Ständiges Bellen - es muss aufhören, und zwar schnell...

  • ANZEIGE:
    Nach dem Hundespaziergang BURNHARD GRILL an und den Feierabend genießen🔥*
  • Zitat

    Ich bin halt immer hin und her gerissen, was jetzt am Anfang wichtiger ist: Sozialkontakte und Abrufbarkeit oder Leinenführigkeit und Kontrolle über den Hund? Bisher hatte ich den Schwerpunkt auf Ersteres gelegt, aber jetzt werde ich das mal ändern (zumindest vorerst). Denn sie wird auch groß werden und ein so großer Hund, der nicht leinenführig ist - nein Danke! ;) Und der Rest des Grundgehorsam lässt sich an der Leine auch besser trainieren.

    Ich denke, dass ALLE DREI Punkte sehr wichtig sind. Ist sie an der Leine, wird Leinenführigkeit gelernt. Trefft ihr nen anderen Hund, können die Sozialkontakte gepflegt werden, natürlich unter Berücksichtigung der Leinenführigkeit). Das heißt, führen sich meine Beiden auf wie ein Henker an der Leine, dürfen sie mit Sicherheit nicht zu dem anderen Hund, bis das von mir gewünschte Verhalten gezeigt wird. Kann man auch super gut mit bekannten HHs üben. Und obwohl wir das IMMER so handhaben, bellen meine Hunde trotzdem :headbash:
    Die Abrufbarkeit ist ja anfangs eh nur in begrenzten Gebieten übbar (Garten, Hundeplatz usw). Dann kann das ausgebaut werden.
    Aber es schließt doch eines das andere nicht aus.

    Corinna, kannst Du das vielleicht genauer erklären? Ich denke auch, dass es einfach bewachendere Hunde gibt (unserer ist auch so einer) und andere juckt es eben gar nicht, was im und ums Haus abgeht. Wir kämpfen mit Shiva, vorallem im Haus, schon seit Jahren. Bellorgien gibt es keine, da ich jedes Bellen sofort abbreche. Trotzdem tut sie es immer und immer wieder.
    Von welcher Überforderung sprichst Du?

  • Ein Hund, der aus welchen Gründen auch immer unter Stress steht, ist vielmehr in Alarmbereitschaft, als einer, der entspannt ist.

    Es ist nicht normal, wenn ein Hund wegen jeder Fliege, die hustet, zu kläffen anfängt.

    Ein Hund, der ganz normal bewacht, meldet nur Dinge, die wichtig sind. Die wirklich wichtig sind. Dinge, bei denen der Hund mit der Zeit lernt, dass sie tatsächlich ins Heim eindringen. Z.B. Besucher.

    Ich habe einen Spitz. Der kläfft nur, wenn tatsächlich jemand kommt. Mein Altdeutscher auch.

    Meine Teak - hochgradig anfällig für Stress - kläfft gern dummdoof (meldet jeden Pups, der irgendwo ist) herum, wenn ich ihr zuviel zugemutet habe. Ich arbeite dann nicht am Kläffen, sondern gestalte die Tage so, dass sie runterfahren kann. Dann kläfft sie nicht mehr.

    Viele Grüße
    Corinna

  • ich würde auch so ähnlich verfahren wie brush. also hund auf den platz schicken, wenn es nötig sein sollte mit bodyblocks oder hausleine. sie darf nicht mehr richtung rennen, egal, ob besuch da ist, es klingelt oder jemand durchs haus geht. draußen würde ich eine schleppi benutzen und ihr keine möglichkeit lassen, andere anzubellen, also vorher ranrufen und wenn nötig abdrängen. da musst du auch mit cleo aufpassen. wenn du pech hast, schaut sie sich das alles ab. ich würde auch viel einzeln gehen. wichtig ist es, mit viel körpersprache zu arbeiten, ich würde ihr auch ein "schau" beibringen, um blickkontakt einzufordern in brenzligen situationen.

  • Vielleicht hast du selber schon laengst dran gedacht und ich habs ueberlesen, aber was spricht denn draussen bei Maja gegen eine Schleppleine?

    An der kann sie auch Sozialkontakte haben, aber du haettest eben die Sicherheit, dass du sie zur Not sicher zu dir holen kannst, wenn sie kurz vor einer Bellattacke steht.

    Einzeltraining bei nem guten Trainer kann ich auch nur empfehlen. Bei uns hat es Wunder bewirkt, weil mir die Trainerin vor allem meine eigenen Schwachstellen aufzeigen konnte und auch Dinge, die ich erst mal nicht so gerne hoerte (z.B. dass ich dem Hund zu wenig Sicherheit gebe und zu viel Eigenverantwortung lasse).

    Zum Tinnitus - ich hab auch einen, der mal besser und mal schlechter ist. Wenn ich weiss, dass es wieder laut wird, helfen bei mir geraeuschdurchlaessige Ohrenstopesel (also nicht gerade die, wo man bei >30dB nix mehr hoert), oder einfach Watte in die Ohren.

    Viel Erfolg!

  • Zitat

    ich würde auch so ähnlich verfahren wie brush. also hund auf den platz schicken, wenn es nötig sein sollte mit bodyblocks oder hausleine. sie darf nicht mehr richtung rennen, egal, ob besuch da ist, es klingelt oder jemand durchs haus geht. draußen würde ich eine schleppi benutzen und ihr keine möglichkeit lassen, andere anzubellen, also vorher ranrufen und wenn nötig abdrängen. da musst du auch mit cleo aufpassen. wenn du pech hast, schaut sie sich das alles ab. ich würde auch viel einzeln gehen. wichtig ist es, mit viel körpersprache zu arbeiten, ich würde ihr auch ein "schau" beibringen, um blickkontakt einzufordern in brenzligen situationen.

    Danke für die Tipps! Ich hoffe doch mal, dass Cleo sich das nicht abschauen wird. Als sie jünger war hatte ich zwischenzeitlich auch die Befürchtung, sie würde zur Kläfferin werden (u.a. weil bei ihr augenscheinlich ein Spitz mitgemischt hat). Das hat sich aber von ganz alleine gelegt und mittlerweile benutzt sie nur noch im Spiel ihre Stimme :)

    Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ich Maja überfordere bzw ich wüsste nicht womit. Das Einzige ist, dass sie die ganzen Geräusche hier natürlich nicht kennt. In ihrem Zwinger auf dem abgelegenen Grundstück in Rumänien gab es in erster Linie Hundegebell und sonst nichts ;)

    Ich beschreibe mal unsere Situation: Mein Zimmer liegt zu einer nicht gerade stark befahrenen Straße. Es ist außerdem das äußerste der Wohnung sprich: es grenzt direkt an den Hausflur. Wenn irgendwo in der Wohnung Geräusche zu vernehmen sind, dann also in erster Linie in meinem Zimmer - dem Zimmer, in dem sich Maja die meiste Zeit aufhält.

    Sie bellt wenn:

    - irgendwer durch den Hausflur geht
    - es schellt
    - das Fenster auf ist und Leute vor dem Fenster hergehen
    - draußen ungewöhnliche und laute Geräusche sind

    - sie unsere Katze sieht
    - sie mit Cleo spielt/ spielen will
    - sie etwas haben will, was Cleo hat oder sie aus sonst einem Grund (noch) nicht bekommt (zB wenn ich das Futter zubereite)

    - sie draußen anderen Hunden oder Menschen begegnet
    - ihr draußen irgendetwas begegnet, dass ihr fremd ist
    - sie draußen vor etwas Angst hat

  • Dann steht Shiva unter Dauerstrom!!! :schockiert:
    Aber schon einleuchtend was Du schreibst, Corinna!
    Die schicke ich schon seit über einem Jahr auf ihren Platz (anfangs auch mit Hausleine - jetzt bleibt sie ohne). Unsere Tage laufen eigentlich immer ziemlich gleich ab. Ich drehe mit den Hunden zwei große Runden (früh und abends) mittags dürfen sie zum pinkeln raus und nachts nochmal. Manchmal machen wir Dummie verstecken, manchmal Clickern, manchmal Spieli werfen und ab und an mal nen Parcour durch den Garten. Aber HÖCHSTENS einmal die Woche EINEN Teil von diesen allen.

    Früher habe ich mehr mit ihr gemacht, aber mir wurde dann eben auch geraten, ich solle mehr Ruhe in ihr Leben bringen.

    Die Kläfferei wurde bei uns noch nicht besser. Bisher hat noch nichts geholfen. Im Garten habe ich manchmal das Gefühl, es wird besser. Aber dann wieder.....!!!! Im Garten müssen sie rein, wenn sie am Zaun rumkläffen, außer sie hören sofort auf, wenn ich 'NEIN' sage. Das machen wir ja auch schon zwei Jahre so!!!!
    Gibt es erziehungsresistente Hunde ???!?? Dann haben wir den!!! ;)

  • Habe mir hier nicht alles durchgelesen,gebe aber trotzdem mal einen Kommentar ab.
    Bei meiner Hündin (2,5 Jahre) kann ich ein ähnliches Verhalten im Haus bemerken.
    Allerdings nur dann,wenn sie nicht ausgelastet ist.Die täglichen Spaziergänge reichen z.Zt. nicht immer aus und wenn ich dann keine Zeit habe im Haus mit ihr zu üben oder Spiele zu machen,gehts los:Sie bellt auch wegen jedem Windzug!! :ops:
    Sie "sucht" sich dann praktisch selbst Beschäftigung....also das Bellen!
    Das geht mir extrem auf die Nerven und ist auch draußen auf der Straße laut hörbar(wir haben Gott sei Dank ein EFH).
    Klatschen oder irgendwelche Kommandos haben bisher nichts genutzt.

    Habe jetzt aber einen Weg gefunden,wie es besser wird.Ich nehme sie an solchen Tagen an eine Leine im Haus,die sie dann kurzzeitig hinter sich herschlört-sie ist dann ihrer selbstgesuchten "Aufgabe/Pflicht" enthoben und relaxt viel besser!!
    Außer der Postbote ist unterwegs,dann geht gar nichts dahingehend.
    Ein Umleiten des Bellens auf anderes Verhalten ist leider auch nicht möglich,da sie absolut nicht ansprechbar ist in der Situation.
    Zum Glück geht sie aber ab nächster Woche mit mir nachts arbeiten,dann hat sie jede Nacht 4 Std. Bewegung!! :smile:

    Draußen pöbelt sie nur Hunde an,die sie nicht "mag"...auch Tagesform abhängig.

    Vllt. ist es bei Deiner Kleinen auch zu wenig Auslastung?!
    Oder Unsicherheit!?

  • Zitat

    Einzeltraining bei nem guten Trainer kann ich auch nur empfehlen. Bei uns hat es Wunder bewirkt, weil mir die Trainerin vor allem meine eigenen Schwachstellen aufzeigen konnte und auch Dinge, die ich erst mal nicht so gerne hoerte (z.B. dass ich dem Hund zu wenig Sicherheit gebe und zu viel Eigenverantwortung lasse).


    Was hat sich denn bei Dir geändert?
    Wie hast Du Dich vorher verhalten und was hast Du geändert?

  • Zitat

    Was hat sich denn bei Dir geändert?
    Wie hast Du Dich vorher verhalten und was hast Du geändert?

    Puh, das wird lang ;) . Also ich hatte zwei Hauptprobleme, die sich gegenseitig verstaerkt haben:

    1. mein Hund kontrolliert

    2. mein Hund ist unsicher und mit seiner Kontrolliererei total ueberfordert, steht deshalb immer unter Strom

    Die Symptome waren mannigfaltig. Das ging von Bellen, Schnappen, Nachlaufen (zu Hause) bis zu Leineziehen, Nicht-Abrufbarsein, Poebeln und totalem Stress (draussen).

    Ich hab mich vorher so verhalten:
    - ich war total unsicher, bin sauer geworden, hab entweder viel zu spaet oder unangemessen lasch/grob gemassregelt
    - ich hab immer nur auf ihn reagiert, anstatt ihm schon im Vorfeld klare Anleitungen zu geben, was er tun soll
    - zu Hause hab ich seine Kontrollierei toleriert, z.T. war sie mir gar nicht bewusst

    Das hab ich geaendert:
    - ich sehe sein Verhalten nicht mehr als Angriff auf meine Autoritaet, bleibe cool und souveraen (meistens :hust: )
    - er laeuft an der Leine nur noch hinter oder neben mir
    - ich gehe vorausschauend spazieren und versuche, Stressfaktoren vor ihm zu sehen und ihm entsprechend Anweisungen zu geben
    - ich treffe auch kleine Entscheidungen fuer ihn (z.B. wo er an der Leine pinkeln darf, welchen Weg wir einschlagen, wen er begruessen darf)
    - ich verhalte mich so, als haette ich die Situation immer im Griff: selbst wenn mich etwas ueberrascht, tue ich so, als haett ich das laengst gesehen und als uninteressant erachtet

    Geaendert hat sich bis jetzt:
    - der Hund ist zu Hause ruhiger, laesst sich auf den Platz schicken und kommentiert nicht mehr alles
    - draussen ist er (meistens) abrufbar und auch in Stress-Situationen ansprechbar
    - er achtet und hoert besser auf mich, kommt zu mir wenn ihm was nicht geheuer ist

    Woran wir noch arbeiten:
    - er tickt immer noch aus, wenn es klingelt, aber beruhigt sich schneller wieder
    - er laeuft einem immer noch gerne nach, laesst sich aber wegschicken
    - er regt sich immer noch ueber Radfahrer/Jogger usw auf, aber wenn man vorausschauend und ruhig agiert, ist es fuer Aussenstehende kaum noch spuerbar

    Alles in allem war es schon so, dass die meisten unserer Probleme an meinem Verhalten liegen. Das zu aendern ist eigentlich die Hauptarbeit. Typisch ist z.B., dass wir immer prompt Rueckschritte erleben, sobald ich Stress habe oder emotional etwas angeschlagen bin. Mein Hund orientiert sich in der Hinsicht total an mir, bzw an meiner "Verantwortungskompetenz" in seinen Augen. Aber das konnte mir erst eine Trainerin sagen, die mich und mein Verhalten genau beobachtet hat.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!