Pittbull-(vielleicht zu) selbstsicheres Sozialverhalten ?

  • Die Hündin meiner Schwester, ihres Zeichens ein Pit/Bull/Staff Mix ist eine Schmusegöttin vor dem Herrn. Dieser Hund ist der absolute Schmusehammer. Wenn ich dort penne, schläft sie sehr oft bei mir, unter der Decke eng an mich gekuschelt. Und ich liebe es.

    Aber wenn man den selben Hund draußen auf der Straße sieht, wenn sie auf andere Hunde trifft? Dann gibt sie DAS Bild eines Kampfhundes per exellence ab. Die erkennt man nicht wieder.

    Sie hasst andere Hunde. Und damit hat sie damals angefangen, nachdem sie als Junghund mehrmals von einem kleinen weißen Wuschel angefallen wurde. Sie sieht richtig rot in diesen Augenblicken. Absolut. Deswegen hatte meine Schwester damals bedenken, sie mit meinem Hund zusammen zu bringen. Aber da hat es von der ersten Stunde an perfekt geklappt. Bis heute darf mein Hund ALLES bei ihr machen.

    Aber wenn so ein Hund auf 180 ist, dann ist es was komplett anderes. Absolut nur noch auf Krawall gebürstet.

  • Zitat

    In erst gar keine solche Rage entwickeln lassen das es zum Festbeissen kommt. :p

    Danke.
    Allein darum geht´s eigentlich.
    Und es ist ja nicht so, dass der Pit sich immer festbeißt. Sowas tritt ja dann auch nur auf, wenn es ein ernster Kampf ist. Und das sollte man doch recht gut in den Griff bekommen.

  • Also erstmal vielen dank für die Antworten.

    Generell gibt es bestimmt Rassen, bei denen ich weniger Bedenken hätte, wobei ich wie bereits angebracht einfach einen sehr liebevoll spielenden Hund habe. Gestern sind wir im Wald einem 4 monate alten Hütehundemix begegnet. Da dieses (wirklich unerzogene) Mäuschen direkt zu meinem gerannt kam und auf ihn kletterte (Matti lag ab), habe ich ihn aus dem Kommando entlassen.

    Die beiden haben gespielt. meiner Hüpft halt um seinen Spielparner imer nut drumzu, macht ganz aktive Spielaufforderungen und "arbeitet" viel mit seinen Pfoten. Der kleine Mix war total begeistert von ihm unf hüpfte mit, biß ihm aber auch 2x ins Ohr :lachtot: , Mattis duldet das. genauso, dass dieser "kleine" Mix komplett auf ihn draufgekrabbelt ist und komplett über ihm stand. Das Spiel mit Erwachsenen Hunden sieht da doch etwas strukturierter aus, als dieser sich bewegende und zwischendrin quitschende Fellhaufen :D

    Spielzeit:
    NEIN, die Hunde haben nicht 7 Stunden am Stück gespielt. Insgesamt waren wir 7 Stunden zusammen. Die ersten 15 Minuten haben die wirklich ganz verrückt gespielt (mit rumsausen), dann hat der Pitt sich seiner neuen Beschäftigung: Ecken nach Futter absuchen gewidmet. Matti hat ihm das nachgemacht. Dann haben wir einige kontrollierte Spielchen mit ihnen gemacht. Becherspiele etc. dann war Ruhe - der Pit hat sich auf die Decke gelagt udn gepennt und Mats hat sich in sein Bett gelegt. Dann waren wir noch zusammen eine Runde spazieren. da sind die zusammen über die Felder gesaust. Danach wieder nach Hause. natürlich wurde neimand 7 Stunden bespaßt - da würde sogar unser im Stehen einschlafen. Insgesamt war der Pitt weniger aufgedreht als unser. Der fand unsere Ecken so dermaßen interessant.

    Finde es abger für die 3 insgesamt ziemlich blöde. Klar mache ich mir auch gedanken. Aber wie bereits geschrieben, wollen viele keinen Konakt zu DEM HUnd. das kann für den Hund auch nicht gut sein.

    Sehe dem Freitag entspannt entgegen-unser freut sich bestimmt. Werde die Erstbegegnung evtl. mal filmen - dann lässt sich das bestimmt leichter Beurteilen.

    Danke für Eure regen beiträge !!

  • Dank Medienspektakel und Landeshundeverordnung haben scheinbar fast alle Hundebesitzer mittlerweile Vorurteile, auch hier ...
    Allein, wenn der Name Pit, Staff & Co. fällt, dann wird gleich der moralischen Zeigefinger gehoben, solche Rassen sind ja nicht normal.

    Find ich sehr traurig, vor allem hier.

    Btw, der Westi, einer unserer (naja, anderer) beliebtesten Rassen, führt die Liste der aggressivsten Rassen an. ;-)

    Gruß, staffy

  • staffy:

    Ich weiß jetzt gar nicht, ob du auf mich anspielst oder jemand anderen, aber scheinbar scheint es ja kein Vorurteil, sondern eine Tatsache zu sein, dass Pitbull und Co. über eine gesteigertere innerartliche Aggression verfügen als irgendein x-beliebiger Mischling.
    Weiterhin erscheint es mir so...und das will ich jetzt mal extra nicht als Tatsache hinstellen...das diese Rassen immer noch sehr gerne von einer in weiten Teilen doch eher zwielichtigen Halterklientel geführt wird.
    Und wenn man das dann mal der in Hundekreisen immer wieder verbreiteten "Tatsache" vom absolut unkomplizierten Hund gegenüber stellt...ja...dann passt das irgendwie einfach nicht zusammen!
    Wie schon beschrieben, ich bin damit bisher immer sehr unbedarft umgegangen und hab mich bestimmt nicht von irgendwelchen Medienhetzen anstecken lassen, aber ich finde man darf sowas ruhig auch mal kritisch hinterfragen...

  • Zitat

    Dank Medienspektakel und Landeshundeverordnung haben scheinbar fast alle Hundebesitzer mittlerweile Vorurteile, auch hier ...
    Allein, wenn der Name Pit, Staff & Co. fällt, dann wird gleich der moralischen Zeigefinger gehoben, solche Rassen sind ja nicht normal.
    Gruß, staffy

    Ich gebe zu, ich habe (bestätigte) Vorurteile. Nicht den Hunden gegenüber sondern den Menschen. Pit, Staff & Co. sind tolle Hunde.
    Aber es macht für mich häufig den Anschein das sich Menschen einen dieser Rasse gerade deswegen anschaffen weil er so einen (aggressiven/schlechten) Ruf hat.
    Ich weiß nicht ob die Leute sich dann besonders Cool vorkommen mit solch einer Rasse.
    Ich habe aber auch Vorurteile bei älteren Herren mit Deutscher Schäferhund. :???: und älteren Damen mit Kleinhunden.

  • Zitat


    Allein, wenn der Name Pit, Staff & Co. fällt, dann wird gleich der moralischen Zeigefinger gehoben, solche Rassen sind ja nicht normal.

    Find ich sehr traurig, vor allem hier.

    Diese Rassen sind für mich erst einmal Hunde.
    Aber eben besondere Hunde - die einen besonderen Halter erfordern.

    Einen Halter, der NOCH mehr Verantwortungsbewußtsein hat, als der "normale" HH. Einen Halter, der sich NOCH mehr mit den Besonderheiten dieser Rassen auskennt und NOCH mehr in der Lage ist, für den Hund verständliche Signale zu setzen und den Hund angemessen zu erziehen.

    Für mich sind diese Rassen einfach Hunde, bei denen ich für die Halter die Meßlatte wesentlich höher setze, als bei anderen Rassen.

    Eben weil es soviele Negativ-Schlagzeilen gibt, sollten diese Rassen (auch deren Mixe) nur noch von fähigen HH gehalten werden, eben, damit sich das Bild in der Öffentlichkeit wieder wandeln kann.

    Und wenn ich hier im Forum so lese, mit was für Problemen sich unzählige HH rumschlagen, einfach weil das Fachwissen fehlt in Sachen Hund und Hundeverhalten, graust es mir bei dem Gedanken daran, dass sich einige von diesen Haltern eben besondere Rassen mit besonderen Ansprüchen zulegen, denen sie einfach nicht gewachsen sind.

    SoKa´s SIND besondere Rassen.
    Das muss man auch noch aussprechen dürfen - mit der richtigen Intention dahinter, hat das aber nichts mit Diskriminierung zu tun, sondern beinhaltet einfach, dass man sich der Unterschiede einzelner Rassen sehr wohl bewußt ist. So, wie Terrier besondere Ansprüche haben oder wie besondere Jagdhunde bestimmte Ansprüche haben, die auch nicht jeder Halter erfüllen kann.

    Für mich diskreditiert jeder Halter einer "Kampfhund-Rasse", der dieses Bild-Zeitungs-Klischee bedient, indem er seinem Hund nicht eine besonders gute Ausbildung und Erziehung zukommen läßt, diese Rassen mehr, als jemand, der unbedarft an die Thematik herangeht und sich unterschwellig vor diesen Hunden fürchtet, eben, weil in der Öffentlichkeit fast nur Geschichten herumkreisen, die darauf beruhen, was passiern KANN, wenn solch eine Rasse nicht an die geeigneten Halter gerät.

    Für mich ist jedes Knurren eines "Kampf-Hundes" (extra in Gänsefüßchen!) tausendmal schlimmer, als das Knurren eines Dackels - nicht, weil ich mich mehr vor dem Großen fürchten würde, sondern weil es wieder ein Minuspunkt für diese Hunde auf einer langen Liste mehr ist...
    Bei DIESEN Hunden gilt ein einzelnes Knurren derzeit für ALLE - und deshalb ist es so schlimm für mich....

    Ich mag sie. Allesamt.
    Und wenn ich als Tierphysiotherapeutin die Wahl habe, ob ich als Patienten lieber einen "Kampfhund" oder einen kleineren Terrier behandeln soll, nehm ich nie den Terrier...

    Ich möchte einfach, dass wunderbare Hunde sich auch so präsentieren können, wie sie wirklich sind - und das geht bei "diesen" Hunden nur bei angemessenen Haltern.

    Meine Meinung.

    LG, Chris


  • Toller Beitrag. :gut:

  • Nöö, ich seh das nicht so dramatisch. Jede Rasse hat ihre Eigenart und jeder sollte wissen, wofür seine Rasse gezüchtet wurde.

    Ein schlecht sozialisierter Rotti, DSH, Weimaraner, ... ist nicht weniger gefährlich, als ein Terrier. Nicht die Beißkraft ist entscheidend, sondern das, wie die Hunde ticken, wie sie gezüchtet wurden und wie sie reagieren, wenn sie "führerlos" sind. Ein gutes, schlechtes Beispiel sind unsere vielen auffälligen DSH - man bekommt jeden Hund versaut.

    Viel mehr Sorgen mache ich mir um die bewußt oder unerkannt durch den Auslandstierschutz angeschafften Herdenschutzhunde. Da seh ich viel mehr Gefahren auf uns zukommen, als sie je von Pit, Staff & Co. ausgingen.

    Gruß, staffy

  • Aber bei Pitties, Staffs und co darf man irgendwie nicht zugeben dass die, genauso wie andere Hunde, führerlos oder in den falschen Händen, tickende Zeitbomben sind.
    Bei Rotties darf man das. Komisch.
    Kein Hund hat einen Heiligenschein, aber nur weil man das auch so sieht, ist man nicht voller Vorurteile.

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