Können Hunde lieben??

  • Auch bei Menschen sind Emotionen Interpretationssache.

    Vertrauen zu einem anderen Menschen zu haben ist bei mir ja auch ein Baustein MEINER Vorstellung von Liebe.

    Bei dem nächsten muss das nicht so sein.

    Psychologisch, auf kultureller Ebene, neurobiologisch und evolutionstechnisch gesehen kann man Gefühle natürlich bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Auch Liebe.

    Und wenn für mich bedeutet, dass mein Hund eine Form von "Liebe" für mich empfindet, wenn sie nur mir vertraut, dann ist das so.

    Und dass Hunde auch mit anderen mitgehen würden ist meiner Meinung nach kein Beweis für das Fehlen von komplexen Emotionen dem Halter gegenüber.

    Ich kann auch jemanden aus tiefster Seele lieben und dennoch ihn verlassen, wenn es Vorteile hat. So zu sagen.

    Da man auch beim Menschen alles wirklich verwissenschaftlichen kann, was wichtig ist, finde ich es müßig, über Liebe zu reden, was sie aus macht usw.

    Im Endeffekt ist es ja auch komplett egal, wie ich das Verhalten meines Hundes interpretiere.

    Denn im Endeffekt sind wir alle hormongesteuert^^

    Ich sage aber auch lieber die Bindung meines Hundes zu mir. ICH denke, ICH liebe meinen Hund. Sehr sehr sehr. Aber auch unter Menschen kann man das vom anderen Part erst behaupten, wenn dieser es ausspricht^^ Und da kann ich bei Missy lange warten^^

  • Klar liebt , der Hund er versteht es fermutlich nur anders als wir. Im Sommer bekam ich den Blinddarm herraus. War gerade mal 3 Tage weg,
    meine Kleine war völlig von der Rolle als ich wieder kam , die hat mich nicht mehr aus den Augen gelassen. Mein Mann hat sogar erzählt das sie mich nach jedem Gassigehen überall im Haus gesucht hat. :D
    Oder wenn sie ihren Bruder mal sieht so hin und wieder dann freut die sich wie verrückt. :roll: Also ich denke schon das Hunde auch lieben.

  • Zitat

    Über solche Emotionen gibt es nen , finde ich, interessantes Buch: Liebst Du mich auch? von Patricia B. McConnell, da wird das alles auch auf neurologischer und biochemischer Ebene beschrieben.


    Jetzt bist du mir zuvor gekommen ...
    Das Buch ist wirklich klasse zum Thema und zudem noch super unterhaltsam und lustig geschrieben. Eins meiner Lieblingsbücher!!

    Ich bin allerdings der Ansicht, dass es schon bei Menschen nicht leicht ist, zu definieren, was Liebe ist. Das macht es um so schwerer, zu entscheiden, ob Hunde lieben können, oder nicht.

    Lg Christine

  • Hmmm, also in ihrer Junghundzeit hatte Fritzchen eine "große Liebe": Der weiße Schäferhund meiner besten Freundin damals. Die beiden haben sich wirklich heiß und innig geliebt. (War etwas merkwürdig, der Dackel mit dem Schäferhund... :D ) Wenn die beiden zusammen waren, waren alle anderen Hunde uninteressant, die haben gekuschelt und gespielt, sich gegenseitig geärgert, Futter, Spielzeug und Schlafplatz geteilt.

    Ich denke, das war Liebe zwischen zwei Hunden. Man kann sicherlich den Begrif, den Menschen von Liebe haben, nicht auf Hunde übertragen. Das wäre viel zu komplex und weitläufig. Eher kann man versuchen Merkmale zu erkennen, die bei Hunden Liebe ausmachen.

    Der Schäferhund ist damals sehr früh und plötzlich gestorben. Fritzchen hat ihn immer gesucht und sie hat - solange sie noch hören konnte - immer auf den Namen dieses Hundes reagiert und hat ihn gesucht. Auch mit 13 oder 14 Jahren noch.

    Wenn das keine Liebe ist?!

  • ich glaub Chicco von Svenjalein und Lucy empfinden zueinander auch so etwas wie Liebe. Man konnte die beiden nicht trennen. Sie haben eigentlich den ganzen Tag, wo sie zusammen waren nur gespielt, wenn sie getrennt wurden war das vor allem für Chicco ein Drama, auch wenn andere Hunde in der Nähe waren haben sich die beiden nur für einander interessiert und als ich (mit Lucy) weg war hat Chicco anscheinend die ganze Nacht gewinselt und gejammert.

    Wenn es keine Liebe ist, ist es zumindest eine tiefe Freundschaft ;)

  • Stimmt,Gefühle lassen sich nicht messen.

    Ich glaube wenn wir all das was die Wissenschaft über unsere Hunde meint zu wissen, von den Hunden wirklich wüssten,wie sie denken,wie sie fühlen,könnten wir sämtliche Bücher neu schreiben oder verfeuern.

    Wenn ein Hund nur an sein Fressen denkt und an sein bequemes zuhause, warum rührt er dann tagelang sein Fressen nicht an und wartet,bis der Mensch,der seine Bezugsperson ist, wieder nach Hause kommt, wenn derjenige mal ins Krankenhaus muss.?

    Ich habe gerade heut morgen gedacht, schöner kann ein Tag nicht anfangen.
    meine beiden dürfen morgens zum Wecken ins Bett. Beide legen sich dann noch einen Augenblick ganz dicht bei mir hin. Heut morgen hatte ich Charly so im Arm, sein Kopf bei mir angelehnt,der Kleine lag daneben,und fuhr mit der Pfote über Charlys nase. der widerum leckte ihm die Nase.
    Und dann leckten beide gleichzeitig meine Hand.
    Das war ein so schöner Moment, es hatte was mit tiefer Verbundenheit gleich,Zuneigung,Vertrauen. Sie geniessen das, weil sie ab diesem Moment den ganzen Tag nicht mehr solche Ressourcenfreiheit haben, ich geniesse es,weil sie sich in diesem Moment auch mal im menschlichen Sinne kuscheln lassen,was Hunde ja eigentlich gar nicht so gerne haben.
    Aber heut morgen,das war ein Gefühl wie, wir werden uns nie trennen,lieben uns und können uns aufeinander verlassen.
    Vor allem keine Eifersucht und Zickerei bei den beiden untereinander.

    Ab diesem kostbaren Moment geht nämlich der Alltag los, klare Regeln, und auch mal ,Du gehst jetzt nicht zu MEINEM Frauchen.

    Aber diese 10 Minuten am morgen,da lassen wir alle drei alle fünfe gerade sein

    Ich lass mir dieses Gefühl und diesen Gedanken auch nicht von der Wissenschaft nehmen

  • Zitat

    Ich habe gerade heut morgen gedacht, schöner kann ein Tag nicht anfangen.
    meine beiden dürfen morgens zum Wecken ins Bett. Beide legen sich dann noch einen Augenblick ganz dicht bei mir hin. Heut morgen hatte ich Charly so im Arm, sein Kopf bei mir angelehnt,der Kleine lag daneben,und fuhr mit der Pfote über Charlys nase. der widerum leckte ihm die Nase.
    Und dann leckten beide gleichzeitig meine Hand.
    Das war ein so schöner Moment, es hatte was mit tiefer Verbundenheit gleich,Zuneigung,Vertrauen.

    Hach ja. :herzen4:

    Tom schüttelt sich demonstrativ vor meinem Bett, gegen 5:15Uhr.
    Tom hüpft auf mein Bett.
    Tom schlabbert mir die Füsse ab.
    Tom hüpft nach oben, landet mit den Krallen in meinem Gesicht.
    Tom sucht mit Rüssel und Zähnen nach meinem Gesicht.
    Tom patscht etliche Male mit den Füssen in mein Gesicht.
    Tom platscht auf meinen Bauch und steht auf, dreht sich dabei.
    Tom nagt mir die Haare sauber.
    Tom lässt sich auf meinem Bauch auf seinen Bauch fallen, aus dem Stand.
    Tom nimmt Spielposition ein und klöfft mich an.
    Ich stehe auf.
    Tom springt an meinen nackten Beinen hoch.
    Tom leckt mir die Knie ab.
    Tom steht mir mit den Pfoten auf meine nackten Füsse.
    Tom niest 10 mal in meine Richtung.
    Ich schliesse die Tür zum Bad.
    Tom schiebt seinen Rüssel unter dem 2mm Spalt der Türe durch und niest und schnorchelt, er wartet.
    Ich öffne die Türe.
    Tom schüttelt sich 10 mal und niest 20 mal.
    Er springt an mir hoch und versucht mich zu küssen.
    Tom gähnt und heult wie ein Wolf dabei.
    Tom wedelt wie ein Bekloppter.

    Tom liebt mich :hurra:

  • Zitat

    :D

    und tucker??

    Oh, das ist aber lieb, dass du an Tuck denkst =)

    Tucker ist anders. Ich glaube, er liebt mich auch, auf seine Art.
    Tucker ist zurückhaltend.
    Er sucht wenig körperliche Nähe.
    Er liegt in der Nacht auch unten auf dem Sofa, nicht neben mir.
    Momentan liegt er oben im Bett meiner Tochter und ist nicht bei uns.
    Tucker mag gerne, wenn man ihn ab und zu streichelt, aber nicht zu lange.
    Tucker liebt es, etwas zu tun mit mir. Agility zum Beispiel.
    Tucker begleitet mich nicht überallhin, wie Tom.
    Ich habe manchmal das Gefühl, dass er sich nur mir zu liebe streicheln lässt.
    Er will während dem Gassi gehen nicht spielen mit mir, sondern schnüffeln und weit vorauslaufen.
    Er ist ein distanzierter Hund mit vielen Ängsten.
    Ich versuche ihn zu verstehen und ihm Sicherheit zu bieten.
    Es bleibt aber immer etwas von dem Gefühl, dass ich nicht richtig an ihn rankomme :/
    Ausser im Agility.
    Ich bin froh, dass Tucker bei uns ist. Er ist ein Hund, den man verstehen muss und ich versuche es zumindest.
    Tucker mag seine Welt, zu der er uns ab und zu Zutritt gewährt, nicht immer.
    Ich liebe ihn.
    Aber ich merke gerade, dass diene Frage gar nicht so einfach zu beantworten ist. :|

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