Das Lernverhalten des Welpen
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Bengdi -
30. August 2008 um 19:24
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Hallo!
Frischgebackene Welpen-Mama
und schon Fragen....Wir haben seit Mittwoch einen 8 Wochen alten Welpen. Mein erster Hund war 11 Wochen als wir ihn bekommen haben, daher bin ich etwas unsicher was noch jüngere Hunde angeht.
Ich versuche mal zu erklären, was mich im Moment beschäftigt.
Auslöser war die 1. Welpenstunde heute. Neben spielen haben die beiden Trainer viel erklärt, fand ich schonmal gut, und wir haben einige Dinge mit den Welpen geübt. Die Trainerin fragte uns, ob unser Emil schon Sitz und Platz kennt und kann. Ich habe darauf gelacht und gesagt wir haben ihn erst seit 3 Tagen und er kann noch garnix. Da meinte sie, das müssten wir jetzt aber anfangen zu üben und hat uns eben das bekannte "Leckerli hier halten dann macht der Hund so und dann kriegt er das Leckerli + Lob".
Nur ist es so, dass unser Welpe sich überhaupt nicht auf etwas konzentrieren kann. Hält man ihn ein Leckerli hin und sieht er dann zB ein Spielzeug bloß rumliegen, ist er schon wieder weg. Das "Aufmerksamkeitsfenster" besträgt ungefähr eine gefühlte Millisekunde. Ich finde das nicht schlimm und habe mir bis gerade auch nicht so Gedanken gemacht, sondern bin davon ausgegangen dass er einfach als Hundebaby garnicht anders kann und es nichts bringt irgendwas mit ihm zu "Üben" wo er garnicht weiß was wir wollen und er auch nicht reagiert weil er eben sofort abgelenkt ist von jedem Piep. Er ist eben entweder aufgedreht und spielt oder schläft und kuschelt.
In der Stunde sollten wir die Welpen auch rufen wenn wieder geübt werden sollt. Natürlich hat das bei den anderen nur geklappt, wenn der HH ein paar Meter wegsaß und den Welpen doll gelockt hat. Aber bei den meisten hat es dann geklappt wenn man eben einen Moment gefunden hat, bei dem der betreffende Welpe gerade Pause gemacht hat und den Besitzer angeschaut hat. Unser Welpe ist einfach nur über den Platz gewuselt und hat sich über jeden gefreut den es gab. Auf seinen Namen hat er überhaupt nicht reagiert. Ich habe auch nichts anderes erwartet, er war ja total aufgeregt. Aber die Trainerin meinte, als alle ihre Hunde schon bei sich hatten und wir noch etwas verloren da standen und geschaut haben ob Emil nicht mal in unsere Richtung guckt, wir hätten schon einen ziemlich kernigen Lütten. What ever das bedeuten soll.
Ich bin jetzt etwas verwirrt weil ich den Eindruck vermittelt bekommen habe (von einer Trainerin die von ihren ganzen Erklärungen sonst zu Welpenverhalten echt super war, auch von Nackengriff etc abgeraten hat und auch gut ins Welpenspiel eingegriffen hat wenn nötig) dass ich zu lasch mit unserem Welpen umgehe und ihn null erziehe. So fühle ich mich jedenfalls jetzt.
Ich bin ja jetzt kein blutiger Anfänger mehr und möchte meinem Hund Zeit lassen, die er braucht. Und ich habe eben einfach das Gefühl, dass es überhaupt nichts bringt mit ihm jetzt irgendwas zu üben, weil er einfach noch nicht konzentrationsfähig ist und noch garnicht die Verbindung zwischen uns da ist, die fürs echte "Lernen", also das "Ich zeige dir jetzt was du machen sollst und geben ein Zeichen und lobe dich, also weißt du nach ein zwei mal was ich von dir will", dieses Verbindung zwischen Kommando und Verhalten noch garnicht herstellen kann. Mh.
Wir haben bisher immer ein "Hier" gerufen, wenn er sowieso schon auf dem Sprung zu uns war auf dem Spaziergang, ein "Sitz" wenn er sich hinsetzt und uns kurz anschaut, ein "Komm" wenns weitergehen soll, ein "Nein" wenn er etwas lassen soll. Wir machen "Tauschgeschäfte" inkl. Kommando "Aus" mit ihm wenn er was hat was er hergeben soll. Aber es ist eher ein Reagieren von uns auf ein von ihm ( mit hoher Wahrscheinlichkeit ) gezeigtem Verhalten.
Ansonsten gucken wir eben eigentlich nur, dass wir ihn vielen verschiedenen Situationen aussetzen damit er viel positives erlebt, viel mit ihm zu unternehmen und wir versuchen viele gut sozialiserte Hunde zu treffen, viel mit ihm zu spielen und ihm zu zeigen sich auch mal mit sich selber zu beschäftigen.
Richtig üben tun wir also nicht.Bei meinem anderen Hund war das irgendwie anders. Er hat wahnsinnig schnell gelernt und sich viel an uns orientiert, also uns angeschaut und sich recht lang konzentrieren. Man konnte ihn sehr gut locken und motivieren. Es war immer so ein "Was willst du von mir, los, sag schon, ich mach das". So ist Emil nicht, aber er ist ja auch 4 Wochen jünger. Und eine andere Rasse, die nach Aussage der Züchter zu den Spätentwicklern zählt.
Bis jetzt habe ich mir wie gesagt über diesen Unterschied zwischen Ben und Emil überhaupt keine Gedanken gemacht, aber nach dieser Stunde eben schon.Mache ich etwas falsch? Sollte ich bewusster üben? Ist es falsch gedacht ihm Zeit zu lassen und verbaue ich mir dadurch was weil er es evt später schlechter lernt?
Verwirrte Grüße, Julia
- Vor einem Moment
- Neu
Hi,
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Die Trainerin hat schlichtweg vergessen, dass euer Kleiner erst seit DREI Tagen bei euch ist.
Der Kleine ist mit dem Wechsel von der Mama und seinen Geschwistern zu euch noch ausreichend beschäftigt und kann in diesen wenigen Tagen noch keine rechte Bindung zu euch aufgebaut haben. Deshalb ist es vernünftig, erst nach 1-2 Wochen zur ersten Welpenstunde zu gehen.
Dein Bauchgefühl hat dir eigentlich schon das Richtige gesagt. Euer Hund war in dieser Situation überfordert, da wirklich alles noch für ihn neu ist - auch ihr.Ich würde mit dem Üben so weitermachen, wie ihr es bisher gehalten habt. Das klingt doch alles sehr vernünftig!
Was die "Lerngeschwindigkeit" von Welpen angeht: Auch die ist individuell - wie bei uns Menschen auch. Der eine lernt schneller und leichter, beim anderen braucht es ein wenig, bis sich die Dinge gesetzt haben.
Ihr macht das schon! Behaltet schlicht die Ruhe und lasst euch nicht von irgendjemand - und sei es eine Trainerin - antreiben. Das bringt nichts und tut weder dem Hund noch euch gut.
Alles Gute und viel Freude mit dem Kerlchen!
LG
cazcarra -
Schließe micht an: lasst euch Zeit!
ZitatIch bin ja jetzt kein blutiger Anfänger mehr und möchte meinem Hund Zeit lassen, die er braucht. Und ich habe eben einfach das Gefühl, dass es überhaupt nichts bringt mit ihm jetzt irgendwas zu üben, weil er einfach noch nicht
Höre auf dein Gefühl. Nur das zählt. Ihr macht es genau richtig. Zeigt ihm seine Umwelt (in kleinen Schritten und seinem Tempo), lobt seine Aktionen die gewünschtes Verhalten zeigen (wie ein zufälliges Sitz z.B.). Macht also weiter so.Der Trainerin hört ihr einfach zu und filtert das Passende für euch heraus. Im Spiel erlernt Hundi die Grundkommandos noch früh genug und den Alltag lernt er mit euch zusammen.
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Hi,
ich kann mich cazcarras Meinung nur anschliessen, dass ihr ruhigen Gewissens einfach so weiter machen könnt wie bisher. Der Kleine muss sich doch erstmal eingewöhnen, es kommt soviel Neues auf ihn zu, er muss ne Bindung zu euch und seinem neuen Zuhause aufbauen. Da find ich es auch eher unwahrscheinlich, dass man da schon einem so kleinen Welpen sofort alle wichtigen Grundkommandos im Null Komma Nix vermitteln kann. Vorallem weil er sich, wie du schon sagtest, noch gar nicht konzentrieren kann.
Wir haben es mit Napoleon gehalten wie ihr und erst so nach 2-3 Wochen wirklich angefangen mal mit Leckerchen vor der Schnauze SITZ und PLATZ zu üben. Ging selbst da nicht 100 % da die Konzentration eben zu wünschen übrig lies. Allerdings konnte er dann bei der ersten Welpenstunde die allerdings erst 5 Wochen nach dem Einzug stattfand schon ein passables SITZ ( mal mehr mal weniger genau ) und vorallem ist die Bindung dann schon soweit da gewesen, dass er oft auf Abruf kommt.
Wird bei euch sicher genauso sein, wenn ihr einfach Ruhe bewahrt und ihn und euch nicht unter Druck setzt bzw setzen lasst.
So wie euch ging´s heute aber in der Welpenschule einem Ehepaar mit Kind mit ihrem wirklich winzigen Malteserwelpen. Der Kleine ist jetzt seit 2 Tagen bei den Leuten und saß auf der Wiese wie Falschgeld, kam auf den kurzen Beinen kaum vorwärts udn hatte bereits nach 5 min die Schnauze im wahrsten Sinne tooootal voll. Und die Besitzer waren auch noch wirklich enttäuscht, dass dieser winzige Wurm nicht auf Abruf kam ( ja wie auch, wenn er nicht weiss wo er hingehört und wie er heisst ) und dass er nicht SITZ konnte wie die anderen und nicht spielen wollte.
Fand die Leute aber auch´n bissi seltsam, weil die als Leckerchen einen Büffelhautkauknochen dabei hatten. Da hat der Trainer aber gesagt, dass das ja mal totaler Quatsch ist udn sie lieber was kleines Weiches mitnehmen sollen, was Welpe gleich schlucken kann. Und dann wollten die den Hund bis zum Auto nicht mal tragen, obwohl er sp platt war: O-Ton: "Wenn wir ihn jetzt tragen und nachgeben, dann merkt er sich dass und will dauernd getragen werden." Und auf meinen Hinweis, dass Welpen noch gar nich so lang laufen sollen und können schaute mich die Dame nur irgendwie so :irre: an. Aber gut ... issn anderes Thema ...
Ihr macht das schon richtig so wie gesagt, lasst dem Süßen Zeit und bewahrt Ruhe. Dann wird das Alles sicher in kürzester Zeit gut laufen.
Lieben Gruß
Carina
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Hui, ein Springer Spaniel - hatte ich vor Kurzem auch in meiner Welpengruppe. War auch vom ersten Tag an selbstbewusst und hatte keine Probleme damit meinen großen Platz bis in den hintersten Winkel zu erkunden. Ich mag ja so selbstbewusste Welpen

Dein Empfinden finde ich gut und ich denke, Du machst das ganz gut.
Ich möchte Dir mal die Perspektive eines Trainers rüberbringen: Man hat da jemanden vor sich stehen, der gekommen ist um was zu lernen. Oftmals würde ich den Leuten gerne sagen, dass sie am besten außer da sein gar nichts mit ihrem Hund üben. Aber es kann auch gut passieren, dass die sich trotz Erklärungen warum und wieso zurückgestellt fühlen. In meiner Welpengruppe üben wir im Grunde immer ein Kommando. "Platz" kommt in der Welpengruppe eigentlich noch gar nicht vor...

Was ich mit all dem sagen will - man hat nicht nur den Welpen vor sich, den man einschätzen muss, man muss auch noch den Menschen am anderen Ende der leine einschätzen und mit einbeziehen. Ist nicht immer so einfach...
Viele Grüße
Corinna -
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Ich würde bei einem so kleine Welpen auch noch keine richtigen Übungen in dem Sinne von "Leckerchen hier hin halten und Hund macht dann das" machen. Nimm lieber das Lieblingsspielzeug und spiele mit dem Knirps und nimm es dann anstelle des Leckerchen in die Position und wenn der Welpenpo auf dem Boden landet, schnell Sitz sagen und weiter spielen. Mit der Zeit kannst du dann die Sitzzeit verlängern und dann auch schon mal probieren, ob das Wort schon mit der Bewegung verknüpft wurde.
Ich habe die Erfahrung gemacht, das man so mit kleinen Welpen das besser hin bekommt.
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Kann mich cazcarra nur anschliessen!
Wie soll sich der Kleine auf diesem spannenden Hundeplatz auf Sitz! konzentrieren können? Ihr könnt das in einer ruhigen Minute daheim machen, aber das eilt nicht, und Platz muss so ein Knirps noch gar nicht können.
Am wichtigsten ist erst mal (und noch lange
) das Hier! Da fangt ihr schon richtig an: rufen, wenn er sowieso herkommt und toll loben. Daneben sind die Hausregeln wichtig, daran sollte man sofort gehen. Also Kommunikation, was darf er und was nicht. Das reicht erst mal, Kommandos kann man immer noch beibringen.ZitatBei meinem anderen Hund war das irgendwie anders. Er hat wahnsinnig schnell gelernt und sich viel an uns orientiert, also uns angeschaut und sich recht lang konzentrieren. Man konnte ihn sehr gut locken und motivieren. Es war immer so ein "Was willst du von mir, los, sag schon, ich mach das". So ist Emil nicht, aber er ist ja auch 4 Wochen jünger. Und eine andere Rasse, die nach Aussage der Züchter zu den Spätentwicklern zählt.
Bis jetzt habe ich mir wie gesagt über diesen Unterschied zwischen Ben und Emil überhaupt keine Gedanken gemacht, aber nach dieser Stunde eben schon.Ich weiss ja nicht, welche Rasse dein anderer Hund war, aber ein Welsh Springer wird dir nicht jeden Wunsch von den Augen ablesen, bzw wenn er es tut, wird er mit dir darüber diskutieren!
Und bei aller Anhänglichkeit wirst du draussen nicht automatisch der Mittelpunkt seiner Welt sein. Die Umwelt ist mega spannend, da sind 1000 Ablenkungen, denen gerade ein Welshie sooo leicht erliegt! 
Lass dich nicht unter Druck setzen, wenn es in der Welpenstunde weniger gut klappt als bei andern Welpis. Du machst das schon richtig, sei konsequent, dann wird das schon.
Ach ja, wo sind die Bilder????

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Danke euch für eure Antworten!
Ich war einfach ein bisschen irritiert von der Trainerin... Und es ist eben mein 1. so junger Welpe. Aber gut, ich werde dann einfach so weitermachen. Ich habe keine Lust mich zu hetzen.
naijra: Bilder gibts bald, zu den X-Schlafbildern müssen erstmal ein paar andere in Action dazukommen...Sonst kriegt man noch einen ganz falschen Eindruck von dem Zwerg
Mein anderer Hund ist ein Labrador. Die Unterschiede zwischen den beiden merkt man allerdings schon in diesem Alter wirklich sehr. Allein schon wie Emil die Welt erkundet und mit seiner Nase alles erforschen muss...flying-paws: Ich glaube auch nicht dass die Trainerin mich verwirren wollte. Ist eben schwierig sich mal eben so auf dem Hundeplatz mit Wusel-Welpen direkt verständigen zu können. Das wird schon noch werden...
@cazarra: Wir wollten einfach schon eher mit ihm zur Welpenstunde gehen, da wir bis jetzt fast ausschließlich erwachsene und nicht gerade gut soaziliserte Hunde getroffen haben. Die Bindung ist noch nicht so da, das stimmt, aber in meinen Augen ist das nicht so das Hindernis für den Besuch einer Welpenstunde. Unser Welpe ist recht forsch und wir sind daher davon ausgegangen dass ihn die Situation da auf dem Platz nicht überfordert. War auch so, er ist überall herumgelaufen und musste erstmal gucken ob auch tatsächlich alles eingezäunt ist und ob man auch durch die Röhre hindurchpasst...
Danke nochmal

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Hallo,
wie süss, meine Maxi ist auch am 02.07.08 geboren und ich habe sie ebenfalls seit Mittwoch bei mir.
Ich habe mich erst durch Ihre sehr offene Art fast dazu verleiten lassen am Freitag schon in die Welpenstunde zu gehen, dann aber doch beschlossen sie erst mal richtig hier ankommen zu lassen.
Was hätte sie da auch gesollt, nach spätestens 10 Min. Power schläft sie ein. Am Freitag werde ich wohl hingehen, obwohl ich fast immer noch keinen Sinn drin sehe. Eine Stunde kann so ein Welpe doch noch gar nicht schaffen und soll er doch eigentlich auch gar nicht, oder?
Deine Trainerin hätte Dir wirklich besser zuhören sollen, mit 8 Wochen und gerade mal 3 Tagen zu Hause, das kann der Kleine doch noch gar nicht.
Ich bin wirklich mal auf Freitag gespannt, scheue mich aber auch nicht davor Maxi die nötige Auszeit zu geben wenn es Ihr zu viel wird.
Grüße
Melanie -
Hi Melanie!
Das ist die richtige Einstellung! Wenns nicht geht, gehts nicht - und eine Stunde ist ohne lange Pausen für die Kleinen eh zu lang.
Viel Spaß und alles Gute!
cazcarra - Vor einem Moment
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