Mein Hund wurde gebissen - wie weiter vorgehen?

  • Und das ist der Punkt, ich glaube, da spekulieren viele Versicherungen drauf.
    Die meisten Leute denken, sie hätten halt keinen Anspruch über die Versicherungsleistungen hinaus, oder sie scheuen einfach den Rechtsweg.
    Mir sind auch mal TA Kosten entstanden wegen so einem Vorfall. Allerdings nicht so hohe, dafür mit Langzeitwirkung, wegen kaputter Gelenke.
    Und ich habe damals der Versicherung geglaubt, dass jeder seinen Schaden selber zahlen muß, nur weil beide Hunde frei waren.
    Da der Betrag sehr gering war habe ich auch nichts weiter gemacht, war auch nicht Rechtschutzversichert.
    Da wußte ich ja noch nicht, dass sich das über Jahre hinweg zieht und nun in Kürze eine OP ansteht.

  • Zitat

    Damals war ich alleinerziehend mit Kind, leider hätte ich kein Geld für eine Klage aufbringen können und zudem, gibt es keine Gewissheit, daß man dann Recht bekommt.

    Das war bestimmt sehr schlimm für dich, aber es rechtfertigt nicht pauschal zu behaupten, dass einem nur die Hälfte zusteht. Und wie schon gesagt wurde, was die Versicherung zahlt und wozu der andere Halter verpflichtet ist sind zwei paar Schuhe.

  • Zitat

    Meiner hat ja auch etwas provoziert und geknurrt. Oder müssen wir uns die Kosten teilen?, weil die Hunde nicht angeleint waren?


    Beißen sich Hunde gegenseitig, bedeutet dies im Regelfall, dass der eine Hundehalter für die Verletzungen (Behandlungskosten) des Hundes des anderen Halters aufkommen muss, beziehungsweise die Behandlungskosten gegeneinander aufgehoben werden. War aber der eine Hund angeleint und der andere nicht, so gilt ein anderer Haftungsverteilungsmaßstab. In diesem Fall trägt der Halter des nicht angeleinten Hundes die Kosten für die tierärztliche Behandlung des anderen Tieres alleine (Urteil des Amtsgerichts Frankfurt am Main, Aktenzeichen: 32 C 4500/94-39).
    Quelle

    Ist also ganz einfach: Beide Hunde waren nicht angeleint. Dein Hund hat den Boxer nicht verletzt. Die andere Hundehalterin muss den Schaden alleine tragen.

  • Zitat

    .....Naja nu, wofür hat man denn dann die Versicherung? ......

    Bestimmt nicht, damit man sämtliche Bagatellschäden über die Versicherung abwickelt!

    Wie ja jetzt geschrieben wurde, waren es ca. 50 Euro Schaden. Und wenn mehrere solche Schäden über die Versicherung abgewickelt würden, bräuchte der Halter sich nicht zu wundern, daß die irgendwann kündigen nach einem dritten/vierten solchen Fall, da hat die Versicherung nämlich das Recht zu.

    Und wenn jeder noch so kleine Schaden über die Versicherungen abgewickelt würde, brauchen sich Hundehalter nicht mehr über die stets steigenden Beiträge zu wundern...

    Für mich ist ne Versicherung da für den absoluten Notfall, wenn größere Kosten anfallen würden, die ich alleine nicht stemmen könnte. Ob das in der Haftpflicht ist (wenn ich da rausgeflogen bin wegen ner Bagatelle, und darf dann die mehreren 100.000,- € wegen Hund-auf-Autobahn-gerannt oder so selbst zahlen, hab ich nichts gewonnen!), oder in der Krankenversicherung, wenn ich zum fünften Mal einmal Pfote nähen über die KV abrechne, hinterher aber dank Rauswurf die lebensrettende OP nach einem Unfall nicht zahlen kann und der verblutende Hund dann evtl. sogar nicht behandelt wird, weil ich die OP nicht gleich in bar zahlen kann.....

    Ich schreibe das nur, weils mir mit meiner Rechtsschutz mal so gegangen war - über die Jahre hatten die etliche Streitigkeiten problemlos reguliert, sogar zu meinen Gunsten entschieden. Irgendwann hab ich dann nen Anwaltsbrief aufsetzen lassen, weil meine damals noch minderjährige Tochter an so ein Abo von ner Abzocker-Website gekommen war, wo man nur im Kleingedruckten den Jahresbeitrag reingeschrieben hatte. Das (erfolgreich in puncto Kostenübernahme, aber auch im Ergebnis) über die Rechtsschutz abgewickelt (ne Sache von vielleicht nicht mal 100,- Anwaltskosten), und schon war ich rausgekündigt aus der Versicherung! Und dann find mal ne neue Versicherung, weil Du ja Vorschäden bzw. Vorversicherungen beim Vertragsabschluß angeben mußt...... Eine neue Versicherung, die diese Frage nicht stellt, ist meist erheblich teurer (die wissen schon, warum.....).

    LG,
    BieBoss

  • Zitat

    Das war bestimmt sehr schlimm für dich, aber es rechtfertigt nicht pauschal zu behaupten, dass einem nur die Hälfte zusteht. Und wie schon gesagt wurde, was die Versicherung zahlt und wozu der andere Halter verpflichtet ist sind zwei paar Schuhe.

    Du solltest mal deine Brille aufsetzen :/ wo hab ich denn geschrieben das es dem Halter nicht zusteht :/

  • Sorry. Aber immer sind die Kleinhundbesitzer geschockt und sozusagen erstmal handlungsunfähig, wenn sie ihren Hund mit anderen spielen lassen und es kommt plötzlich zur Beisserei. :ops:
    Dein Hund ist zu den anderen dazugekommen. Zu der Gruppe mit der der Boxer vorher friedlich agiert hat. Ob dein Hund immer so friedlich ist, sei jetzt mal dahingestellt. (Das hab ich schon sooooooo oft von Kleinhundbesitzern gehört, die dann auf meinen Hund losgegangen sind).

    Wenn dein Hund doch schon geknurrt hat bzw. die Hunde sich angeknurrt haben, warum hast du es drauf ankommen lassen, dass sowas passiert? Nach dem Motto "Die regeln das schon unter sich" oder wie? Weil sonst auch niemand eingegriffen hat?

    Warum hast du deinen (offensichtlich ja kleineren) Hund nicht früher aus der Situation genommen?

    Vorgehen würde ich an deiner Stelle gar nicht. Ich persönlich würde mich hüten, jetzt von der anderen HH die TA Kosten ersetzt zu bekommen, denn du hast zumindest eine Teilschuld.
    Und was ist, wenn der Boxer auch ne Verletzung davon getragen hat? Ach ne, geht ja nicht, der ist ja viiiiiiiiiel größer. *Ironieaus*.

  • Zitat

    Huhu,
    ich kann mich dem nur anschließen. Allerdings ist es auch situationsabhängig... meiner hat außer "kurz pöbeln und sich groß fühlen" nie einen Hund angegriffen. Aber jetzt wurde er verletzt, er hat am Bein Bisswunden und direkt am Auge. Und wenn ein Hund so weit geht, dass er ernsthaft zubeißt, finde ich, dass die HH dies alleine tragen sollte. Weil zwischen pöbeln und richtig zubeißen ist noch ein enormer Unterschied.... denk ich zumindest ;-) Vielleicht sag ich es auch nur, weil mein Hund der "Geschädigte" ist. Ich bin auf jeden Fall froh, dass es meinen Hund nicht so schlimm erwischt hat. Der Tierarzt meinte, so wir das Stück Fleisch am Auge rausgebissen wurde, könnte man meinen, der Boxer sei Chirurg ;-) Also nochmal Glück gehabt!

    Ähm, das ist der einzige Beitrag bei dem mir etwas Unappetitliches hochkommt.

    Hätte der Boxer ernsthaft und richtig (sprich in klarer Beschädigungsabsicht) zugebissen, dann hätte dein Shelti-Mix unter Garantie nicht nur eine kleine Fleischwunde am Auge und eine (bisher scheinbar nicht behandlungsnotwendige) am Bein.

    So wie sich das für mich liest, war es eine „artgerechte“ Rauferei zwischen zwei potenten Rüden, weil beide Halter geschlafen und die Hunde nicht rechtzeitig aus der Situation rausgeholt haben. Dass Deiner dabei verletzt wurde ist schlicht und einfach Pech bzw. resultiert aus dem vorhandenen Kräfte-, Gewichts- und Kräfteunterschied.

    Ich finde die Halterin des Boxers verhält sich mehr als korrekt. Wäre ich die Halterin gewesen, hätte ich angeboten die Hälfte der TA-Rechnung zu zahlen, weil ich der Meinung bin dass auch von deinem Hund eine nicht wegzudiskutierende Tiergefahr ausgeht. Dein Hund hat ganz klar mit zur Rauferei beigetragen - auch wenn er "nicht Schuld" ist. Hätte sich ihr Hund auf Deinen angeleinten, gesicherten Hund gestürzt, so hätte ich auch gesagt, dass die Halterin des Boxers sämtliche TA-Kosten zu tragen hat.

    Das ist allerdings mein persönliches Rechtsempfinden, unabhängig davon was Versicherungen oder die Rechtssprechung das festhält.

  • Zitat

    Mein Hund wurde gebissen - wie weiter vorgehen?

    Gar nicht weiter vorgehen, froh sein das nicht mehr passiert ist und fertig. Was gibt es da zu überlegen. Die Versicherungen haben weiß Gott anderes zu tun als sich mit Bagatellschäden rum zu ärgern.

    LG Tina

  • Also ehrlich wenn ich das hier so lese :nein:
    Ein Grund mehr warum ich meinen Hund nicht mehr zu fremden Hunden lass. Wenn ich meinen Hund zu einen anderen unageleinten Hund hinlass kann sowas immer mal passieren,ist ja wenn ich richtig gelesen hab keine riesen Verletzung.Die andere HH verhält sich doch total korrekt!

  • Zitat

    Sorry. Aber immer sind die Kleinhundbesitzer geschockt und sozusagen erstmal handlungsunfähig, wenn sie ihren Hund mit anderen spielen lassen und es kommt plötzlich zur Beisserei. :ops:

    Moin, ich finde diese Anschuldigung ist nicht notwendig. Wir waren uns doch schon einig, wer beißt zahlt, wenn Beide frei waren.

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