Begleithundeprüfung - Muss das so sein?

  • Hallo zusammen,

    wenn man sich bei uns im Kreis von der Leinenpflicht befreien lassen will, ist eine Begleithundeprüfung Pflicht. Da ich Carli nicht nur in den erlaubten Bereichen frei laufen lassen will/kann, habe ich mich im Nachbarort beim Retriever-Club (Carli ist 50/50 Schäferhund/Labrador), die allerdings keine BH anbieten. Da Carli sowohl vom Wesen, als auch vom Aussehen zu 90 % Schäferhund ist, bin ich zum SH-Verein zwei Dörfer weiter. Gestern Nachmittag gab es einen Einführungsgespräch für alle neu interessierten, bei denen auch mehrere youtube-Videos von Begleithundeprüfungen gezeigt wurden. Zwei BH's wurden mit den Worten "sehr empfehlenswert" und "so was wollen die Richter sehen" kommentiert:

    http://www.youtube.com/watch?v=4xh5CDodCOs

    http://www.youtube.com/watch?v=dSKmgGVe5LQ


    Ich persönlich finde das nicht als "sehr empfehlenswert" sondern als sehr sehr abschreckend. Der erste Hund ist total überdreht und klebt gerade zu abartig an seinem Frauchen, der zweite zeigt meiner Meinung nach mehr Angst, etwas falsch zu machen und buckelt in meinen Augen, als daß er freudig bei der Sache ist.

    Mich würde einmal interessieren, wie ihr das seht. Bevor ich Carli so was zumute, laß ich es lieber....

    Liebe Grüße Sina

  • Das kommt doch ganz darauf an, wie du mit dem Hund übst. Außer den gleichen Übungen mußt du doch anderen nichts nachmachen. Meine Hunde sind immer freudig, weil ich keinen Druck aufbaue ;)

  • Hmmmm. Dieses Bedrängen sehen viele Richter gar nicht gerne. Leider wird aber vielfach noch so ausgebildet.
    Schau Dir dort mal das BH-Training an und entscheide dann, ob das für Dich was taugt. Alternativ schau Dich mal nach einem Verein um, in dem z.B. auch Agility gemacht wird. Dort ist die BH-Ausbildung auch oft etwas anders aufgebaut. Du kannst die Vorbereitung auch in jeder Hundeschule trainieren. Nur zur Prüfung brauchst Du dann einen Verein.

  • Ich finde das kann man nicht ganz vergleichen, beide Video´s zeigen eine sehr arbeitswillige Rasse, die quasi nur so auf Befehle wartet und gefallen möchte. Logisch, das die förmlich nur so am Bein kleben.
    Nr zwei wirkt evtl so ängstlich, da für mich der Besitzer einen ziemlich bedrohlichen Gang drauf hat.

    Messe dich bzw deinen Hund nicht an solchen Rassen ;)

    Ich würde mir an deiner Stelle ersteinmal die Trainingsmethoden anschauen, wie so gehandhabt wird in dem Verein, gerade Schäferhundvereine übertreiben da manchmal was den zwang angeht, was ich nicht gut finde, das heißt aber nicht, das es in deinem auch so sein muss.

  • Nach meiner Erfahrung macht es auch einen erheblichen Unterschied, ob man mit VPG-Leuten oder anderen Hundesportlern trainiert. Im Zweifelsfall bilde ich lieber alleine aus und gehe nur auf den Platz, um den Hund daran zu gewöhnen und die Gruppe zu üben. So habe ich es zuletzt auch mit meiner Hündin gemacht. Und sogar das Beagle-Tier hat im 1. Anlauf bestanden :-) Und glaub mal nicht, die wäre so eng gelaufen ;)

  • Das erste Video ist ja völlig abartig (MEINE MEinung). Dauernd das Geschubse um den Hund vom Bein wegzubekommen. Der arme will sich dauernd hinsetzen oder springt dauernd hoch. Finde ich absolut nicht normal und so WILL ich meinen Hund (38kg) auch gar nicht vor meinem linken Bein haben.

    Damals hat mir der Trainer auch kein Verständnis entgegengebracht,w eil ich eben NICHT wollte das mir Alanna vor meinem Bein rumturnt. Fuss heisst für mich, mein Hund soll neben mir laufen und mehr nicht. Kein HansguckindieLuft, kein Hochspringen, kein dauernd mit Bein wegschieben.

    Wir haben dann keine Sportkarriere eingeschlagen. Allerdings haben wir hier auch genügend Flächen wo Hundis ohne Leine laufen dürfen.

  • Du musst eben bedenken, dass die Begleithundeprüfung eine "Dressurprüfung" ist, die mit Alltagsgehorsam wenig zu tun hat. Als ich das mit meiner Hündin geübt habe, damals, habe ich zwei "Fuß"-Kommandos: Das Hundeplatz-Fuß, wo sie mir am Bein klatschte und dann das Alltags-Fuß, bei dem sie nah bei mir ging, ohne mich komplett einzusauen.

    Frag doch mal nach, ob evtl. ein Hundeführerschein auch funktionieren würde - z.B. der vom BHV. Da wird wirklich Alltagsghorsam geprüft und da reicht es, wenn der Hund bei Dir läuft ;)

    Viele Grüße
    Corinna

  • Zitat

    Der erste Hund ist total überdreht und klebt gerade zu abartig an seinem Frauchen, ....


    Ich finde es ehrlich gesagt nicht sehr nett, das als abartig zu betiteln. Klar hibbelt der, aber er läuft halt auch engagiert mit, achtet genau auf Frauchen und platzt offensichtlich fast vor Arbeitswille. Das finde ich persönlich erstrebenswerter als die BHs in denen der Hund zu Tode gelangweilt neben Frauchen herlatscht, weil er z.B. monatelang bis zum Erbrechen immer wieder denselben Ablauf geübt hat. Und dass es nach einer BH nichts mehr zu optimieren gibt (z.B. das Hibbeln) hat ja niemand behauptet.

    Klar musst du das nicht so üben oder so anstreben. Aber es nicht gleich so abzuwerten wäre meiner Ansicht nach respektvoller...

  • Zitat

    Ich finde es ehrlich gesagt nicht sehr nett, das als abartig zu betiteln. Klar hibbelt der, aber er läuft halt auch engagiert mit, achtet genau auf Frauchen und platzt offensichtlich fast vor Arbeitswille. Das finde ich persönlich erstrebenswerter als die BHs in denen der Hund zu Tode gelangweilt neben Frauchen herlatscht, weil er z.B. monatelang bis zum Erbrechen immer wieder denselben Ablauf geübt hat. Und dass es nach einer BH nichts mehr zu optimieren gibt (z.B. das Hibbeln) hat ja niemand behauptet.

    Klar musst du das nicht so üben oder so anstreben. Aber es nicht gleich so abzuwerten wäre meiner Ansicht nach respektvoller...

    Unterschreibe ich so. :gut:

  • Zitat


    Ich finde es ehrlich gesagt nicht sehr nett, das als abartig zu betiteln. Klar hibbelt der, aber er läuft halt auch engagiert mit, achtet genau auf Frauchen und platzt offensichtlich fast vor Arbeitswille. Das finde ich persönlich erstrebenswerter als die BHs in denen der Hund zu Tode gelangweilt neben Frauchen herlatscht, weil er z.B. monatelang bis zum Erbrechen immer wieder denselben Ablauf geübt hat. Und dass es nach einer BH nichts mehr zu optimieren gibt (z.B. das Hibbeln) hat ja niemand behauptet.

    Klar musst du das nicht so üben oder so anstreben. Aber es nicht gleich so abzuwerten wäre meiner Ansicht nach respektvoller...

    Da schließe ich mich voll und ganz an.

    Es steckt übrigens sehr viel Arbeit hinter solchen Übungen.

    Vor kurzem bin ich mit meinem Hund die BH gelaufen und habe die Fußarbeit noch mal komplett neu aufgebaut, in der mich mein hund noch konzentrierter ansieht und freudig mitläuft. eine solche, monatelange arbeit als "abartig" zu bezeichnen ist unterste schublade.

    wenn man seinen hund das dressur-Fuß nicht beibringen will, dann soll man es doch einfach lassen?!
    für ne BH reicht es ja schon, wenn der Hund auf der Höhe des beins mitläuft und sich nicht verselbstständigt.

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