Kastrieren oder abwarten?

  • Zitat

    Wär ne gute Möglichkeit. Im Augenblick wird der Sexualtrieb durch die homöopathische Gabe von Mönchspfeffer gefördert. Das Mittel wird gegeben, wenn, sorry, sexuelle Unlust besteht.

    Wird aber irgendwie von allen mögliche klassischen Tierhomöopathen (und ich gehe nur zur solchen, die sich umfassend damit beschäftigt haben, Tierärzte sind und Fachliteratur verfassen) empfohlen :???: .

    Vielleicht wirkt es bei "Hunden" anders?

  • Naja, seriöse Homöopathiequellen gibts ja nicht wirklich, also hier geh ich hin http://www.tierarztpraxis-dr-hohmann.de/,
    ansonsten stehts auch auf dieser Seite: http://www.zwinger-vom-inntal.de/html/Hom%F6o.htm unter "übermäßiger Geschlechtstrieb".
    Oder hier: http://www.pahema.com/pdf_datasheet/…pfeffer-pur.pdf

    Und das klingt auch lustig :D :

    Zitat

    Mönchspfeffer (Agnus castus) wird im Volksmund auch Keuschlamm genannt. Im Altertum wurde der Pflanze ein hoher Wert beigemessen. Der lateinische Name weist auf die Wirkung hin (agnos - unschuldig, castus - keusch). Den Früchten wird eine libidovermindernde Kraft nachgesagt. Und so wurden damals in Klöstern die gemahlenen Samen als Gewürzpulver in hohen Dosen gebraucht, um den Geschlechtstrieb abzuschwächen...

    http://www.harmonie-und-gesundheit.de/index.php?opti…id=81&Itemid=56

  • Nee, ich dachte eher an eine Arzneimittelprüfung des Mittels beim Hund.

    Ich geh mal davon aus, dass es bisher nur beim Mensch getestet wurde und man es darüber auf den Hund überträgt.

    Edit: Auf der Pahema-Seite ist doch gar kein homöopathisches Mittel...?

  • Moin,

    mein Rüde war in seinem "ersten Frühling" auch so schlimm.
    Jammern, hecheln, schlecht fressen, draußen nur noch mit verdrehten Augen und der Nase am Boden :roll:
    Ich saß meist nur noch mit Kopfhörern rum, weil ich fast den Verstand verloren hätte bei dem ewigen Quietschkonzert.
    Und auch gegenwärtig ist er leidlich, weil scheinbar seine Lieblingsdame in der Hitze steckt.

    Bei uns hat es sich einfach mit der Zeit gebessert.
    Wir waren jetzt schon mehrmals mit läufigen Hündinnen spazieren und nach ein paar Ansagen, dass die Dame nicht bedrängt oder besprungen wird, war dann auch Ruhe.

    Was bei uns auch hilft (kommt mir zumindest so vor) Fenster und Türen schließen.
    Und wenn er es kann, würde ich ihn durchaus auf seinen Platz verweisen - Zwangsruhe kann hier nicht schaden, er steigert sich ja nur rein.

    Noch ein Tipp: Sichere ihn draußen am besten mit Halsband und Leine, nicht, dass er noch ein Mal abzischt.

    Die homöopathischen Mittel würde ich mir sparen (und von dem Geld lieber dicke, schöne Ohropax besorgen), da ich allerdings sowieso nix davon halte. Wenn ihr so auf Natürliches steht (und Homöopathie hat rein gar nichts mit "natürlich" zu tun), könntet ihr mit einem THP sprechen und euch etwas phytotherapeutisches geben lassen.
    Wobei ich eher sagen würde: Sitzt es aus, ohne Mittelchen.
    Euer Hund wird nicht vor´m vollen Napf verhungern und die Hitze der Dame geht auch vorbei.
    Wenn er es zu lässt, lenkt ihn ab. Wenn nicht, verweist ihn auf seinen Platz.

    Liebe Grüße

  • Ich würde mir die Frage stellen, ob es a eher ländlich ist und man die Zeit aus sitzen kann, weil es nicht so viele Damen gibt und die Phasen der läufigen Damen auch mal aufhört oder b ob man in einer Großstadt wohnt, in der die erste Hündin wieder in die Läufigkeit kommt, wenn die letzte fertig ist.
    Im Falle einer Großstadt würde ich erst einmal über einen Chip nachdenken und schauen, wie weit sich das Verhalten verändert und die Zeit nutzen und mit dem Hund arbeiten und dann nach einem halben Jahr noch mal schauen. Geht es dann wieder von vorne los, der Hund verliert rapide an Gewicht, das es in den Rahmen einer Gesundheitsgefährdung geht, dann würde ich noch mal über eine Kastration nachdenken.
    Ländlich würde ich die Zeit aus sitzen und die 2x im Jahr halt etwas genauer auf den Buben aufpassen und immer hoffen, das die Zeit schnell vorbei geht.
    Im übrigen ist ein richtig hypersexueller Rüde nach einer Kastration kein Lämmchen, das sich nicht mehr für die Damen interessiert und nicht mehr den Röcken nachgeht. Das tun die trotzdem noch und sie sind noch nervig, wenn was läufig ist und wenn es direkt in der Nachbarschaft ist, bekommen sie auch Liebeskummer und können genauso nerven, wie ein nicht kastrierter pubertierender Rüde. Ich habe so ein Exemplar hier sitzen und unsere Nachbarshündin ist läufig, der Bursche würde jede Sekunde nutzen und mal neben an schauen gehen. Schön ist nur, das er ansprechbar bleibt und normal frisst und auch mal zur Ruhe kommt, ohne das er gezwungen wurde. Da muss man einfach Alternativen schaffen.

  • Wir haben einen tschechoslowakischen Wolfhund. Und wir wohnen recht ländlich, was es aber nicht besser macht, wenn Tuyok wirklich 10 km weit wittern kann? Es gibt hier relativ viele Menschen mit Hunden und es ist auch nicht weit bis zur nächsten größeren Stadt.
    Der Mönchspfeffer wurde nicht nur auf etlichen Seiten zum Thema Sexualtriebkontrolle beim Hund, die ich im Internet durchgelesen habe, angepriesen, sondern uns auch von unserem Tierarzt empfohlen. Was bleibt mir anderes, als mich auf Expertenmeinungen zu verlassen? Ich möchte nochmals anmerken, daß ich nicht so viel über Hunde weiß und über Wölfe gleich zweimal nicht. Da ist mein Partner viel bewanderter und er war es auch, der diesen Wolfhund haben wollte und einer Kastration mehr als kritisch gegenüber steht. Und er sagt, daß wir einen Chip ausprobieren werden, sollte sich Tuyoks Verhalten nicht verändern. Eventuell hilft ihm das dann über die hyperaktive Teenagerzeit hinweg und ist danach reifer und ruhiger, sodaß er keine Kastration braucht.
    Mir ist es in erster Linie egal, ob der Hund Eier hat oder nicht, denn für mich steht im Vordergrund, daß es ihm gut geht und er stressfrei zusammen mit unserem anderen Rüden und den anderen Tieren hier bei uns leben kann. Wenn es einen Weg gibt, ihn unkastriert glücklich leben zu lassen, dann ist dieser Weg zu wählen. Geht es ihm ohne Kronjuwelen besser, dann sollte er kastriert werden.
    Wir haben ab heute Nachmittag wieder die Tochter meines Mannes bei uns, sie bleibt das ganze Wochenende. Und wenn Tuyok in der Nacht sein Heulkonzert startet, wird sie nicht schlafen können. Ohrstöpsel sind mit einem kleinen Kind im Haus auch keine gute Idee. :|
    Schnüffelarbeit mache ich mit ihm schon seit Wochen. Er muss versteckte Leckereien suchen und das macht ihm Spaß. Seit er bei seiner großen Liebe im Garten saß, hat er aber auch dazu kaum noch Lust. Er schnüffelt, aber er möchte seine Beute nicht fressen. Viel interessanter sind für ihn Markierungen anderer Hunde. Er muss einen Extratank unterm Fell versteckt haben, denn er hat genug Urin dabei, um an jeder zweiten Pflanze eine Markierung zu setzen.
    Ohne Geschirr und Leine gehen wir auch nicht mehr vor die Tür. Tuyok hat eine neue Feldleine bekommen, da er die alte ja bei seinem Ausflug durchgebissen hat. Aber ich benutze sie zunächst einmal nicht mehr.
    Auf seinem Platz hält es Tuyok auch nicht lange aus. Entweder, er steht immer wieder auf oder reagiert mit großem Frust, den er auch oft an Buster auszulassen scheint. Oft habe ich das Gefühl, daß er Buster dreist anpöbelt und richtig Streit sucht.

    Als ich in der Pubertät war, habe ich noch in Berlin gelebt und hatte zum Glück mehr als genug Möglichkeiten, mich "meiner sexuellen Neigung entsprechend" auszutoben. :hust: Natürlich spielt Sex im Leben eines Teenagers eine übergroße Rolle und ich kann Tuyok auch verstehen. Aber wenn man schon dabei ist, einen Hund zu vermenschlichen, muss man dazu sagen, daß man als sexuell unausgelasteter Teenager noch Hände zur Verfügung hat, um sich Erleichterung zu verschaffen. Solche Möglichkeiten hat ein Hund ja nicht.

    Ich möchte nicht als Kastrationsbefürworter verstanden werden, ich möchte das beste für den Hund. Er tut mir Leid, weil er so gestresst ist und ich fühle mich nicht imstande, ihm zu helfen. Da ist auf meiner Seite ganz viel Hilflosigkeit vorhanden. Ich freue mich über eure Tipps und Ratschläge und möchte gern alles tun, um unserem Hund zu helfen.

  • Ich verstehe dich gut, als es bei Fiete das erste Mal so schlimm war und ich nicht genau verstanden habe, was da gerade mit ihm passiert, war ich auch zuerst kopflos.

    Aber sehe es so, dass es eben zum normalen Verhalten eines jungen Hundes gehört, bei so tollen Gerüchen vorerst "über zu reagieren". Auch, dass er gegenüber eures anderen Rüden rüpeliger ist, ist normal, schließlich geht es hier um eine ganz neue Ressource.
    Unterbindet das Stänkern konsequent, denn wie auch bei Futter, Spielzeug, ect. hat nicht der Hund zu entscheiden, ob er diesbezüglich Privilegien genießt.

    Wenn es sich im nächsten Jahr gar nicht bessert, würde ich auch über einen Chip nachdenken. Vorerst gehört der übersteigerte Sexualtrieb meiner Meinung nach aber zur Entwicklung dazu - auch, wenn es für alle Beteiligten kein Zuckerschlecken ist, ist das eben die "Bürde" der Rüdenhalter ;)

  • Ich würde ihm den Kastrationschip einsetzen lassen und wenn er gut damit klar kommt, kastrieren. So ein Stress muss nicht sein, noch dazu wenn die Konkurrenz quasi mit im Haus lebt.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!