Viele Probleme mit meinem Hund

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  • Hallo,

    ich habe einen 5 Jahre alten, kastrieren Jack Russell-Terrier namens Spike. Mit ihm wirds sogesehn nie langweilig, denn nach und nach gibt es immer mehr Probleme.

    Im Zusammenhang mit meiner Familie werden die Nerven nach und nach mehr gefordert, weil es einfach so viele Probleme gibt, ich weiß gar nicht, wo ich überhaupt anfangen soll!

    Man muss dazu sagen, dass das jetzt unser 4. Hund ist. Keiner, aber wirklich keiner von ihnen wurde "richtig" erzogen. Sie machten zwar alle ihr "sitz, platz" und hörten mehr oder weniger, mehr aber auch nicht. Spazieren gehen konnte man, allerdings hörten hier die Hunde fast gar nicht. Also eher ein "Hund geht mit Herrchen bzw. Frauchen Gassi".


    Nun aber zurück zu unserem jetzigen: Spike.

    Wir bekamen ihn mit wenigen Wochen, anfangs lief eigentlich alles glatt, er brauchte zwar etwas länger, um sauber zu werden, machte Nachts jedoch nie in die Wohnung. Mittlerweile kein Thema mehr. Wenn man ihn nicht auffordert, meldet er sich auch von selbst.

    Da diese Rasse sowieso sehr sturköpfig ist, hatten wir es vor ca. 2 Jahren zum ersten Mal mit einem Hundetrainer versucht. Dieser kam zu uns, doch es stellte sich raus, dass dieser Mann in meinen Augen kein Trainer war. Bei der Lektion "Gassi gehen" hat er unserem Hund einfach auf die Pfoten getreten, wenn er denn beim "bei Fuß" im Weg war, wollte ihm in die Brust treten etc.. Für mich war es also verängstigen bis hin zu leichtem Misshandeln - nicht mit mir!

    Spike hatte bis dahin nur wenige Trainingsstunden und als ich dann mit ihm in einen Park gefahren bin, um dort noch ein paar Dinge lernen zu können, biss der Hund des Trainers einfach spontan und scheinbar grundlos meinen Hund. Ich war am Boden zerstört, der Hund (Golden Retriever) hat auch fast die Halsschlagader getroffen, somit wäre es um ein Haar aus gewesen.

    Nach ein paar Tagen, nachdem ich mich von dem riesen Schock wieder erholt hatte, wollte ich die Trainingsstunden "kündigen", doch dieser Mistkerl wollte einfach nicht abspringen, also drohte ich mit einer Anzeige und erzählte ihm vermutlich alles, was er nicht hören wollte.

    Wie gesagt, das ist jetzt ca. 2 Jahre her, seit dem hatte Spike keinen Trainer mehr.

    Nun aber endlich mal zu den jetzigen Problem:

    - Er sitzt bei uns wie ein Mensch auf seinem Stuhl (also aufrecht, die Pfötchen zur Stütze leicht an den Tisch gelegt), wenns Essen gibt, oder wir einfach am Tisch sitzen, darf mit auf die Couch, schläft sogar bei meinen Eltern im Bett.

    Für mich wäre das alles kein Thema, wenn er nicht manchma so hinterlistig wäre und dann noch frech anfängt zu knurren, wenn man sich nur ein Stück bewegt, oder wenn mein Bruder in die Küche kommt, um auch etwas zu essen. Da wird er dann mit "runter!" vom Stuhl vertrieben und eine Weile ignoriert, doch bis jetzt hat das absolut nichts geholfen.

    Selbst, als er sich mal auf meinen Schoß setzte und ich mich bewegte, fing er an zu knurren. Auch da wurde er runter geworfen, hat sich mittlerweile zwar stark verbessert , hin und wieder kommt es aber dennoch vor. (bei mir persönlich knurrt er nicht mehr)

    - Futterneid (oder so ähnlich)

    Ich weiß nicht, ob das spielen sein soll, jedenfalls kann man diesem Hund einfach nicht zu nahe kommen wenn er frisst, dann knurrt er schon. Selbst ignorieren und einfach an ihm vorbeilaufen, als wäre er Luft, bringt nichts. Schimpfen genauso wenig. Es reicht schon, wenn man ihn normal anschaut, dann knurrt er schon und wenn er noch Futter im Napf hat und er nicht gerade dran steht, rennt er nach einem einfachen Blick schon zum Napf und frisst, als würde man es ihm jeden Moment wegnehmen.

    Wir haben es ihm aber noch nie weggenommen, daher kann ich mir das einfach nicht erklären. Meine Mutter stellt den Napf auch ständig um. Mal in der Küche, mal im Wohnzimmer (dass der arme Kerl nicht immer in Küche laufen muss, um zu fressen -.-), mal draußen. Sollte der Napf nicht immer am selben Platz stehen?!

    - einfach nur Faul

    Er besitzt Lieblingsspielzeuge, mit denen er auch spielt, allerings nicht lange, dann lässt er es fallen und legt sich zum schlafen hin - vielleicht unterfordert?

    Wenn ich mit ihm Spielen möchte, muss ich dann sein Spielzeug halten, er beißt rein, beißt sich eher sogar am Spielzeug fest (manchmal sind dann meine Finger dazwischen :headbash: ) und ich muss dann hin- und herbewegen, dann knurrt er spielerisch und zieht daran. Los lässt er es allrdings nicht, das "apportieren" möchte er einfach nicht verstehen. Wenn man das Spielzeug mal in die Hände bekommt, kann man es zwar werfen und er kommt mit dem Spielzeug wieder, lässt es dann aber nicht los, oder, wenn es ihm dann nach wenigen Minuten zu viel ist, zeigt er einfach kein Interesse mehr und legt sich wieder zum schlafen hin.

    - Gäste haben es bei uns schwer

    Wenn es nur schon klingelt, springt er wie von einer Tarantel gestochen zur Haustür (selbst, wenn er scheinbar gerade noch im Tiefschlaf war), würde diese am liebsten aufbrechen, um schnell zum Besuch (egal welcher Art) rennen zu können.

    Wenn der Besuch dann in der Wohnung ist, springt er wie ein Hüpfball immer hoch, möchte Küsschen geben, freut sich ohne Ende. Eigentlich ganz süß und die meisten Gäste tolerieren das schon, doch bei fremden Leuten muss das einfach nicht sein.

    Wenn dann mal Firmen o.ä. kommen, wird er in ein Zimmer verbannt (auf Worte wie aus, nein, oder bleib reagiert er dann einfach nicht), doch das hilft auch nur mäßig, denn dann kratzt er wie verrückt an der Tür rum, springt dagegen und macht Geräusche bis hin zum lauten, kurzen "WAU!".

    - Panikattacken beim Spazieren gehen

    Es hat so ca. da angefangen, als wir den "Hundetrainer" noch hatten, allerdings kann ich mir sein Verhalten trotzdem nicht erklären. Er freut sich, wenn man ihm sein Geschirr anzieht, doch meist schon direkt vor der Haustür ist es vorbei, er bleibt still stehen, sträubt sich weiter zu gehen und verhält sich ingesamt einfach nur sehr seltsam. Mit ein paar Tricks wie nach vorne laufen und mit nettem Ton ein "na, komm mit :)" bringt zwar ab und zu etwas, doch wenn es dann irgendwann ganz vorbei ist (man muss nicht mal ein Geräusch hören, es ist, als wäre dann ein Schalter bei ihm im Kopf umgelegt) ist es einfach vorbei, er presst sich fast auf den Boden, wenn ich ihn von der Leine machen würde, wäre er sicher wie ein Strich nach Hause geflitzt, so hetze ich dann mit der Leine hinter ihm her, versuche zwar, ihn zu beruhigen, doch das bringt alles nichts.

    Irgendwann bin ich dann einfach nur wütend und ratlos, bleibe kurz stehen, schimpfe ihn.. es ist zum verzweifeln! Das ganze hat er quasi in einem Intervall. Mal ist es ein paar Monate völlig gut, mal paar Monate extrem schlimm - spazieren gehen ist das dann einfach nicht. Ich bin dann nach wenigen Metern fix und fertig, die verbindung zwischen hetzen, schimpfen und sein sträuben rauben mir die letzte Kraft.

    So verzogen wurde er von mir nicht, ich kann auch leider nicht gegen meine ganze Familie ankommen. Ich hätte mir gewünscht, dass dieser Hund nun endlich mal in soweit erzogen wird, dass man nicht immer völlig überfordert sein muss..

    Nach vielen Worten würde ich jetzt einfach gerne wissen: Hat jemand ein paar Tipps für mich? Bringt man ihm am besten Dinge bei, indem man ihn viel lobt (auch mit Leckerchen). Würde es überhaupt noch etwas bringen, wenn man jetzt noch versucht, ihm manieren beizubringen? Also besonders das Thema, dass er auf Möbeln sitzt. Sollte man bei den Panikattacken nachgeben und zurück zur Wohnung gehen, oder es einfach weiter versuchen?

    Hoffe, der Beitrag wird trotz der Länge gelesen.

    LG

    Lina

  • Wenn ihr etwas verändern wollt, dann hieße das, daß ihr euch und euer Verhalten zum Hund kpl. verändern müßt. Von dieser Bereitschaft und euren Möglichkeiten hängt die weitere Vorgehensweise und die Veränderungen ab.

    Ihr müßt anfangen, den Hund als Hund zu sehen und zu behandeln. Es muß Hausregeln geben, die von allen eingehalten werden. Hundchen bekommt einen Platz zugewiesen, dort schläft er, dort hält er sich auf wenn ihr esst und dort hat er jederzeit auf Kommando zu verweilen, vor allem, wenn Besuch kommt.

    Euch hilft nur ein "Neuanfang", ein radikales Umstellen aller Gewohnheiten und strikte Regeln. Alleine wird das - so eingefahren wie es bei euch läuft - kaum zu schaffen sein. Sucht euch einen kompetenten Trainer, der zu euch nach Hause kommt und euch einen Plan aufstellt.

    Wenn alle mitziehen dürfte euer Zusammenleben in ein paar Wochen bedeutend entspannter aussehen.

    Gruß, staffy

  • Hallo,

    mit ein paar Tipps ist das nicht getan.
    deine Eltern und Du müsst an einem Strang ziehen, sonst wird es nichts mit der Erziehung und bevor das nicht geklärt ist, wäre es müßig, hier Erziehungstipps zu geben.

    Dass der Hund am Tisch, auf einem Stuhl sitzend, nichts zu suchen hat, brauche ich Dir wohl nicht zu erklären, oder?

    Behandelt den Hund wie einen Hund und nicht wie einen Menschen, dann wird sich schon etwas ändern

  • Hallo, Lina,
    bevor sich jetzt viele User den Kopf zerbrechen und Dir Tipps geben halte ich auch die Frage für wichtig, wem der Hund gehört und wer das Sagen bei der Hundehaltung hat!
    Es bringt Dich nicht weiter, wenn Du die Einzige bist, die den Hund erziehen will, dennn darauf läuft es wohl hinaus... :hust:
    Nur eine Anmerkung von mir: Hunde sind von Natur aus nicht hinterlistig! Dies würde einen Denkprozeß voraussetzten, zu dem sie gar nicht in der Lage sind.
    Euer Hund verhält sich so, weil man ihm offensichtlich kein anderes Verhalten beigebracht hat!!
    LG...Karin

  • Zitat

    Ein unsicherer Hund der noch dazu seine Position im Rudel nicht kennt,ohohoh...

    :gut:

    Es gibt nicht wirklich ein "wem gehört der Hund".. er lebt bei uns, jeder geht irgendwie anders mit ihm um, das sagen haben wir quasi alle, und dadurch macht er am Ende auch nur das, was er möchte. :D

    Vor allem hatten wir den Hund schon so weit, dass er von den Möbeln unten geblieben ist, weil er eine ganze Weile nur geknurrt hat. Meine Mutter wird dann aber wieder weich und schon ist wochenlanges striktes einhalten verschwunden. Dementsprechend wirds schwierig -.-

    Die einzige, die an der Situation was ändern möchte bin wohl ich, denn von den anderen gibts nur dumme Kommentare, die Mühe, etwas ändern zu wollen machen sie sich aber nicht. :???:

  • Zitat

    Die einzige, die an der Situation was ändern möchte bin wohl ich, denn von den anderen gibts nur dumme Kommentare, die Mühe, etwas ändern zu wollen machen sie sich aber nicht.

    Dann kannst du's fast vergessen.
    Wenn du dich hundgerecht verhältst, also konsequent, freundlich und berechenbar, wird er bei dir vermutlich annehmbarer sein, also wenn er mit dir alleine ist, aber beim Rest der Familie weiterhin machen, was er will. Hunde können sehr wohl unterscheiden, wer ihnen was zu sagen hat und wer nicht.

    Das, was du zum Spielen geschrieben hast, ist aber terrier-typisch, ich kenne viele, die für ihr Leben gerne "zergeln", also mit Herrchen um ein Beutespielzeug kämpfen. Viele Besitzer machen sich einen Spaß daraus, ihre Jackies am Spielzeug hochzuziehen (hochzuheben), die Hunde lassen nicht gerne los. Achte du darauf, dass du erstmal nur "gewinnst", also dass am Ende immer du das Spieli hast.

    Der feste Platz ist absolut wichtig, um ihm zu zeigen, dass er kein Familienmitglied zu maßregeln hat (das macht er mit dem Anknurren). Notfalls dort anleinen.

    Ich denke, dem Hund isses wurscht, wo der Napf steht. Mit diesem Futterneid kommt's halt drauf an, ob ihr das entspannter haben wollt oder ob es euch wurscht ist. Ich sehe es schon so, dass ein Hund ein Recht auf ungestörtes Fressen hat, aber andere möchten gerne, dass der Hund auch da den Allmachtsanspruch des Besitzers anerkennt und alles mit sich machen lässt. Entspannen könnt ihr die Situation, indem ihr jedes Mal, wenn ihr am gefülllten Napf vorbeigeht, ein Lecker fallen lasst.

    Zum Spazieren gehen kann ich leider nix sagen, das hört sich sehr komisch an.

    Viele Grüße
    Silvia

  • Hallo,

    ich sehe es auch so wie meine Vorredner.
    Hier hilft nur einen strikte Strukturänderung und zwar immer und konsequent.
    Wenn Deine Eltern da nicht mitziehen, kannst Du es vergessen...

    Sprich nochmal mit ihnen und sage ihnen auch, dass Dich das Verhalten nervt und Du gerne etwas ändern würdest.

    Wegen des Spazierengehens:
    hast Du mal drauf geachtet wann es anfängt (Jahreszeit, Gewitter, Regen, Kälte, Hitze)? Kannst Du da irgendetwas erkennen?
    Wenn er immer so wäre, dann würde ich sagen, dass er ein grundlegendes Problem mit dem Spazierengehen hat, aber so?

    Ist mal irgendetwas passiert beim Spazierengehen?

    Denk mal drüber nach, vielleicht fällt Dir ja irgendetwas ein.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Zitat

    Wenn ihr etwas verändern wollt, dann hieße das, daß ihr euch und euer Verhalten zum Hund kpl. verändern müßt. Von dieser Bereitschaft und euren Möglichkeiten hängt die weitere Vorgehensweise und die Veränderungen ab.

    Ihr müßt anfangen, den Hund als Hund zu sehen und zu behandeln. Es muß Hausregeln geben, die von allen eingehalten werden. Hundchen bekommt einen Platz zugewiesen, dort schläft er, dort hält er sich auf wenn ihr esst und dort hat er jederzeit auf Kommando zu verweilen, vor allem, wenn Besuch kommt.

    Euch hilft nur ein "Neuanfang", ein radikales Umstellen aller Gewohnheiten und strikte Regeln. Alleine wird das - so eingefahren wie es bei euch läuft - kaum zu schaffen sein. Sucht euch einen kompetenten Trainer, der zu euch nach Hause kommt und euch einen Plan aufstellt.

    Wenn alle mitziehen dürfte euer Zusammenleben in ein paar Wochen bedeutend entspannter aussehen.

    Gruß, staffy

    Hier ist nichts weiteres mehr dazu zu sagen, außer vielleicht das ihr alle zuhause mitziehen müsst, sonst wird es echt schwierig. Und ich denke ihr braucht da wirklich einen kompetenten Trainer der euch mal ein paar Regeln im Umgang mit dem Hund aufzeigt.

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