Hund knurrt Halter an - ein NO-GO??
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Meine hunde dürfen beide knurren. Wo käme ich denn hin, wenn ich ihnen das verbieten würde? Richtig, sie warnen nicht mehr sondern schnappen direkt. Oder schlimmeres. Wir wurden bisher allerdings nur vom Kleenen angeknurrt.
Meine Motte knurrt uns nicht an. Nicht unter Schmerzen, nicht in Gegenwart von Knochen, Wasser, Schlafplatz oder sonst was. Bisher zumindest. Dem Kleenen gegenüber allerdings schon
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Beim Sam ist das anders - einmal hatte er was zu knabbern und ich habe ihn versehentlich erschrocken. Habe ihn einfach ignoriert und gut war. Allerdings knurrt er regelmäßig und schnappt auch, wenn wir an seine Pfoten, Augen, Zähne, Ohren oder sonstwas müssen. Meist knurrt er die ganze Zeit über und hat unsere Hände/Arme/Finger im Maul, je nachdem, was er gerade erreichen kann. Da zeigt er seinen Unwillen ganz offen. Darf er auch. Wird auch weniger inzwischen.
Irgendwann möchten wir auch Kinder haben. Ich WILL, dass der Hund den Kindern durch Knurren zeigt, dass er etwas nicht will, anstatt zu schnappen oder gar zu beißen. Natürlich bleiben Kinder und Hunde niemals ohne Aufsicht, aber man weiß ja nie was so kommt. - Vor einem Moment
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Was ich interessant finde - meine Hunde dürfen alle knurren, wenn sie in einer Situation sind, die ihnen unangenehm ist und in der sie warnen möchten.
Trotzdem - oder gerade deswegen
- hatte es noch keiner meiner Hunde bis heute für nötig befunden, mit Schnappen oder gar Beschädigungsbeissen zu reagieren.
Selbst dann nicht als die 3jährige Tochter meiner Cousine während einer Grillparty bei uns im Garten mal eben meinte, in den Futternapf meiner ältesten Hündin (die so kleine Kinder nicht wirklich kennt und auch nicht wirklich mag) fassen zu müssen während diese am Fressen war. Ausser deutlichem Geknurre und hochgezogenen Lefzen mit Zähne zeigen war nichts - Kiddi aus der Situation rausgenommen und gut war.Hätte ich ihr je verboten zu warnen, wäre die Situation ganz sicher so ausgegangen wie in iche1982's Fall - DANKE, darauf kann ich verzichten.
BTW - ja, so eine Situation sollte nicht passieren - zumal ich extra in eine abgelegenere Ecke im Garten gegangen bin. Aber wie das so ist mit kleinen Kiddis - meinereiner achtet auf die Hundis und die restlichen Erwachsenen achten auf alles andere aber nicht auf die Kiddis - und schwupp ...... so was kann immer mal passieren auch wenn man noch so sehr sagt "muss man halt aufpassen".
Da bin ich mehr als froh, wenn meine Hunde erst knurren und warnen und sich darauf verlassen können, dass ich die Situation dann in ihrem Sinne regle.
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Bisher sind sich ja nahezu alle hier einig, dass man Knurren nicht verbieten bzw. maßregeln sollte, da es teil der normalen Kommunikation ist. Gut, ich bin nach wie vor der Meinung, dass es bestimmte Situationen und Hunde-Mensch-Konstellationen gibt, bei denen es Sinn machen kann auch körperlich einzuschreiten, obwohl sie drohen (im Idealfall nicht erst, wenn der Hund schon mit gewetzten Messern da steht und knurrt). Mir geht es dabei aber auch um die Klärung der Situation hinter der Drohung und nicht darum die Drohung selbst abzuschalten. Ich hoffe, man versteht, was ich meine.
Ich würde aber gerne nochmal auf das Thema Knurren verbieten kommen. Es kommt immer sehr schnell der Ratschlag, Drohungen zu berücksichtigen und sie nicht zu verbieten (ich rede nicht von bestrafen), da es sonst unweigerlich dazu kommt, dass der Hund diese Stufe der Kommunikation überspringt und deutlicher wird.
Doch ist das wirklich so einfach? Ich stelle mir dann immer den Hund vor, der im grenzenlosen Raum lebt, der selten eine Einschränkung erfährt, den ich nicht davon abhalten kann in meinem Beisein irgendwelchen Mist zu verzapfen und dem ich auf einmal versuche das Knurren zu verbieten. Ist das wirklich so einfach? Ich schaffe es nicht, ihn von meinen Schuhen fernzuhalten, aber ich schaffe es einen grundlegenden Teil seiner Kommunikation außer Kraft zu setzen?
Ja, ich weiß, dass es genug Hunde gibt, die nicht mehr warnen, weil sie keinen Sinn darin sehen und gleich mal ein paar Level höher einsteigen, wenn sie ihre Interessen durchsetzen möchten oder eine Distanzvergrößerung erreichen möchten (und ich könnte losheulen, wenn ich hier so einige dieser Geschichten lese). Aber war es wirklich so einfach, das Knurren »abzustellen« oder wurde nicht zu wesentlich drastischeren Mitteln gegriffen?
Mir geht es darum, dass ich häufig pauschalisierte Antworten à la »ja nicht das Drohen verbieten« lese, die aus meiner Sicht beim richtigen Hund, den richtigen Menschen und der richtigen Situation ebenso gefährlich sein können wie die Hau-Drauf-Mentalität einiger Hundehalter. Kann das nicht auch dazu führen, in ein ebenso falsches Extrem der Hundeerziehung abzugleiten?
Viele Grüße
Frank -
Hier hätten wir das Gegenbeispiel zu der leise, aber ernsthaft drohenden Hündin auf Murmelchens Fotos: Mordsgeknurre, aber völlig harmlos. Der Schwarze hat dermaßen gegrollt und gebrüllt, daß die Spaziergänger regelmäßig entsetzt stehenblieben, weil sie sich sicher waren, daß der Welpe gefressen wird - aber die wollten wirklich nur spielen!
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Zitat
Wobei .... die tote Maus hätte Hundi schon behalten können. Da will man nichtsahnend das aus dem Hundemaul hängende Grashalm entfernen und dann entpuppt sich das als Mäuseschwanz mit zugehöriger Maus im Hundemaul .....
Noch besser sind Froesche.. Schoen plattgefahren und schon halb im Hals. Und dazu nen Welpen, der 'aus' nicht kennt.schnappi42:
Ich glaube du stellst dir das etwas falsch vor.. Meine Chaoten duerfen ja knurren und dennoch leben die nicht ohne Grenzen! Ich ignoriere nicht jedes knurren und ich weiche nicht immer zurueck. Das kommt auf den Hund und die Situation an.
Bsp. Huendin meiner Tante, mit der ich recht viel zu tun habe.. Die hatte anfangs enorm viel Angst, heute ist es (mir gegenueber) ok. So und weil sich keiner bei ihr um Grannen und Grasmilben kuemmert, mache ich das halt. Madame hat irgendwann keinen Bock mehr und knurrt. Da passiert von mir aus nur das: Ich lass meine Finger an der Stelle, an der sie gerade sind und sage ihr vollkommen neutral, dass sie jetzt die Backen zu halten hat. Dann mach ich noch fuer kurze Zeit weiter und entlasse sie dann.
Juri hat mich mal angeknurrt, als ich an seiner Box vorbei bin, in der er einen Knochen gekaut hat. In dieser Situation bin ich einfach weiter gelaufen und habe dann in der naechsten Zeit an diesem 'Problem' gearbeitet. Heute koennte ich theoretisch in der Box neben ihm sitzen und er wuerde vollkommen entspannt den Knochen kauen. Natuerlich haette ich ihm eine knallen und den Knochen einfach nehmen koennen. Aber wozu? Ich will ja, dass der Hund mir in allen Situationen vertraut und deswegen investiere ich eben etwas Zeit.Birgit:
Sie hasst es, wenn andere Hunde ihr das Maul schlecken
terriers4me:
Das kann mein Stinkstiefel auch.. Wenn die mit dem Beagle einer Freundin spielt, denken alle Passanten bei uns wird gleich ein Hund getoetet
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Ich glaube wir reden gerade aneinander vorbei

Die von dir beschriebenen Situationen würde ich ebenfalls auf keinen Fall deckeln wollen. Wozu auch? Fall eins ist für mich eine einfach Unmutsbekundung. Und ich kann darauf eingehen oder es kommentieren und übergehen. Fall zwei ist für mich ebenfalls völlig ok. Du läufst vorbei, Hund sagt »Obacht, mein Knochen. Komm nicht auf blöde Ideen« und du gehst einfach weiter, weil du das gammlige Dinge ohnehin nicht wolltest und trainierst gezielt, dass er sich auch in dieser Situation entspannen kann. Von mir gibt es dabei nicht die geringsten Widerworte.
Mir geht es eher darum, dass schnell aus vielen Richtungen geschossen wird, sobald jemand die Andeutung macht, dass er sich trotz einer Drohung gegenüber dem Hund durchgesetzt hat. Je nachdem, wie man das »Backen halten« aus Beispiel 1 formulieren würde, könnte ich mir auch bei diesem Beispiel vorstellen, dass es hier Gegenwind à la »Ja nicht das drohen verbieten« geben könnte. Und genau das finde ich problematisch bzw. sehe die Gefahr, dass Hundehalter, die so etwas oft genug hören oder lesen und nicht hinterfragen, in ein Extrem abgleiten, das genau so wenig hilfreich ist, wie das Extrem der Profilneurotiker.
Viele Grüße
Frank -
Schnappi: Finde Deinen Einwand sehr gut
- frage mich genau dasselbe und bin auf Antworten gespannt.Zu meiner: sie hat mich ein einziges mal angeknurrt, beim Bürsten am 3. Tag, als sie bei uns war. Seitdem nie mehr. Ich denke bei meiner, sie hat keinen Grund dazu und sehr viel Respekt vor uns. - so deute ich es. - obwohl sie desöfteren knurrt, im Haus, wenn draussen was ist, ihr Knurren also als Kommunikationsmittel sehr wohl einsetzt.
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HH die nicht hinterfragen bzw sich nicht selbst ihre Gedanken machen, wird es leider immer geben. :|
Und das viele hellhörig werden wenn es heißt "dann setzt ich mich durch", versteh ich schon weil es einfach ein heißes und sensibles Thema ist. Viele meinen halt dann mit "durchsetzen" = Hund anpacken und Ressource wegnehmen - denn Hund hat Mensch nicht anzuknurren!Ich habe auch das Gefühl dass wir hier alle, im großen und ganzen, Situationen ähnlich handhaben würden. Gerade was Futter oder Bedrängung angeht.
Wenn mich nicht alles täuscht Frank, meinst du eher so Situationen wie:
Hund sitzt auf der Choach, ich komm rein sag "runter", Hund regt sich nicht, ich geh einen Schritt weiter auf den Hund zu und sag "runter" worauf er mich anbrummelt...Solche Sachen lass ich auch nicht unkommentiert. Aber ich bekomm den Köter von meiner Coach indem ich ihm ohne Worte oder gar Körperkontakt, von der Coach schmeiß (zB Decke unterm Arsch wegziehen)... (Natürlich gibt es dann noch weiter, zusätzliche Maßnahmen wie "runter" üben, Hund kommt erstmal nicht mehr auf die Couch etc)
Runterlocken würde ich auch nicht, geschweige denn mich in ein stilles Eckchen verziehen
Aber den Hund körperlich anpacken, fände ich persönlich auch nicht sinnvoll... -
Moin zusammen,
worin seht ihr denn konkret die "Gefahr" der Deeskalation?
Was kann der Halter dadurch verlieren?
Den Respekt des Hundes?
Oder befürchtet jemand, die "Position" zu verlieren?
Oder dass er sich mit Knurren auf ewig und immer durchzusetzen lernt?Gruß
Leo -
Zitat
Mir geht es eher darum, dass schnell aus vielen Richtungen geschossen wird, sobald jemand die Andeutung macht, dass er sich trotz einer Drohung gegenüber dem Hund durchgesetzt hat.
Klar setze ich mich auch schon mal trotz einer Drohung durch einem Hund gegenueber....kommt auf die Vehemenz der Drohung an und den Umstand.
Als ich meine Airedale Huendin ein paar Tage erst hatte musste sie geschoren werden, da ging kein Weg dran vorbei weil sie voellig verfilzt und verdreckt war. Die Schermaschine war etwas Unbekanntes fuer sie und als ich sie auf einen Tisch hob und mit der Maschine anfing wurde auch geknurrt....da habe ich nicht einfach aufgehoert sondern weitergeschoren und Hund dabei beruhigt.
Sich einer Drohung gegenueber durchsetzen heisst doch nicht das ich die Drohung verbiete...es zeigt Hund lediglich das ich nicht beeindruckt bin.
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