Energiebündel kommt nie zur Ruhe

  • Zitat

    Habe mir die Artikel zur Hyperktivität durchgelesen.
    Der Ansatz die Reize zu reduzieren und mehr Struktur zu geben scheint mir schon sinnvoll, aber ist halt in einem so ereignisreichen Leben wie wir es führen (ja, ich weiß, wahrscheinlich liegt da das Problem) schwer umzusetzen.

    Ich persönlich glaube, dass Euer Charly im Grunde ein ganz normaler Labbi-Junghund ist, der durch das bis dahin gehabte Programm "überreizt" war/ist.

    Ruhe reinbringen bedeutet bei so einem Hund ja nun nicht, dass alle auf Socken rumschleichen, sondern bei Charly könnte ich mir vorstellen, dass es genügt, die körperliche Auslastung herunterzufahren und feste Ruhephasen auch tagsüber einzubauen.

    Cazcarras Vergleich mit dem überdrehten, weil überreizten, übermüdeten Kind finde ich da sehr passend.

    Was das Füttern angeht - es kann schon sein, dass das Pedigree durch seine ungünstige Zusammensetzung seinen Teil zur Unruhe beiträgt.
    Nun können Futtermäkler einen zur Verzweiflung treiben - hast Du Dich schon mal mit dem Thema Barf auseinandergesetzt? Das hätte halt den Vorteil, dass man jederzeit Einfluss auf die einzelnen Futterkomponenten hat.
    Mal interessant zu lesen - wenn es auch viel hohles Geschwafel enthält - ist das Buch "Hilfe mein Hund ist unerziehbar", da bekommt man mal Denkanstöße, was die Frage angeht, was verschiedene Bestandteile der gängigen Industriefutter so in unseren Hunden anrichten können.

    LG, Chris

  • Nein, das mach ich natürlich nicht (Futter weg nehmen und direkt wieder Pedigree geben). Ich habs einmal 3 Wochen (!!!) durchgezogen, immer wieder das Futter hingestellt und weg genommen, er frisst davon keinen einzigen Bissen. Und irgendwann muss ich es einfach abbrechen, er ist ja eh schon zu dünn....
    Komisch daran ist dass er es Anfangs immer nimmt, aber eben erst nach einiger Zeit plötzlich und ohne ersichtlichen Grund nicht mehr.

    Na ja, werde das von dir genannte Futter mal probieren

  • Wie lange wäre dein Hund denn alleine wenn du z.b. im Stall bist?

    Ich hatte auch immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich meinen Zottel allein gelassen habe. Mir wurde aber erklärt, dass es für Hunde sehr erholsam ist einfach mal 1-2 Stunden (oder wenn sie es gewöhnt sind auch länger) allein zu sein. Da können sie richtig entspannt schlafen weil sie wissen, sie verpassen nichts.

    Mein Hund ist jetzt 17 Monate und war draußen total überdreht. Seitdem ich für ihn das Tempo aus unserem Leben genommen habe und darauf achte, die Reize für ihn überschaubar zu halten wurde er immer entspannter. Für uns wirkte das wahre Wunder. Jetzt schläft er den größten Teil des Tages entspannt irgendwo im Haus. Draußen ist er erheblich leichter zu führen.

    Wo steht denn sein Zwinger wenn du in der Arbeit bist? Ist er dort allein oder ist er mit am Geschehen dabei?

    Gruß Conny =)

  • Vielleicht wäre das Buch von Dr. Vera Biber "Hilfe, mein Hund ist unerziehbar" hilfreich. Da geht es um den Zusammenhang von Ernährung und Hyperaktivität. Bei meinem Kalle hat's funktioniert.

    Das Alter ist eh super anstrengend. Dazu kommt, dass die Rasse halt auch sehr aufgedreht und etwas grobmotorisch (nicht böse gemeint!) ist. Die Frühkastration mag dann noch das Tüpfelchen auf dem i gewesen sein.

    Erziehe ihn bewußt zu mehr Ruhe. Du kannst Deckentraining machen oder ihn an eine Box gewöhnen. Ihn mehr zu ignorieren, auch das kann helfen.

  • Danke für die vielen tips, werd mich auch mal mit dem Thema Ernährung auseinander setzen.

    Wenn wir im Stall sind ist er ca. 2-3 Stunden allein. Jetzt wo es so kalt wird muss er auch manchmal Zuhause bleiben, er ist oft am frieren und hatte dann letzte Woche ne Lungenentzündung :sad2: Und Mantel anziehen geht nur wenn wir ihn die ganze Zeit im Auge haben können, sonst nimmt er den auseinander.

    Der Zimmerkennel auf der Arbeit steht unter einer Treppe, also so dass er nichts sieht und nicht gesehen wird, aber hört wenn jemand vorbei geht oder spricht. Nach euren Ratschlägen und meinen neuen Erkenntnissen denke ich aber, dass es vielleicht ratsam wäre ihn wohin zu stellen wo wirklich Ruhe ist. oder wie seht ihr das?
    Wie lange könnte bzw. sollte ich ihn eurer Meinung nach da drin lassen (am Stück und über den Tag verteilt)?
    Groß genug ist der, war der Größte den ich bekommen konnte. Er kann sich darin locker drehen und auch mal vor und zurück bewegen.

  • Platinium kann ich nur empfehlen :gut:

    wichtig ist,dass der Hund zu Hause Ruhe halten lernt....dann ist der Labi ja ein Aportierhund....also übt das mit ihm....Futter auf draußen verteilen ....Futter aus der hand geben,wenn er das Spielzeug zurückbring...erstmal mir Schleppleine üben.......das Futter am besten in einen Futterdummy reinstecken und wenn er den dummy zurückbringt,daraus füttern........wenn ihr das nur mal 2Stunden am tag macht,müßte er eigentlich ausgepowert sein......

  • Hallo,
    also als ich dein ersten beitrag gelesen habe dachte ich auch sofort an körperliche überforderung, dann hast du aber später geschrieben das du morgens und abends ne kleine runde gehst und dann zus. 20 min kopfarbeit machst und dein hund nur am we länger rauskommt. Hab ich das so richtig verstanden ansonsten kannst du mich ja nochmal korrigieren?
    Dann schriebst du ja noch das du ihn nicht von der leine lassen kannst da er alles lebende umrempelt. Hört sich für mich eher so an, das dein hund es nicht gelernt hat eine gewisse individualdistanz zu halten respekt zu haben vor mensch und tier, daher auch das anrempeln. Also irgendwie wie ein großes hundebaby der alles überdimensionale frisst alles anrempelt usw. ohne grenzen zu kennen....! grade labbis sind ja voller energie und lebensfreude die muss man mit klaren regeln und strukturen in richtige bahnen lenken. ICH HAB AUCH SO EINEN ZU HAUSE ;-). hat dein hund eigentlich von klein auf hundekontakt gehabt?
    Aus der ferne ist es natürlich schwer zu beurteilen und sicher liege ich mit manchen vermutungen falsch.
    Achso das er schlecht frisst kann auch an seiner innerlichen unruhe bzw innerlichem stress liegen und nicht unbedingt an de sorte futter. hechelt er auch manchmal wenn er im altenheim ist.
    Mein tip wäre ihn nicht mehr mit zur arbeit zu nehmen, mal über klare strukturen und schleppleinentraining nachzudenken um das weglaufen zu anderen menschen zu verhindern und ihm so ein alternativ verhalten beibringen.

    Gruß Jacky

  • Zitat

    Vielleicht wäre das Buch von Dr. Vera Biber "Hilfe, mein Hund ist unerziehbar" hilfreich. Da geht es um den Zusammenhang von Ernährung und Hyperaktivität. Bei meinem Kalle hat's funktioniert.

    Das Alter ist eh super anstrengend. Dazu kommt, dass die Rasse halt auch sehr aufgedreht und etwas grobmotorisch (nicht böse gemeint!) ist. Die Frühkastration mag dann noch das Tüpfelchen auf dem i gewesen sein.

    Erziehe ihn bewußt zu mehr Ruhe. Du kannst Deckentraining machen oder ihn an eine Box gewöhnen. Ihn mehr zu ignorieren, auch das kann helfen.

    Seh ich ähnlich wie Corinna.

    Ich würd auch zu einem anderen Futter raten und wäre Barf oder Selberkochen vielleicht auch eine Option?

    Ebenfalls würde ich das Programm der Auslastung runterfahren und mehr Ruhe reinbringen.

    Allerdings würd ich Charly nicht ignorieren sondern ihn bewußt auf seine Decke ins Platz schicken und das konsequent.

    Hmm, wie ist es mit Impulskontrolle? Kennt er das bzw. kennt Ihr das?

    Und ich würd vielleicht kopfmässig was machen. Suchspiele bspw.

    Powert ein Hund mehr aus als reine körperliche Bewegung.

    Liebe Grüsse,

    Birgit

  • Meine Hunde haben bisher immer gelernt, dass ich "nicht da" bin, wenn ich am Schreibtisch sitze. Ganz wichtig bei home-office :D . Das habe ich rein über's Ignorieren aufgebaut. Wo sie dann liegen, das ist ihre Sache. Im Moment z.B. beide neben dem Schreibtisch, einer in der Box und einer im Körbchen.

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