Mittel zum Bestrafen
-
Gast19870 -
1. Oktober 2011 um 15:59
-
-
Hey ihr :)
Ich weiß nicht, ob Bestrafen der richtige Begriff ist. Jedenfalls finde ich, dass "Strafe" zufügen in der Hundeerziehung immer ein sehr heikles Thema ist. Mich würde nun interessieren, welche "Mittel" ihr in Ordnung findet (vorrausgesetzt in den Richtigen Händen) und mit welchen ihr vielleicht schonmal Erfahrung, gute oder schlechte gemacht habt. Vielleicht ist Strafe der falsche begriff. Mittel und Wege um unerwünschtes Verhalten eures Hundes zu unterbrechen/zu unterbinden.
In welcher Situation könntet ihr euch vorstellen, bestimmte Dinge einzusetzen?Ich habe schon mit folgenden Dingen gearbeitet:
- grobes wegdrängen, beim versuchten pöbeln/fixieren
- ein kurzer Ruck an der Leine, jedoch nicht permanent oder zum trainieren der Leinenführigkeit
- NEIN! auch mal gebrüllt
- der Erschreckeffekt (Leine geworfen )
- aus dem Zimmer schicken (anfangs wenn sie sehr aufdringlich war)
- durch eine Wendung den Hund selber volle Kanne in die Leine laufen lassen (Geschirr)Mir geht es darum, dass es mich interessiert, mit was ihr so (mit Erfolg?) arbeitet, oder ob ihr bei manchen Sachen sagt, das ist ein NoGo für euch und warum :)
- Vor einem Moment
- Neu
Hallo,
hast du hier Mittel zum Bestrafen schon mal geschaut ?*
Dort wird jeder fündig!-
-
Hier mal, was ich so mache:
- Wegdrängen, wenn Joschi frech im Weg herumsteht, Zurückrempeln, wenn er mich anrempelt
- kein richtiger Leinenruck, aber eben Richtungswechsel beim Ziehen, da gibt der unaufmerksame Hund sich selbst einen
- "Nein!" oder ein "Argh!"
- Leine werfe ich nur, wenn er im Freilauf an Hündinnen-Pisse leckt oder am Hintern einer Hündin klebt oder sie besteigen will
- Joschi darf nicht mehr vor der Wohnungstür liegen, da bekommt er jedes Mal ein "Geh mal da weg"
- "Abstand!", wenn er im oder am Bett nervt
- wenn er so tut, als würde er mich nicht hören, tippe ich ihn an der Schulter an, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen, mit einem "Hey"
-
Vorab: mir ist immer wichtig, wenn ich mal strafe, dass dann auch direkt danach das Loben folgt, wenn erwünschtes Verhalten gezeigt wurde.
Gearbeitet habe ich schon mit:
- Leinenruck: wurde von der Huschu als Leinenimpuls verkauft und gutgläubig hab ich dann auch damit gearbeitet, hat ja auch funktioniert. Wohl war mir dabei aber nie und heute würde ich es auch nicht mehr machen
- im Fell gezogen um dem Hund das Abbruchsignal zu verdeutlichen. siehe oben, würde ich auch nie mehr machen
- Leine und Schlüssel schmeißen: mach ich immer noch und finde es gut. Dadurch hat Janosch so Sachen gelernt im Freilauf auch auf Ferne zu hören (z.B. nicht die Gänse zu jagen); in der Situation musste eine schnelle einfache Lösung her und ihn hat es erschreckt, aber er war nicht übermäßig schreckhaft wenn mal so der Schlüssel geklimpert hat.
- Wasserspritze bei Pöbelei: hat funktioniert, war mir aber auch nicht sehr wohl dabei, wird nichtmehr gemacht.
- Körpersprachlich gedroht: mach ich wenn er sehen soll, dass das jetzt gar nicht gut war
- Stimmlich drohenFunktionieren tut das meiste, nur die Frage ist, was bewirkt das beim Hund. Habe ich dadurch ein nervliches Wrack, was ständig Angst vor Unerwartetem hat, oder gar vor einem selber, oder lernt der Hund durch die Wahl des richtigen Zeitpunkts etc. was falsch war und was er besser nichtmehr machen sollte.
Ich finde Strafe gehört genauso wie Lob zur Hundeerziehung dazu. Dadurch lernt der Hund schnell seine Grenzen, was ja auch für ihn sehr wichtig ist. Zudem ist mMn Strafe was ganz natürliches.
Wichtig ist Art und Intensität individuell zu gestalten und natürlich dem Hund die Möglichkeit geben das richtige zu tun, also nicht nur mit Strafe zu arbeiten. -
Wie strafe ich bzw. strafe ich überhaupt...
Ich versuche im Vorfeld schon nicht erst die die Situation entstehen zu lassen, wo ich strafen muss.
Trotzdem gibt es Momente, wo es ein scharfes "Hey" gibt oder ein "Wag es....", ebenso ein Rausschicken aus dem Raum und eine geschlossene Tür, wenn wir uns mal am Tisch vergessen.
Reicht bei uns vollkommen.
-
Naja meiner kriegt schon mal, wenn er bei Hundebegegnungen Fuß gehen soll und mir dann als Riesenstolperfalle vor die Füße springt, ein Knie in die Rippen geboxt.
Ich finde es bei der ganzen Fragestellung wichtig, seinen Hund einschätzen zu können, was der körperlich und psychisch abkann. Deshalb kann es eben nie einen allgemeingültigen Ratschlag geben, falls man auch aversive Methoden einsetzen möchte. Harry lässt sich z.B. überhaupt nicht durch klöternde Wurfgeschosse erschrecken. Aber ein gezielter Spritzer aus der Wasserpistole macht ihn zum ängstlichen Mäuschen. Leider habe ich im richtigen Moment nie die geladene Wasserpistole dabei
. Körperlich nimmt er Rempler durchaus als Korrektur hin, fängt aber nicht grad an zu weinen
. Er wiegt halt nicht viel weniger als ich!Leinenrucke, die er sich selbst zufügt, weil er nicht auf meinen Richtungswechsel geachtet hat, gab's schon viele und durchaus auch am Halsband. Darauf kann ich im nötigen Moment keine Rücksicht nehmen.
Ich hab ihm auch schon so richtig mit Schmackes eine geknallt, als er mir grob spielend richtig wehgetan hat. Da hat er verblüfft geguckt und es nach dem Motto abgetan: Ich hab die Hand gebissen und die Hand hat zurückgebissen. Damit hatte er kein Problem.
Was ich niemals tun würde ist, ihm kalten Blutes Schmerzen/Ängste zuzufügen, um Verhalten/Unterlassung zu erzwingen. Ebensowenig wie bei Kindern glaube ich bei Hunden daran, dass man mit Angst vor Strafe ein selbstbewusstes Individuum erzieht.
LG Appelschnut
-
-
Das einzige, was ich mache und man unter "Strafe" einordnen kann ist Aufmerksamkeit entziehen und ignorieren.
Mehr will ich nicht machen. -
Zitat
Das einzige, was ich mache und man unter "Strafe" einordnen kann ist Aufmerksamkeit entziehen und ignorieren.
Mehr will ich nicht machen.und...
ZitatWas ich niemals tun würde ist, ihm kalten Blutes Schmerzen/Ängste zuzufügen, um Verhal-ten/Unterlassung zu erzwingen. Ebensowenig wie bei Kindern glaube ich bei Hunden daran, dass man mit Angst vor Strafe ein selbstbewusstes Individuum erzieht.
Danke

Auf anraten eines erfahrenen Foris hier werfe ich manchmal Papiertaschentücher
wenn meine rosa Wattebäusche alle sind...Grüße
Susanne -
Danke für eure Antworten ich finde das wirklich interessant
ZitatDas einzige, was ich mache und man unter "Strafe" einordnen kann ist Aufmerksamkeit entziehen und ignorieren.
Mehr will ich nicht machen.Was ist denn, wenn dein Hund sich mal gar nicht benimmt? Also an der leine rumpöbelt oder zuhause Unsinn macht und du ihn dabei erwischst etc? Hast du ein Abbruchskommando das immer funktioniert oder macht er gar keinen Unsinn? Musstest du ihm mal was abgewöhnen und wie ja, wie dann?
Mich interessiert das wirklich, weil ich mir das so schlecht vorstellen kann und ich möcht einfach viel dazulernen
ZitatIch finde es bei der ganzen Fragestellung wichtig, seinen Hund einschätzen zu können, was der körperlich und psychisch abkann. Deshalb kann es eben nie einen allgemeingültigen Ratschlag geben, falls man auch aversive Methoden einsetzen möchte.
:thumbs:
-
Ich denke, es kommt ganz auf den Hund an, wie (und ob) man straft.
Frei nach dem Motto "So wenig wie möglich, soviel wie nötig."Für meine letzte Hündin war es das Schlimmste, wenn ich sie ignoriert habe oder meine Stimme einen drohenden Ton einnahm. Meistens haben nur Blicke gereicht, um sie von etwas abzuhalten oder sie zu etwas zu bringen. In ihrer Pubertät hab ich ein paar Mal die Leine geworfen, aber das wars dann auch schon. Sie war eben sensibel und sehr auf mich fixiert.
Ihre Nachfolgerin nun stellt mich vor ganz andere Herausforderungen. Auch wenn ich mich anfangs echt dagegen gesträubt habe und es auch absolut nicht meine Art ist, muss ich nun bestimmte Situationen körperlich lösen. Je nach Situation kann das ein Schnauzgriff sein, ein kurzer Ruck mit der Leine, ein Knuff in die Seite oder eben auch mal das Fixieren am Boden.
Ich habe über dieses Thema mal anders gedacht, aber meine Hündin hat mir schnell gezeigt, dass es sie oft absolut kalt lässt, wenn man sie ignoriert oder ihr verbal etwas verbietet.
Und ehe sie zur Gefahr für sich selbst oder andere wird, greif ich lieber beherzt ein.
Aber es wird besser, denn auf diese Weise hat sie begriffen, was "Nein" bedeutet und das es schlecht ist, wenn man darauf nicht reagiert. Auch bin ich seitdem in ihrem Respekt deutlich gestiegen und habe es deutlich leichter, mich durchzusetzen.
Ich fände es auch äußerst unfair über Jahre an ihr "rumzuzibbeln" ohne großartige Erfolge in der Erziehung zu haben und dabei selbst immer mehr Frust aufzubauen, denn das kriegen die Stinker ganz schnell mit.
Außerdem kann ich ihr nur über eine konsequente Erziehung auch Freiräume einräumen, die sie dringend benötigt, wie z.B. das Laufen ohne Leine, der Kontakt zu anderen Hunden usw.
Wenn man SO einen Hund hat, ist es wichtig sich wirklich mit der Thematik auseinanderzusetzen und zu lernen, schnell und richtig zu reagieren, denn Timing ist hier (fast) alles.Ich plediere bestimmt nicht für eine körperliche Erziehung, wenn es sanft und leise geht, dann würde ich diese Methoden immer vorziehen.
Aber wir dürfen die Hundis auch nicht vermenschlichen. Schaut sie Euch an, wie sie mitunter im Spiel miteinander kommunizieren, dafür ziehen sie sich auch keine Samthandschuhe an - von ernsten Situationen mal ganz abgesehen.Erziehung sollte IMMER individuell stattfinden! Und zum Glück reichen für die meisten Hunde die Methoden von Rütter & Co.

-
Kommt auf den Hund an. Es gibt kein Patentrezept, wie welcher Hund auf welche Strafe reagiert.
Meinen Rüden darf ich rempeln und schubsen und auch mal entsprechend meines Naturells eine sehr laute Ansage erteilen. Er nimmt es wahr, ist aber nicht bis an sein Lebensende traumatisiert.
Bei meiner Hündin würde ich mit einem solchen Verhalten schon das Ende der Welt herbeizaubern. Bei der reichen schon ein steifer Gang meinerseits und bedrohliches nach vorne beugen und tatsächlich auch ein freundlich gesprochenes "Hast du noch alle Tassen im Schrank?" oder ähnliches. Sie ist sehr unterwürfig und kriecht dann schon mal mit dem Bauch auf dem Boden, wenn sie merkt, dass sie etwas getan hat, was ich nicht wünsche. Und das alles ohne das ich körperlich werden muss.
- Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!