Energiebündel kommt nie zur Ruhe

  • ;) Meine Fellnase hab ich ich immer auf seinen Platz geschickt wenn es grad nicht passte.

    Inzwischen sieht es so aus, dass sobald ich am PC sitze oder mit der Nase in den Büchern hänge er auf seinen Platz verschwindet und in Morpheus Arme entschwindet.....

    Birgit

  • Als Charly klein(er) war haben wir sehr viel mit ihm gemacht, weil wir immer davon ausgegangen sind er muss mehr ausgelastet sein. Jedoch artete das irgendwann so aus, dass wir quasi unsere komplette freie zeit dafür opferten den hund zu bespaßen, aber sich nichts besserte. und vor allem habe ich irgendwann feststellen müssen, dass es dadurch wirklich noch schlimmer wird. Z.B. habe ich eine Zeit lang immer morgens vor der arbeit mit ihm Bällchen gespielt um ihn "müde zu machen", was aber total gegenteilig wirkte, ganz besonders dann war er den vormittag über so überdreht dass wirklich gar nichts mehr ging. Also alles wieder reduziert, bis wir jetzt (auch durch das wetter und die dunkelheit vor/nach der arbeit bedingt) wirklich nur noch so viel mit ihm machen wie sein muss. D.h. morgens und abends ne kleine runde von ca. 20minuten und abends noch beschäftigung in der wohnung wie z.B. suchen, apportieren oder tricks lernen. Größere Spaziergänge oder mitlaufen am pferd nur am Wochenende.

    Hundekontakt hatte er von Anfang an regelmäßig, da wir hunde in der Familie haben. Aber auch da gab es von anfang an Probleme, weil er einfach völlig respektlos ihnen gegenüber ist (springt sie an, rempelt sie um, leckt wie ein wahnsinniger über ihren kopf, reagiert nicht auf abwehrreaktionen der hunde wie z.B. knurren, kläfft sie dann an). Wie er kleiner war war das "noch nicht so schlimm", aber mittlerweile stellt das ein echtes Problem dar. So hat er z.B. letztens beim Spaziergang die Hündin umgerannt, wobei sie sich wohl ziemlich weh getan hat. Mit fremden Hunden ist es ähnlich, andere Hundebesitzer haben immer Angst um ihre Hunde weil Charly einfach zu stürmisch ist. Auch mit anderen junghunden, er ist im Spiel so wild dass ich ihn manchmal einfach abrufen muss bevor etwas passiert. Mit kleineren hunden kann ich ihn überhaupt nicht lassen, die würde er direkt platt machen.

    Und so ähnlich ist es auch mit den menschen. Er freut sich wie ein wahnsinniger wenn er beachtet wird, da reicht schon Blickkontakt. Springt hoch, rempelt und schubst, leckt sie von oben bis unten ab usw. Bei uns macht er das natürlich nicht, uns rempelt er nie an, geschweige denn das er hoch springen würde oder sich sonstwie unsittlich verhalten, das haben wir von anfang an konsequent unterbunden. Es gibt auch sonst ein paar wenige wo er es nicht macht, aber das sind dann eben die, die es konsequent so machen wie wir es ihnen sagen. Leider versteht das halt nicht jeder, oder ist nicht in der Lage es umzusetzen (>Senioren im Heim). Die einzige Möglichkeit die ich dann habe ist entweder -ihn auf mich zu fixieren mit Spielzeug oder Futter (was ja nicht sinn der Sache ist, denn er soll sich ja schon auf den menschen um den es grad geht einlassen können) oder eben zu schimpfen (ruck an der Leine, sitz)- was aber auch kaum Wirkung hat. Ihn irgendwohin mitzunehmen wo viel los ist, ist nahezu unmöglich. Er sieht und hört alles, sobald ihn jemand nur anschaut springt er direkt los.

    Natürlich leine ich ihn beim Spaziergang auch ab, so lange die "Gefahr" (Mensch/Hund) noch ein paar Meter weg ist ist er problemlos abrufbar bzw. er reagiert auf Zuruf recht sicher auf "halt" oder "down".
    Wenn ich mit meinen Gedanken 100% bei ihm bin kommen wir auch gut an hunden/Menschen vorbei (ihn auf mich fixieren durch sitz, platz, fuß, zurück, Richtungswechsel usw. ist das einzige was dann hilft), aber wehe ich sage dem vorbeikommenden nur hallo.

    Zuhause macht er überhaupt keine Probleme. Wenn er nervt schick ich ihn auf seinen Platz, das funktioniert gut. Hat dann nur zur Folge dass er manchmal ggf. den ganzen Tag da verbringt. Denn sobald er aufsteht hängt er mir wieder am bein.

    Ich weiß nicht was impulskontrolle heißt, aber ich kann es erahnen. Z.B. Bällchen werfen und erst auf kommando holen lassen? Wenn ja dann praktizieren wir das regelmäßig.

    Selber kochen ist definitiv keine Möglichkeit für uns, dazu fehlt die Zeit. Mit Vollzeitjob + Hund und Pferd bewegen ist es manchmal schwierig genug für uns selbst was zu essen zu machen :D

  • Hallo Loridana,

    das was du von euren Erlebnissen draußen schreibst erinnert mich sehr an meinen. Bei uns ist es nicht so schlimm mit der Rempelei beim Spielen. Aber distanzlos wäre Pedro auch wenn ich ihn lassen würde. Kaum machte ich die Haustüre auf und gab ihm das Kommando, dass wir gehen hätte ich ne Flugstunde nehmen können. Er schoß regelrecht zur Hautür raus und guckte und schnüffelte was das Zeug hielt. Ich sollte im Turbogang hinterher. Sind Menschen oder andere Hunde aufgetaucht wäre er am liebsten sofort hin zum Spielen oder begrüßen und sich streicheln lassen.

    wir haben jetzt draußen total das Tempo raus genommen. D.h. wir gehen nur gaaanz wenig im Oma-Schleichgang und an möglichst reizarmen Orten. Je zappeliger Pedro wird, desto langsamer werde ich und desto kürzer wird die Leine. Schafft er es ruhig bei mir zu bleiben gehe ich minimal schneller, er bekommt mehr Leine und damit mehr Schnüffelradius. Sobald er meint, er müsse wieder schnell wo anders hin, bleibe ich stehen und warte bis er sich wieder beruhigt hat (kommt inzwischen sehr selten vor). Zu anderen Hunden darf er derzeit gar nicht (außer er schafft es mit mir langsam und ruhig) ebenso wie zu anderen Menschen. Einzige Zusatz-Beschäftigung für ihn ist 1x die Woche eine nette Fährte.

    (Zwischen-)Ergebnis nach 8 Wochen dieses echt fiesen Programms ist, dass er erheblich entspannter mit mir läuft, dass er sich schneller wieder beruhigt nach zappeligen Momenten, dass er insgesamt ruhiger ist, dass er zuhause besser entspannen kann (er schläft fast den ganzen Tag, teilweise irgendwo im Haus oder neben mir im Büro), dass zappelige Momente immer seltener werden und dass er immer mehr innere Ruhe bekommt. Noch sind wir nicht am Ziel. Das dauert sicher noch einige Wochen. Aber wir bauen inzwischen wieder auf - können einige Minuten länger draußen gehen ohne dass er wieder total hochdreht und nervig umher springt. Derzeit sind wir 30 min in der Früh, 15 min Nachmittags und 20 min abends unterwegs. - Hört sich verdammt wenig an, tut ihm aber total gut so.

    Ich wünsche euch viel Erfolg ...

    Conny =)

  • Hallo,

    mittlerweile ist ja einige Zeit vergangen und ich wollte mal berichten, wie sich die Situation entwickelt hat.

    Grundsätzlich haben sich die Probleme deutlich verbessert, sogar so sehr, dass ich manchmal denke ich habe einen anderen Hund.
    Ich denke es war so wie viele vermututet haben, Charly ist ein ganz normaler junger Hund und war einfach überfordert.
    Die Veränderungen begannen damit, dass ich ihn nur noch ein mal wöchentlich mit zur Arbeit genommen habe. Die anderen Tage blieb er Zuhause, zwischen 5 und 8 Stunden am Tag, aber immer mit Gassi-Runde zwischendurch. Außerdem gibt es das Pferd nicht mehr, was sicher ein wesentlicher Faktor ist, in Bezug darauf, dass einfach viiiiieeeel mehr Zeit und Ruhe in unser Leben gekehrt ist. Weiterhin habe ich angefangen, ihm klare Grenzen aufzuzeigen, wenn er andere Menschen oder Hunde angepöbelt hat. Mehr Hundekontakt, vor allem zu Hunden die ihn mal nicht machen lassen was er möchte. Und eben einfach mehr Konsequenz: öfter mal ins Körbchen oder an die Leine (z.B. auch beim Spaziergang mit anderen Hunden), raus aus für ihn aufregenden Situationen und bei Begrüßung von anderen Menschen/ Hunden grundsätzlich hinter mir bleiben (ihr glaubt gar nicht wie wirkungsvoll das ist!!!). Und wenn ich weiß, dass eine Situation ansteht wo ich die Kontrolle verlieren könnte, lass ich ihn einfach mal Zuhause.
    Mittlerweile geht das schon alles so gut, dass ich ihn beim Spaziergang selbst wenn andere Hunde, Menschen oder Kinder kommen, gut ohne Leine bei Fuß behalten kann oder ihn irgendwo ablegen kann ohne dass riesiges Theater folgt. In der Wohnung geht er jetzt manchmal sogar unaufgefordert ins Schlafzimmer (wo er allein ist!) und legt sich in sein Körbchen- das wäre vor einigen Monaten noch undenkbar gewesen.
    Zu fressen bekommt er jetzt Royal Canin, und das nicht mehr zugeteilt sondern zur freien Verfügung. Ich weiß, dass man das eigentlich nicht machen soll, aber es funktioniert gut, bzw. besser. Ich habe das Gefühl, dass ihm manchmal einfach die Ruhe zum Fressen fehlt. Und wenn ich es dann weg nehme, hat er Pech gehabt. Bleibt es stehen, frisst er eben dann wenn er die Ruhe dazu gefunden hat. Auf jeden Fall frisst er jetzt, die Ration die er braucht, über den Tag verteilt.
    Das ein oder andere Problemchen gibt es natürlich nach wie vor. Aber wir arbeiten weiter, und ich bin mir sicher, dass wir auch das noch in den Griff bekommen.

  • Da habt ihr doch schon viel gemeinsam geschafft:-) Bezüglich des Futters muss ich dir aber sagen, dass rc kein gutes Futter ist.es enthält fast nur Getreide...Unsere Laska war auch ein sehr schlechter Esser,war auch immer extrem dünn. Letztes Jahr im Herbst sind wir auf Platinum und gleichzeitig auch auf Handfütterung umgestiegen. Wir wiegen morgens ihre Tagesration ab,dann bekommt sie erstmal eine handvoll einfach so,damit sie etwas im Magen hat. Dann wird das Futter den ganzen Tag über genutzt um alles erwünschte zu bestätigen. Wenn am Abend noch etwas übrig bleiben sollte bekommt sie das auch einfach so aus der Hand. Wir fahren damit supergut, sie hat eine tolle Figur bekommen, hat superweiches Fell und dass sie Futter verweigert ist auch nie wieder vorgekommen. Weiß jetzt nicht genau wie viel rc kostet, aber wir zahlen für 30 kilo Platinum ca. 85 Euro. Das finde ich vollkommen in ordnung.
    Liebe Grüße :-)

  • Hi,

    ich habe deinen Thread erst jetzt gesehen und ich finde es beachtlich wa ihr schon gemeinsam geschafft habt. ;)

    Du hast eine Rasse die nun oftmals distanzlos und grobmotorisch und/ oder durch Überzüchtung so geworden ist.
    Ich treffe viele Labbis im Wald und überwiegend spiegeln sich sich die gleichen Verhaltensweisen wieder. Wenn du weiter so mit ihm arbeitest werdet ihr ein gutes Team. Förderlich sind alle Ausdauerarten, am Fahrad laufen, schwimmen, Fährtensuche etc - nur keine hochputschende Spiele wie Ballwürfe etc.

    Mit ca. 3 Jahren werden auch sie, bei guter Führung, ruhiger.
    Ich hoffe nicht das er durch die Frühkastration ein Kindskopf bleibt denn dann wird es schwierig, da sie auf einen welpenähnlichen Zustand bleiben. Diese Hunde sehen dann sehr jung aus, das Spielverhalten ist weiterhin welpentypisch und der Penis bleibt oft sehr klein.

    Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg!

    So wie du dahinter stehst und mit ihm arbeitest habe ich ein sehr gutes Gefühl das ihr auf dem richtigen Weg seid und ein tolles Team bilden werdet! :gut:

    LG Sabine

  • Hallo,

    ich habe häufig gehört das Getreide manche Hunde hibbelig macht. Bei meinem schien es mir auch immer so zu sein. Vielleicht liegt ein Teil der unuhe auch daran.

    Lg, Cora

  • Ja, ich weiß, dass RC kein gutes Futter sein soll. Aber es ist eben (bisher) das einzige, was er neben Pedigree überhaupt frisst. Aus der Hand füttern hab ich ganz am Anfang gemacht, aber jetzt geht das gar nicht mehr. Er nimmt es einfach nicht, und erst recht würde er nichts dafür tun. Das ist schon mit Leckerlies manchmal schwierig.

    Platinum wurde mir schon öfter empfohlen. Habe es nur leider bisher noch nirgends im Laden gesehen, müsste ich dann also irgendwo bestellen. Wo kauft ihr denn?

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