht länger als max 15 min .(UO kann man ja eh immer im Alltag zuhause üben...)
    Und wenn Du diese paar Minuten wirkich nur für den Hund erübrigst,wirst Du merken wie gut es euch BEIDEN damit geht...es muß nicht jeden Tag noch ein stundenlanger spaziergang sein,zudem Dein Hund ja über Tag gut betreut ist.
    Und das Verhältiniss zu Deiner Tochter,und eben auch zu Dir, wird sich durch weiterhin konsequente Erziehung dem Hund gegenüber und auch solche Spiele wie ich gerade aufzählte, bessern .

    Übrigens,das wurde hier schon geschrieben-Konsequenz ist das absolute Zauberwort in der Kinder und Hunde Erziehung !!!
    Und wenn Deine Tochter nicht pennt und bis 22 Uhr macht,dann ist es kein Wunder das sie kurze Zeit später wieder wach ist und schreit.Die wird übermüdet sein und die Eindrücke des Tages prasseln ja auch auf sie ein und müssen verarbeitet werden.
    Ich würde sie immer zur gleichen Zeit ins Bett packen,evtl. Geschichte vorlesen, und dann Licht aus.Klar geht da am Anfang warscheinlich nicht ganz glatt ab und sie wird nervenzerreissend schreien o.ä. Aber Kids und Hunde haben das ganz schnell raus wie sie ihre "Lieben" beeinflussen können-dahingehend ist in der Erziehung Konsequenz eben ganz wichtig.
    Laß den Kopf nicht hängen-es wird wieder.
    Schön ist aber,das Du dir Gedanken machst.Aber mit ein paar Änderungen in Erziehung und etwas mehr Aufmerksamkeit Deinerseits gegenüber dem Tier (wie erwähnt müssen es nicht Stunden sein) wir sich bestimmt einiges zum Guten ändern-da bin ich zuversichtlich.
    Wünsche Dir alles Gute und vor allem "Durchhaltevermögen" bei Kind und Hund!!
    LG

  • Hallo susam,

    Danke für Deine ausführliche Antwort - und RESPEKT, was Du alles leistet. Das meine ich ehrlich :gut: .

    Ich weiss ja, dass es im Frühjahr wieder besser wird - und es ist ja auch nicht das Ding, dass mein Freund abends mal bei der Kleinen bleibt .... aber ich bin selbst so fertig (wenn die Kleine im Bett ist), dass ich mich zu nix mehr aufraffen kann. Ich weiss auch, dass das nur eine Phase ist - aber ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich m.M. nach nicht ALLEN gleichermassen gerecht werden kann.

    Meine Tochter geht übrigens jeden Abend nach dem gleichen Ritual (umziehen, waschen, vorlesen etc.) gegen 19./19.30 Uhr ins Bett. Da bin ich schon konsequent. Aber natürlich muss ich nach ihr schauen, wenn sie stundenlang herzzerreissend weint. Sie bleibt dann zwar in ihrem Bett - aber für mich bedeutet das 2, 3, 4 x Treppe hoch und runter und das zerrt einfach an meinen Nerven. Würde ich den Papa hochschicken, dann würde der mit Prinzesschen spielen und gottweisswas machen. Aber das ist ein anderes Thema !

  • Warum zieht ihr da nicht an einem Strang? Ich würde dem Papa sagen, dass man sich als Eltern schon einig sein musst und das er da ebenfalls konsequent zu sein hat. Wenn er hoch geht, hat er nicht mit ihr zu spielen, sondern muss genauso wie du versuchen, sie wieder zum Schlafen zu bringen. So könntet ihr euch auch abwechseln und es würde nicht alles auf dir lasten.

  • Zitat

    Hast Du nicht die Möglichkeit bei den zwei Stunden Beschäftigung mit Deiner Tochter den Hund zu integrieren? :gut:


    Ich finde, das ist ein überlegenswerter Ansatz.

    Ich habe jetzt nicht den ganzen Thread gelesen, und ich bin auch nicht in deiner Situation. Eine Freundin von mir hat eine mittlerweile 3-jahrige Tochter und einen Hund der schon vorher da war. Sie ist alleinerziehend, voll berufstätig -- die Situation ist deiner gar nicht so unähnlich.

    Sie hatte sich vor der Geburt des Kindes sehr belesen, unter anderem auch bzgl der Frage, wie stellt sie sicher, dass der Hund nicht eifersüchtig wird. Danach war ihre Strategie folgende: Hund ruht, wenn Kind ruht. Hund bekommt Aufmerksamkeit, wenn Kind dabei ist (zum Gassigehen musste sie das Kind ja sowieso mitnehmen als Alleinerziehende). Ich war fasziniert was sie sich alles ausgedacht hat. Kind schreit, Hund darf mitkommen wenn das Kind geholt und auf den Arm genommen wird. Hund darf sich an sie kuscheln und bekommt zwischendurch Leckerli, wenn Kind gefüttert wird. Hund ist dabei wenn Kind gewickelt wird (und hat gelernt, die anfallende Wäsche ins Bad zu bringen, hatte also einen Job). Kind wurde wieder zur Ruhe gelegt, Hund wurde nicht mehr beachtet.
    Gut, sie ist eine ausgesprochene Strategin und hat es von Anfang an so durchgezogen, aber das hat gut funktioniert. In gewisser Weise handhabt sie es heute noch genau so. Über die Krabbelzeit der Kleinen sind sie auch gut gekommen. Und natürlich hat sie die beiden nie auch nur eine Sekunde alleine zusammen gelassen.

    Dort jedenfalls hat es gut geklappt, trotz eher anspruchsvollem Hund (also kein Schoßhündchen, falls es sowas überhaupt gibt). Der Hund ist ausgelastet und verbindet alles Gute in seinem Leben mit dem kleinen Menschenkind. Ich bewundere sie dafür, wie sie das hinbekommen hat.

    Vielleicht ist ja die ein oder andere kleine Anregung dabei, die auch bei dir funktionieren kann. Wie gesagt, ich bin nicht in der Situation.... Wenn du meinst es sei Blödsinn, dann bin ich nicht beleidigt :)

  • Jetzt hat mir auch noch meine Hundesitterin mitgeteilt, dass sie ab März für mind. 6-8 Wochen ausfällt wegen einer Fuss-OP :sad2: !! Das kann heiter werden !! Ich kann meinen Papa nicht sooo lange für jeden Tag einplanen ... er ist auch nicht mehr der Jüngste.

  • Mh, ich weiss ja nicht, wo genau Du in Hamburg wohnst und wie verträglich Dein Hund mit drei kleinen (anfänglichen) Angst-Keifern ist, aber ich werde im März/April eher noch nicht wieder arbeiten können und hätte Zeit zum Hundesitting...
    LG von Julie

  • Mir haben schon etliche hundesitter gekündigt! Es fand sich immer eine Lösung! Hast du schon eine Anzeige bei Tierhelden.de gemacht? Da findet sich eigentlich immer jemand!

  • Ich muss gestehen, dass ich bisher noch nie einen anderen Hundesitter hatte. Das Ding ist ja, dass der/die einen Hausschlüssel braucht und ich lass' nicht JEDEN in meine Wohnung. Mein Papa hat einen Schlüssel und eben die Hundesitterin. Naja - mal überlegen. Bis März wird sich eine Lösung finden ....

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