Unser Problemhund 2

  • Zitat

    Fakt ist, ein Hund, der keine Führung bekommt, kein Feed back, daß er sich "anlehnen" kann, keine klare Regeln und keine Konsequenz in seinem Leben, der wird zum Problem - nicht jeder !

    Entweder wird er unsicher, ängstlich und zieht sich zurück, oder er versucht die Sache selber in die Hand zu nehmen. Bin ich nicht konsequent und lasse bei meinem Hund einiges durchgehen, dann wird er testen, wie weit er gehen darf.

    Ob er sich hintenrum einschleimt, oder mit einem dezenten Knurren sein Recht einfordert, das Prinzip ist das gleiche, nur zweiteres fällt dem Menschen auf und könnte unangenehm werden.

    Zu ändern wäre in diesem Fall das Verhalten dem Hund gegenüber. Eine klare Führung, Regeln, Eindeutigkeit, ein zugewiesener Platz ... dazu gehört für mich nicht, dem Hund mit Futter zu "erpressen", da gibts bei Weitem probatere Mittel ...

    :2thumbs:

  • Einfach mal was zu eurer geplanten Jagdausbildung: Wozu, wenn der Hund dann nicht jagdlich geführt wird? Bildet ihn doch lieber so aus, dass das Beigebrachte auch regelmäßig (!!!) genutzt werden kann (Apport, Fährte, Schleppe, Mantrailing, Zielobjektsuche..).
    Ansonsten ist ja schon das Wichtigste gesagt worden, eine erneute Rückmeldung wäre natürlich wünschenswert.

  • @ Staffy

    dass ich mir in meinem Posting selber widerspreche kann ich absolut nicht erkennen.

    Fakt ist doch, dass Unkas im Moment durch sein Verhalten all das erreicht, was ER für sich erhofft. Er hat gelernt, wenn er knurrt oder schnappt, dass Frauchen/Herrchen ihn in Ruhe lassen, da sie keine Löcher in Händen haben wollen.

    Ist Unkas in der Vergangenheit tatsächlich in der Erziehung vernachlässigt worden bzw. ist nicht mit der nötigen Konsequenz gearbeitet worden, dann merkt der Hund das natürlich und es stimmt, dass er dann natürlich auch versucht herauszufinden, wie weit er gehen kann/darf.

    Das Problem dabei ist aber, und da bleibe ich bei, dass der Hund mit seinen sich selbst auferlegten Aufgaben hoffnungslos überfordert ist. Ihm gerät die Situation ausser Kontrolle und nun äussert er dies mit Knurren und Schnappen nach seinen eigenen Leuten.

    Die Besitzer müssen ganz dringend daran arbeiten, dass die Beziehung Mensch-Hund und umgekehrt wieder gekittet wird. Futter ist hier ein wunderbares Mittel und kann ganz gezielt eingesetzt werden OHNE den Hund körperlich massregeln zu müssen.

    Unser Momo hat uns anfänglich auch bloss als "Dosenöffner" angesehen - mehr nicht. Erst die konsequente Handfütterung hat dazu geführt, dass er begriffen hat: "halte ich mich bei meinem Menschen auf geht es mir gut!"

    Inzwischen kommt und bleibt er freiwillig und gerne bei uns. Ich finde, Futter als "Druckmittel" einzusetzen ist keine Greuel für den Hund.

    Natürlich ist es das nicht alleine, aber zumindest schonmal ein wichtiger Hebel.

    Lg
    Volker

  • Hallo Zusammen!

    ich konnte nicht schreiben, weil ich viel zu tu hatte. Es ging mal nicht um unkas :roll:
    Ich habe mir alle Antworten mal durchgelesen und danke besonders Windi, weil mir deine Argumente und Tipps bestimmt helfen. Wollte Unkas nicht direkt aus der Hand füttern, aber er muss immer ein Kunststück machen, bevor ich ihm sein Essen gebe. ich weiß, dass die Vorbesitzer einfach ihm das Essen immer stehen haben lassen. Wenn der Napf leer war, füllte sie ihn einfach wieder auf, Unkas konnte immer fressen, wann er wollte.
    Wegen der Kastration ja, wir treffen sehr viele Hunde und Unkas ist immer drauf und dran auf sich auf die Weibchen zu stürzen, egal ob sie heiß sind oder nicht, er könnte immer :ops:. Auch fahren wir oft nach Hause zu meinen Eltern, die auch eine alte Hundedame haben, die nicht kastriert ist. Auch hat unser Arzt dazu geraten und auch die Trainerin, die kennen Unkas ja auch schon ganz gut und ich vertrau auf deren Meinung.
    Bis jetzt war Unkas auch wieder lieb, verhält sich wie ein normaler Hund. Mal sehen, wie lange das anhält. Wie gesagt haben wir ja jetzt noch bis Oktober Semesterferien und da haben wir genügend Zeit seine Macken auszutreiben.

  • Zitat


    Gestern Abend wollte Unkas mich wieder beißen. Er darf normalerweise nicht auf das Bett, aber ich machte eine Ausnahme, weil er so süß schaute. Er legte seinen Kopf auf meine Beine und streckte immer wieder seine Pfote mir entgegen, weil er gestreichelt werden wollte.

    Dieses Verhalten ist vermutlich von seiner Seite aus keine "Liebesbekundung" gewesen, sondern der Test, ob er Deine Individualdistanz uneingeschränkt unterschreiten darf. Du hast ihn dafür noch ausgiebig gelobt, so hat er sich noch einen Schritt weiter überlegt...

    Zitat

    Plötzlich, ohne dass ich irgendwas anderes als vorher machte, fing er an seine Zähne zu fletschen und wollte mich beißen. Ich ging in eine Ecke des Bettes und stand auf, sagte ihm er soll sofort auf seinen Platz, er versuchte nochmal auf mich los zu kommen und zu beißen, mein freund kam schnell gerannt und wir beide wiesen Unkas zurecht und schickten ihn wieder auf seinen Platz. Unkas knurrte uns richtig an, aber wedelte mit seinem Schwanz.

    Vermutlich wedelte er mit der Rute, weil er völlig konfus war. Zunächst räumst Du ihm jede Menge ein und plötzlich schlägt es um in die ganz andere Richtung. Das kann er nicht verstehen.

    Zitat


    Ich habe richtig Angst vor unserem Hund. Er ist unberechenbar.

    Das müsstest Du rumdrehen. Euer Hund hält Dich für unberechenbar, denn das bist Du für ihn in solchen Situationen.

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    Er konnte ganz toll allein bleiben, jetzt nicht mehr. Er verstand sich mit allen Hunden, jetzt nicht mehr. Er ist wirklich unmöglich.............

    Hunde, die nicht allein bleiben können, haben oft ein Problem damit generell die Distanz zu ihrem Besitzer zu wahren. Ich vermute, bei Euch geht es stark in die Richtung.

    Bevor ich einem Hund beibringe zu mir zu kommen, muss er ersteinmal lernen meine Individualdistanz zu wahren und auf mein Signal hin wegzugehen!

    Ich finde es immer sehr interessant, wenn ich Pflegehunde habe. Die verhalten sich bei mir oft total anders als es mir die Besitzer geschildert haben. Weil ich mich anders verhalte.
    Unkas legt offensichtlich viel wert auf körperliche Distanz und Nähe. Und er leitet daraus viel ab. Vielleicht haben die Vorbesitzer (unbewusst) darauf bestanden, dass er Distanz wahrt und hatten diese Probleme deshalb tatsächlich nicht :wink:

    Zitat

    In diesem Forum hat man uns schon gesagt, dass er nun zu viel Aufmerksamkeit bekommt, die er vorher nicht bekam, was wir bestätigen können, aber Hund darf uns doch trotzdem nicht angreifen, egal wie sehr er sich jetzt als Star fühlt.

    Er darf das trotzdem nicht... Mmh, offensichtlich funktioniert es nicht. Jetzt ist die Frage wer in dieser Beziehung derjenige ist, der sein Verhalten ändern sollte, damit das Miteinander sich ändert. Du oder der Hund?

    Übrigens: Die Kastration wird an Deinem Verhalten gegenüber dem Hund gar nichts ändern :wink:

    Zitat

    Auf gar keinen Fall, wir haben genug Zeit, die wir auch gerne investieren, aber ein Kinobesuch ist manchmal schon schwierig, aber wir verzichten gerne.

    Wozu? Damit der liebe Wauz auch noch diesen Teil des Lebens bestimmt?

    Viele Grüße
    Corinna

  • Zitat

    Einfach mal was zu eurer geplanten Jagdausbildung: Wozu, wenn der Hund dann nicht jagdlich geführt wird? Bildet ihn doch lieber so aus, dass das Beigebrachte auch regelmäßig (!!!) genutzt werden kann (Apport, Fährte, Schleppe, Mantrailing, Zielobjektsuche..).
    Ansonsten ist ja schon das Wichtigste gesagt worden, eine erneute Rückmeldung wäre natürlich wünschenswert.

    Danke, genau das wollte ich auch gerade schreiben.....

    ist mir ein Rätsel wozu Unkas eine jagdliche Ausbildung bekommen soll, wenn ihr ihn nicht jagdlich führen wollt. Damit tut ihr ihm UND euch keinen Gefallen.....lasst da mal lieber die Finger von, ich denke Probleme habt ihr schon genug. Da braucht ihr nicht noch einen KlM, der das was er gelernt hat, gerne auch anwenden würde... ;)

  • Volker
    Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ein Hund, dreist, slbstbewußt und bestimmend nach vorme geht, droht und schnappt - um sein Ziel zu erreichen ...
    Oder, ob er aus Unsicherheit, weil er nicht weiß, was man von ihm will, er in einer Sackgasse steckt, keine eindeutigen Regeln hat nach vorne geht - um irgendwie aus der Situation zu kommen ...

    Je nachdem wäre die Vorgehensweise gänzlich unterschiedlich !! Bei einen dreisten, unverschämten Hund, da reagiere ich ganz anders, der bekommt ganz klar seinen Platz zugewiesen.
    Der unsichere Hund, der bekommt auch Regeln, eine klare Führung, etc., aber mit dem würde ich ganz anders arbeiten.

    Ich würd das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wenn der Hund bereits nach so kurzer Zeit so heftig reagiert, dann gilt es dringend was zu ändern. Ihr müßt euch ändern, Regeln aufstellen, euch einig sein und diese einhalten. In allen Situationen ruhig und bestimmt auftreten, auch die Reaktionen draussen, die deuten darauf hin, daß der Hund euch nicht ernst nimmt und sich auch in keinster Weise an euch orientiert ...

    Da müßte eure Trainerin mit euch arbeiten, an eurem konsequenten Verhalten und daran, daß ihr euren Hund zu lesen und einzuschätzen lernt.

    Ich wiederhole mich zur Kastration gerne ... ändern wird sie an eurem Problem nix, im Gegenteil, das kann ganz extrem nach hinten los gehen !!

    Gruß, staffy

  • @ flying-paws
    "Zitat:Unkas legt offensichtlich viel wert auf körperliche Distanz und Nähe. Und er leitet daraus viel ab. Vielleicht haben die Vorbesitzer (unbewusst) darauf bestanden, dass er Distanz wahrt und hatten diese Probleme deshalb tatsächlich nicht"

    Damit könntest Du richtig liegen: er durfte laut Unkas dort nicht in die Wohnung....

    Zur Kastration: möchte mich hier eigentlich nicht in die immer hochemotionale Debatte einfügen.... aber Ihr habt Unkas doch noch nicht so lange - könnte man nicht erst versuchen, an seinem unerwünschten Verhalten (anscheinend permanentes Aufreiten bei allen Hündinnen) zu arbeiten? Gehorcht er denn ansonsten im Freilauf?

  • Hallöchen!

    Also, zur Kastration noch mal, Unkas ist bei allen Weibchen immer drauf und dran sie zu besteigen, selbst vor Rüden schreckt er nicht zurück und das ist der Grund warum wir ihn kastrieren lassen und nicht wegen seines Verhaltens, was natürlich ein schöner Nebeneffekt wäre, wenn Unkas dadurch ruhiger würde. Wir haben uns ausgiebig mit Trainerin und Ärzten unterhalten und ihn durchchecken lassen und alle sind der Meinung, dass eine Kastration das Beste wäre. Wir hoffen stark, dass wir dadurch nicht noch mehr Schwierigkeiten bekommen, aber das müssen wir in Kauf nehmen, denn Unkas besitzt so viel Trieb, dass man das nicht einfach abgewöhnen kann.
    Ich hoffe ihr versteht das!!!!!! =)

  • Das Besteigen und juckeln ist nicht unbedingt ein Zeichen von "Hypersexualität". Mein alter Rüde z.B. macht das vermehrt, wenn er gestresst ist. Das Problem ist nicht sein Sexualtrieb, sondern immer in einem anderen Bereich zu suchen.

    Aus dem, was man hier lesen kann, könnte man ableiten, dass Dein Unkas aufgrund aller Unklarheiten im Alltag ziemlichen Stress hat. Insofern wäre das Juckeln für mich ersteinmal schlicht ein Symptom. Symptome verlagern sich. Das eine ist für den Mensch nerviger als das andere. Und danch entscheiden die meisten Besitzer auch, ob ein Hund therapiebedürftig ist.

    Ein Beispiel: Ich habe eine Hündin im Training, die bellt bei Überforderung, Stress usw... und das war sie im ersten Jahr eigentlich fast ständig. Es war einfach nur ätzend und nervig für alle beteiligten. Irgendwann entdeckte sie eine ganz ähnliche Handlung für diesen Stress, wenn es möglich war: Gras rupfen.

    Für den Hund sind beide Verhaltensweisen fast identisch und zeigen die Überforderung. Aber für uns Menschen war das Gras fressen erheblich leichter erträglich, man hätte es fast übersehen können...

    Was ich damit sagen will: Nur, weil den Mensch etwas nervt oder nicht nervt, ist es für den Hund nicht schlechter bzw. besser.

    Das heißt, er wird vielleicht nach der Kastration tatsächlich nicht mehr den "sexuell orientierten Kanal" zum Rauslassen seines Stresses nutzen. Aber er wird sich auf etwas anderes verlagern. Vielleicht etwas, was Dich weniger nervt. Damit wäre Dir geholfen.

    Viele Grüße
    Corinna

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