WAS sollen wir bloß machen???

  • Hallo ihr Lieben,

    ich hoffe, ihr könnt uns helfen!
    Wir haben eine blonde Labrador-Dame namens "Hester".
    Sie ist mittlerweile 9 Jahre alt und einfach die BESTE und LIEBSTE!
    Ich holte sie mir mit 10 Wochen und seitdem sind wir auch zusammen und ein eingespieltes Team. Nie gab es irgendwelche Probleme.
    Und genau weil sie so ein tolles Tier ist, wollten wir gern Nachwuchs von ihr. Den passenden Rüden hatten wir schon vor Jahren im entfernten Bekanntenkreis gefunden. "Paul" ein schwarzer Labrador und charakterlich genauso beeindruckender Hund. Mehrere Versuche die beiden erfolgreich zusammen zu bringen schlugen fehl, so dass wir uns das letzte Mal gesagt haben, wenn es nun nicht klappen sollte, dass wir's dann auch lassen. Es klappte aber und wir bekamen 7 kleine schwarze "Maulwürfe", die auch alle schon vorher versprochen waren (wir haben keine ungewollten Welpen "produziert"!) eben weil viele die Elterntiere kennen. Nun ist es mit Paul so, dass er im Gegensatz zu Hester, die 100% ein reinrassiger Labrador ist, doch etwas anders aussieht. Sein Besitzer sprach aber immer nur von Paul als Labrador und ich sah keinen Grund ihm nicht zu glauben oder ihm meine Meinung auf zudrängen... als Hester dann trächtig war, erwähnte er einer dritten Person gegenüber, dass Paul ein Labrador-Border Collie wäre und das das die "nicht-so ganz-Schlappohren", Körpergösse und etwas spitze Nase erklären würde. Mein Gott, ich muss nichts reinrassiges haben und konnte/kann damit leben, auch wenn ich den Ehrlichkeitsfaktor doch bemängel.
    Also klar, einen der Zwerge behielten wir natürlich selber, "Bär".
    Die 7 blieben 12 Wochen bei uns, waren viel draussen in einem Gehege das Hester jederzeit betreten oder verlassen konnte und auch drinnen ließen wir ihr die Wahl, wann und wie oft sie zu den Kleinen ging. Vielleicht fing das Problem schon damit an, denn rückblickend, war sie nicht gerade oft bei den Welpen...
    Nun aber zu unserem Problem mit Bär:

    Er macht, wenn er allein ist, alles kaputt!

    Er ist ein sensibles, leicht einzuschüchternes, kuschliges, grosses, schlankes, aber verfressenes Tier mit sehr viel Energie. Er hört gut auf Kommandos, geht gut an der Leine und ohne und ist sehr liebevoll im Umgang mit unserer Tochter, bis auf die Tatsache, dass er ihr alles wegfrisst... sie ihm aber auch alles hinhält...
    Wir zogen vor 3 Monaten um, da ich wieder an fing zu arbeiten. Meine Arbeitszeit beträgt täglich 4 1/2 Std., im ganzen sind die Beiden maximal 5 1/2 Std. allein.
    Bevor ich fahre, haben sie die Möglichkeit so lange und so oft raus zu gehen wie sie wollen. Mittags, wenn ich wieder komme, geht es erstmal mindestens eine halbe Std. raus. Dann versorge ich unsere Tochter, schmeisse den Haushalt und dann geht es entweder wieder raus (mindestens eine Std.) in den Garten, mit ab und an Ball werfen oder spielen oder wir gehen spazieren über Wiesen und Felder mit fast nur Freilauf.
    Abends gib's eine letzte 10 Min. Runde.
    Morgens wenn ich weg bin, holt er die Tapete von den Wänden, holt sich Schuhe aus dem Schuhregal und kaut darauf und/oder er nimmt diverse Sachen aus der Küche mit auf seine Decken. Er hat sich auch schon an für uns sehr wertvolle Dinge gemacht.
    Da ich an sich überhaupt nicht dafür bin, Tiere zu schlagen, wir aber auch ratlos waren, haben wir eine zeitlang den Laufstall unserer Tochter für ihn aufgebaut. Mit seinen Decken, Sachen und Futter ausgestattet (damit er das Ganze mit etwas positiven verbindet) kam er dann immer da rein bevor ich fuhr, gleichzeitig hatte ich noch unsere Laufzeiten verlängert. Das klappte sehr gut und nach 2 Wochen ließen wir den Stall wieder weg und eine zeitlang stellte er auch nichts an, doch mittlerweile...
    Es ist schlimmer als vorher! Denn mittlerweile holt er sich nämlich auch nachts Sachen. Nichts ist in diesen Zeiten vor ihm sicher, er holt sich alles (am liebsten Kinderschuhe) worauf er Lust hat und ran kommt.
    Gibt es nichts, leckt er die Tapete erst weich und fängt dann an zu kauen.
    Mittlerweile ist mir auch schon mehr als einmal die Hand aus gerutscht...
    !!! :sad2: :sad2: !!!


    Was sollen wir bloß machen??? Wenn wir noch mehr unterwegs sind, bin ich bald gar nicht mehr zu hause! Einen Trainer können wir uns nicht leisten und zur Hundeschule können wir auch nicht, da ich alles mit dem Fahrrad erledigen muss, der Weg recht weit ist und ich immer meine Tochter dabei habe.

    Hilfe!!!

  • Wie euer Bär zustande kam, dazu sag ich lieber nix, befürworte ich nämlich überhaupt nicht.... aber soll nicht Thema sein.

    Wie habt ihr dem kleinen denn bei gebracht, alleine zu bleiben? Habt ihr das sicher in ganz kleinen Schritten aufgebaut oder seit ihr irgendwo vielleicht übermütig geworden weil es so gut klappte und habt zu schnell gesteigert?

    Der Kleine hat Frust und keinen Bock. Ich fürchte, das müsst ihr ganz neu aufbauen, im Sekundentakt anfangen und langsam Steigern.

    Und das Thema Hund schlagen :zensur: !!! Das geht gar nicht! DU hast etwas falsch gemacht, wenn er etwas anfrisst, nicht er. Du dürftest dich höchstens selber Ohrfeigen!

  • ..zum drumherum spar ich mir meinen Kommentar :hust:

    - wie habt ihr das alleine bleiben aufgebaut?
    - über welchen Zeitraum ging das, dass er dann 5h alleine bleiben kann?
    - wie alt ist der Hund jetzt?

    ...irgendwas muss sich ändern, allein bleiben konsequent neu aufbauen
    ..Hund mit in die Arbeit nehmen?
    ..Hund sinnvoll auslasten?


    tja, und wenn das nicht möglich ist, würde ich sogar dazu tendieren ihn abzugeben. IHR habt Fehler gemacht, nicht der Hund und dafür kriegt er dann noch eins drüber :zensur: :zensur:

  • Vermutlich habt Ihr den "Gedankenfehler" gemacht zu glauben, dass BÄR das Alleinsein nicht lernen braucht, weil HESTER immer da ist. Somit ist er aus Eurer Sicht ja gar nicht allein. Er sieht das natürlich völlig anders :hust: , und ist zudem ein junger Hund, der die Welt entdecken will und sich und alles um ihn herum ausprobiert und austestet.
    Ich würde daher das Alleinbleiben - wie gehabt - ganz von vorn in kleinen (Minuten-) Schritten aufbauen.

  • Am Wichtigsten:
    Bitte nicht den Hund schlagen, ja?

    Paul weiß wahrscheinlich gar nicht, was er falch macht. Hunde handeln nie in böser Absicht und haben deshalb auch niemals Schläge verdient. Abgesehen davon, bringt Euch jeder Klaps nur weiter vom Ziel weg. Paul wird das Vertrauen in Dich und die Bindung zu Dir verlieren.

    Ich finde es aber schön, dass Du Dir das eingestehst und Hilfe suchst.

    Ich kann mir schon vorstellen, dass Dich die Situation in den Wahnsinn treibt. Trotzdem: Bitte keine Haue mehr, versprochen?

    :smile:

    Meine Vorschreiber haben ja schon gefragt, wie ihr das Alleine-Bleiben aufgebaut habt. Ich würde hier nochmal einen Neuanfang machen, zurück auf Anfang und mit ganz viel positiver Bestärkung arbeiten.

    Für mich klingt die Beschreibung von Paul aber schon auch nach einem Hund, der die Party steigen lässt, weil ihm eigentlich öde ist. Ich würde mir also gleichzeitig Gedanken machen, wie man den Hund besser auslasten kann - was genau macht ihr mit ihm wenn ihr unterwegs seit? Es ist schön durch die Felder zu rasen aber oft einfach nicht genug. Woran hat Paul denn Spaß? Apportieren, Nasenarbeit?
    Hier würde ich ansetzen.

    Hat Paul ne Beschäftigung wenn er alleine ist? Kong? Schweineohr? Ich stelle gerne eine große Pappkiste auf und verstreue Leckerchen darin und mache sie mit einem Paketband wieder zu. Hund kann sich dann einige Stunden dran verlustieren die Kistei n ihre Einzelteile zu schreddern :smile:

  • Bär ist jetzt fasst ein halbes Jahr.
    Und natürlich haben wir sein allein sein kontinuierlich auf gebaut!
    Sind nicht übermütig geworden usw.
    Es hat ja schließlich auch erst gut geklappt und fing dann langsam an.
    Und das Alleinsein in kleinen Schritten neu aufbauen geht nicht, da ich nun einmal arbeite (schön wenn man dafür Zeit hat) und zur Arbeit kann ich ihn auch nicht mitnehmen, da ich mit Kindern in einer Einrichtung arbeite.

    Und UNSERE Fehler sind uns bekannt, vielen Dank für Kommentare zum Thema Hund schlagen, als wenn wir DAS nicht selber wüssten!
    WARUM bin ich wohl hier?! Bestimmt nicht, weil das bei uns die gängige Methode ist!

    Und zur Auslatung: WAS soll ich denn noch tun???
    Wir gehen teilweise stundenlang an den Strand, in den Wald, spielen mit anderen, werfen Bälle GENAU damit er eben ausgelastet ist und Spass hat. Hab ich dazu keinen Bock, ist es NATÜRLICH mein Fehler und mein Problem, aber so?

  • Er hat einen Kong. Gegen den Herstellerhinweis und in Absprache mit einer Hundegruppenleiterin friere ich ihn sogar ein, damit er sich eben noch mehr anstrengen und beschäftigen muß.

    Sind wir unterwegs, kar wird auch nur mal gelaufen schließlich ist meine 1 jährige Tochter immer in der Karre dabei, aber wir sind auch mit Bällen und anderem Spielzeug unterwegs, machen Übungen usw.

  • Ist der kleine vielleicht überlastet und daher überdreht?

    Und wenn du keine Lust hast bzw. keine Lust hast eine Lösung zu finden, dass der kleine so lange nicht mehr alleine ist, bis er es auch kann, alleine zu sein, dann hoffe ich (und da bin ich schonungslos ehrlich), dass er dir noch richtig viel zerlegt.

    Aber du kannst dich ja vor ihn hinstellen, ihm 20 mal täglich sagen, dass es jetzt aber sein muss, nur bringen wird es wohl nichts. Du kannst dir ja auch 20 mal am Tag den gleichen Chinesischen Satz vorsagen lassen, nur ohne dass dir einmal einer beibringt, was da was bedeutet, wirst du ihn auch nach 5 Wochen täglichem Trainings nicht verstehen.

  • Dieser Schuß ist ja gewaltig nach hinten los gegangen! Unkontrollierte Vermehrung mit entsprechenden Risiken, nicht wirklich Zeit für die Erziehung eines Welpen, und dann rutscht auch noch hin und wieder die Hand aus, der Hund wird also geschlagen.
    Ich kann Dir da nur einen Rat geben: wenn die Überforderungssituation so groß ist, wie Du sie beschreibst, wenn Dein Zeitkontingent sich nicht deutlich zugunsten des Hundes verändert, dann such ein gutes Zuhause für ihn und gib ihn ab.

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