napf wegnehmen beim fressen

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    Das macht schon Sinn. Zuerst sagen sie, es passt ihnen nicht was da geschieht, wenn sich dann nichts ändert greift die Erziehung und angepasstes Verhalten wird gezeigt.

    Eine Erziehung die so ganz automatisch immer und zuverlässig greift? Wow :roll:

  • Was ich immer sehr schade finde ist, dass Hunden oftmals weder ihr Individualabstand zugesprochen bekommen (während wir Menschen unseren immer und zu jeder Zeit einfordern dürfen und das zum Teil mit mehr als nur einem "Knurren") noch ihnen erlaubt wird, ihr Unwohlsein und Unsicherheit stimmlich mitzuteilen.

    Mein Hund hat mich noch nie angeknurrt. Ich hänge ihm (wie sicherlich die meisten in diesem Forum) nicht ständig auf der Pelle, ich muss nicht ständig an ihm vorbei laufen während er frisst (ich möchte immerhin beim Essen auch nicht gestört werden). Aber er hat schon geknurrt. Und zwar hatte er sehr viel Angst vor Menschen die nach Alkohol riechen. Problem erkannt (er hat mir sozusagen verbal angezeigt, dass er sich äusserst Unwohl fühlte), Problem gebannt (heißt, Hund wurde aus der ihm unangenehmen Situation herausgeholt, aber sein Knurren ihm nicht aberzogen).

    Unterm Strich sollte jeder Hundebesitzer froh sein, dass sein Hund ihm solche Signale sendet und nicht seinen Frust in sich aufstaut und eines Tages explodieren läßt.

    Knurren ist auch nicht gleich knurren. Ich würde mich von meinem Hund NICHT anknurren lassen, nur weil ich ihm vom Bett/Sofa etc herunter schicke und er meint, das wäre seins. Dann gäbe es Kasalla mitten in unserer schönen Stadt. :)

  • Doch, sicher macht es Sinn.
    Meine Hunde zeigen auch Menschen gegenüber an, wenn ihnen etwas nicht passt. Das machen sie nicht anders als bei Hunden.
    Nur dann kommt eben der Bruch im Verhalten. Wo bei einem anderen Hund weitergemacht würde, wird bei Mensch abgebremst und entweder weggegangen oder "ausgehalten". Zumindest bei unserem Kind, bei uns Erwachsenen sieht das nochmal anders aus.
    Ein Hund weiß, was er z.B. mit seinen Zähnen macht, er kann damit genau so dosiert umgehen wie wir mit unseren Händen.
    Ein kleines Beispiel, dass dich jetzt wahrscheinlich fast an den Rande eines Nervenzusammenbruchs bringt: :D Mein Rüde, 45kg, hat seinen Vorbesitzer mehrfach krankenhausreif zusammengebissen. Mein herzallerliebstes Kindchen hüpfte schneller als ich gucken konnte, vom Sofa. Es landete mit 17kg Lebendgewicht und festem Schuhwerk auf den Kronjuwelen des vor dem Sofa schlafenden Rüden. :hust: Der fuhr knurrend herum und hatte einen Arm den Kindes komplett im Maul. Ok, heulendes Kind, aber kein Kratzer, keine Rötung, kein Zahnabdruck, kein Bluterguss, nichts.
    Was kann man in so einem Schmerz- und Schreckmoment mehr von einem Hund erwarten? Er hatte eine Schürfwunde am Hodensack und der gesamte Beutel war über eine Woche dick geschwollen.
    Klar dürfen solche Situationen nicht passieren. Tun sie aber eben manchmal doch. Und da ist mir ein klar und dosiert kommunizierender Hund allemal lieber, als einer der das alles nicht darf.

    Man muss seine Hunde einschätzen können, wenn man Kinder hat, dann muss man es um so mehr. Für meine Hüdnin, die ein absolutes Schaf ist und sogar Einbrecher nett begrüßt (ich vermute, dass sie sogar beim Suchen und Tragen geholfen hat :lachtot: ), sieht in einem fallenden Kleinkind außerhalb des Hauses Beute. Und? Ist sie jetzt total gefährlich? Natürlich nicht, denn ich kann ihren Beutetrieb kontrollieren. Nur ist es eben meine Pflicht, dann IMMER mit voller Konzentration dabei zu sein.

    Es ist, denke ich, eine Frage der Grundhaltung. Ich weiß, was bei mir daheim rumspringt. Ich kenne die Vorteile meiner Hunde und deren Nachteile. Und darauf stelle ich mich ein. Ich arbeite an den Baustellen und manage den Teil, der sich durch reines Training nicht wegschaffen lässt.

    LG
    das Schnauzermädel

  • Zitat

    Wer ein bisschen in die Wissenschaft eintaucht wird dort den Nachweis finden das Hunde(artige) kein Artgenossenbild haben wenn sie geboren werden, sondern sie werden darauf geprägt. Beispiel hierzu: Herdenschutzhunde die in der zu beschützenden Herde aufwachsen und diese dann schützen weil sie es als ihr Rudel ansehen. (das nur mal am Rande bemerkt)

    Das ist nun mal ein "sachdienlicher" Hinweis! (In der Unter-Unter-Unter-Diskussion...)

    Den ich aber dennoch mit einem ja, aber versehen möchte.
    Schlicht aus dem Grund, weil die Prägung auf "andersartige" im genannten Beispiel der HSH eine künstlich herbeigeführte Situation ist.
    Der Hund an sich "weiß" im Moment seiner Geburt nichts von seinem Hund-Sein, ja das stimmt. Da muss man noch nicht mal so tief wissenschaftlich eintauchen, dass die Haare naß werden :lol: , aber der Hund, der als Hund "normal", so wie heutzutage die Welpenzeit ausgerichtet ist, aufwachsen darf, "weiß" irgendwann in seiner Welpenzeit, dass er ein Hund ist (nicht in dem begrifflichen Sinn), aber er erkennt die meisten seiner Art als Hund (die berühmte Ausnahme sind z. B. Nackthunde, die nur rasse-eigen aufgewachsen sind und das erste Mal in ihrem Leben einen Bobtail sehen...da braucht es durchaus eine Zeit, bis man sich gegenseitig als Hund erkennt...) und vor allem, er erkennt andersartige als eben diese...

    Ich finds einfach nur interessant, dieses Thema. Und ohne die Flexibilität der Hunde in Sachen Kommunikation mit anderen Arten "verherrlichen" zu wollen, stelle ich aber gerade im Zusammenleben mit vielen verschiedenen Tierarten immer wieder fest, auch und gerade bei erwachsenen Neuen, dass Hunde wesentlich "experementierfreudiger" und "einfallsreicher" sind, als andere Tierarten, wenn es um die zwischenartliche Kommunikation geht.

    Ein neuer Hund nähert sich einem ihm bis dato als Art unbekanntem Pferd nicht auf dieselbe Art an, wie er sich einem fremden Hund nähert - das bedeutet für mich, dass er eine Differenzierung macht. Ein Hund nähert sich einem ihm bis dato unbekannten jagdbarem Tier, z. B. Gehege-Damwild, von vorneherein völlig anders, als einem Dachs, den er auch noch nie zuvor gesehen/gerochen hat. Eine sehr lebensrettende Differenzierung anderer Arten, wie ich finde und offensichtlich ja im allgemeinen "Erbwissen", ganz unwissenschaftlich...., verankert.
    Auch der o. g. HSH differenziert zwischen einem sich nähernden Wolf und einem Wildesel. Ganz ohne Prägung auf diese, auch wenn der HSH in diesem Beispiel vielleicht "denken" mag, er selbst sei ein etwas seltsames Schaf....

    Und dann soll er ausgerechnet den Menschen nicht als etwas andersartiges erkennen?

    Ich bitte um Aufklärung, wenn ich irgendwo einen Denkfehler habe.

    LG, Chris

  • Zitat

    Es wird ihm nicht abgesprochen, darum geht es überhaupt nicht


    Ich hatte hier mehrmals den Eindruck, daß Hund sich alles gefallen lassen muß und IMMER ohne Murren den Rückzug anzutreten hat. Das behagt mir persönlich nicht so ganz. Ich finde es völlig legitim, wenn ein Hund durch Knurren seinen Unmut äußerst. Was man daraus macht, ob nun Alternative, Training oder Sonstiges - da führen viele Wege nach Rom

    Auch was Schnauzermädl bzgl. knurren und dann weggehen geschrieben hat, konnte ich bei meinen Hunden auch schon beobachten

    Zitat

    Es muss natürlich nicht weitergehen, doch es kann. Und das hier offenbar gern viele über die Möglichkeit hinwegsehen find ich schlimm


    ok, da magste natürlich Recht haben, aber da müssen mehrere Faktoren mitspielen und passieren kann mit Hund immer etwas, egal wie gut erzogen oder sozialisiert er wurde. Wenn ich also um eine Besonderheit meines Hundes weiß, dann sorge ich dafür das Mensch und Hund damit umgehen können oder es lernen

    Zitat

    Es ist, denke ich, eine Frage der Grundhaltung. Ich weiß, was bei mir daheim rumspringt. Ich kenne die Vorteile meiner Hunde und deren Nachteile. Und darauf stelle ich mich ein. Ich arbeite an den Baustellen und manage den Teil, der sich durch reines Training nicht wegschaffen lässt.


    Das finde ich absolut passend :gut: :gut:

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    Aber durch rosarote Freundschaftsbrillen kann man wohl nicht mehr objektiv sein.

    Gott sei Dank, haben wir ja jetzt Dich.

    Durch meine rosarote Freundschaftsbrille habe ich zwei kleine Kinder und zwei Neufundländerrüden gleichzeitig heil durchs Leben gebracht.

    Die Kinder haben gelernt, wenn die Hunde fressen, wenn die Hunde schlafen, lasse ich sie in Ruhe.
    Wenn der Hund brummt oder knurrt, gehe ich weg. Wir respektieren seine Wünsche.
    Wenn die Hunde weg gehen, dann gehen wir nicht hinterher und zwingen sie zum Kuscheln, Spielen usw.

    Die Hunde haben gelernt, wenn die Kinder essen, liegen wir unterm Tisch und hoffen, daß etwas runter fällt.
    Die Hunde haben gelernt, höflich zu betteln, wenn es Keks, Eis oder Würstchen gibt.
    Die Hunde haben gelernt, daß die kleine Kinderhand genauso unversehrt aus der Schnauze kommt, wie sie darein gelangt ist. Fehlen darf nur der Keks oder die Wurst.

    Gelernt haben bei mir alle vier, respektvoll miteinander umzugehen.

    Meine Kinder wurden auf Grund ihres guten Sozialverhaltens während ihrer Schulzeit immer wieder gelobt. Rücksichtnahme war und ist für sie selbstverständlich.

    Meine Hunde wurden von anderen HH, von anderen Nicht-HH für ihr sozialverträgliches Verhalten unter Hunden und ihr vorsichtiges, rücksichtsvolles Benehmen Kindern gegenüber, gelobt.

    Heute habe ich drei Rüden, die regelmäßig in einer Kindergartengruppe "untergehen". Dutzende Patschhändchen streicheln, Stimmchen quiecken begeistert und kleine Fingerchen verschwinden samt Keks in der Gusch.

    Wenn es meinen Jungs reicht, gehen sie, Noch nie ist dabei ein Kind auch nur angerempelt, geschweige denn zu Fall gebracht worden.

    Ich behalte also meine rosarote Freundschaftsbrille weiter auf und werde an der Erziehung meiner Hunde nichts ändern. Sollte ich doch noch Enkelkinder bekommen, werden sie den Respekt vor anderen Lebewesen und deren Bedürfnissen genauso erlernen, wie meine beiden Kinder.

    Gaby, Idefix und ihre schweren Jungs

  • Zitat

    Und zwar hatte er sehr viel Angst vor Menschen die nach Alkohol riechen. Problem erkannt (er hat mir sozusagen verbal angezeigt, dass er sich äusserst Unwohl fühlte), Problem gebannt (heißt, Hund wurde aus der ihm unangenehmen Situation herausgeholt, aber sein Knurren ihm nicht aberzogen).

    Hallo,

    wie hast Du das Problem denn gebannt? Oder gar verbannt
    Ein knurren kann man nicht aberziehen...das gehört zur Hundsprache dazu...
    aber super :gut: , dass Du ihn dort rausgeholt hast......wie????

    Grüße

  • :D Wir sind wortlos gegangen. :hust: Beim anderen Mal war es auf einer Familienfeier, auf der mein Onkel der Unwohlseinfaktor war. Dort habe ich meinen Hund zu mir geholt und praktisch hinter mir abgelegt (er lag hinter meinen Beinen als ich auf dem Sessel saß ). Das gab ihm Sicherheit. Mein Onkel bekam die strikte Auflage meinen Hund in Ruhe zu lassen. Und seit dem geht es. Die Angst vor alkoholisierten Männern hat sich gebessert zu einem Level, in welchem mein Hund solche Leute ignoriert. Frauen mit Fahne sind übrigens kein Thema. ;) Fremde Männer, die damals auch ein Angstobjekt meines Hundes waren, werden jetzt beschmust. Ich muss dazu sagen, dass meine Ansätze vielleicht nicht die richtigen waren, weil ich damals (da war mein Hund 11 oder 12 Monate alt, jetzt ist er 4) noch nicht erkannt habe, dass es ein starkes Angstverhalten meines Hundes war. Und ich habe einfach so reagiert, wie ich es in diesen Situationen für angemessen empfand. Viele würden es sicher gaaaaanz anders machen.

    Knurren bei meinem Hund ist bei ihm wirklich nur ein Zeichen des absoluten Unwohlseins in Form von Angst. Als er letztens mit sehr starken Schmerzen beim Tierarzt war und dieser ihn abgetastet hat, was ihm sehr weh getan hat, denn er konnte nur noch stöhnen, hat er nicht geknurrt oder ähnliches. Deswegen nehme ich diese Lautäusserung bei ihm sehr ernst und versuche die Situation zu klären.

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