Pro/Kontra Tauschgeschäfte bei Futteraggression

  • Zitat

    ... ich kann ihnen auch im Notfall etwas aus dem Maul nehmen, ohne dass sie knurren, schnappen oder lochen.

    Aber das ist bei Beute/Futteraggressiven Hunden eben nicht so -und darum geht es hier ja... Was würdest Du da machen?

    Zitat

    Nicht bestechen, sondern belohnen.

    Dagegen spricht ja auch nichts -ich mache es ja genauso -AUSSER es handelt sich um aggressives verhalten, das ich abstellen will.

    Zitat

    Von Tauschgeschäften halte ich nichts. Im Wolfsrudel (das es ja, wie wir alle nach "neuesten Erkenntnissen" wissen, genausowenig gibt wie eine hierarchische Struktur mit unterschiedlichen Privilegien) kommt das auch nicht vor.

    Stimmt wohl, aber da unsere Hunde domestiziert sind und weder sich selbst noch uns für Wölfe halten, finde ich, dass man den Vergleich im Verhalten und in der Erziehung nicht vergleichen kann.

    Zitat

    Ich frag mich ja, was das Aufnehmen von Gift etc. mit tauschen/sich etwas abnehmen lassen zu tun hat.
    Ich tausche, ja. Aber mit einem anderen Hintergrund ;)

    Und ich kenn da den ein oder anderen Hund, der sich die Beute nicht mal eben aus dem Maul nehmen laesst. Joa, da muss man mit ner entsprechenden Reaktion des Hundes rechnen. Ich hab z.B. kein Bock auf diese Reaktion und von daher tausche ich bei dem einen Hund (was super klappt) und bei dem anderen verzichte ich meistens auf das Spielzeug (also darauf, es wieder zu bekommen)..

    Und wenn doch mal ein Kind hingeht, hat es Pech gehabt, weil der Hund ist halt so?
    Oder wenn er etwas verbotenes/gefährliches im Maul hat, ist das dann eben auch Pech.
    Um genau solche Hunde geht es doch hier. Und so ein Verhalten ist für mich keinesfalls akzeptabel.

  • Ich bin fürs Tauschen weil ich den Rat sich einfach durchzusetzen, wenn er allgemeingültig sein soll, für gefährlich halte.

    Wir haben unsere mit 11 Monaten bekommen. Ohne Vertrauen in Menschen und mit einer etwas merkwürdigen Nebenerscheinung: sie hat nur nachts gefressen.

    Ich wollte ihr einmal am Anfang etwas wegnehmen, weil ich sehen wollte, was ihr die Nachbarin da zugesteckt hat ohne zu Fragen - und wurde angeknurrt...

    Wen wundert das bei einem Hund aus Rumänien? Futter bedeutet Überleben - ob es davon genug gab, wer weiß das schon? Dass sie nur nachts fraß, vielleicht hat sie das immer so gemacht, sich erst rangetraut, wenn die anderen Hunde satt waren oder schliefen.

    Also wurde tauschen geübt, Vertrauen aufgebaut - heute kann die ganze Familie ihr alles wegnehmen. Es scheint wohl angekommen zu sein: die lassen mich nicht hungern, es gibt genug um zu Überleben: ich bin sicher.

    Welchen anderen Weg hätte es gegeben um ihr eine "Beute" abzunehmen?
    Klar, hätte ich meine Motorradhandschuhe anziehen und es einfach durchsetzen können bei meinem 13 kg - Hundchen.

    Und bei nem Kangal, nem DSH oder nem anderen Großkaliber????

    Da fände ich es leichtsinnig so etwas überhaupt zu versuchen - immer im Hinterkopf, dass das Thema Futter für den Hund bierernst ist...

    Nein Danke und deshalb pro Tauschgeschäft.

  • An diese Hunde kommt mit mir zusammen kein Kind!! Und sie stehen soweit im Gehorsam, dass sie nicht einfach etwas aufnehmen..

    Btw. das sind nicht meine Hunde, aber ich habe jeden Tag mit ihnen zu tun und immer Kekse fuer die Huendin zum tauschen in der Hosentasche.

  • Zitat


    Und bei nem Kangal, nem DSH oder nem anderen Großkaliber????

    Tja, einige Leute hier scheinen sich ganz toll zu fühlen, wenn sie einem Herdenschutzhund eine geballert gehaben und dieser das ohne Contra über sich ergehen lassen hat...

    Hoffe, es gibt nicht zu viele Nachahmer.

  • Wenn ein Hund bei mir Futteraggressionen zeigt dann trainiere ich das.
    Mit dem klassischen Tauschen hab ich aber auch so mein Problem, da es schnell dazu kommt, dass man den Hund besticht oder ablenkt. Das will ich ja nicht. Ziel ist, dass der Hund sich Futter abnehmen lässt und für gutes Verhalten bestärkt wird, um dieses Verhalten häufiger zu zeigen. Um das zu trainieren kann ich ja nicht mit dem Bestärker kommen BEVOR der Hund das Futter abgegeben hat.
    Von Ausnahmen abgesehen sind Hunde, die eine ausgeprägte Futteraggression zeigen eher unsicher und von Ausnahmen abgesehen beißen Hunde in solchen Situationen nicht mit Beschädigungsabsicht zu.
    Ich nehm dem Hund dann das was er hat einfach weg. Ruhig und konsequent, ohne eigene Unsicherheit. Meinetwegen geschützt mit dicken Arbeitshandschuhen.
    Knurren, Zähne fletschen und in Richtung meiner Hand schnappen kenne ich...mehr bisher nicht (aber um mich zu wiederholen, ich weiß dass es Hunde gibt, die in dieser Situation "mehr" zeigen!).
    Auf dieses Verhalten reagiere ich in keinster Weise.
    Beruhigt sich Hund dann wieder gibt es aus meiner Hand was Besseres.
    Nach relativ wenigen Wiederholungen wurden bisher die Reaktionen der Hunde immer weniger und nach einigen Tagen war das Thema ausgestanden.
    Meine Erfahrungen dazu...

  • Zitat


    Nach relativ wenigen Wiederholungen wurden bisher die Reaktionen der Hunde immer weniger und nach einigen Tagen war das Thema ausgestanden.
    Meine Erfahrungen dazu...

    Hoffen wir, dass dir nur Weichspülhunde in die Hände kommen.
    Ich kenn genug Jagdhunde, die durch solche Ideen nur schlimmer geworden sind, bis sie letztendlich unter die Erde gekommen sind :(.

    Ich kann Corinnas Beitrag nur beipflichten, eine Kombination aus positiver und negativer Verstärkung ist ideal.

    Und auch hier hoffe ich, dass das kein unbedarfter Forenleser nachahmt....Arbeitshandschuhe..tsts

    Dieses Buch ist absolut empfehlenswert: http://www.antijagdtraining.com/shop/article_8…6aid%3D814-1%26

  • Na ja, es gibt sicher auch Handschuhe, die so einiges aushalten... :hust:
    Hundehalter natürlich auch.....

    Es soll jetzt nicht drum gehen, wer hier mutig ist und wer ein Angsthase. Aber von mir aus gesehen. Wenn ich höre, wie die Knochen knacken wenn mein Hund richtig kaut.......

    dann wäre mir da wirklich mulmig beim einfach wegnehmen - und alleine deshalb hätte ich verloren.

    Finde ich übrigens auch einen Grund um es zu lassen und den anderen Weg zu wählen.

  • Zitat


    Beruhigt sich Hund dann wieder gibt es aus meiner Hand was Besseres.

    So mache ich es auch. Ich tausche nicht, sondern nehme weg und breche mit einem "pfui" ab.
    So lernen sie innerhalb kürzester Zeit, dass es nicht schlimm ist, wenn ich das Futter nehme, da sie es wieder bekommen.

  • Zitat

    Tja, einige Leute hier scheinen sich ganz toll zu fühlen, wenn sie einem Herdenschutzhund eine geballert gehaben und dieser das ohne Contra über sich ergehen lassen hat...

    Hoffe, es gibt nicht zu viele Nachahmer.

    Ich fühle mich jetzt mal nicht angesprochen. ;) Ich trete einem Hund immer mit Respekt gegenüber -wie Menschen auch. Ich würde nie einen Hund schlagen. Auch dann nicht, wenn mir sein Verhalten nicht gefällt -denn das mache ich ja bei Menschen auch nicht (und die hätten das oft mehr verdient, als jeder Hund!)

    Zitat

    Ich bin fürs Tauschen weil ich den Rat sich einfach durchzusetzen, wenn er allgemeingültig sein soll, für gefährlich halte.

    Welchen anderen Weg hätte es gegeben um ihr eine "Beute" abzunehmen?
    Klar, hätte ich meine Motorradhandschuhe anziehen und es einfach durchsetzen können bei meinem 13 kg - Hundchen.

    Und bei nem Kangal, nem DSH oder nem anderen Großkaliber????

    Da fände ich es leichtsinnig so etwas überhaupt zu versuchen - immer im Hinterkopf, dass das Thema Futter für den Hund bierernst ist...

    Nein Danke und deshalb pro Tauschgeschäft.

    Es gibt doch aber nicht nur diese 2 Möglichkeiten... :???:

    Zitat


    Bei älteren oder Beuteaggressiven Hunden fang ich kleiner an. Es gibt Futter und Leckerli erstmal nur aus meiner Hand -dann neben meiner Hand auf dem Boden (dazwischen wird auch mal etwas weggenommen oder "gestreichelt") sobald auch nur die Ohren nach hinten gehen, ist das Futter/Leckerli weg. So hab ich es bisher immer geschafft einen Hund "Futterzahm" zu bekommen -mal mehr und mal weniger schnell -je nachdem wie gefestigt dieses Verhalten schon war. Danach habe ich ihn daran gewöhnt, dass auch andere Menschen/Kinder randürfen.


    Das halte ich für fatal! Erstens bringe ich mich dadurch in Gefahr (ok, das ist mein Problem) Zweitens -und das finde ich schlimmer- fordere ich aggressives Verhalten vom Hund herraus. Das darf nicht sein. Und Du sagst ja selber, dass der ein oder andere auch beissen würde. Ich würde es niemals herrausfordern, dass ein Hund einen Menschen beisst -egal ob mich oder andere. Denn die "Beisshemmung" die die meisten Hunde dennoch haben, würde ich damit zunichte machen.

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