Pro/Kontra Tauschgeschäfte bei Futteraggression
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Dieses ständige Wegnehmen von Beute, "Weil der Hund wissen muss, das ICH alles nehmen darf", führt doch erst zum Verteidigen von Beute. Das kann man mit Tauschen einfach prima verhindern.Waaaaah, ich weiß nicht, wie ich es gescheit in Worte fassen kann.

Ich weiss was Du meinst
Allerdings gibt es Hunde die einfach Beuteaggressiv sind. Ohne es antrainiert bekommen zu haben. Bei mir ist noch kein Hund Beuteaggressiv geworden. Das kommt eher bei Strassenhunden vor oder allgemein bei Hunde denen oft etwas geklaut wurde.
Nicht dass mich hier jemand falsch versteht -ich nehme meinen Hunden nicht ständig etwas weg! Ich schaue aber trotzdem -was würde passieren, wenn ich (oder jemand anderes) das tut. Mir geht es nicht darum, dass ich den Hund ärger, sondern aggressives Verhalten zu erkennen und zu unterbinden.Laila kam mit ca 7 Monaten zu mir und sie reagierte anfänglich mit leichtem Knurren, als man (oder Hund) ihr zu nahe kam beim Fressen. Ich liess sie erstmal hier ankommen und erkennen, dass hier kein Futternotstand herrscht und sie keine Angst haben muss, dass sie zu kurz kommt (was scheinbar vorher der Fall war, da sie extrem mager war) Aber dann musste sie auch lernen, dass ein Mensch an ihr Futter darf, das aber nichts schlimmes ist. Bei Spike war das nie ein Thema, er schaute recht verwundert, als ich ihm ein paar Brocken aus dem Napf nahm und reagierte auch bei anderen Menschen nichtmal ansatzweise aggressiv. Damit war das Thema für uns hier gegessen. Mittlerweile schaue ich nur sporadisch, ob die zwei irgendwie reagieren, wenn ich oder ein Kind hingeht -sie sind brav und werden auch bestimmt nicht unnötig von mir geärgert.
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Hallo,
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Dieses ständige Wegnehmen von Beute, "Weil der Hund wissen muss, das ICH alles nehmen darf", führt doch erst zum Verteidigen von Beute.
Das kann ich - aus meiner persönlichen Erfahrung mit meinen Hunden - nicht bestätigen. Ich darf jederzeit alles wegnehmen (was ich natürlich nicht dauernd und aus reiner Schikane tue!) und der Hund nimmt es hin.Von Tauschgeschäften halte ich nichts. Im Wolfsrudel (das es ja, wie wir alle nach "neuesten Erkenntnissen" wissen, genausowenig gibt wie eine hierarchische Struktur mit unterschiedlichen Privilegien) kommt das auch nicht vor.
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Von Tauschgeschäften halte ich nichts. Im Wolfsrudel (das es ja, wie wir alle nach "neuesten Erkenntnissen" wissen, genausowenig gibt wie eine hierarchische Struktur mit unterschiedlichen Privilegien) kommt das auch nicht vor.
Was die im Wolfsrudel machen,
Hier ist in den unterschiedlichen Konstellationen aber auch nie ein ranghoeherer Hund daher gegangen und hat einem anderen etwas abgenommen. Gelegentlich hat das ein Welpe/Junghund genau einmal ausprobiert und dafuer dann ne ordentliche Antwort kassiert. Hingegen haben alle Konstellationen gerne untereinander den Tausch angeboten oder versucht mit Trick17 an das Objekt der Begierde zu kommen. -
Wir sind mit dem Thema bei unseren Hunden, nicht im Wolfsrudel. :|
Ich bin gegen das Tauschen, wenn es als Lockmittel eingesetzt wird.
Ich der Beziehung habe ich einen unproblematischen aber auch 'geübten' Hund.
Beigebracht habe ich ihr, dass sie keine Angst um ihr Futter haben braucht. Anstatt wegzunehmen, habe ich oft etwas besonders Leckeres in ihre Schüssel dazugelegt während sie am Fressen war.
Wäre schon diese Situation kritisch, könnte man beginnen, etwas neben den Napf zu werfen, während des Fressens.
Als Blue jung war, haben wir mit Kausachen oft zuerst gespielt.
Dabei hat sie gelernt, dass SIE letztendlich das Kauzeug bekommt.
Sie muß eigentlich IMMER zuerst etwas tun für ihr Futter. Das Allermindeste ist Warten auf die Freigabe.Ich kann ihr ohne Probleme alles aus dem Maul nehmen.

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Wir halten das so. Schnappt sich der Herr bei uns Schuhe oder andere Dinge die nicht gekaut werden sollen, gibt es ein "nein" das Teil wird weggenommen.
Ich hole ihm dann was, dass er kauen darf. Ich tausche ja hiermit nicht wirklich, aber doch
Erstmal gibt es sozusagen das Verbot, aber da Louis wirklich starken Kaudrang hat manchmal, gebe ich ihm dann die Alternative. -
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Gehen wir mal davon aus, dieser Hund wäre als "Second"hand Hund zu mir gekommen.
Er knurrte, wenn ihm jemand was wegnehmen will.
Er biss auch, wenn man ihm es weg nahm.
Aber diesem Hund hätte ich das Schicksal ersparen können, dass er Köder aufnimmt, hier aktuell Fleischköder mit Glas oder Nägeln drin.
Fange ich bei so einem Hund an mit tauschen?
Nein, ich will nämlich nicht, dass ein Hund was aufnimmt bzw. etwas aufnimmt, wenn ich es ihm nicht erlaube.
Und wenn er es aufnimmt, dann muss ich es ihm abnehmen können, immer!!!!!!!!
Und ja, dies kann lebensrettend sein, leider sind schon zu viele Hunde gestorben
Bibi,
denkst du wahrhaftig, ich könnte meinen Hunden nicht verbieten, etwas Verbotenes aufzunehmen, wenn ich es sehe?
Ja, das kann ich.
Genauso kann ich ihnen das Kommando "aus" erteilen, wenn ich nichts zum Tauschen dabei habe, da das Wort "aus" durch Tauschen konditioniert wurde.
Sie haben gelernt, dass Ausspucken von Beute nichts Schlimmes ist, ich kann ihnen auch im Notfall etwas aus dem Maul nehmen, ohne dass sie knurren, schnappen oder lochen.
Niemand behauptet, dass ein Hund lediglich etwas ausgibt, wenn man ein Tauschgeschäft anbietet.
Das wäre Bestechung, anstatt Belohnung.
So funkioniert es doch im Prinzip bei allen beigebrachten Kommandos/Tricks:
Nicht bestechen, sondern belohnen.In deiner ersten Antwort hast du geschrieben, dass du nicht möchtest, dass dein Hund bei der Beuteabnahme in deinen Arm beißt (wer wünscht sich das?).
In dem obigen Zitat schreibst du von einem Hund, der biss, wenn man ihm etwas wegnahm.
Wie bist du denn vorgegangen, um Beute aus dem Maul zu nehmen?
Oder wie würdest du bei einem Hund vorgehen, der das mit einem Biss quittieren würde?ZitatVon Tauschgeschäften halte ich nichts. Im Wolfsrudel (das es ja, wie wir alle nach "neuesten Erkenntnissen" wissen, genausowenig gibt wie eine hierarchische Struktur mit unterschiedlichen Privilegien) kommt das auch nicht vor.
Nein, Wölfe bieten wohl kaum Tauschgeschäfte an, da hast du Recht.
Im Zweifelsfalle kloppen sie sich, ebenso wie Hunde untereinander, um Ressourcen.
Oder einer lässt die Beute fallen, damit er keine Haue bezieht.
In einem echten Rudel bringt auch kein Wolf dem anderen "Sitz, Platz, komm, Fuß, nein und aus" bei, füllt den Fressnapf auf, sie führen sich auch nicht gegenseitig an der Leine aus, sie kommunizieren auch nicht mit Menschen, werden nicht im Auto zur Tierklinik gefahren oder besuchen gemeinsam die Hundeschule oder den Hundeplatz.
Oder wie hast du deinen Hunden das alles beigebracht, indem du hündisch mit ihnen kommuniziert hast?Gruß
Leo -
Ich frag mich ja, was das Aufnehmen von Gift etc. mit tauschen/sich etwas abnehmen lassen zu tun hat.
Ich tausche, ja. Aber mit einem anderen Hintergrund
Und ich kenn da den ein oder anderen Hund, der sich die Beute nicht mal eben aus dem Maul nehmen laesst. Joa, da muss man mit ner entsprechenden Reaktion des Hundes rechnen. Ich hab z.B. kein Bock auf diese Reaktion und von daher tausche ich bei dem einen Hund (was super klappt) und bei dem anderen verzichte ich meistens auf das Spielzeug (also darauf, es wieder zu bekommen)..
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Hier läuft ja einiges durcheinander.
Für meine Hunde gibt es ein Verbotswort - also "brich dein Verhalten ab" und ein Kommando etwas aus dem Maul fallen zu lassen oder in meine Hand fallen zu lassen.
Beides trainiere ich einzeln.
Einen Hund, der Beuteaggression zeigt, würde ich anders (intensiver) trainieren, als einen, dem es egal ist. Aber das ist ja immer so: Ich üb grundsätzlich das am meisten, was nicht funktioniert.
Beuteaggression kann erlernt und/oder Veranlagung sein. Trainieren muss man es aber so oder so.
Viele Grüße
Corinna -
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Pro/Kontra Tauschgeschäfte bei Futteraggression
So lautet die Fragestellung.
Was ist denn die Ursache für eine Futter - Beuteaggression gegenüber Menschen?
Und wie geht ihr denn vor, liebe User, die gegen Tauschgeschäfte sind, wenn ein Hund bereits Beute mit Aggressionen verteidigt und definitiv die Abnahme mit einem Biss quittieren würde, wenn das Verbotene bereits im Maul ist und binnen von Sekunden im Magen landen wird?
Das interessiert mich wirklich.Wie schon gesagt, meine Hunde haben das Ausspucken durch Tauschen gelernt, das Wort "aus" habe ich so konditioniert, sie spucken zuverlässig aus, auch wenn ich nichts dabei habe.
Genauso kann ich die Aufnahme, wenn ich schnell genug bin, mit einem "Nein!" unterbinden.
Befindet sich bereits Beute im Maul, könnte ich sie ohne Biss, aus dem Fang nehmen, weil beide gelernt haben, dass es nicht schlimm ist, wenn ich mich ihnen nähere, obwohl sie etwas im Maul haben.
Und in einem Notfall (wie oft kommt dieser tatsächlich vor?), nehme ich es einfach ab, ohne Diskussion, ohne Biss, weil sie gelernt haben, mir vertrauen zu können und es in der Regel dafür eine Belohnung gab.
In einem Notfall gibt es eben keine.
Na und?
Deswegen lochen sie mich nicht.
Es geht doch zunächst um den Lern - bzw. Lehrprozess, den ich durchaus durch Tauschgeschäfte positiv aufbauen kann.Gruß
Leo -
Also ich bringe es meinen Hunden auf ein (gesprochenes) Signal hin über positive Bestärkung oder negative Bestärkung bei und habe es über das Signal hin dann später abrufbar. Unabhängig davon, ob ich nu eine Belohnung in der Tasche habe oder nicht.
Die klassischen Tauschfehler:
Der Mensch vergisst den Schritt das Signal zu trainieren. Heißt, das Signal ist das Vorhandensein von der Belohnung. Im Klartext ist das: Das Signal ist für den Hund die Hand, die mit einem Leckerchen hingehalten wird. Wenn man das so als Signal trainiert, kann ja der Hund nix dazu, dass es ihm so beigebracht wurde...Und der nächste Fehler: Die "Bestechung" wird dann herausgeholt, wenn der Hund schon unerwünschtes Verhalten zeigt. Das heißt, man belohnt den Hund für unerwünschtes Verhalten.
Und dann noch ein Klassiker: Je böser der Hund wird, desto mehr Druck macht der Mensch. Das schaukelt sich hoch und das mit dem Tauschen wollen gerät dadurch deutlich in den Hintergrund.
Tauschen ist als Einstieg sinnvoll. In einer Übungssituation, in der der Hund noch nicht droht und sich gut verhält. Aber dann, wenn dem Hund klar ist, dass man was "verdienen" kann, sollte man sofort den Schritt weg vom "Ich zeig Dir mal, was da ist" machen und gezielt gutes Verhalten belohnen.
Viele Grüße
Corinna - Vor einem Moment
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