Mein Hund viel zu stark auf mich bezogen, ist das normal?

  • Hallo,

    mein Hund ist total unnormal stark auf mich bezogen.
    Klar das er immer bei mir sein möchte, ich bin schließlich seine Bezugsperson.
    Ich freue mich ja auch das er mich so mag.
    Aber so stark habe ich das noch bei keinem anderen Hund gesehen.
    Er leidet richtig, wenn ich weggehe.

    Wenn ich z.B. mit meinem Hund und einem anderen Menschen im Wald spazieren gehe und mal kurz diesem anderen Menschen die Leine in die Hand gebe, dann wird mein Hund schon unruhig und tänzelt um mich herum, springt an mir hoch, möchte mir die Hand lecken. Wenn ich dann noch z.B. 10 Meter weggehe obwohl ich in seiner Sichtweite bleibe, dann dreht er komplett durch, er fängt an zu jammern und zu bellen und läßt sich nicht beruhigen. Und wenn ich dann wieder auf hin zugehen, dann freut er sich, als ob wir uns eine Woche nicht gesehen haben.

    Das war jetzt nur ein Beispiel, so ist das in allen möglichen Situationen.

    Oder wenn er z.B. im Garten ist und auch noch der Nachbarshund zu Besuch ist, was für meinen Hund das allertollste ist, hat er mich immer im Blick. Und sobald er sieht, daß ich z.B. einen Schritt ins Haus gehen, dann läßt er seinen Lieblingsfreund stehen und rennt mir hinterher. Da kann noch sowas tolles und interessantes im Garten sein, egal, er verfolgt mich.

    Zuhause verfolgt er mich auch überall hin, sogar aufs Klo.

    Heute mußte ich weg und habe den Hund zu den Nacbarn gebracht (die er gut kennt und sehr mag und bei denen er auch schon öfter ohne mich war). Ich habe dann meinem Hund tschüß gesagt und bin aus dem Gartentor gegangen. Wie immer fing er an zu jammern und zu bellen. Dann bin ich erstmal nach Hause und 5 Minuten später stand mein Hund wild kläffend vor meiner Haustür und quitschte vor Freude als ich die Haustür aufmachte.
    Ich frage mich immer noch, wie er es geschaft hat aus dem Garten zu kommen, alles war zu, aber er hat es geschafft.

    Wenn ich zur Arbeit fahre, bringe ich ihn zu meinen Eltern. Meine Mutter muß immer mit ihm zur Tür kommen. Wenn er dann mein Auto wegfahren sieht, ja dann findet er sich damit ab, daß ich wirklich weg bin. Aber wenn er das nicht sehen sollte, dann macht er 8 Stunden lang am Tag vor der Haustür Theater und jault da rum.

    Was ist da?
    Sind das Verlassensängste oder so?
    Und warum macht er das nur bei mir? Ich mache zwar viel mit ihm was ihm Spaß macht, aber meine Eltern sieht er jeden Tag 9 Stunden wenn ich bei der Arbeit bin. Mich sieht er nur abends und am Wochenende.

    Danke
    LG

  • Ich vermute, der Gedanke deines Hunde ist NICHT, wie du vermutest: "Frauchen ist SO toll, die darf ich nicht verlieren!"

    sondern eher "Frauchen kann nichts alleine, ich muss immer aufpassen, was die treibt. Ohne MICH geht garnichts!"

    ;)

  • Genauso sieht es aus, wenn mein papa den hund hat. ;)

    ich denke einerseits, dass sich der hund "freut" andererseits hat er den starken drang zu kontrollieren/ dir hinterher zu rennen um nix zu verpassen, vielleicht hat er sogar verlassensängste.

    Das er aus den garten ausbricht, ist schon extrem, ich kann mich aber an eine situation erinnern, in der das das stinke- tier auch gemacht hat. der hat einfach die gartentür geöffnet, wollte meinem papa hinterher (der in der zwischenzeit mit dem auto weggefahren ist, um etwas einzukaufen), kam dann wieder zu mir und meiner mama zurückgelaufen und sah uns mit einem verzweifelten blick an. ich ging mit ihm mit und sah dann das offene gartentor. da mein papa nie die tür offen lässt, wusste ich, dass der dicke sie geöffnet hat.

    der hund klettet sich an meinen vater und würde ihn auch aufs klo begleiten, wenn er die tür offen lassen würde. der hund steht unter dauerstress und kommt bei meinen eltern tagsüber nicht zur ruhe. da mein vater kaum auf meine ratschläge hört, habe ich meiner mama ans herz gelegt, den hund öfters auf seinen platz zu schicken und auch mal zu ignorieren, wenn er was will.

    sie zieht das konsequent durch und der hund kriegt wenigstens ein bissel ruhe.
    der kann noch so müde sein- bewegt sich mein papa, springt er auf, um ihm im nächsten moment am poppes zu kleben. meine mama meinte, dass sie das mehrmals mit "nein" untgerbunden hat und den hund auf seinen platz zum schlafen schickte und es wunderbar funktionierte, der hund runter fahren und sich entspannen konnte.

    deshalb würde ich dir raten (wenn dich das hinterher rennen nervt), den hund wegzuschicken. du drehst dich zu deinem hund um, zeigst in die richtung, in die du ihn schicken willst (richtest deinen blick auf den punkt, wo er hin soll)und sagst etwas, wie "geh ab" oder "jetzt nicht". das kann auch ruhig genervt klingen, aber lass dich nicht von seinen blicken einlullen, denn dann wird das nix mit dem wegschicken. am anfang lässt sich das leicht in der wohnung trainieren (da kann man den hund auch auf seienn platz schicken) und später auf draußen übertragen.
    mit einem neutralen blick (den kannst du deinem hund zuwerfen, wenn er auf seinem platz liegt) sagst du ihm, dass es jetzt nichts weiter zu tun gibt und wendest dich im nächsten moment ab. er wird sich schneller entspannen können.

    Liebe Grüße

    Biggi

  • Hallo,
    danke für eure Antworten.

    Ja das mit dem Kontrollieren habe ich auch schon mal gelesen wenn ein Hund so ein Theater macht wenn man weggeht.

    Aber wenn ich z.b. nach hause komme, der Hund freut sich sooo sehr, der jault vor Freude, als ob die letzten Stunden gaaaaanz furchtbar für ihn waren. Warum freut er sich denn so? Sind das nciht irgendwelche Ängst irgendwo vor wenn er alleine ist?

    LG

  • Zitat

    Aber wenn ich z.b. nach hause komme, der Hund freut sich sooo sehr, der jault vor Freude, als ob die letzten Stunden gaaaaanz furchtbar für ihn waren. Warum freut er sich denn so? Sind das nciht irgendwelche Ängst irgendwo vor wenn er alleine ist?

    LG

    Nicht unbedingt.
    Ich denke mir mal, diese Lautäußerungen "helfen" ihm dabei, seinen entstandenen Streß abzubauen, den er sich durch Frust erst aufgebaut hatte.
    Er braucht ja ein "Ventil", um die Anspannung komplett von seinem Körper zu lösen.
    Er hätte es auch mit Pinkeln, oder mit Kauen auf einem Gegenstand machen können ;)


    Du wirst Deinem Hund beibringen müssen,
    daß es nichts langweiligeres auf der Welt gibt, als Dich ständig zu verfolgen.
    Wechsele die Räume, grundlos, einfach so, immer, wenn der Hund grad angekommen ist.
    Geh von Raum A, nach B, dann noch nach C, dann wieder A, dann D, und so weiter.
    Beachte den Hund mal nicht.
    Erst, wenn Dein Hund sich genervt hinlegt, weil das, was Du da machst, wirklich Käse ist, kannt Du ihn belohnen.


    Gruß
    SheltiePower

  • Zitat


    Aber wenn ich z.b. nach hause komme, der Hund freut sich sooo sehr, der jault vor Freude, als ob die letzten Stunden gaaaaanz furchtbar für ihn waren. Warum freut er sich denn so? Sind das nciht irgendwelche Ängst irgendwo vor wenn er alleine ist?

    Wenn ein Hund gut erzogen ist, dann ist es im relativ egal wer kommt und geht. :D

  • Zitat

    Nicht unbedingt.
    Ich denke mir mal, diese Lautäußerungen "helfen" ihm dabei, seinen entstandenen Streß abzubauen, den er sich durch Frust erst aufgebaut hatte.
    Er braucht ja ein "Ventil", um die Anspannung komplett von seinem Körper zu lösen.


    Aber wie kommt das zustande, so ein Kontrollfreak?
    Was mache ich denn falsch?
    Es ist nicht so, daß ich mache was mein Hund will, es ist schon so, daß mein Hund macht was ich will.
    Er hat schon Respekt vor mir.

    Aber wenn mein Hund sich sooooo freut, wenn ich nach Hause komme, dann veranstalte ich auch einen Freudentanz für ihn. Ist das vielleicht falsch?

    LG

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