epileptische Anfälle

  • Liebe Forummitglieder und Hundefreunde, habe ein ziemlich erschreckendes Problem und hoffe ihr könnt mir ein paar Tipps und Ratschläge geben. Ich habe seit 3 Monaten einen Terriermischlingsrüden Stanley aus dem Tierheim. Er ist ca. 4 Jahre alt und ein ganz reizender, sehr anhänglicher und gelehriger Kerl, den man nur lieb haben kann. Kurz nachdem ich ihn aus dem Tierheim geholt hatte (er ist ein Findlingshund) bekam er bei mir zu Hause (erst erbrach er sich nach dem morgendlichen Erwachen) einen furchterregenden epileptischen Anfall, mit Krämpfen, Erstarrungen, Schaum vor dem Maul, verdrehten Augen und einer großen Pfütze unter sich. Dauerte ungefähr 3 Minuten, eine Ewigkeit, danach liegt er dann wie tot da, rappelt sich dann aber auf und rennt hechelnd und aufgeregt durch die Gegend, irgendwann beruhigt er sich dann wieder. Der Tierarzt meinte, es wäre sehr kompliziert eine Diagnose zu erstellen, die Blutwerte haben nichts ergeben. Heute morgen bekam er den 2. Anfall, der gleiche Ablauf! Habt Ihr Erfahrungen mit Krampfhunden und kennt ihr Möglichkeiten der Hilfe! Wäre Euch dankbar für eure Erfahrungen!

    Herzliche Grüße Andrea und Stanley

  • Ich persönlich habe nur Erfahrung mit einer epileptischen Katze, weiß aber aus meiner beruflichen Erfahrung, dass sowas mit Diazepam runtergefahren wird.
    Die Tiere werden darauf eingestellt und können so ein besseres Leben geniessen. Es dauert natürlich etwas um die richtige Dosis zu finden, die Tiere sind am Anfang häufig etwas benommen, das gibt sich aber. Hat dein Tierarzt keine Erfahrung damit? Dann würde ich mal zu einem anderen TA gehen, es gibt da wirklich Möglichkeiten. Du bist ja aus Berlin, gibt es da eine Uniklinik für Tiere oder eine große Praxis?
    Zu deinem Trost, auch wenn es echt übel aussieht, meistens sind diese Anfälle harmlos.
    Ich drücke euch die Daumen.

  • Hallo!

    Die Hunde mit Anfällen, die ich kenne, sind auf Medis eingestellt und können damit gut leben.
    Es gibt auch einen Besitzer, der hat den Tipp bekommen (TA), seinem Hund eine Dose (400g) Katzenfutter die Woche zu geben. (Aber bitte nicht die Billigmarken, die man so im Diskounter kaufen kann)
    Angeblich soll das Taurin im Katzenfutter gut für Hunde mit epileptischen Anfällen sein.
    Ob es wirklich hilft, kann ich nicht sagen. Allerdings soll er wirklich nur eine Dose die Woche füttern. Mehr auf keinen Fall.

    Einen Versuch ist es Wert.

  • Hallo,

    ich habe in einer Tierklinik mal gelernt, dass es unterschiedliche Arten gibt. Nämlich die, die sozusagen eine Hirnstörung als Ursache haben und die epileptischen Anfälle, die durch innere Organe ausgelöst werden können.
    Wir hatten eine Hündin, die aus heiterem Himmel gekrampft hat. Ursache war ein inoperabler Nierentumor.

    Hier ein Link, der Dir vielleicht weiterhilft http://www.epilepsie-beim-hund.de/epilepsieformen_beim_hund.phtml

    An Deiner Stelle würde ich in eine Tierklinik gehen und den Hund komplett durchchecken lassen.

    Viele Grüße aus HH
    Silke

  • Meine Mischlingshündin krampft auch. Allerdings nicht so schlimm wie deine und bislang (in gut 2 Jahren) auch nur 2 mal.
    Ich hab auch alles durchchecken lassen- ohne befund!
    Blutbild ist ja nicht alles- zB das Herz ist wohl oft ein problem. Wir haben so ein spezielles 3D-Herzultraschall machen lassen als das EKG nichts gebracht hatte- auch ohne befund.
    Es gibt super viele Untersuchungen die man machen kann um den Grund heraus zu finden- Epilepsie selbst kann man nur über ausschkußkriterium heraus finden. Es gibt keine utersuchung die als Diagnose Epilepsei stellt. Das ist nuir die Diagnose wenn man sonst keinen grund findet.
    Viele Unetrsuchungen können aber höchstens schlimme Verdächte ausschießen wie zB ein MRT einen Hirntumor doer so ausschließen könnte- aber was bringt es einem zu wissen das das ein Tumor ist?
    Ich finde das ein bisschen schwierig abzuwägen.
    Das schlimme ist nämlich, das die Medikamente gegen Epilepie zum einen sehr sehr viele Nebenwirkungen haben und zum anderen die abstände zwischen den krämpfen nur verlängern sollen. Niemand weiß ob die krämpfe mit medis vielleicht genauso oft oder selten vorkommen.
    Dazu sind die nebenwirkungen oftmals so schlimm, dass der hund charakterlich nicht merh der gleiche ist. Die Hunde sind oftmals voll gedröhnt, nicht mehr so agil und ihr charakter verändert sich wirklich.... ich kanns nicht beschreiben- sei werden anders! Man hat (ist kein muß aber häufig so) einfach nicht mehr seinen alten hund....
    Meine Hündin bekommt wegen zwei Anfällen mit einem Zeitraum von einem 3/4 jahr keine medis!
    Ganz wichtig für dich ist: Der Hund hat keine schmerzen auch wenn es so aussieht! Er erinnert sich auch nicht daran! Er emrkt dass was nicht stimmt wenn er wieder zu sich kommt, deshalb ist er so aufgeregt... aber er erinnert sich nicht.
    Es bringt einem natürlich in dem moment nicht viel aber es ist so.
    Ich an deiner stelle würde in eine Tierklinik oder direkt zum Tierspezielisten, vet Uniklinik oder so fahren und das geld keinem unerfahrenen Dorf-TA in den rachen schmeißen der dann einfach mal rumdoktort.
    Mit dem Spezialisten kann man dann abklären wie oft, wie schlimm, in welchen abständen diese anfälle kommen und ob eine behandlung "schon" nötig ist.
    Wenn der nächste anfall kommt wirst du das auch gut 24h vorher merken wenn du deinen hund kennst! Dann halte ihn aus gefährlichen situationen, besonders bei stress, fern bis der anfall rum ist. Nicht das er beim überqueren auf der straße oder beim schwimmen im teich anfängt zu krampfen!
    Ich habs gemerkt wenn meine Maus ein krampf bevorsteht und mein TA sagte, dass die "guten" besitzer es merken wenn sie ihren hund schon was kennen- die hunde sind anhänglicher udn noch zuneigungsbedürftiger und ruhiger als sonst- irgendwas stimmt nicht- das merkt man dann.
    Und immer aufpassen wenn der hund krampft, dass er snicht nicht verletzten kann udn den hund beruhigen und anschließend ganz normal spielen und ablenken damit er keine angst bekommt wenn frauchen ganz ängstlich und aufgeregt ist.
    Ich weiß genau wie du dich fühlst- das gleiche hab ich auch mitgemacht... :sad2:

  • Vielen Dank für eure Tipps. Das mit dem Katzenfutter werde ich ausprobieren, meiner ist sehr verfressen und wird sich über die Abwechslung freuen. Ich war nach dem 1. Anfall sowohl beim Tierarzt des Tierheims als auch bei meinem "Haustierarzt". Der Tierheimarzt hat Blut abgenommen und eben nichts auffälliges herausgefunden und meinte eine Diagnose würde sehr langwierig sein, weil es ein Ausschlussverfahren wäre, das würde erst Sinn machen, wenn er häufig krampft. Mein Haustierarzt hat mir ein Totfallmedikament gegeben, eine Art Zäpfchenspritze, die ich aber erst geben soll, wenn der Hund länger als 5 Minuten krampft.
    Ich würde aber eben lieber eher was zur Vermeidung tun, der arme Kerl leidet doch bestimmt und eine Belastung ist es sicher auch für die Organe!
    Den Hinweislink schaue ich mir jetzt auch gleich an!
    Viele liebe Grüße aus Berlin

    Andrea und Stanley

  • Hallo,

    die Dogge meiner Kollegin hatte auch epileptische Anfälle.
    Als erstes wurde ein großes Blutbild gemacht, dabei wichtig sind die Schilddrüsenwerte, solche Anfälle können daher kommen.

    Dann hat sie ein CT machen lassen, um einen Tumor auszuschließen, da war auch alles in Ordnung.

    Natürlich ist die Diagnose nicht einfach, aber man muss natürlich auch etwas tun.

    Sie hat jetzt Luminal bekommen, darauf wurde Kaya eingestellt und siehe da, seitdem hatte sie keinen einzigen Anfall mehr.

    Ich würde an Deiner Stelle zu einem TA gehen, der auf Neurologie spezialisert ist. Das Medi kann man dann aber auch beim Haus-TA bekommen.

  • Es soll auch Erfolge durch barfen geben. Einem HUnd wo die Dosis nicht mehr erhöht werden konnte, obwohl er sie brauchte, wurde dann gebarft und sie konnten die Medi´s runterdrosseln.

    Und lass dir Valium geben, das gibst du dem Hund nach einem Anfall rektal, falls er sich nicht mehr "beruhigt"

    Was du für einen Anfall beschreibst ist ein Gard Mal:

    http://www.epilepsie-elternverband.de/Grand-mal.38.0.html

    Unser Hund hat vorher wie am Spieß geschrien (er hat die Anfälle im Schlaf bekommen), ich hab sofort ein Handtuch hingelegt (Blase ist ja immer etwas gefüllt) und mit einem anderen den Speichelschaum weggewischt und aufgepasst, dass er nicht irgendwo runterudert.

    Hinterher ist er 15 Minuten wie nen Schlafwandler durch die Gegend gelaufen, hat sich dann schlafen gelegt, danach war er wieder normal.


    Die Anfälle wurden durch einen Beißvorfall ausgelöst (Schock), sie können aber auch genetisch sein (dann zeigen sie sich schon recht früh).

  • Pondi selig war Epileptiker. Ja, während solch eines Anfalles kann man sich furchtbar hilflos fühlen. Fühl Dich mal gedrückt.

    Epi-Diagnostik ist so umfangreich, weil es eine Ausschlußdiagnose ist. Bei Pondi ist das ja lange her. Damals machte man sämtliche Organwerte, Herzdiagnostik und EEG. Heute ist, glaub ich, auch schon CT/MRT Standard.

    Wieviel Zeit lag denn zwischen den Anfällen? Bei häufigen Anfällen ist es unumgänglich die Diagnostik Maschine anzuschmeißen und dann auch zu behandeln. Die Gefahr, dass Häufigkeit und Schwere der Anfälle noch weiter zu nehmen, ist dann nämlich gegeben.

    Bis dahin würde ich Tagebuch führen, um eventuelle Trigger zu finden. Taurin soll oftmals helfen und man kann das imho auch einzeln zuführen (ohne Katzenfutter ;-)). Hat Dein Hund eventuell auch Darmprobleme im weitesten Sinne? Das kann durchaus auch mit Epi in Zusammenhang stehen. Oftmals wird da getreidefreie Fütterung empfohlen (das war bei Pondi auch hilfreich). Honig wird auch empfohlen (ich weiß nicht wieso :ops: ). Pondi hat regelmäßig Honig bekommen, ob nun mit Wirkung oder nicht... keine Ahnung.

    Und ansonsten würde ich die Medikamente nicht "so sehr schwarz malen". Sicher sind das keine Smarties, aber es muß auch nicht der träge, fette Hund dabei heraus kommen.
    Diazepam gibt man nur, um einen Anfall zu unterbrechen. Nicht als Dauermedikation.

    Pondi war zusätzlich zu seiner Epi herzkrank (klar voneinander abgegrenzt) und hat da, bis auf ein paar Macken in seinem Wesen (sehr anhänglich, nach Anfällen oft lange verunsichert und ängstlich, mußte allein bleiben dann immer neu lernen), recht gut mit gelebt. Trotz Medikation.
    Gestorben ist er mit 12 1/2 an einem Osteosarkom.

  • Ja, meine Hündin hat auch die beiden male in stresssituationen gekrampft. Man hat zwar vorher gemerkt das was nicht stimmte, aber ich wußte ja nicht das da was kommt... es war beide male beim gekäbbel mit anderen hunden.
    Also ich wäre sehr sehr vorsitzig einfach medis zu geben. Wenn das ganze zB keine neurologischen gründe hat sondern aufgrund eines tumors oder so ist, dann kann das sehr kontraproduktiv sein.
    Da meines wissens nach (von TA und auch von div Internetseiten so beschrieben) die Hunde das nicht merken sondern sich nur wundern und evtl muskelkarter oder so bekommen, würde ich bei wenigen anfällen keine medikamente geben sondern - natürlich erst mal herausfinden was es sein kann- die ernährung umstellen und Nahrungsergängzungsstoffe geben die das immunsystem und die nerven stabilisieren und am besten auch eine entgiftung mit dem hund machen und vorallem den hund gut beobachten und ein krampf-Tagebuch führen- das ist für die diagnose oft sehr hilfreich!
    Ich wünsche dir, dass es nur eine hormonstörung oder so was ist, die man recht leicht in den grif bekommen kann und das es kein inoperabler Tumor ist *daumen drück*

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