ANTI-JAGD-TRAINING oder Dr. Jekyll und Mr. Hyde

  • Zitat

    Danke für die Erklärung der Signatur, die hatte mir schon einiges an Kopfzerbrechen bereitet. :gott:

    Es gibt einen Text der so heißt und genau diese Thematik erklärt. Hatte erst überlegt ihn zu verlinken, aber meine Signatur ist ja eigentlich kein Werbebanner :lol:

  • Ich sehe es weder als Angriff noch sonst was.

    Ich bin ein User wie alle anderen, 2006 meinen ersten eigenen Welpen und hier angemeldet, 2008 einen Jagdhund dazu bekommen mit Panik davor, weil ich es nicht besser wusste.

    Ich habe viel gelesen, hatte viele Trainer ... ich war bei Pia in der Hundeschule zum Trailen, Longieren, Scent Hurdle Racing und habe viele Wege probiert.

    Letztendlich habe ich den Weg für mich und meine beiden Hündinnen gefunden.

    Wir arbeiten (inzwischen) viel leinenlos.
    Ich habe keine Panik mehr, wenn Luna mal los zischt. Ich arbeite viel mit Lob, was meine Trainingsgrundlage ist, aber ebenso mit Grenzen setzen.

    Erkläre ich einem Hund etwas neues, erfolgt es rein positiv.
    Kann er es und weiß, was er soll, ist alles gut.
    Aber zischt Luna dann doch mal los und ich habe keine Pfeife dabei, die allerdings auch nur hilft, wenn der Hase nicht 2m vor ihr ist, reagiere ich mit einem Abbruch zur Schadensgerenzung.

    Es ist nicht Plan, meine Hunde anzubrüllen. Ich rede sehr leise mit ihnen, aber es gibt Situationen, wo ich sauer bin und das dürfen meine Hunde auch ruhig mit bekommen.

  • Vielen Dank für die Ausführung :gut:

  • Ich habe mich heute beim Spaziergang mit einer Frau unterhalten deren Hund auch einen ausgeprägten Jagdtrieb hat. Sie sagte, dass sie nun mit einen Hundetrainer arbeitet und für die nächsten 2 Wochen die Aufgabe hat, ihren Hund an der Schlepp gehen zu lassen und immer wieder Leckerlie zu schmeißen damit der Hund egtl die ganze Zeit mit Leckerlie jagen/suchen/fressen beschäftigt ist. Außerhalb der Spaziergänge gibt es nichts zu essen.

    Sie meinte, der Trainer hätte gesagt dass der Hund dadurch lernt sich mehr auf sie zu konzentrieren und dadurch alles andere ausblendet.

    Aber sobald sie die Leckerlieschmeißerei weglässt, ist sie doch recht schnell wieder uninteressant, oder? Was haltet ihr davon?

  • Zitat


    Aber sobald sie die Leckerlieschmeißerei weglässt, ist sie doch recht schnell wieder uninteressant, oder? Was haltet ihr davon?


    Herzlich wenig, falls es sich wirklich um eine ausgeprägte jagdliche Veranlagung handelt. Bei den üblichen Langeweile- und Gelegenheitsjägern (und das sind mind. 90% der sog. jagdtriebigen Hunde) dürfte der Ansatz aber durchaus Wirkung zeigen, falls danach auch angepasst weitergearbeitet wird.

    Aber ganz generell halte ich Ausblenden der Umwelt für den falschen Ansatz, und nicht erstrebenswert. Die meisten werden es ohne permanente Leckerlistopferei nicht durchhalten können. Und ein echter Jagdgeier wird über Leckerli lachen, der gibt der Futtererpressung nur soweit nach, dass er nicht verhungert. Und angenommen, es klappt: wie arm ist denn die Erlebniswelt eines Hundes, der permanent nur auf den Halter fixiert ist, und die Umwelt ausblendet? Wozu überhaupt spazieren gehen mit einem Hörigen, da reicht doch eine Versäuberungsecke und der Hundeplatz, der Rest ist ja eh nur Kulisse....

    Es kann unter bestimmten Voraussetzungen dazu dienen, den Fuss in die Türe zu bekommen, aber bei wirklich jagdtriebigen Hunden halte ich Erpressung für die falsche Vorgehensweise. Freiwillige, passend belohnte Umorientierung ist viel nachhaltiger. Aber vielleicht ist ja auch ein adipöser Hund das Ziel, der nimmer jagen mag. :mute: Um meine Hunde permanent mit suchen - fressen zu beschäftigen hätte ihre Tagesration keine 15 Minuten gereicht - auf nur einem (!) Gang!

  • Danke. Genau so habe ich es auch gesagt. Meinen Rüden interessiert nichtmal das Leckerlie wenn er eine Spur riecht. (auch wenn er nichts gegessen hat und das tut er aus freien Stücken manchmal!)
    Bei der Dame funktioniert das bisher und sie meinte, dass das erst die erste Stufe wäre. Was danach folgt weiß ich jedoch nicht.

    Mir wurde auch schonmal dazu geraten, meinen Rüden solaange Hungern zu lassen bis er drausen auf Leckerlie abfährt. Dann bleibt er lieber an der Leine als dass er Hungern muss.

  • Achja, ich schmeißen meiner Hündin auch ca 3-4 Leckerlie pro Spaziergang. Aber das tue ich, weil sie dann immer ihre 5-Rennminuten hat, nicht um sie bei mir zu behalten. Das braucht sie einfach(sonst rennt sie Abends im Garten).
    Die Frau meinte dann, dass das ja das Gleiche wäre. Konnte ihr dann nicht so ganz zustimmen aber naja...

  • Also ich werfe auch gerne mit Keksen um mich, in der Regel aber nicht einfach so, sondern weil das eine super Belohnung ist. In Stresssituationen werfe ich auch mal eine Handvoll Kekse ins Gras, aber das ist entweder eine bessere Belohnung oder einfach mal Management. Zum Beispiel bei einer schwierigeren Hundebegegnung werf ich Kekse hin, aber das ist nicht das eigentlich Training. Wenn du verstehst was ich meine =)

  • Zitat

    Aber sobald sie die Leckerlieschmeißerei weglässt, ist sie doch recht schnell wieder uninteressant, oder? Was haltet ihr davon?

    Naja, wir werfen auch Leckerlies, allerdings als Belohnung so dass nach befolgen eines Kommandos, z.b. Abruf bei Wildsichtung, dann Leckerlies in die entgegen gesetzte Richtung fliegen und Hund sie suchen kann.

    Von dauerhaftem Leckerlies werfen halte ich nichts, was soll das bringen? Bei einem wirklichen Jäger Garnichts, vielleicht bei einem Hund der ab und zu mal jagdverhalten zeigt aber nicht bei einem Vollblutjäger.
    Meine Hunde würden bei 4 Stunden Gassi am Tag Kugelrund werden und hätten spätestens nach 30min keine Lust mehr auf Leckerlies und würden sie dann nicht mal mehr als Belohnung haben wollen.
    Damit der Hund aufmerksamer zu seinem Halter ist gibt es bestimmt bessere Methoden als einfach Leckerlies zu werfen. Z.b. ein gezieltes "Schau" aufbauen und sobald der Hund sich dabei zu mir umdreht fliegt ein Leckerlie.

  • Wie gesagt, dass soll scheinbar nur der 1. Schritt sein, sie soll das jetzt 2 Wochen so machen. Dann trifft sie sich wieder mit dem Trainer. Den nächsten Schritt weiß sie jedoch nicht.

    Das ist jedoch ihr erster Hund und sie hinterfrägt das nicht allzusehr...


    So wie ihr es macht, mache ich es mit dem Leckerliewerfen auch. Aber nicht konstant, dass mein Hund nur mit Suchen beschäftigt ist...

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