Jetzt übertreibt er es aber!

  • Hi,

    mein Labbi ist jetzt 16 Monate alt und war schon immer recht selbstbewusst :roll: .
    Ich habe ihn bisher immer mit positiver Bestärkung erzogen. Er kann auch recht viel und wir machen Unterordnung sowie Dummytraining und Denkspiele. Er bricht schon öfter gerne mal aus, aber in letzter Zeit scheint der Höhepunkt der Pupertät erreicht zu sein.
    Ich war heute total entsetzt! Als ich mit ihm Dummyübungen gemacht habe, ist ein Jogger von hinten gekommen und ich sagte: Buster Jogger! Normal setzt er sich dann an den Rand und lässt den Jogger passieren. Nööö er hat es vorgezogen zu dem Mann hin zu hopsen und um ihn rum und hoch zu hüpfen bevor ich reagieren konnte. Normal ist er an der Schleppleine aber wegen dem Dummytraining musste ich ihn los machen weil es sich immer im Gebüsch verfängt.
    Der Mann fand es nicht weiter schlimm und nachdem Buster sich endlich hin gesetzt hat hab ich ihm erlaubt zu dem Mann zu gehen. Alles ok - der Mann joggte weiter. Mein Hund hinterher. Ich habe ihn gerufen und er kam auch und würde dafür überschwänglich belohnt. Und gerade als ich wieder nach ihm greifen wollte um die Schlepp dran zu machen, war er wieder weg. Und er joggte und joggte neben dem Mann her und ich rief und rief und rannte weg und versteckte mich. Und mein Hund kam nicht wieder. Dann drehte der Mann um um mir meinen Hund wieder zu bringen. Und wie er bei mir war und ich mir meinen Hund geschnappt hatte, der immer noch um den Mann rum tänzelte, schnappte ich mir Buster hinter den Ohren und er lies sich sofort auf den Rücken fallen.

    Ich mach mir keine Sorgen weil er seine Grenzen testet, dass macht wohl jeder. Aber mich hat schon schockiert wie er meine Worte und mich als Bezugsperson ignoriert hat. Die Bindung ist mit der Zeit sehr gewachsen. Aber langsam bekomme ich das Gefühl er hat null Respekt vor mir. Das hat er übrigens vor keinem. Weder anderen Hunden noch meinem Mann :p

    Ich werde jetzt absolut keine Kleinigkeit mehr bei ihm durchgehen lassen. Und wenn er sich nur ein paar Zentimeter von seiner Position wegrobbt an die ich ihn gelegt habe. Er regt sich auch immer auf wenn ich ihm was verbiete. Dann hobst er hoch, brummt und schnaubt ganz laut vor Empörung das er zum Beispiel nicht an den Weihnachtsbaum darf.

    Das schlimme ist man arbeitet jeden Tag mit ihm und dann denkt man es war richtig was man gemacht hat und man kommt an allen Passanten vorbei ohne das er danach schaut und plötzlich das. Da stelle ich mir immer die Frage ob ich etwas falsch mit ihm mache. Ob er mehr Bindung oder eine strengere Hand braucht. Oder ob das zusammen hängt.

    Jetzt liegt er auf seinem Platz und heult vor sich hin weil er gerade nicht aufstehen darf (Hat versucht den Papierkorb zu plündern).

    Bitte helft mir mit diesem Chaot. Wird er irgendwann normal?

    LG

  • :D Normal wird er bestimmt wieder. Aber so einige Dinge wie kein Respekt vor Hunden, ständiges rumgehobse usw. sind nach meiner Erfahrung typisch für Labbi.

    Da muß du einfach dran bleiben, in nächster Zeit starke Nerven haben und viel üben, üben und nochmals üben

  • Hallo,

    das was du schreibst, klingt beim Lesen total lustig.
    Obwohl es das natürlich nicht ist!

    Ich habe ja mehr theoretische Erfahrung durch viel lesen und Unterhaltungen. Meinen Hund habe ich erst sein einem Monat.
    Ist aber im gleichen Alter wie deiner und probiert auch öfter mal sowas aus.
    Obwohl ich genau weiß, dass er ein Kommando super kann und auch weiß, was ich von ihm will, könnte man meinen, er ist auf einmal taub und blind...

    Bin jetzt kein Profi, aber ich glaube das liegt am Alter. Ich denke das ist so eine Phase und hat nichts damit zu tun, dass du was falsch gemacht hättest oder so.

    Mal schauen was die anderen so berichten.

  • Ehrlich? Trink erstmal einen Tee!
    So Rückfälle passieren. Das siehst Du heute abend bestimmt schon wieder ganz anders.
    Konkret raten kann ich Dir im Moment nichts, mir ist nur aufgefallen, dass da was in Deiner Beschreibung nicht zusammenpasst: Du sagts Du arbeitest ausschließlich mit positiver Bestärkung, machst aber u.a. Unterordung mit ihm. Wie geht das denn zusammen?
    Vielleicht wäre es besser, sich erstmal für eins von beidem zu entscheiden?
    Das ist aber nur so ein spontaner Gedanke...

    LG
    Kirsten

  • Hallo Michelle,

    was ich dir jetzt schreibe wird dir leider gar nicht helfen. Aber: Ich dachte du schreibst von meinem Hund! Meiner ist zwar erst 11 Monate alt, aber er ist auf genau so nem "Selbständigkeits-Trip" wie deiner. Null Resptekt, aber mit Liebe überschüttet (vielleicht zu viel?). Ich hatte die Schleppleine schon abgemacht - zu früh, wie sich jetzt herausstellt, jetzt mach ich sie am besten wieder dran. Und da bleibt sie wohl, bis der Hund 4 Jahre alt ist. Ich nehme an, daaaaannnnnn kann man sagen, dass sie "normal" werden.

    Ich fühle mit dir!

  • Hi,

    ja das sieht auch bestimmt lustig aus. Es lachen aus alle wenn er mal wieder bockt und zickig rumhüpft nur ich und mein Mann nicht :kopfwand:
    Ich mache Aufgaben mit ihm in denen er sich natürlich unterordnen muss. Also praktisch alles was man so für die BH braucht plus ein paar extra Kunststückchen. Aber ich bringe es ihm so bei, das er immer nur für das was er dabei richtig macht belohnt wird und das andere wird ignoriert. Mit viel Leckerlie und Spaß an der Arbeit klappt das ganz gut bis jetzt!
    So meine ich das mit Unterordnung und positiver Bestärkung. Wenn er sich nicht unterordnet bekommt er auch nichts.

    Gott sei dank es gibt noch mehr. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich glaub auch wir brauchen die Schlepp bis er nicht mehr laufen kann.

    ach da fällt mir noch ein: Was total deprimierend ist wenn dann so ein Spaziergänger dich abwärtend anschaut und meint: Der ist aber nicht erzogen, der hört ja gar nicht. Die Pupertät wird immer nur als Ausrede gesehen, dass man seinen Hund nicht im Griff hat. Man arbeitet die ganze Zeit und wenn er mal ausbricht zeigt jeder mit dem Finger auf dich - andere Hunde sind aber lieber!

    LG

  • Ich musste gerade auch erstmal lachen :D . Aber lass Dich trösten: Mein Wuff ist 14 Monate und derzeit auch auf dem Trip "Ich bin jetzt groß und kann das alleine". Gut, ich für meinen Teil, bin froh, dass er nicht mehr so unsicher ist, wie er es ab dem 6. Monat war... Na ja, es hat eben alles seine Vor- und Nachteile... Wir arbeiten derzeit auch mit der Schlepp, weil ich jetzt schon mehrmals das Problem hatte, dass ich Rufen konnte, wie ich wollte... Na ja, seit einiger Zeit werden wir immer grinsend in der Hundeschule begrüßt.... :???: , weil er sonst immer so vorbildlich war, na ja, und jetzt halt nicht mehr so ganz :D . Aber ich denke, das kriegen wir auch wieder :roll: . Bis dahin heißt es einfach: DURCHHALTEN!!!! ;)

    LG

    Wuffiwuff

  • Ach was, auf andere HH oder auch Leute ohne Hunde würde ich gar nicht hören, wenn die so Sprüche loslassen.

    Denn schließlich ist es dir ja nicht egal, wie dein Hund drauf ist, sondern du arbeitest mit ihm, dass es besser wird.
    Und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

    Wenn mein Hund dann doch mal zu anderen rennt (wenn er mal nicht an der Schlepp ist) oder so was in der Richtung, dann entschuldige ich mich und erkläre das kurz.
    Die meisten sind sehr nett und verstehen die Situation.

    Und übrigens, diejenigen, die am meisten schimpfen oder blöde Sprüche machen, deren Hunde sind oft selber nicht gut erzogen.

    Also Kopf hoch, das wird schon werden! Wäre ja auch komisch, wenn ein 1 oder 1,5 jähriger Hund perfekt und 100% aufs Wort hören würde, oder? :D

  • Hi Michelle,

    auch ich schließe mich an: Kenne dieses Thema ebenso gut bei meiner Motte (jetzt 20 Monate alt). Manchmal bin ich so glücklich und stolz, wie gut unsere Bindung geworden ist und dass sie ganz zuverlässig hört. dann gibts wieder eine Situation in der ich denke, hmmm, 1,5 Jahre Spaß, Training, Ausbildung und dann das! Als wäre ich Luft! Komme mir auch manchmal vor wie der "Idiot", übe viel mit ihr, bestätige positiv, unterbinde kurz und klar und sorge dafür, dass der Spaß nicht zu kurz kommt. Und dann macht Madame wieder ihren Stiefel!
    Aber ich habe es vielleicht etwas besser, da ich noch eine ca. 7 jährige Belgische Schäferhündin habe und sie gehorcht inzwischen (!!!) wirklich nahezu perfekt! Es braucht einfach Zeit und kommt sicher auch auf den Hund an und meine Kleine ist einfach eine Rakete.

    Also, haben wir alle viel Geduld und HUmor.

    Liebe Grüße

  • Hallo,

    das haben wir zur Zeit auch mit Katie, sie ist ja ungefähr so alt wie Buster. Sie ist wohl voll in der Pubertät und/oder die Ohren sind zugewachsen. Es scheint so, dass sie manchmal alles vergessen hat was wir und die Hundeschule ihr beigebracht haben. :irre:
    Da hast du ja Glück gehabt, dass sich der Jogger so freundlich verhalten hat. Wir hatten auf dem Weg vom Schützenheim Bonlanden zum Sportplatz Aich, eine nicht so entspannte Begegnung mit einem Spaziergänger. Katie lief frei neben uns her und ich warf immer mal wieder ein Stöckchen. Uns kamen eine Menge Leute mit Kindern entgegen denen Katie immer aus dem Weg ging. Hinter uns lief in ca. 50 Meter Entfernung ein Mann. Fast beim Sportplatz Aich angekommen kam uns der Förster mit dem Auto entgegen. Ich nahm Katie an die Seite und hielt sie fest bis das Auto vorbei war. Inzwischen hatte der Mann aufgeholt und lief an uns vorbei. Katie lief in ca. 1 Meter Abstand hinter dem Mann und schnüffelte, daraufhin rief ich sie zu mir zurück. In dem Moment drehte sich dieser Mensch um und fing an hysterisch zu kreischen: "Nehmen Sie sofort Ihren Drecksköter an die Leine!". Auf meine ruhige Frage wieso ich das sollte, sie tue ihm ja nichts, drehte er noch weiter auf und machte Anstalten auf sie zuzulaufen und nach ihr zu treten. Dies konnte ich aber verhindern indem ich dazwischen ging. Nun war auch meine Geduld am Ende. Es entstand ein recht lauter Wortwechsel. Er war der Meinung, dass ein Hund im Wald immer angeleint werden muss und außerdem hätte mein Köter ihn angesabbert. So ein Blödsinn, Katie hatte ihn nicht einmal berührt und außerdem sabbert sie nicht. Nachdem ich ihm signalisiert hatte, dass es nun genug sei und meine Geduld ihren Zenit überschritten hatte, grummelte er noch was und lief weiter. Inzwischen kamen andere Spaziergänger, die das Ganze mitbekommen haben und riefen dem Typ hinterher "wenn er Angst hat schmutzig zu werden solle er doch nicht im Wald sondern in der Stadt spazieren gehen".
    Ich habe keine Problem damit meinen Hund an die Leine zu nehmen, wenn jemand darum bittet, aber der Ton macht die Musik.

    LG

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