Energiebündel kommt nie zur Ruhe

  • Haben einen 11 Monate alten Labrador, kastriert mit 8 Monaten, ist von Anfang an bei uns, kommt von privat. Zu fressen bekommt er 2x täglich Pedigree Junior Trockenfutter (frisst nichts anderes). Wohnt mit uns in einer 80m² Wohnung mit terasse und kleinem stück Wiese dran.

    Charly ist so anstrengend, ich weiß mir manchmal einfach nicht mehr zu helfen. Er ist einfach IMMER überdreht, hat immer Energie, hält nie Ruh. Ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll um ihn "auszulasten". Stundenlanges Bällchen spielen mit Ballschleuder, stundenlange Spaziergänge mit anderen hunden und mitlaufen am Pferd, üben von kommandos und Tricks (tod, rolle, drehen, kriechen, rückwärts, seitwärts, hüpfen, strecken, bellen, slalom durch die beine, rückwärts durch die beine, pfötchen, spanischer schritt U.S.W.), suchen und apportieren...

    Er "hört" zwar gut, d.h. sitz, platz, fuß, kommen auf zuruf usw. ist kein problem. Aber wehe ich lass ihn laufen. Er rennt einfach um was ihm in den Weg kommt, springt völlig respektlos auf andere hunde und Menschen (!), wirkt dabei manchmal als würde er seinen kopf einfach ausschalten. Zu irgendwelchen Familienfeiern oder sonstigen veranstaltungen mitnehmen geht so überhaupt nicht.

    Er geht mit arbeiten (Altenheim) und hat da seine Zwinger, in den er stundenweise mal rein kommt wenn er nicht mitgehen kann (i.d.R. eine stunde am Morgen und zwei am mittag).
    Und da gibt es das nächste Problem. Wenn er allein ist (bzw. denkt es zu sein) macht er einfach alles kaputt was ihm zur verfügung steht. ich kann ihm keine Decke/Kissen hinlegen (im Kofferraum im Auto z.B. auch) weil er einfach ALLES direkt kaputt macht. Mit Spielzeug ist es das gleiche, er nimmt es direkt auseinander, verschluckt die Teile und übergibt sich dann. Ebenso mit Kauknochen: er versucht so große Teile runter zu würgen dass er dabei grundsätzlich erbricht.

    Ich weiß mir einfach keinen Rat mehr. Ich bemühe mich so sehr alles richtig zu machen und dem Hund die Arbeit und Abwechslung zu bieten die er braucht, aber langsam glaube ich ich KANN ihm nicht gerecht werden. Ich habe wirklich schon überlegt ob er nicht bei wem anders, der einfach mehr Zeit oder ne geeignete Aufgabe für ihn hat, besser aufgehoben wäre.
    Für die Aufgabe, die er ursprüglich erfüllen sollte (Besuchshund für die Heimbewohner), ist er denkbar ungeeignet. Er geht zwar mit, freut sich über jeden, aber ihm fehlt einfach die notwendige Ruhe und Gedult. Durch sein nervöses Auftreten bekommt der ein oder andere Bewohner sogar Angst vor ihm.

    Hat irgendjemand eine idee was mit diesem hund los ist oder was ich tun könnte?

  • Zitat

    Charly ist so anstrengend, ich weiß mir manchmal einfach nicht mehr zu helfen. Er ist einfach IMMER überdreht, hat immer Energie, hält nie Ruh. Ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll um ihn "auszulasten". Stundenlanges Bällchen spielen mit Ballschleuder, stundenlange Spaziergänge mit anderen hunden und mitlaufen am Pferd, üben von kommandos und Tricks (tod, rolle, drehen, kriechen, rückwärts, seitwärts, hüpfen, strecken, bellen, slalom durch die beine, rückwärts durch die beine, pfötchen, spanischer schritt U.S.W.), suchen und apportieren...

    Siehe oben: Dein Problem ist hausgemacht. Weniger ist i.d.R. mehr. Dein Hund muss nicht noch zusätzlich ausgelastet und müde gemacht werden - er ist es bereits. Wie ein kleines Kind, das übermüdet ist und nicht schlafen will.

    RUHE einführen. Weniger tun, weniger körperbetonte Dinge, sondern Kopfarbeit bzw. Nasenarbeit.

    Wie das bei dir genau gehen soll, kann ich dir nicht sagen, weil ich deine Lebensumstände und euch nicht kenne.

    cazcarra

  • Zitat


    Hat irgendjemand eine idee was mit diesem hund los ist oder was ich tun könnte?

    Kurz gesagt - der Hund ist zu jung für das alles und vermutlich schlichtweg hoffnungslos überfordert.

    Ich würde das Programm ganz dramatisch reduzieren, sowohl Dauerstreß als auch körperliche Dauer-Überforderung können sich schwerwiegend auf die Gesundheit auswirken.

    So ein Kerle muss erst mal lernen dürfen, zur Ruhe zu kommen.

    Lies Dir mal in aller Ruhe alle 3 Artikel zum Thema "Hyperaktivität" durch, da ist sicher einiges dabei, was Dir und Deinem Hund helfen könnte:
    http://intern.atn-ag.ch/content/blogcategory/4/75/

    LG, Chris

  • Sicher meint ihr das mit der Beschäftigung nur gut. Und euer Hund macht das ja auch alles wunderbar mit. Aber es erschließt sich der Verdacht, dass ihr wirklich zuviel macht.
    Fahrt das Program drastisch runter und bringt den Hund zur Ruhe! Je mehr ihr macht desto mehr wird er fordern. Aber er kann das alles nicht verarbeiten. Also ruhig bleiben und ihn erst einmal runterfahren.

  • Euer Verdacht liegt nahe, daran habe ich auch schon gedacht. Bzw. wir haben ja gemerkt, dass mehr auslasten nichts gebracht hat und dementsprechend reagiert.
    Deshalb hat er auf der Arbeit auch seinen zwinger bekommen, um ihm mehr Ruhe bzw. rückzugsmöglichkeit zu schaffen. dadurch hat sich zumindest die Situation auf der arbeit auch deutlich verbessert.

    Ich hab das komplette Animationsprogramm das wir schon durchlaufen haben nur genannt bzw. aufgezählt weil ich mit dem argument "er ist nicht ausgelastet" gerechnet habe.
    Das aktuelle Programm (jetzt so seit ca. 4 monaten) sieht in der regel so aus dass wir morgends und Abends jeweils nur ne kleine Runde gehen und Abends zusätzlich ca. 20min Kopfarbeit machen, viel bewegung gibts nur am Wochenende. Meint ihr das ist angemessen?

    Werde mir die genannten Seiten mal durchlesen, danke.

    So früh kastriert wurde er, weil wir 2 hündinnen in der familie haben, wo er öfter mal zu Besuch bzw. zur Pflege ist. Und die hatten so angst, dass da was passiert, dass sie ihn sonst nicht mehr genommen hätten.

  • Hallo!

    Schau doch mal auf die Futterzusammensetzung vom Pedigree...das ist ja nicht sooo das beste Futter. Vielleicht ist da einfach zuviel Zucker drin und er dreht deshalb so auf?? Weil er durch den Zucker zuviel energie hat?

    Ansonsten kann ich mich den Vorschreibern nur anschliessen..Programm runtefahren, 2mal am Tag ne kleine Runde (20-25 min) und einmal ne größere mit Kopfarbeit, Unterordnung, einfach mal spielen etc.

    so mach ich es zur Zeit und wir fahren sehr gut damit (Paul ist 8 1/2 Monate), da Paul bis vor kurzem abends immer aufgedreht ist wien blöder und nicht zur Ruhe kam.

    Wenn dein Hund jetzt noch Ruhe lernt, wird das Leben für euch viel entspannter sein :smile:

    P.s. ich finds toll wenn Hunde mit ins ALtenheim dürfen, ich würd auch so gerne mal meine Uromi mit Paul besuchen, aber das ist nicht erlaubt

  • Habe mir die Artikel zur Hyperktivität durchgelesen.
    Der Ansatz die Reize zu reduzieren und mehr Struktur zu geben scheint mir schon sinnvoll, aber ist halt in einem so ereignisreichen Leben wie wir es führen (ja, ich weiß, wahrscheinlich liegt da das Problem) schwer umzusetzen. Es gibt immer nur 2 Alternativen: der hund muss mit zur Arbeit/zum Stall (wo natürlich viel los ist, viele Menschen und Tiere, viel Ansprache) oder er muss allein Zuhause bleiben. Wahrscheinlich ist beides keine gute Lösung.

    Wegen dem Pedigree: wie schon erwähnt, bekommt er nur deshalb Pedigree, weil er alle anderen Futtersorten nach einer Weile ablehnt. D.h. er frisst davon einen Sack, manchmal auch zwei oder drei, und dann geht er plötzlich nicht mehr ran. Da hilft auch kein Feuchtfutter untermischen, Pedigree untermischen, immer wieder probieren, stehen lassen...selbst Monate später (nachdem er es nicht mehr bekommen hat) riecht er es sofort und geht nicht mehr zum Napf. Ich weiß, dass er als Welpe Pedigree bekommen hat, und das ist halt auch heute noch das was er zuverlässig und immer frisst. Im Moment hab ich mal wieder 3 verschiedene Säcke Futter da stehen, weil ich mal wieder rumprobiert hab, er nimmt aber nix davon.
    Welches Futter würdet ihr denn empfehlen?
    Er neigt übrigens eher dazu zu dünn zu sein, wohl auch wegen des schlechten Fressens.

  • Probier´s mal mit Platinum. Die meisten Hunde mögen es gern und kriegen davon auch was auf die Rippen. Und du solltest ein Futter dann konsequent füttern, als o Futter hinstellen, warten, wenn er es nicht frißt, wieder weg nehmen und dann zur nächsten "Fütterungszeit" wieder hinstellen. Nicht immer was neues anbieten und immer wieder Pedigree füttern, so ziehst Du Dir einen Mäkler heran. Und es ist auch noch kein Hund vor einem vollen Napf verhungert, soweit ich weiß.

    LG Kerstin

  • Es gibt leider viele Hunde, die auf Getreide reagieren.
    In Pedigree ist davon ja leider mehr als genug :/

    An Deiner Stelle, wenn er eher sehr schlank ist, würde ich es mal mit Platinum probieren.
    http://www.futterfreund.de/futterfreund-p…t2b2r8cnvkq8qrh

    Oder kaltgepresst ganz ohne Getreide:
    http://www.futterfreund.de/futterfreund-y…t2b2r8cnvkq8qrh

    Von Acana gibt es auch getreidefrei:
    http://www.futterfreund.de/futterfreund--…t2b2r8cnvkq8qrh

    Oder Wolfsblut:
    http://www.futterfreund.de/futterfreund-w…t2b2r8cnvkq8qrh

    http://www.futterfreund.de/futterfreund-w…t2b2r8cnvkq8qrh

    Eine Bekannte hat das "Problem" bei ihrer Labbi-Hündin auch gehabt.
    Sobald falsche Bestandteile im Futter waren, ist die total überdreht.

    Und ich würde ihn auf das Entspannungssignal konditionieren:
    https://www.dogforum.de/ftopic14605.html

    Gruß
    Bibi

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