Essverhalten vom Hund

  • Hallo ihr Lieben,

    danke für die nette Aufnahme! Ich brauche jetzt mal eure geballte Erfahrung für meine 3-jährige Mudi-Aussie-Hündin Asuna. Wie in meiner Vorstellung erwähnt, ist sie extrem wählerisch, aber ich habe jetzt ein ganz konkretes Problem: Im Kühlschrank stehen drei angebrochene 800g-Dosen Wildschwein und das aktuell verhasste Lamm, die weg müssen.

    Asuna hat ein sehr spezielles Fressverhalten, das mich oft ratlos zurücklässt:

    • Die Napf-Phobie: Metallnäpfe werden komplett ignoriert. Vielleicht liegt es am Geräusch des Halsbandes am Rand? Aktuell akzeptiert sie nur unsere Müslischüsseln in Elfenbein, Blau oder Orange. Sogar ihr Wasserspender wird verschmäht. Sie trinkt am liebsten draußen im Garten aus den Blumentöpfen, in denen das Regenwasser steht.
    • Das Verschlepp-Ritual: Egal ob Nass- oder Trockenfutter. Sie nimmt sich eine Portion aus der Schüssel, geht ein paar Schritte weg, spuckt es aus wie ein kleiner Hamster und frisst es dann dort in aller Ruhe. Beim Trockenfutter wird jedes einzelne Stück ganz penibel zerkaut.
    • Größen-Wahnsinn: Trockenfutter und Leckerlis dürfen auf keinen Fall zu groß sein, am liebsten Welpengröße, sonst werden sie liegen gelassen. Aber kleine Rindersuppenknochen mit Fleisch werden mit Begeisterung mitsamt dem Knochen verspeist.
    • Rudel-Esserin: Asuna hasst es, alleine zu fressen. Sie liebt die Gesellschaft und möchte wie in einem richtigen Rudel dabei sein, wenn wir auch essen. Dann fühlt sie sich sicher und es schmeckt ihr am besten.
    • Unberechenbarkeit: Ihr Appetit ist absolut nicht vorhersehbar. Oft frisst sie normal, dann wieder sehr viel oder eben gar nicht. Das passiert sogar bei exakt derselben Sorte Nassfutter, die sie am Vortag noch mit Begeisterung gefressen hat.

    Meine Fragen an euch:

    1. Lamm-Tarnung und Kochen: Ich würde sehr gerne viel mehr für sie kochen, natürlich alles absolut hundegerecht. Habt ihr Rezepte für eine homogene Masse, die so verführerisch riecht, dass sie das Lamm unter dem Wildschwein nicht mehr herausschmeckt?
    2. Einfrieren: Kann ich den Doseninhalt, vielleicht mit Reis und Ei gemischt, einfrieren? Verändert das bei euren wählerischen Hunden die Akzeptanz meistens noch mehr?
    3. Barf-Start bei Selektierern: Da ich mich für das Barfen interessiere, aber noch keine Ahnung habe: Wie fängt man bei einem Hund an, der alles, was er nicht mag, wie einen Schwamm wieder ausspuckt oder direkt liegen lässt?
    4. Das Verschleppen: Ist dieses Essen-wegtragen bei euren Hunden auch so ausgeprägt und habt ihr Tipps für Unterlagen, damit die Fliesen nicht ständig vollgeschmiert werden?

    Ich freue mich riesig auf eure Tricks, wie ich die 2,4 kg Fleisch retten kann und wie ich das Kochen für sie noch besser gestalten kann!

    Eure Rose02

  • Hallo,

    Ich habe hier auch so ein Exemplar, viele Gemeinsamkeiten mit deiner. Ich habe leider nicht so viel Zeit, schreibe nachher mal ausführlicher. Mein kurzer Tipp heißt Topping. Oft reicht ein kleiner Appetizer, damit der Napf überhaupt eines Blickes gewürdigt wird. Dann frisst er meist. Allerdings hat er z.B. über viele Monate Kaninchen von Vet Conzept gefressen, dann immer ungerner. Also habe ich es dann nicht mehr gekauft.

    Bis später

  • Das Futter: portionsweise einfrieren. Dann kannst Du immer mal schnell eine Portion zwischenschieben.

    Saubermachen: Welpengitter aufstellen, damit der Raum begrenzt ist, bis wohin sie es bringen kann.

    Futter verweigern: kann auch gesundheitliche Ursachen haben.

    Sind die Zähne ok? Geröntgt? Ein Zahn kann auch außerhalb des sichtbaren Bereichs Schmerzen bereiten (denk mal an Wurzelentzündungen).

    Und nein, dagegen spricht nicht, dass sie Knochen kauen kann oder überhaupt kauen. Trotzdem kann was mit den Zähnen oder dem Zahnfleisch sein.


    Warum hast Du Wildschwein und Lamm? Hat sie Unverträglichkeiten oder Allergien? (Die meisten gehen ja auf Rind und Huhn bei gesunden Hunden.)

  • Im Kühlschrank stehen drei angebrochene 800g-Dosen Wildschwein und das aktuell verhasste Lamm, die weg müssen.


    Ich würde jetzt für den Akutfall, damit du nichts wegwerfen musst, auch entweder versuchen mit Toppings zu arbeiten, oder Umfüllen und erstmal einfrieren.

    Zur grundsätzlichen Fütterung würde ich erstmal überlegen, was ich genau will, ich lese von Kochen, was man gerne öfter machen würde, von Barf, womit man beginnen möchte, Nassfutter, Trockenfutter. Das wäre mir persönlich alles zu durcheinander.
    Auch würde ich mich nicht auf sämtliche Spielereien einlassen.
    Allerdings würde ich davor den Hund noch mal ordentlich durchchecken wollen. Zähne, Magen-/Darmtrakt, Schmerzen allgemein. Es sollte ausgeschlossen sein, dass dieses Verhalten medizinische Ursachen hat

    Wie kam es nach der ersten angebrochenen Dose Wildschwein zu 2 weiteren? :denker:

  • Hallo und danke für deine Tipps!

    Die kleine Maus ist kerngesund und wir achten sehr auf ihre Fitness. Sie zerlegt mit großer Leidenschaft Stöcke und knuspert gerne getrockneten Darm (ihre „Soletties“) oder Geflügelfilet auf Kaurollen. Zähne und Zahnfleisch sehen wirklich super aus. Wir üben auch regelmäßig mit ihr, dass wir das Maul einfach so öffnen dürfen, damit sie daran gewöhnt ist. Es gibt bei ihr auch absolut keinen Futterneid oder Ressourcenverteidigung. Man kann ihr jederzeit sogar einen Knochen wegnehmen, ohne dass sie knurrt oder schnappt.

    Warum wir ausgerechnet Wildschwein und Lamm haben? Das liegt schlichtweg daran, dass mein Partner zwei ganze Paletten mit jeweils sechs Dosen besorgt hat (Wir leben auf dem Land und fahren länger zu dem Tierbedarfsladen weshalb immer der Monatseinkauf für die Maus gemacht wird). Wir haben aktuell das Wildschweintopf Menü mit 93,5 % Fleisch, Reis und Beeren sowie Lamm pur mit Herz, Leber und Pansen im Haus. Bei Rind pur hatten wir neulich auch schon das Problem, dass es kaum angerührt wurde. Es ist wirklich tückisch: An einem Tag wird die Sorte begeistert gefressen und am nächsten Tag wird dieselbe Dose fast komplett ignoriert.

    Bezüglich des Einfrierens: Habt ihr Erfahrungen bei so wählerischen Hunden, ob sich durch das Frostfutter die Konsistenz zu stark verändert? Ich habe ein bisschen Schiss, dass sie es nach dem Auftauen erst recht nicht mehr anrührt.

    Gestern Mittag gab es zum Beispiel Nudeln mit Wildschweintopf gemischt und sie hat richtig gut gefressen. Seit ich das Futter heute früh aus dem Kühlschrank geholt habe, wird es wieder komplett verschmäht. Wir lassen sie natürlich nicht hungern, sondern sie bekommt zwischendurch dann immer mal wieder Kleinigkeiten von uns mit ab.

    Wenn der Hunger dann doch mal zu groß wird, würde sie es vermutlich irgendwann fressen, aber ich versuche es heute erst mal anders: Ich werde es im Topf mit etwas Wasser erwärmen, damit es wieder feuchter wird und es eventuell mit Butter oder einem Ei aufpimpen. Das geht bei ihr eigentlich fast immer! Sie möchte am liebsten bei uns das Essen mit essen was natürlich nicht Hundegerecht ist aber ein Rudel frisst eben gemeinsam weshalb sie immer eine Kleinigkeit abbekommt wenn es Hundetauglich ist.


    Rose02

  • Einfach mal etwas locker nehmen.

    Wenn der Hund gesund ist, verhungert er nicht, vielleicht füttert ihr zuviel! Und vor allem zuviel Fleisch.

    93.5% Fleisch? Uff, würde ich nie füttern, maximal halb soviel, dafür Reis, Pasta, Kartoffeln, Brot.

    Meine vorherige Hündin hat eine Giesskanne als Trinknapf bekommen, fand sie toll, auch wenn es das gleiche Wasser, wie im Napf war.

  • Zitat

    knuspert gerne getrockneten Darm (ihre „Soletties“) oder Geflügelfilet auf Kaurollen.

    ...

    Wir lassen sie natürlich nicht hungern, sondern sie bekommt zwischendurch dann immer mal wieder Kleinigkeiten von uns mit ab.

    ...

    weshalb sie immer eine Kleinigkeit abbekommt

    Vielleicht ist sie einfach satt?

    13.5kg ist nicht viel, so ein Hund braucht erstaunlich wenig Futter.

    Wenn sie dann eh durch leckere Dinge satt ist und dann noch das Futter immer weiter aufgewertet wird wenn sie nicht frisst...

    Ja da würde ich auch warten bis was besseres im Napf landet. :smiling_face:

  • Ich würde auch nicht soviel Fleisch füttern, sondern mit Nudeln, Reis, Kartoffeln, Brot und Getreideflocken mischen.

    Ich kann dir diese Threads empfehlen.

    rockychamp
    29. November 2012 um 18:22
  • Zähne und Zahnfleisch sehen wirklich super aus.

    Wie schon geschrieben, Optik sagt kaum was aus. Wäre nicht das erste Mal, dass bei einem Hund im Dentalröntgen dann Übles zu Tage tritt.

    Wir haben aktuell das Wildschweintopf Menü mit 93,5 % Fleisch, Reis und Beeren sowie Lamm pur mit Herz, Leber und Pansen im Haus.

    Das ist ein extrem hoher Fleischanteil. Vertragen nicht alle Hunde, und wenn ein Hund heute vom Fressen Magenschmerzen bekommt, dann meidet er es unter Umständen am nächsten Tag.
    Wenn es beim ersten Mal zimmerwarm war und beim 2. Mal direkt aus dem Kühlschrank kam, kann es auch daran liegen, kalt vertragen auch nicht alle Hunde.

    dass mein Partner zwei ganze Paletten mit jeweils sechs Dosen besorgt hat

    Also 12 Dosen. Oder meinst du Europaletten? (Mein Mann könnte sowas bringen: Schatz, war im Angebot, toll oder? :D )

    Bezüglich des Einfrierens: Habt ihr Erfahrungen bei so wählerischen Hunden, ob sich durch das Frostfutter die Konsistenz zu stark verändert? Ich habe ein bisschen Schiss, dass sie es nach dem Auftauen erst recht nicht mehr anrührt.

    Dosenfutter habe ich noch nie eingefroren. Aber da ich das Futter für meinen Hund selber mache und nicht jeden Tag kochen will, gibt es hier einmal die Woche Kochtag und da wandern dann 4 Portionen in den Froster und werden jeweils einen Tag vorher rausgestellt.

    Seit ich das Futter heute früh aus dem Kühlschrank geholt habe, wird es wieder komplett verschmäht. Wir lassen sie natürlich nicht hungern, sondern sie bekommt zwischendurch dann immer mal wieder Kleinigkeiten von uns mit ab.

    Lasst ihr es dann stehen, oder räumst du es weg? Ich würde es wegräumen und nach ein paar Stunden erneut anbieten. Ein Hund kann auch mal einen Tag fasten, wenn das Experiment scheitert. Aber ihr als Alternative dann sofort "Leckereien" von meinem Essen anbieten würde ich nicht. Erstens aus Bequemlichkeit und zweitens, weil ich dann im Zweifel nie dahinter komme, ob der Hund nun wirklich ein Problem hat, oder Faxen macht (wobei das auch das falsche Wort wäre).

    Wenn der Hunger dann doch mal zu groß wird, würde sie es vermutlich irgendwann fressen

    Ja, probiere das doch. Warum einen Aufwand betreiben, wenn die Not gar nicht da ist? Es kann ja auch wirklich sein, dass sie zum Zeitpunkt deiner Fütterung noch gar nicht entsprechend hungrig ist.

    Sie möchte am liebsten bei uns das Essen mit essen was natürlich nicht Hundegerecht ist aber ein Rudel frisst eben gemeinsam

    Gut, ihr seid jetzt für den Hund kein Rudel. Der weiß schon, dass ihr keine Hunde seid, aber das Mitfressen wollen vom Tisch kann ich verstehen. Würde meine natürlich auch gerne, könnte sie auch in der Regel problemlos, da ich ja locker vorm Würzen eine Portion für den Hund abzwacken könnte. Aber möchte ich nicht.

  • So, jetzt habe ich etwas mehr Zeit. Einen 100% igen Weg haben wir hier in 6 Jahren auch noch nicht gefunden. Wir gehen von Unverträglichkeiten aus, zur Zeit verträgt er allerdings bestimmte Sorten Rind und Huhn.

    Er zeigt wirklich sehr genau, was er mag und was er nicht mag, das wechselt allerdings. Eine ordentliche Portion Gelassenheit bei uns hilft auch immer. Er frisst mal einen Morgen oder abends gar nicht? Dann ist es halt so. Er wird seine Gründe haben... Meist geht es dann bei der nächsten Mahlzeit.

    Es wird besser, seit er auf Apoquel eingestellt ist.

    Recht gut funktioniert wie gesagt, ein Topping, meist reicht schon etwas Fleischbrühe über das Futter , Kartoffelflocken mit Reinfleischdosen oder einfach das Futter ein wenig erwärmen. 800 g Dosen kaufe ich schon lange nicht mehr. Die 400g Dosen scheinen besser zu schmecken. Dazu gab es im Nassfutter Thread schon mal einen Austausch. Wenn die Dosen länger auf sind, findet er sie auch nicht so prickelnd.

    Wir wollten schon länger mal in Narkose mal Speiseröhre und Magen untersuchen lassen. Da diese Appetitlosigkeit ja irgendwie nicht normal ist. Zur Zeit sind wir aber ganz zufrieden. Die Zähne sind bei unserem auch in Ordnung. Evtl liegt es bei Jacky aber auch an der Ehrlichose bzw seiner SDU.

    Spannenderweise ist seine beste Freundin ein Labradormix, die egal welches Futter, sofort vernichtet. Wenn sie zu uns kommt, findet sie oft Reste. Er steht dann, guckt ihr zu, als würde er sich freuen, dass sie endlich aufräumt :winking_face_with_tongue:

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