Bild und Hundehysterie,

  • Sub, ruhig Blut! :)

    Ich sehe es so, dass jedes "Mistprodukt" immer auch einen Abnehmer braucht, damit es sich halten kann. Und wenn die Leute nunmal lieber bunte Bilder wollen, dann wird es auch ewig solche Zeitungen geben.

    Ich muss vermutlich nicht betonen, was cih von besagter Zeitung halte, trotzdem lese ich sie. Mit der nötigen Distanz und dem nötigen "Hintergrundwissen" kann das zuweilen sehr amüsant werden... Andererseits finde ich es immer auch wichtig, zu wissen, woher die Menschen ihre Urteile fällen. Deswegen lese ich diese Zeitung. Man kann nur gegenargumentieren, wenn man sich mit der Materie so ausreichend auseinandergesetzt hat, dass man beide Seite kennt und somit auch die Argumente der einen Seite widerlegen kann. Wenn also jmd. mit mir eine Kampfhunddiskussion, angestachelt von BLÖD-Berichten, anfangen wollte, dann wäre es für mich ein leichtes, meine Argumente rüberzubringen und seine zu entkräften. Und das hab ich ihm voraus, denn er hat sich mit der anderen Sichtweise der Dinge noch nicht beschäftigt und kann da nix zu sagen ;)

    Mir geht es allerdings gegen den strich, wie krass hier geredet wird. Sorry, hier wird über einen Kamm geschoren, Vorurteile gefällt, usw. Man könnte meinen, dass das ein Bild-Artikel werden sollte... Hallo? Wo seid ihr aufgeklärten Bild-Verurteiler denn, wenn ihr sämtliche Leute verurteilt, die die Bild lesen? Und Sub, soviel ich sonst von deinen Beiträgen halte, aber du machst hier exakt dasselbe. Reißerisch geschrieben ist dein Text, sonst nix. Es ist traurig, wenn man versucht, den Leuten seine Meinung aufzuzwingen, sowohl von Zeitungsseite, als auch von anderer Seite.

    Man muss doch mal akzeptieren können, wo andere ihre Interessensgrenzen ziehen. Jeder von uns zieht die. Ich entscheide auch, dass ich mich bis zu einem gewissen Grad für Politik, Kultur, Sport usw. interessiere und nicht darüber hinaus. Und das macht ihr anderen, die ihr euch über die Bild-Leser aufregt auch. Und da wird erwartet, dass jeder akzeptiert, dass euer Interesse am Hund vielleicht größer ist, als vielleicht beim 08/15-Bürger. Andere sollen akzeptieren, wo ihr für euch entschieden habt, wie tiefgehend ihr bei bestimmten Themen schürft und wo für euch Schluss ist. Kann man dann nicht aber auch akzeptieren, wenn andere dann nicht ganz so tief schürfen wollen? Mir persönlich würde es nämlich auch nicht in den Kram passen, wenn man mir vorschreiben wollte, dass ich mich nun für die Oper mehr interessieren soll, als ich es tue, nur weil es Opern-Kenner gibt, die da richtig Ahnung haben und verurteilen, dass ich so gut wie keine Ahnung habe? Nein, von denen erwarte ich auch, dass sie ihr Interesse an der Oper ausleben und mich ohne mein Opernwissen leben lassen.

    Schönen Gruß, Henrike

  • Nachmal :gut: auf diesem Wege, Klasse!

  • Mich regt dieses bild und der satz dazu extrems auf!!! Typisch bild drecksblatt :zensur: !

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    Kampfmaschine Pitbull. Die Tiere sind für ihre Aggressivität bekannt :irre:

    es wird wieder so gestellt das die Tiere von grund auf böse sind!Und keine wird böse gebohren!!! :kopfwand:

  • Zitat

    Ich reg mich aber auf.

    Und ja, ich habe immer noch die Hoffnung, dass wenn man sich beschwert und nicht nur meckert, man auch was erreichen kann.

    Stell dir mal vor, nach einem Bericht würden alle Menschen, die sich darüber aufregen eine Mail an die Bildzeitung schreiben, in der SACHLICH eine Stellungnahme dazu steht... und das immer wieder...

    ... vielleicht ist es Zeitverschwendung...

    ... aber vielleicht, vielleicht denken sie irgendwann mal darüber nach und es ändert sich etwas.

    Wir leben aber nunmal in einer Gesellschaft, in der es darum geht, möglichst viel Geld zu verdienen. Es gab doch mal diesen Chefredakteur, der versucht hat, nicht mehr ganz so reißerisch zu schreiben, der das Niveau etwas anheben wollte - prompt sind die Verkaufszahlen in den Keller gegangen. Die Bild-Zeitung bedient nunmal eine andere Sparte als ihr/wir es sind und dementsprechend können wir, die wir aus anderen Sparten/Zielgruppen kommen, soviel schreiben, wie wir wollen, weil wir Nicht-Leser sind und dementsprechend unsere Meinung für die irrelevant ist. Und selbst wenn die Bild auf unser Bestreben hin ihre Richtung ändern würde und anspruchsvoller würde, dann käme in kürzester Zeit ein anderer, der die Gunst der Stunde nutzt, um die Lücke zu füllen und den Leuten den Fraß vorzusetzen, den sie wollen.

    Wie gesagt, ich seh den "Fehler" eigentlich nicht bei der Bild, die produzieren tatsächlich nur das, was der Leser hinterher auch liest (inwiefern diese Einstellung verwerflich ist, sei nun mal dahingestellt), sondern der Leser, der selbst entscheidet, was er liest und was nicht. Und wer sind wir, dass wir den Leuten vorschreiben wollen, was sie zu lesen haben. Gehört zur eigenen Freiheit nicht auch, ganz bewusst sagen zu dürfen, dass man die Bild gerne liest und nichts anderes lesen will. Müssen die Leute nun die Dinge lesen/gar nichts mehr lesen, weil es sie nicht interessiert, was die FAZ schreibt, nur weil ihr ihnen sagen wollt, dass die Bild nichts wert ist und sie deswegen die FAZ lesen müssen?

    Wie gesagt, ich will hier keine Lanze für die Bild-Zeitung brechen, ich will bloß, dass ihr, die ihr alle mit diesen aufklärerischen Tendenzen kommt, mal überlegt, ob ihr das Recht habt, den Leuten vorschreiben zu wollen, wie weit ihr Interesse an Dingen gehen soll.

  • Zitat

    Wie gesagt, ich seh den "Fehler" eigentlich nicht bei der Bild, die produzieren tatsächlich nur das, was der Leser hinterher auch liest (inwiefern diese Einstellung verwerflich ist, sei nun mal dahingestellt), sondern der Leser, der selbst entscheidet, was er liest und was nicht.

    das dieser "Mechanismus" so einseitig funktioniert bezweifel ich.
    Denn letztlich kann ein Leser auch nur das Lesen, was publiziert wird.
    Die gleiche Disskussion gibts ja auch beim TV-Konsum.

    In einer Zeit der totalen Reiz- und Informationsüberflutung muss selektieren, auswählen, worauf man dann mal konzentriert sein Augenmerk richtet. Auswählen tut man i.d.R. nach der eigenen persönlichen Interessenlage.
    Und die wird wiederum beeinflußt durch das, was man bislang bewußt oder auch unbewußt häufig wahrgenommen hat.

    Sonst würde weder Werbung noch Propaganda funktionieren. Doch das tun sie nachweislich - und zwar auch in Gesellschaften mit gesetzlich garantierter Presse- und Meinungsfreiheit.

    Daher sehe ich schon eine Verantwortung bei den Leuten, die mittels Geld die Macht haben, ihre persönliche Meinung so zu verbreiten, das sehr viele Menschen sie wahrnehmen.
    Zu behaupten man schreibe nur, was der geneigte Leser zu lesen wünscht, ist m.M. eine sehr bequeme Ausrede.

    @ undercover
    mit Deiner Einstellung wird sich tatsächlich nichts ändern.
    Nur wer Missstände benennt und im Rahmen seine Möglichkeiten bekämpft kann überhaupt etwas bewegen. So und nur so entstehen manchmal Revolutionen. Für die jeweils Machthabenden sind die resignierten Schweiger natürlich die "besseren Menschen" - also wird dieses Verhalten gefordert und gefördert.

    lg
    susa

  • Hier hab ich mal was für Euch:

    http://www.mir-san-hund.de/Aufklaerung.pdf

    Auf Seite 7 seht Ihr, wie "man" das macht (vorher kommen leider krasse Bilder, also bitte direkt zu Seite 7 gehen, wer es nicht sehen kann).

    Und hier ganz aktuell:

    http://www.rp-online.de/public/article…-Kinder-an.html

    Da sieht man mal wieder, wie hier mit zweierlei Maß gemessen wird.

    Ein Pit Bull beißt ein Mädchen und ein Schäferhund beißt ein Kind...


    Im Bericht zu dem Schäferhund-Vorfall wird dann natürlich ein Grund gefunden, warum der Deutsche Schäferhund einen Grund gehabt haben muss :kopfwand:

    "...Offenbar sei das Kind hastig auf den Hund zugelaufen und dieser erschrocken." (Quelle, siehe oben)

    Die Bilder der Pit Bulls sind meistens die gleichen, meistens ist es ein Bild von Sugar, dem "berühmtesten" Killerhund ;)

  • Dazu habe ich auch was zu erzählen: Nachdem dieser "tolle" Bericht in der Bild war, bin ich abends gassi gegangen mit meinen beiden Halbstarken. Bin durch den Park gelaufen, Hunde waren beide frei. Plötzlich kamen um die Ecke vier kopftuchbedeckte Personen -2 Frauen und zwei Kinder im Alter von ca. 5 Jahren. ich weiß ja nicht was ihr für Erfahrungen mit diesen Leuten gemacht habt, ich jedenfalls die, dass sie anfangen hysterisch rum zu schreien sobald sich die Hunde nur ansatzweise nähern. Naja, jedenfalls haben die Frauen plus Kinder rumgeschrien und wie ne wildgewordene Hühnerherde umher gerannt. Is ja klar, dass meine Wuffs erstmal doof geguckt haben und schauen wollten, was Sache ist. Schnüffeln, gucken... Gerade als ich sie zurückrufen wollte, kam ein Ehepaar an, und hat mich zur Sau gemacht, von wegen "Sie sind wohl verrückt ihre Hunde frei laufen zu lassen, man sieht ja wohl in der Bild, was alles passieren kann. blablabla... Sie drohte sogar mit ner Anzeige!!!!!!!!
    Danke Bild!!! Für ein hundefreundliches Deutschland :hilfe:

  • Ich bin immer wieder über eure Begegnungen überrascht, die ihr mit anderen Menschen (scheinbar tagtäglich) habt!
    Aber ja, wenn man seine Hunde auf Leute zulaufen lässt, die sowieso schon Angst haben, dann kann ichs auch verstehen...
    Mal abgesehen davon, dass es wirklich schwierig ist mit zwei großen Hunden eine Wohnung zu finden, hab ich in meinem Leben noch keinerlei Auswirkungen der Meinungsmache in BILD und Co. feststellen können.
    Natürlich kommen mir auch Leute entgegen, die Angst vor Hunden haben oder sie nicht leiden können, aber da ich meine Hunde immer bei Fuss laufen lasse, wenn uns Passanten entgegenkommen, mache ich nur in absoluten Ausnahmefällen schlechte Erfahrungen wegen der Hunde - und die sind nicht gerade klein...
    das es mit einem Am.Staff, einem Rottweiler oder Bully in Deutschland nicht gerade einfach ist, dass kann ich wirklich nachvollziehen, aber die ganzen Horrorgeschichten, die alle anderen Hundehalter hier immer wieder zu vermelden haben, deren Zustandekommen ist mir wirklich schleierhaft (...oder auch nicht, um nochmal auf obiges Beispiel zurückzukommen... :D )

  • http://www.mir-san-hund.de/Aufklaerung.pdf

    Hallo,

    also der Link ist richtig klasse. Die Broschüre sollte man immer dabei haben und weiterreichen, wenn man mal wieder mit Vorurteilen konfrontiert wird. Danke, hilfreicher Link.

    Oder die BILD sollte sie als Gegendarstellung drucken. Die Hetze der Presse ist einfach nur gruselig. Mir fallen dazu schon gar nicht mehr die richtigen Worte ein.

    Bei uns halten sich Anfeindungen odet Diskussionen über SOKA's noch in Grenzen. Die Erhöhung der Hundesteuer ist hier momentan Thema unter den HH. Und alle anderen stören sich hier kaum an Hunden welcher Rasse auch immer. Ich hoffe, das bleibt so.

    Liebe Grüße

    BETTY und Ronja

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