Begleithund für meinen Mops

  • Hallo,


    Die ist mein erster Beitrag in diesem Forum. Mein Anliegen ist vielleicht seltsam und ich weiß ehrlich gesagt auch gar nicht, ob es möglich ist.
    Ich habe einen ganz wunderbaren 5jährigen Mops, der immer sehr überschwenglich war und einen angeborenen Hörfehler hat (er hört nur bestimmte Geräusche, Klatschen zum Beispiel). Vor 2 Jahren wurde er von einem Terrier leider ins Auge gebissen und ist seitdem auf einem Auge blind. Leider konnte auch beim zweiten Mal (wieder ein Terrier) niemand so schnell reagieren und leider war es das andere Auge, doch dieses Mal war es weniger schlimm und so kann er auf dem rechten Auge einigermaßen gut sehen. Man könnte also sagen, dass er (Herr Mops) leicht behindert ist, doch wenn man darauf eingeht, führt er ein durchaus gutes Leben und hat immer noch viel Freude, außer dass er andere Hunde eher meidet (logisch).
    So, nun haben wir (mein Mann und ich), vor etwa 3 Wochen eine bosnische Strassenhündin adoptiert. Sie heißt nun Laska, ist etwa 4 Monate alt und ein schwarzer Schäfermischling. Die beiden Hunde verstehen sich von Tag zu Tag besser und Laska lernt in der Hundeschule sehr schnell und ist ein ganz wunderbarer und lieber Hund.
    Mir kam nun die Idee, die vielleicht absonderlich ist, ob man die Hündin, wenn sie etwas älter ist, zu einer Art Hilfshund für den Mops ausbilden könnte. Sprich, wenn der Mops ohne Leine ein wenig zu weit weg ist und die Orientierung verliert, könnte sie ihn zurückholen und generell auch ein wenig auf ihn acht geben. Da sie ein Schäfermischling ist, könnte sie ja Hüteinstinkte haben, was in diesem Fall von Vorteil wäre und ihr unter Umständen sogar Spass bereiten könnte?
    Ich hoffe, meine Frage ist nicht zu seltsam und ich bin für jede Anregung sehr dankbar.
    (Laska ist immer noch sehr verspielt und soll so lange wie nur möglich Welpe bleiben können.)
    Liebe Grüsse und vielen Dank für Antworten,
    Nantanya
    :smile:

  • Ich schätze auch, dass sie das im Laufe der Zeit von allein macht. Wenn die beiden sich mögen, werden sie sich sicherlich immer mehr aneinander orientieren und machen sehr viel gemeinsam, so dass du das nicht extra trainieren musst.


    LG Birgit

  • Ich kann mir gut vorstellen, dass so was funktioniert. Und zwar beidseitig, dass sich der Mops am Schäfi orientiert und der Schäfi auf den Mops "aufpasst".
    Wie man das konkret aufbauen/trainieren kann, weiß ich allerdings nicht :smile:
    Aber da Hunde in der Gruppe ja verschiedene Positionen einnehmen (s. moderne Rudelkonzepte), denke ich, ergibt sich das bestenfalls "von alleine".


    Ich würde auf jeden Fall alles positiv verstärken, was in die von dir gewünschte Richtung geht, wenn die beiden das "zufällig" zeigen. Dann merken sie, dass dieses Verhalten erwünscht ist und zeigen es ggf öfter bzw verfestigen es und bauen es aus.



    Meine Hündin tut immer so, als müsste es für sie keine andere Hunde auf der Welt geben. Und doch kommuniziert sie mit ihnen und nach mehreren Treffen kommt es auch zu Teamwork. Dann nutzt meine zB den anderen Hund, um Fremdhunde "zu stellen" - die sie dann in Ruhe, ohne bedrängt zu werden, beschnüffeln kann. Meine schickt den anderen (ihr bekannten Hund) regelrecht vor dafür. Die beiden handeln zusammen - ohne unser Zutun. Wir haben sie einfach machen lassen.

  • Vielen Dank für eure Antworten. Im besten Fall geschieht es von alleine, das ist richtig. Mops ist noch immer ein wenig vorsichtig und Laska geht ihm oft auf die Nerven, auch wenn sie wirklich ALLES tut, um ihm zu gefallen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass auch Mops an ihr Gefallen finden wird, es braucht eben Zeit. Ich denke, dass es ohnehin noch viel zu früh ist, sie muss noch mehr Vertrauen gewinnen und langsam die Grundkommandos lernen.
    Mich würde interessieren, ob jemand schon so eine Erfahrung gemacht hat, also dass ein gesunder Hund auf einen behinderten Hund achtet.
    Ich wohne zur Zeit am Land und die Hunde genießen viel Freiheit. Nächstes Jahr ziehen wir aber nach Berlin und da sorge ich mich eben schon ein wenig um den Mops, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass fremde Hunde gerne auf ihn losgehen (angeblich wird sein Grunzen als Knurren interpretiert).

  • Hallo Nantanya,
    so ganz von alleine wäre zwar schön, aber ich glaube das ist doch eher unwahrscheinlich. Und vor allem kann das ganz andere, als die gewünschte "Dynamik" entwickeln, indem die Hündin den Mops zu sehr beschützt und ZU sehr eigene Entscheidungen trifft...


    Ich würde eher die indirekte Methode, die Big Joy schon angesprochen hat, versuchen. Immer dann, wenn Laska ein sehr "rücksichtsvolles" Verhalten dem Mops gegenüber zeigt, positiv bestätigen. Wenn sie neben ihm läuft, bestätigen, wenn sie ihm folgt, bestätigen, wenn sie ihn mal im Schlepptau mit zurück bringt, bestätigen....


    Und damit würde ich sofort anfangen, das sind ja immer nur kurze Momente, aber solch ein Verhalten läßt sich nur durch häufige Wiederholung aufbauen.


    4 meiner Hunde haben gelernt, auf unsere 15-jährige Hunde-Omi "Rücksicht" zu nehmen, was oft auftritt, ist z. B. dass einer der fitten "wie zufällig" neben ihr läuft und dieses von mir bestätigte Verhalten dann auch immer häufiger zeigt. Unsere Omi ist fast blind und fast taub und orientiert sich sehr an den anderen Hunden - manchmal ist es so, dass sie etwas orientierungslos in der Gegend rum steht und dann kommt einer der anderen zu ihr gelaufen und holt sie regelrecht ab...


    Das sind Verhaltensweisen, die sich im Lauf der Zeit zufällig ergeben haben und von mir immer positiv bestätigt wurden - ich habe nicht "gezielt" gearbeitet, sondern nur "mitgenommen", was die Hunde angeboten haben...


    Aber so Sachen wie "Wo ist denn der Mops", Hinlaufen von Laska und "abholen des mopses" kann man ja auch gezielt üben.... Langsam, in kleinen Schritten aufgebaut, überfordert das auch einen Junghund nicht.
    Man muss der "Zusammenarbeit" der Hunde auch Raum und Zeit für die Entwicklung einzelner Verhaltensweisen lassen, deshalb finde ich, je früher Ihr klein anfangt, desto eher werden sich solche Verhaltensweisen festigen....


    Bei solchen Übungen springt einen das Clicker-Training geradezu ins Gesicht...


    LG, Chris

  • Eine Bekannte hatte einen ähnlich gelagerten Fall wie Du mit Deinen beiden Fellnasen.
    Sie hat es dann auch hinbekommen,das der 2.Hund den "behinderten" Hund (in diesem Fall war er taub) "beschützt" hat.
    Das sah dann so aus,das sie dem 2. Hund Kommandos beibrachte um den 1. Hund z.B. zurückzuholen etc.


    Sie hat es durchs clickern geschafft...hat allerdings,bis es einigermaßén pervekt war,aber etwa 1 Jahr gedauert.


    Aber es hat GEKLAPPT,und das ist ja wichtig.
    Geclickert,also positiv verstärkt, hat sie (wie hier auch schon angeregt) immer die "sachten" Versuche des 2. Hundes wenn er Kontakt mit dem "Behinderten" aufnahm.Später hat sie dann das ganze immer mehr ausgefeilt.....


    Sieht heute echt klasse aus,wenn die beiden durch die Gegend toben und irgendwann der 2. Hund den "Tauben" zurückholt.
    Niemals verstärken sollte man aber "Beschützversuche".


    Vllt. ist das mit dem clickern für Dich auch eine Option!
    LG,susam

  • Die Idee finde ich wirklich toll, muss ich ehrlich sagen.


    Es könnte gut sein, daß es von alleine kommt, aber so wie geschrieben wurde, mit dem bestätigen, finde ich super.


    Du kannst jetzt schon mit dem Clickertraining anfangen, schön wäre es, wenn Du die Möglichkeit hast, irgendwo ein Clickerseminar zu machen. Einfach auf die Schwerpunkte hinweisen, dann kann man Dir bestimmt super helfen.


    Meine Hündin hatte eine Cairnterrier Lady als "beste" Freundin. Bei uns war es so, wenn Trudy (Cairn) was passiert ist, dann ist Bibo (Schäfer-Mix) auf mein Kommando hin und hat ihr geholfen.


    Wenn die Hunde sich sehr nah sind, dann kann es sehr gut klappen. Was Du allerdings bedenken solltest, die Kleene sollte sehr auf ihn geprägt werden, damit es wirklich klappt. Klar, trainieren tut sie mit Dir, aber ihre Aufmerksamkeit soll bei ihm liegen.


    Es könnte halt sein, daß sie zu Euch dann weniger den Kontakt sucht, sondern mehr zu ihm. So war es bei meinen Beiden. Bibo hat sich extrem an Dusty orientiert. Ich habe das immer gefördert, weil ich das eigentlich auch wollte, aber Bibo hat so sehr selten Kuscheleinheiten mit uns gewollt, sondern nur mit Dusty.
    Was aber für mich okay war, wollte nur noch mal drauf hinweisen ;)

  • Vielen Dank für die Tipps. Das mit der positiven Verstärkung für *gute* Verhaltensweisen finde ich sehr gut. Ich habe jetzt ein paar Mal "wo ist der Mops" geübt und tatsächlich ist sie zum Mops gelaufen und dann zu mir zurück, wo sie wie verrückt von mir gelobt und belohnt wurde. Ich versuche es immer wieder dazwischen, will die Hündin aber nicht überfordern. Aber es macht wahnsinnigen Spass und ich habe das Gefühl, dass es Laska auch Spass macht (zumal sie durch mein übertriebenes Lob mittlerweile denken muss, dass sie Superkräfte hat und der beste Hund der Welt ist :-D)
    Das mit der Hunde-Omi kommt mir bekannt vor, denn Mops ist auch manchmal plötzlich völlig orientierungslos. Manchmal sieht er mich nicht und rennt dann einfach in die falsche Richtung. Da wäre es toll, wenn Laska lernen würde ihn zu holen.
    Jedes noch so kleine Erfolgserlebnis ist zur Zeit das Schönste für mich. :)

  • Hallo Nantanya,
    ich kann mir vorstellen, dass es Deiner Laska einen riesengroßen Spaß macht und finde, Du bist mit der Vermittlung des "Superhund"-Gefühls bei ihr auf einem richtigen Weg....


    Klar, es ist schwierig, bei einem offensichtlich so motivierten Hund (Dir mal lobend auf die Schulter klopf!, denn das mit dem Motivieren hast ja Du so toll hinbekommen!), weil man den Hund eben auch nicht überfordern möchte...


    Aber in erster Linie sehe ich das so: Deine Laska bekommt mit ihrer schrittweisen "Ausbildung" zur Mops-Begleiterin eine AUFGABE und das ist etwas, wo viele Hunde nur von träumen können... Und durch diese Aufgabe, für die sie immer wieder positiv bestätigt wird, hat sie eine völlig andere Motivation, mit Dir zusammen zu "arbeiten", weil sie in vielen Übungen - die für viele andere Hunde einfach nur Übungen um des Übens willens sind, tatsächlich einen gewissen "Sinn" erkennen kann...


    Ich stelle bei meinen Hunden, die in unserer Landwirtschaft mitlaufen und auch mithelfen oft fest, dass bestimmte Übungen besser gelernt werden, sobald der Hund einen "Sinn" drin sieht - als Beispiel Platz-Bleib ist plötzlich sinnvoll und wird mit einer ganz anderen Motivation ausgeführt, wenn es darum geht, dass andere Tier kurz vorbeigelassen werden, während es beim Üben um des Übens willens schon mal zu "NAchfragen" seitens der Hunde kommt....


    Deine Laska ist ja durchaus auch eine Mischung, in der "Arbeitshund" drinsteckt und deshalb kommst Du ihr mit einer derartigen Aufgabe einfach nur entgegen - für mich ist Euer Training das Sinnbild eines Mensch-Hund-Teams....


    LG und viel Spaß und Erfolg mit Deinen beiden!


    Chris

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