ANTI-JAGD-TRAINING oder Dr. Jekyll und Mr. Hyde

  • Wir haben heute festgestellt, wenn wir beim Tierarzt einziehen könnten wir sogar Katzen halten :)

    Unglaublich, Jagdschwein Emma hat so viel Panik vorm Tierarzt dass die Praxis-Katze sogar auf meinem Schoß sitzen konnte ohne dass Emma auch nur einmal gebellt hätte. Vor lauter Angst wurde die Katze einfach ignoriert, selbst als sie vor ihr durch die Praxis gesprungen und gerannt ist.
    Unter anderen Umständen würde Emma niemals mit einer Katze das Zimmer teilen, Katzen näher als 500m sind zum jagen da und hätten wohl bei Erfolg auch keine Überlebenschance.

  • Mara, das klingt grandios! :gut:


    Ich habe heute zum ersten Mal die 20m Schleppleine getestet.
    Für jemanden mit Hand-Bein Koordinationschwierigkeiten (wie gleichzeitig Kupplung und Schalten? :ugly: ) war das anfangs ne ziemliche Herausforderung nicht über den riesigen Leinensalat zu stolpern, aber mit jedem km gings besser.
    Fazit: Finya bewegt sich wesentlich freier und läuft irgendwie natürlicher, als an der 10m Schlepp. Ich hätte nicht gedacht, dass das so einen Unterschied macht, aber scheinbar doch.

    Bei dem Plüschding klappt der Rückruf bei Wild null, niente, gar nicht. Heute wollte sie im Wald wieder einem Eichhörnchen nach und ich wollte mal gucken, was passiert, wenn ich "Hier" rufe - Hund bleibt wie angewurzelt stehen :lachtot:
    Das hat mich so verwirrt, dass sie mir dann doch abgehauen ist. Die Konzentration sollte halt schon beim Hund bleiben^^


    Wie ist das eigentlich bei euch anderen mit Kleinhunden?
    Ich wurde heute angesprochen, was ich denn da machen würde mit der langen Leine und warum sie nicht frei laufen darf. Ich also erklärt, da meinte der, "Geh, so ein kleiner Hund erwischt ja eh nix. Machens as doch los. Die ist ja eh kleiner wie a Hase und hüpft maximal aus Spaß bissal hinterher. Des stört ja ned."
    Schönen Dank auch. Sie ist trotz 30cm ein ganzer Hund äh Terrier. Depp :muede2:

  • Ja, Terrier wurden ja auch nicht fürs Jagen gezüchtet, wie kommen wir bloß auf so abwegige Ideen. :lol:
    Ich muss mir das auch sehr oft anhören. Aber mich störts, das Wild störts und eventuelle Kollateralschäden, wenn sie auf eine Straße läuft z.B. stören auch. Wenn sich das Wild wehrt oder sie in einem Bau stecken bleibt und dort langsam verreckt, wäre es auch nicht so lustig. Ich bleib dabei, dass mein Mini nicht jagen darf.

  • Mittlerweile ignoriere ich solche Kommentare.

    Momentan haben wir eine echte Strähne.
    Abends bei der letzten Runde gehen wir an einer Wiese vorbei, wo immer 3-10 Kaninchen sitzen.
    Sie nimmt sie zwar wahr, aber kommt sofort mit, wenn ich weiter sage.
    Nur bei unter 2m würde sie gerne hinterher.
    Da reicht aber ein deutliches Sitz.

    Katzen kann sie momentan sogar ignorieren :O

  • Zitat

    Ich erarbeite es aus der Radiusbegrenzung und füge dann nach und nach weitere Signale für das Verhalten hinzu. Kurz:

    Hund lernt auf ein Kommando ("Warte") ohne weitere Ablenkungen nicht weiter von mir wegzulaufen und solange auf der Höhe zu bleiben oder mir leicht (ich will kein Renn-Gependel bei meinen, weil sie sich dann durch das Rennen reinpuschen) entgegenzukommen bis ich aufgeschlossen habe.

    Dann mache ich eine neue Signalverknüpfung, in dem ich als weiteres Signal für dieses Verhalten trainiere, dass der Hund bei Sichtung von Dingen, die in der Regel keine Jagdobjekte sind, das Verhalten zeigt. Da arbeite ich schlicht mit Neuverknüpfung. Es gibt also zwei Signale für dieses Verhalten, mein "Warte" und "Etwas belebtes in der Umwelt sichten" - anfangs auch nur etwas Vermutetes. Wenn es sitzt, nur noch, was ich auch sehe. Letzteres arbeite ich so weit aus, dass es auch bei Jagdreizen funktioniert.

    Fertig. Und ich bin wirklich fertig, denn ich habe Nians Schleppleine mittlerweile eingemottet. :D Selbst seine Mama kann ihn nicht mehr schicken, die kleine Kröte :D


    Dankeschön!
    Ich traue mir irgendwie nicht selbst....

    Beim Collie war es so, dass er sich bei Hundesichtung und Wildsichtung zu mir rum orientieret.
    Seit kurzem nun guckt er hin und bleibt stehen, bevor er sich zu mir orientiert.
    Und genau hier bin ich unsicher....
    Ist er auf dem Weg aus dem Kommando zu gehen?
    Oder ist das genau richtig?

    Mir wars lieber, als er sich zu mir umorientierte...

    Oder soll ich lieber noch mal die Schleppe ran und ihm noch mal zeigen: bitte zu mir hin orientieren?

    (ich glaube dass isses..oder?)

    Neulich laufe ich so, Herr J. K an der Leine, weil er mir anzeigte, das Wild in der Nähe ist.
    Der Collie frei (der jagd ja nicht, aber ist auch noch nicht ganz erwachsen, kann also auch noch überraschen...)
    Also ich habe gepokert..

    Da bleibt Joe in der Leine kleben und der Collie fixiert was.....ich gerate ich leichte Panik....Mist, wenn der jetzt durchstartet....ARGHHH...

    Ich rufe ihn (er ist 2 m vor mir...) er kommt nicht....Ich weiter in Panik: MACH PLATZ...

    Er guckt, ich mit dem Rücken zu der Gruppe von ca 10 "Rehen"....(also richtig Anfängerblöd...)
    Bei "Mach Platz! liegt der Border, den ich dann mitzerre zum Collie.... :hust:

    Ich greife den Collie, er wendet sich mir zu, ich gucke Rehe: WEG....
    Also hat er den renenden Rehen einfach zugeguckt, was ich ja gut finde, aber er war nich "bei mir", auf Sendung...

    So nun meine chaotische Frage.....hat der Collie das richtig gemacht, und wie gehe ich damit um, dass er nicht meine Komandos annahm, aber Stand wie eine eins....


    Kriege ich das unter Signalkontrolle?
    Oder ist das schon die Kontrolle?
    Mit Joe habe ich Z Und B am Wild gemacht.....der Collie war natürlich bei....hmmm, hat er einfach übernommen? Ist das ein Musterschüler, oder überlegt er grad, wie er unbehelligt an Rehkeule kommt?

  • Liv, ich finde mich bei Deinen Schilderungen etwas wieder.

    Mein Schäferhund stand immer so was von vor,wenn er Wild sichtete.
    Blick zum Wild/Katze/Fremdhund und Blick zu mir.
    Dann der Ranruf und alles war super.

    Dann kam meine kleine Jägerin dazu.
    Die kann ich immer noch nur an der 20m -Schleppleine kontrollieren,sie jagt einfach zu gerne .
    (aber Schleppleintraining macht auch dort Erfolge)

    Ich habe mich auf die Hündin konzentriert und Schäfertier allein gelassen.
    Er ist so unsicher geworden, jagt Katzen hinterher und so.


    Also habe ich mich wieder auf den Schäferhund konzentriert und ich lasse das Vorstehen zu!!!
    Er darf sehen, er hebt sogar sein Vorderbein in Vorstehpose.
    Aber mehr nicht, wenn er aus der Erstarrung erwacht, muss er zu mir.
    Ich glaube, der Hund hat gemerkt, wie unsicher ich wurde.
    Jetzt lasse ich ihn wieder ohne Leine laufen, achte auf ihn und gebe auch gleichzeitig vertrauen.

    Und ich hoffe, die kleine Jägerin lernt von dem Schäferhund.

  • Was sagt ihr denn zum Jagen von Blättern und anderen Sachen, die jetzt im Herbst von den Bäumen fallen? Das tut ja nun wirklich niemandem weh und meine Hündin dreht sich immer erst zu mir um und fragt, ob sie hin darf, aber fördere ich zu sehr den Jagdtrieb, wenn ich es ihr manchmal erlaube? Außerdem scheint mir das ein Negativaspekt des Dummytrainings zu sein. Wenn irgendwo was fällt, denkt sie jetzt, sie muss sich die Stelle merken, dann auf die Freigabe warten und es dann suchen. :roll:

  • Zitat

    Was sagt ihr denn zum Jagen von Blättern und anderen Sachen, die jetzt im Herbst von den Bäumen fallen? Das tut ja nun wirklich niemandem weh und meine Hündin dreht sich immer erst zu mir um und fragt, ob sie hin darf, aber fördere ich zu sehr den Jagdtrieb, wenn ich es ihr manchmal erlaube? Außerdem scheint mir das ein Negativaspekt des Dummytrainings zu sein. Wenn irgendwo was fällt, denkt sie jetzt, sie muss sich die Stelle merken, dann auf die Freigabe warten und es dann suchen. :roll:

    Für mich sind das Trainingsobjekte! Ok, meine Hunde reagieren nicht auf Blätter, aber manchmal auf Vögel & gerade Krähen sind hier im Herbst echt penetrant, wenn die zum 5ten Mal vor uns auffliegt und wieder 3m weiter auf den Weg landet dann reagiert auch Emma mal, zwar sehr halbherzig, aber sie setzt dann zum losrennen an, in dem Moment rufe ich sie ab, wenn sie kommt Party und dann darf sie als Belohnung auch losrennen. Sobald der Vogel abhebt ist er wieder uninteressant (gibt ja Hunde die dann auch Vögel in der Luft verfolgen).
    Für Emma die Beste Belohnung die sie für einen Rückruf bekommen kann, denn sie bekommt ja eigentlich genau das was sie wollte, aber eben kontrolliert und mit Trainingseffekt.

  • Zitat

    Für Emma die Beste Belohnung die sie für einen Rückruf bekommen kann, denn sie bekommt ja eigentlich genau das was sie wollte, aber eben kontrolliert und mit Trainingseffekt.

    Das machen wir auch gelegentlich. Ist ja auch für das leidgeplagte Frauchen mal ein super Erfolgserlebnis. :D

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