Frühkastration vs. Pubertät

  • Zitat

    Jep Tagakm hat recht, schau dir mal den Link hier an:

    http://www.kleintierpraxis-am-hafen.de/mamma.html

    Diese Zahlen stammen aus der sogenannten Bielefelder Kastrationsstudie (ein Fragebogen für Hundebesitzer) und bezeichnen vermutlich die jährliche Inzidenz und nicht das lebenslange Risiko - leider wird nirgends gesagt, worauf sich in dem Fall 100% beziehen. Wie gross das lebenslängliche Risiko ist, ist umstritten, aber es dürfte deutlich höher sein.

  • Hallo kleiner Fuchs,

    meine Hündin hatte mit 11 Monaten ihre erste Läufigkeit (Frühkastration war bei uns nie ein Thema) und hat während und kurz danach einen enormen Entwicklungsschub gemacht.
    Sie ist geistig spürbar gereift und das in sehr positiver Art.

    Ich denke schon das es wichtig und richtig ist das Hündinnen die erste Hitze durchlaufen um sich fertig entwickeln zu können.
    Und würde deshalb von einer Frühkastration abraten.

    LG
    Tina

  • Zitat

    Hier kastrieren die Leute ihre Hunde mit 4 bis 5 Monaten, wenn sie nicht schon kastriert vom Züchter kommen. Das Ergebnis sind tölpelige, dauerspielende, teils sehr unhöfliche Hunde, die absolut asexuell sind und nicht mal ansatzweise erwachsen werden konnten. Bei den Rüden sieht man kaum jemals überhaupt einen Penis.

    Ich bin an sich kein Kastra-Gegner, aber das ist mir dann doch ne Nummer zu krass.

    I know....hier bei uns ist's auch nicht unueblich Welpen unter 3 Monaten zu kastrieren. Ist zwar Tierschutzrelevant bedingt, aber das finde ich absolut zu frueh. :motz:

  • Daika ist jetzt mit 9 Monaten das erste mal läufig. Und was soll ich sagen... ich habe mir das sooo viel schlimmer vorgestellt!

    Also wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich mir nicht so einen Stress gemacht! Ich wohne in der Innenstadt, die meisten Hunde sind also sowieso an der Leine. Mit aufdringlichen Rüden habe ich deswegen genau null Problem. Daika riecht anscheinend auch nicht sooo interessant, denn die anderen Rüden schnüffeln zwar interessiert, das wars aber auch schon.

    Okay, die ganzen Bluttropfen daheim am Boden sind etwas lästig, aber was solls, ich fahr halt ein paar mal am Tag mit dem Wischmop drüber, das ist auch kein Aufwand.

    Also ich finde das total harmlos, und das obwohl ich einen unkastrierten Rüden daheim habe! Denn der zeigt null Reaktion und wartet wahrscheinlich die Stehtage ab.

    Im Leben nicht hätte ich Daika vor der zweiten Läufigkeit kastrieren lassen. Ich will, dass sie normal erwachsen wird, körperlich und geistig, und da gehört die Läufigkeit nun einmal dazu. Ich finde es auch vollkommen normal, dass Rüden nicht mit allen anderen Rüden NUR herumspielen wollen. Mein Hund muss nicht alle lieben! Aber er muss sie auf eine soziale Art managen können, und das lernt er nun einmal durch Ausprobieren in der Pubertät.

    Ich habe einen kastrierten Rüden daheim (er war schon kastriert, als er zu uns kam). Wesensmässig ist er total lieb, aber das war er laut Züchterin (die Vorbesitzerin) auch schon vorher. Der Arme wird andauernd bestiegen, und zwar von Rüden UND Hündinnen, das muss auch nicht sein...

  • gesundheitliche Risiken bei einer frühen Kastration der Hündin:

    - verlängerte Wachstumsphase (die Wachstumsfugen schließen sich teilweise erheblich später), welche vorallem bei Hunden größerer Rassen zu Problemen mit dem Bewegungsapparat führen kann. Zudem wird der Hund größer, als eigentlich vorgesehen, was auch andere gesundheitliche Risiken birgt, wie Herzprobleme, Kreislaufprobleme, verringerte Lebenserwartung usw.

    - erhöhtes Risiko der Inkontinenz als bei einer späteren Kastration

    - Haut- und Fellprobleme (Welpenfell. dies trifft es jedoch nicht ganz, sondern durch die durcheinandergeratenen Hormone kommt das komplett durcheinander, kann bis zu Ekzemen führen)

    Risiken bei der Entwicklung im Verhalten bei einer frühen Kastration der Hündin:

    - durch das Fehlen der ausgleichenden und besänftigenden Hormone bei einer Läufigkeit ist das Risiko gar nicht soo gering, daß die HÜndin tatsächlich aggressiver auf Artgenossen und vorallem kastrierte Rüden und andere Hündinnen reagiert, als gar nicht oder spät kastriert.

    - die Hündin kann sich "rüdenhaft" entwickeln, d.h. auch dem Halter gegenüber mehr austesten

    - die Hündin macht auch weiterhin Phasen durch, bekommt "ihre Tage", wird scheinschwanger usw., nur bringt der Halter dies in der Regel nicht mit dem Zyklus in Zusammenhang, weil ja Bluten, Anschwellen usw. wegfallen. Der Halter wundert sich meist nur über die Emotionalität seiner Hündin.

    Das ist natürlich nicht alles. Es gibt noch mehr Risiken und vorallem die Probleme, die im Verhalten auftauchen können, sind bei einer Hündin absolut nicht zu verachten.

    Im Fazit würde ich bei einer Hündin immer dazu raten, die ersten Läufigkeiten abzuwarten und zu schauen, wie sich die Hitze bei der eigenen Hündin darstellt, wie groß sind die auftretenden Probleme, wie verhält sie sich, wie kommt sie gesundheitlich und auch verhaltenstechnisch damit klar.

    Übrigens was hier wohl die meisten vergessen:

    - es ist verboten einen gesunden Hund ohne medizinische Indikation zu kastrieren. Das käme einer Amputation gleich. Über Ohren und Schwanz abschneiden regt sich jeder auf, aber das eine Kastration ohne medizinischen Hintergrund ein mindestens ebenso schwerwiegender Eingriff, wenn nicht sogar noch schlimmer ist, darüber macht sich scheinbar niemand Gedanken....

  • Zitat

    Übrigens was hier wohl die meisten vergessen:

    - es ist verboten einen gesunden Hund ohne medizinische Indikation zu kastrieren. Das käme einer Amputation gleich. Über Ohren und Schwanz abschneiden regt sich jeder auf, aber das eine Kastration ohne medizinischen Hintergrund ein mindestens ebenso schwerwiegender Eingriff, wenn nicht sogar noch schlimmer ist, darüber macht sich scheinbar niemand Gedanken....

    Und bei uns ist es gesetzlich vorgeschrieben das Hunde die nicht zum Zuechten benutzt werden (vom Zuechter mit Lizenz dazu) kastriert werden muessen.

    Georgia ist noch nicht soweit, aber in California wird gerade ein Gesetz geschaffen (das naechstes Jahr in Kraft tritt) das alle Hunde und Katzen ab dem 4.Monat kastriert werden muessen, ausser der HH hat eine staatliche Zuchtlizenz.

  • Zitat

    tagakm: das ist doch krank, oder????

    Jein....Du darfst dabei nicht vergessen das hier pro Jahr ueber 9 Millionen Hunde und Katzen getoetet werden....20 Millionen Hunde und Katzen landen pro Jahr im TH.

    Und bei solch extremen Ausmassen braucht es extreme Gesetze....natuerlich ist es nicht wirklich ok einen 4 Monate alten Hund zu kastrieren...aber man muss eben auch die gegenseite der Medaille sehen.
    Waere die Ueberzahl der HH's hier verantwortungsvoller muesste man nicht den Junghunden an die Genitalien :motz:

  • Zitat

    Übrigens was hier wohl die meisten vergessen:

    - es ist verboten einen gesunden Hund ohne medizinische Indikation zu kastrieren. Das käme einer Amputation gleich. Über Ohren und Schwanz abschneiden regt sich jeder auf, aber das eine Kastration ohne medizinischen Hintergrund ein mindestens ebenso schwerwiegender Eingriff, wenn nicht sogar noch schlimmer ist, darüber macht sich scheinbar niemand Gedanken....

    Deshalb hat mich auch die Aussage leicht auf die Palme gebracht:


    Zitat

    kastrieren lassen möchte ich sie ja sowie so, fragt sich halt, lass ich es gleich machen oder warte ich noch.
    ehrlich gesagt tendiere ich immer mehr für gleich *nicht hauen*


    :dagegen:

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