Frühkastration vs. Pubertät

  • sara
    das hast Du sehr schön und treffend ausgedrückt.

    kleiner Fuchs
    ich bin mit intakten Hündinnen aufgewachsen. Wir hatten in nun 35 Jahren genau 2 (!!!!!!) kastrierte Hündinnen. Beide aufgrund medinizischer Indikation kastriert.
    Die eine wegen rezidivierender Gebärmutterentzündungen, die andere wegen einer Pyometra.

    Alle anderen Hündinnen waren intakt. Und das waren im Laufe der Jahre einige in der Familie. Teilweise bis zu 4 intakte Hündinnen auf einmal (wenn ich die Familie meines Onkels, bei dem ich quasi aufwuchs, da meine Eltern beide arbeiteten, mitrechne).
    Insgesamt hatten (haben) davon 2 Hündinnen Mammatumore und eben 2 Hündinnen Gebärmutterprobleme.

    So viel zum Gesundheitsrisiko.

    Zur Lebenserwartung: Alle unsere Hündinnen erreichten das durchschnittliche Lebensalter ihrer Rasse, teilweise lebten sie sogar deutlich länger - seien wir ehrlich, wie viele fast 14jährige Berner Sennenhunde kennt ihr?

    Probleme mit anderen Hündinnen hatten genau 2 Hündinnen darunter. Und die beiden hatten nur Probleme miteinander. Nicht mit fremden Hündinnen. Allerdings miteinander dann so richtig. Sprich, die beiden konnten nicht unbeaufsichtigt allein zusammen bleiben. Absolut unmöglich.

    Probleme mit Rüden haben wir hier bei uns eigentlich nicht. Ja, es gibt hier in der Gegend durchaus intakte Rüden. Und man begegnet denen auch beim Spazierengehen. Aber all die Horrorstories a la "von intakten Rüden belagert" usw. sind mir gänzlich unbekannt. Und wir gehen mit unseren läufigen Hündinnen die gleichen Wege wie sonst auch. Auch innerhalb des Ortes. Ich kann mich an genau EINE Situation erinnern, dass wir von einem Rüden "bedrängt" wurden. Und hatte seine Ursache NICHT in der Läufigkeit. Mit diesem Rüden und seiner Halterin bin ich früher viel spazierengegangen. Nahezu täglich. Er und meine alte Hündin waren fast gleich alt, 3 Wochen auseinander. Und in jungen Jahren Spielkameraden. Ich hatte bei Yanta's erster Läufigkeit angerufen und Bescheid gesagt, was Sache ist. Während eines Spaziergangs dann sahen wir uns von weitem und die Halterin besagten Rüdens sagte wohl was zu ihm a la "schau mal wer da vorne läuft". Sie hatte in dem Moment nicht dran gedacht, dass meine Hündin läufig ist. Na ja, ich stand dann da, in der einen Hand eine Grosspudelhündin, in der anderen ein überdimensionierter Riesenschnauzerrüde und wartete bis sein Frauchen ihn wieder abholte *gggg*. Mehr war da in den ganzen Jahren nicht :D .

    Da ich hundesportmässig aktiv bin, kenne ich allerdings genügend kastrierte Hunde, sowohl Hündinnen als auch Rüden. Was vielen Leuten nicht klar ist, auch kastrierte Rüden bsp. sind durchaus in der Lage, einen Deckakt komplett durchzuziehen. Auch Rüden, die recht früh kastriert wurden, sprich mit 8-12 Monaten.

    Andererseits kenne ich auch viele kastrierte Hunde, Rüden wie Hündinnen, die massiv von intakten Rüden/Hündinnen gemobbt werden. Vermutlich weil letztere mit dem Geruchsmuster der Kastraten nicht allzuviel anfangen können.

    Und was Dominanz etc. angeht, einer der dominantesten Rüden, die ich je kennengelernt habe, ist kastriert. Ok, spät kastriert, mit etwa 3 Jahren.

    Für mich persönlich gäbe es keinen Grund, eine gesunde Hündin einfach so kastrieren zu lassen. Unsere Umweltsituation mit läufiger Hündin ist nicht so, dass ich mich genötigt fühlen würde, etwas zu unternehmen. Und selbst wenn, stellt sich mir die Frage, ob ich meine Hündin kastrieren lassen muss, weil andere ihre Rüden nicht im Griff haben?
    Hundesportmässig kann ich mit meinen läufigen Hündinnen genauso auf Turniere und Prüfungen gehen - und habe auch keine Probleme damit, dies zu tun.
    Gesundheitsmässig - Prophylaxe??? Wenn ich mir ansehe, was kastrierte Hündinnen gesundheitsmässig an Risiken so alles haben, sehe ich keinen Vorteil in der Kastration. Und wenn ich mir unsere eigenen Hündinnen so ansehe, woran die alle so gestorben sind:
    - "Altersschwäche" (wie gesagt, 14jähriger Berner, u.a.)
    - Autounfall (2x, wobei beim ersten Mal das Alter wohl die Hauptrolle spielte)
    - Hirntumor
    - ....
    Keiner unserer Hunde starb in direktem Zusammenhang mit Gebärmutterentzündungen/Gebärmuttervereiterungen/Mammatumoren

  • Also ich habe mir jetzt auch sehr lange gedanken über eine Kastration meiner Hündin gemacht. Lange war das für mich überhaupt kein Thema und ich dachte auch immer, wo denn das Problem sein soll die Hündin während der Läufigkeit an die Leine zu nehmen. Leider ist sie jetzt nach der ersten läufigkeit extrem Scheinträchtig und hat sehr verhärtete Zitzen, das ist jetzt schon fast 2 Monate so und jetzt muss ich bald wieder zum TA deswegen. Mein Freund und ich haben uns jetzt entschieden, dass wir sie doch Kastrieren lassen, denn das wollen wir ihr nun wirklich nicht immer antun.
    Ich weiss, hier im Forum sind fast alle gegen eine Kastra und deswegen habe ich mich bisher auch nicht "getraut" das hier zu schreiben. Aber ich denke, dass wird schon Jahre gemacht und wenn es so schlecht und schlimm wäre, würden es nicht noch so viele Leute machen oder Raten, klar, dass man einen Hund mit 3 Monaten oder so kastriert finde ich auch Krass, aber sonst...

  • Nicht alle sind hier total gegen die Kastration, ich eingeschlossen. :D

    Ich finde, unter bestimmten Umständen ist die Kastration absolut in Ordnung!
    Klar, es ist ein Eingriff in den Hormonhaushalt etc., aber für mich gibt es immer noch genug Gründe um meinen Hund zu kastrieren.
    Frühkastrireren würde ich meinen Hund aber nie, immer erst nach der 1. Läufigkeit.

  • Ja das hab ich mich auch schon gefragt, ob es jetzt bei Joy noch zu früh wäre? Die meisten sagten mir zwischen er ersten und 2. läufigkeit wäre am besten.
    Ich hab auch total angst vor der OP, das was passiert oder so.

  • Ja, so kenn ich das auch.
    Meine wurde in dem Zeitraum auch kastriert. Wie alt ist dein Hundi denn?
    Wenn du es wirklich machen lassen willst, denk ich nicht, das du dir wegen der OP an sich Gedanken machen musst.
    Klar gibts ein Restrisiko und es ist ja auch ein Verhältnismäßig großer Eingriff, aber der ist mehr oder weniger Routine.

  • mir wurde geraten erst 8 wochen nach der ersten läufigkeit kastrieren zu lassen.
    hatte irgendwas mit dem hormonhaushalt, dem geruch und evt scheinschwangerschaft zu tun.


    gibts hier überhaupt leute die frühkastrierte hunde haben und sich trauen ihre erfahrungen mitzuteilen?

  • Da fällt mir grad noch was ein:
    Meine tante hat eine Cockerspanielhündin und DIE wurde vor der 1. Läufigkeit kastriert. Sie lebt allerdings in Österreich.
    Wir haben uns mal unterhalten, sie meinte die Kleine wäre absolut kindisch und verspielt, näme nix ernst...
    Wenn du willst ruf ich sie mal an und frag sie, ob es sonst noch was interessantes zu berichten gibt.

  • Zitat

    Es ist verboten ohne medizinische Indikation!

    ?

    blödsinn.....

    wenn es verboten ist, wie kommt es dann, das alle tierheime die tiere kastrieren bevor sie zur vermittlung freigegeben werden???
    so verboten kanns also nicht sein.
    und wenn man unkastrierte bekommt, verpflichtet man sich entweder nicht mit ihm zu züchten(per vertrag) oder ihn, mit entsprechendem alter) kastrieren zu lassen!

  • Zitat


    Wenn du es wirklich machen lassen willst, denk ich nicht, das du dir wegen der OP an sich Gedanken machen musst.

    oh je, das halte ich für ein gerücht.:D man sollte sich auf jeden fall darüber gedanken machen - vor allem wie es nach der op gehandhabt wird.

    Klar gibts ein Restrisiko und es ist ja auch ein Verhältnismäßig großer Eingriff, aber der ist mehr oder weniger Routine.

    bei dieser routine wäre meine hündin fast drauf gegangen. 10 tage klinikaufenthalt. herausgabe nur unter druck und mit hilfe meines ta.
    wenn ich nicht so hartneckig gewesen wäre, hätte ich meine kleine nie wieder gesehen, davon bin ich überzeugt.
    4 monate ums überleben gekämpft. es war eine harte zeit, für meine hündin und auch für mich.

    bei einer scheinschwangerschaft, die nicht mit medikamenten in den griff zu kriegen ist, würde ich allerdings auch über eine op nachdenken.

    nur so, weil es angeblich leichter ist und nachbars rüde dann nicht am rad dreht, ist kein grund, so eine schwere op durchzuführen.
    man kastriert auch keine kinder mit 10 jahren, damit sie nicht frühzeitig schwanger werden. ;) ich weiß, ich duck mich ja schon, aber trotzdem..........

    gruß marion

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!