Mein Hund zickt andere Hunde an...

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    Also dann fange ich mal von vorne an... Ich habe meinen Hund vor ca. einem Jahr übernommen. Sie ist jetzt 7 Jahre alt und ist eine Cairn-Terrier Hündin.


    Mein Problem ist wenn wir spazieren gehen und andere Hunde treffen die dann mit ihr spielen wollen oder an ihr einfach nur schlüffeln wollen, sie die Lefzen hochzieht, anfängt zu knurren, eine Bürste im Nacken kriegt und wenn die Hund sie dann nicht in ruhe lassen bellt sie wie eine fiese ratte los und rennt auf die Hunde zu und versucht sie wegzubeißen.


    Die anderen Hunde tuhen ihr überhaupt nichts und sie zickt immer so rum... bis jetzt hatte sie immer Glück das die meisten Hunde sie dann in ruhe lassen und nicht zurück zicken. Es ist auch egal ob es ein kleiner oder großer Hund ist oder Rüde oder Hündin alles wird angezickt.


    Heute hatte ich aber ein Erlebnis da war ich echt geschockt das mein Hund so fies werden kann... Beim spazieren gehen haben wir einen kleinen Baby Jack-Russel getroffen ( 8 Wochen alt, voll süß!!!) naja und der kleine hat sich voll gefreut ist zu meinem Hund hin wollte schüffeln und spielen und plötzlich wird mein Hund voll böse und will den kleinen beißen. Den haben wir natürlich schnell weggezogen bevor noch was passiert, danach war ich echt geschockt... Ich dachte eigentlich das jeder normale Hundeinstinkt ihm sagt das man nicht auf Welpen losgeht, das es diesen sogenannten "Welpenschutz" gibt. Meine Hündin hatte bei dem Vorbesitzer selbst auch Welpen gehabt und deshalb verstehe ich nicht warum sie dieses kleine Wesen so angeht...


    Was soll ich da nur tun? Wie soll ich mich verhalten und wie kann ich das meinem Hund abgewöhnen?


    Mit einem Hund versteht sie sich sehr gut, das ist der von meiner besten Freundin. Bei dem hat sie von anfang an nicht solche Zicken gemacht. Bei dem freut sie sich richtig und knutscht den ab, da ist sie ein völlig anderer Hund.


    Ansonsten hab ich auch überhaupt keine Probleme mit ihr, sie gehorcht super gut und von allen Menschen hört man immer nur "oh gott ist die süß!" Sie ist echt der liebste Hund der Welt außer wenn sie mit anderen Hunden zusammen trifft.


    Villeicht hat ja irgendwer ein paar Tipps für mich oder kann mir irgendwie anders helfen...

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  • Hallo Karo,


    in meinen Augen sieht das alles recht normal aus. Deine Hündin hat nicht viel Interesse an fremden Hunden und möchte lieber Abstand halten. Das sagt sie den anderen Hunden halt auf hündisch, und die scheinen es ja auch prima zu verstehen. Der Vorfall mit dem Jackibaby ist ebenso normal: "Welpenschutz" gibt es nämlich nicht so, wie die meisten Menschen sich das vorstellen. Welpen haben innerhalb der eigenen Familie bis zum Alter von 4-5 Wochen Narrenfreiheit und werden schon ab 5 Wochen von den erwachsenen Hunden erzogen und bekommen sehr deutliche Grenzen gezeigt.


    Hündinnen halten von fremden Welpen oft rein gar nichts, sie finden sie nicht "süß", das sind nicht ihre Blagen und mit denen wollen nichts zu tun haben. Um sich Welpen vom Hals zu halten, muss man als Hund dann oft sehr klare Worte sprechen - das sieht für Menschen dann hochdramatisch aus, obwohl in der Regel dem Welpen körperlich nichts passiert. Aber wenn deine Hündin eh schon wenig Kontakt zu anderen Hunden haben will, dann halt sie von fremden Welpen fern. Damit tust du allen Beteiligten einen Gefallen.


    Ich hab selbst 2 Hündinnen, die wenig Interesse haben, fremde Hunde kennen zu lernen. Freu dich daran, dass deine Süße mit dem Hund deiner besten Freundin so gut zurecht kommt und Menschen gegenüber freundlich ist und ermögliche es ihr, fremden Hunden aus dem Weg zu gehen. Ich bin der Ansicht, dass nicht jeder Hund jeden andeen nett finden muss, ebenso wie bei Menschen gibt es auch unter Hunden Eigenbrötler.


    Gruß :) Wiebke

  • Hallo,


    diesen Welpenschutz gibt es tatsächlich nur im eigenen Rudel und wie schon von Wiebke beschrieben ist der auch nur zeitlich begrenzt.



    Zickt sie rum wenn sie an der Leine ist oder wenn sie freiläuft?

    Ein Aussie wird immer mit viel Potenzial geboren!
    Nur um dieses richtig anzuwenden
    liegt in deiner Verantwortung! ( von T.K.)


    LG
    Claudia & Sky & Icy

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  • boah, vielen dank wiebke!!!
    endlich steh ich nicht mehr allein mit dieser meinung da und muss mir nicht mehr kommentarlos anhören, meine hündin sei nicht sozialisiert und geht auf welpen los..(was völlig übertrieben ist, sie macht nen schnautzengriff und dreht sich wieder weg.. während der welpe schreit)


    die welpen werden daraufhin geknüngelt und getröstet.. und es werden regelrechte angsthunde draus gemacht.. aber tipps mag ja niemand hören..


    danke nochmal.. lieben gruss doggy

    *traue jedem alles zu*

  • Hi Karo,


    leider hast Du nicht geschrieben ob sich die junge Dame auch im Beisein des anderen Hundes so verhält.


    Es ist durchaus möglich, das die Hündin ein wirkliches Rudeltier ist-unter Umständen sogar ein Alphatier.
    In dem Fall gelten ganz andere soziale Gesetze. Du bist in dem Fall nicht der Rudelchef, eher so eine Art göttliche Instanz. Soll heißen, das Deine Wünsche und Befehle nicht befolgt, sondern interpretiert werden, was sich nicht gegenseitig ausschließt.
    "Rudel" bedeutet aber auch, das sich andere Hunde nicht einfach nähern dürfen. In der Natur nähern sich fremde Hunde auch nur dann, wenn sie zu sofortiger Unterwerfung bereit sind, weil sie Anschluss suchen, oder wenn sie auf einen Beschädigungskampf aus sind. Dieses natürliche Sozialverhalten ist den meisten Hunden leider inzwischen völlig fremd. Vielen Dank an die Züchter.
    Eine einfache Annäherung fremder Hunde gefährdet in den Augen Deiner Hündin die soziale Stabilität ihres Sozialverbandes. Sie hat einfach kein Interesse an der Unruhe, die eine ständige oder immer wieder kehrende Rangordnungsfehde mit sich bringt.


    Zu dem Märchen vom Welpenschutz: Wenn ein Missverhältnis zwischen Recourcen (Territorium, Futter, soziale Ordnung) und der Größe der Gruppe besteht, ist es völlig normal das eine Fehe/eine Hündin, die keinen eigenen Wurf hat, fremde Welpen tötet. Hat sie eigene Welpen, werden die anderen Welpen von den jüngeren männlichen Rudelmitgliedern getötet.


    Wenn sie also ein solches Rudelbewusstsein hat, wirst Du ihr das nicht abtrainieren können. Sie würde bei jedem Versuch ihr Verhalten zu unterdrücken, Deine Fähigkeit als Oberhaupt zu fungieren, in Frage stellen. Da sie aber von Dir abhängig ist, würde sie sich in einem lebenslangem Konflikt befinden, da sie sich einem, aus ihrer Sicht Unterlegenen unterwerfen müsste.


    Mach den Leuten einfach klar, das sie ihren Hunden natürliches Verhalten vermitteln sollen, oder unter sich bleiben.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Danke erstmal für die ganzen Antworten, sie haben mich auf jeden Fall schon mal ein Stück weiter gebracht und ich muss jetzt nicht mehr denken mein Hund hat einen an der Klatsche :o)


    Zu den Fragen...
    Ich hab sie so gut wie immer frei laufen weil sie ja super gut hört und wenn uns ein anderer Hund begegnet und freuend auf sie zuläuft, versucht sie erstmal wegzulaufen mit anglegten Ohren und eingeklemmter Rute und wenn das nicht klappt bleibt sie stehen und wird giftig.


    Wenn wir mit dem anderen Hund (der von meiner Freundin) unterwegs sind hält sie sich meistens im hintergrund und der große von meiner Freundin macht dann eher stress wenn die fremden Hunde zu meinem Hund wollen.


    Muss ich wohl mit leben das mein Hund nicht so offen auf andere zugeht und lieber ihre ruhe haben will.
    Manchmal hab ich auch das Gefühl das sie vor großen Hunden Angst hat wenn die zu hecktisch sind, sie ist sehr sensibel das merkt man schon wenn man sie mal wegen irgendwas ein bißchen anschreit.
    Ich hab das mal erlebt mit ihr (das ist schon ein bißchen länger her) da waren wir ausreiten und plötzlich kam ein junger Neufundländer zu ihr hingerasst. Der hat sich so gefreut und wollte mit ihr spielen, aber mein Hund hat wie am spieß geschriehen und ist um ihr leben gerannt. Die Besitzerin von den Neufundländer hat sich auch voll erschrocken und hat gedacht das er gebissen hat oder so, aber der hat sie ja nicht mal berührt und hat nur panisch geguckt als meine Hündin schreiend weglief...


    Tja mit der erlebt man schon sachen, ich weiß natürlich auch nicht so genau was sie so alles bei Ihrem Vorbesitzer erlebt hat. Ich hab von anfang an gemerkt das sie ein problem mit Männern hatte ( das ich zum glück soweit auch ganz gut in den Griff bekommen hab, sie liebt meinen Freund und meinen Vater jetzt über alles).
    Ich denke sie ist einfach ein totales sensibelchen und sie ist sehr bezogen auf mich, wenn Frauchen geht dann geht sie auch...

  • Hallo Karo,


    willkommen im Klub. Dachte auch immer, ich hab einen bescheuerten Hund, weil sie aufdringliche Hunde verwarnt und Junghunde zurecht weist. Aber ich wurde eines anderen belehrt. Mein Hund und ich sind ein gutes Team. Sie spielt sehr selten mit anderen Hunden, sie sucht sich ihre Kumpels aus. Sie hat auch schon Junghunde total "platt" gemacht, und sind gerade deswegen jetzt die tollsten Freunde. Sie zeigt den anderen Hunden sehr deutlich, was sie zuläßt und wo Schluß ist. Und wenn das die anderen Hunde nicht kapieren, ist das deren Problem. Gebissen hat sie nie, aber dieses Zähne klappern ist zum Fürchten! :wink:
    Na, irgendwann hab ich Videos über Hundesprache gesehen und das Buch "Calming signals" gelesen. Davon war ich total fasziniert. Ich habe nämlich einen ganz normalen Hund, der sehr hündisch spricht und leider nicht mehr oft richtig verstanden wird. Schon gar nicht von sensiblen Hundeführern. Seitdem hat sich unsere ganze Welt verändert.


    Welpenschutz bei fremden Welpen gibt es übrigens nicht. Die älteren Hunde zeigen den Welpen oft sogar recht rüde, wo es lang geht. Wir Menschen erschrecken da immer so arg. Gehört aber dazu.

  • Hallo zusammen,


    oh, danke für euer Feedback auf meine Antwort. Ich hatte schon damit gerechnet, dass ich jetzt zur Buhfrau werde... Ich kenne die Kommentare anderer Hundebesitzer nur zu gut, wenn ich lieber einen Bogen laufe und zügig weitergehe, statt die Hunde "sich nur mal begrüßen zu lassen" :runterdrueck:


    Gruß :) Wiebke

  • Meine Huendin ist auch eine von der Sorte. Sie ist 11 Jahre alt eine Australian cattle dog mix Huendin. Die ersten 2 jahre war sie ein reiner Garten Hund. Ich habe sie mit 2 Jahren uebernommen. Sie ist lieb mit fremden Hunden bellt aber oft weil sie unsicher ist und wenn sie merkt das da ein Hund kleiner und aengstlich ist versucht sie ihn zu moppen das heisst sie laeuft hinter ihm her und faengt an ihn zu hueten und der andere Hund wird immer nervoeser, da ist sie wirklich ein kleiner A...h mit Ohren. Hunde wo sie weiss da koennt sie einen drauf bekommen da macht sie von selber einen grossen Bogen drum.
    Sie war aber auch wieder super mit unserem Golden Retriever wie er mit 8 wochen zu uns kam. Der hat schnell gelernt wo es lang geht. Sie hat ihm auch einen drauf gegeben wenn er es noetig hatte von Ihr. ZsaZsa hat die welpenzaehne jedenfalls nicht zu spueren bekommen. Sie hat auch den ersten Monat nicht mit ihm gespielt. Wenn er lieb war durfte er sich bei ihr ankuscheln und haben zusammen geschlafen aber das wars auch. Jetzt spielen die beiden sehr viel miteinander. Achja, ZsaZsa spielt auch nicht mit jedem Hund der daher laeuft. Sie hat Bogart unseren Golden und dann noch einen Labbi freund und das wars. ZsaZsa muss immer sicher sein das aus dem spiel kein ernst wird das ist ihr ding.
    Elke, ZsaZsa and Bogart

  • Zitat von "Karo123"

    wenn uns ein anderer Hund begegnet und freuend auf sie zuläuft, versucht sie erstmal wegzulaufen mit anglegten Ohren und eingeklemmter Rute und wenn das nicht klappt bleibt sie stehen und wird giftig.


    Hallo Karo,


    dieser Satz ist der aussagekräftigste und erklärt das Verhalten Deiner Hündin. Sie ist iin manchen Situation Hunden gegenüber Aggressiv, aber es gibt verschiedene Formen der Aggression. Hier handelt es sich um eine offensive Angstaggression die nichts mit Dominanz zu zun hat, oder mit Alphatier-Stellung.
    Du schreibst sie läuft erst weg und wenn sie in die Ecke gedrängt wird geht sie nach vorne.


    Sie ist absolut unsicher. Sind Hunde unsicher bzw. in einem Konflikt können sie auf 4 Weisen reagieren. Dies sind die vier Fs:


    1. Freeze: der Hund erstarrt. Hat man oft bei kleinen Kindern, wenn der Mensch denkt "och, der hält aber schön still"


    2. Fiddle about: der Hund geht aus der Annäherung in eine Spielaufforderung. Hat aber nichts mit Spiel zu tun, ist nur eine Konfliktvermeidung


    3. Flight: Hund ergreift die Fluch


    4. Fight: Hund geht nach vorne


    Deine Hündin hat gelernt, dass sie in einer Konfliktsituation Erfolg hat wenn sie die Flucht nach vorne antritt. Du hast aber Glück, dass sie wenn sie frei ist noch das Flight wählt. Sie geht dem Konflikt aus dem weg. Da das an der Leine nicht geht, greift sie an. Wie z. B. den Welpen.


    Diese Angriffe sind aber nur Scheinangriffe, bei denen sie wahrscheinlich alle Anzeichen von Unsicherheit zeigt (zurückgelegt Ohren, eingeklemmte Rute, zurückgezogene Lefzen). Es ist nun Dein Job als Rudelchef zu vermeiden, dass sie in solche Konflikte gerät. D. h. wenn sie bedrängt wird von anderen Hunden, dann hälst Du den anderen Hund von ihr fern. Bitte andere Hundebesitzer ihre Hunde bei sich zu behalten und lass sie in ihrer Geschwindigkeit Kontakt mit anderen Hunden aufnehmen.


    Es ist nicht normal, dass ein Hund freundlich zu allen Hunden ist. Es bedeutet für solch einen Hund stress ständig mit anderen Hunden konfrontiert zu werden.


    Du schreibst, dass sie auch Angst vor Männern hat. Hat sie auch schon einmal einen Menschen so attackiert, der sie bedrängt hat?


    Es bringt auch nichts, wenn Du sie für ihr Verhalten strafst. Sie wird dadurch nur noch unsicherer. Trainiere ihr ein anderes Verhalten an (z. B. Freeze, dass sie neben Dir sitzen bleibt und Du sie vor den anderen Hunden "beschützt") und bedenke immer, dass die arme Maus nicht böse ist.
    Ausserdem ist sie sehr klein. Überlege mal wie sie sich fühlen muss, wenn ein 50cm höherer Hund auf sie zustürmt - wie würdest Du Dich fühlen?


    So, wieder mal eine ziemlich lange Ausführung

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